Wer haftet beim Umzug für Schäden?

Schäden beim Umzug
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Wenn ein Umzug bevorsteht, ist einiges zu tun: Kartons packen, Möbel verladen und zum neuen Zuhause transportieren. Um Kosten einzusparen, werden meist Freunde und Familienmitglieder gebeten, mit anzupacken. Doch wer haftet, wenn während des Umzugs ein Schaden entsteht?

Wer haftet im Schadensfall?

Wer einen Schaden verursacht, haftet normalerweise selbst dafür. Bei Umzügen ist die Situation jedoch anders. Freiwillige Umzugshelfer, die aus reiner Gefälligkeit bei einem Umzug helfen, können im Schadensfall nicht haftbar gemacht werden. Es sei denn, es handelt sich um grobe Fahrlässigkeit, bei der die Sorgfaltspflicht vorsätzlich verletzt wird. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn durch den alkoholisierten Zustand eines Helfers etwas zu Bruch geht. Wenn ein Helfer jedoch versehentlich Umzugsgut fallen lässt, kann er für den entstandenen Schaden nicht haftbar gemacht werden. Dem Geschädigten wird der Schaden dann nicht ersetzt, es sei denn, die Haftpflichtversicherung des Helfers deckt auch sogenannte Gefälligkeitsschäden ab. Weigert sich der Verursacher, den Schaden anzuerkennen oder besitzt er keine Haftpflichtversicherung, bleibt der Umziehende auf dem Schaden sitzen.

Tipp: Wertvolle Gegenstände wie Computer oder Gemälde grundsätzlich selbst transportieren.

Sonderfall: Wenn Dritte betroffen sind

Wird jedoch eine unbeteiligte dritte Person geschädigt, muss die Haftpflichtversicherung nach dem Urteil des Amtsgerichts Plettenberg (Az. 1 C 345/05) zahlen. An einen LKW angelehnte Bretter fielen auf einen vorbeifahrenden PKW und beschädigten diesen. Der Richter entschied, dass ein aus einfacher Fahrlässigkeit entstandener Schaden ersetzt werden müsse, da sonst niemand mehr zu Freundschaftsdiensten bereit wäre. Hilfreich ist auf jeden Fall, die Haftpflichtversicherung im Voraus auf eine Gefälligkeitsklausel hin zu überprüfen.

Umzug mit der Spedition – die sichere Variante

Wenn Sie ein Umzugsunternehmen beauftragen und den All-Inclusive-Service wählen, haftet die Spedition normalerweise in vollem Umfang für verursachte Schäden. Dies beinhaltet allerdings, dass die beauftragte Firma die Kartons eigenhändig verpackt hat. Haben Sie Ihr Umzugsgut hingegen selbst eingepackt, kommt das Umzugsunternehmen unter Umständen nicht für entstandene Schäden auf. Überprüfen Sie den Vertrag auf jeden Fall auf Ausschlusskriterien: Für Elektrogeräte, Tiere, Pflanzen und wetterbedingte Schäden wird häufig keine Haftung übernommen, daher sollten Sie diese Dinge lieber selbst transportieren. Vielleicht kommt für Sie auch eine zusätzliche Transportversicherung infrage.

Wichtig: Bei Ankunft im neuen Domizil sollte das Umzugsgut sofort auf seine Unversehrtheit überprüft werden, da Schäden noch am selben Tag gemeldet werden müssen. Bei verdeckten Schäden ist eine Reklamationspflicht innerhalb von zehn Tagen üblich.

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