Umzugskosten: Wie teuer wird mein Umzug? Wie kalkuliere ich richtig und wie kann ich sparen?

Umzugskosten berechnen:
Wie teuer wird mein Umzug?

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Ein Umzug kann unter Umständen sehr teuer werden – und das nicht nur wegen der Anschaffung neuer Möbel oder einer hohen Mietkaution. Häufig fallen bei einem Umzug Ausgaben an, die man nicht eingeplant hatte. Wir geben Ihnen einen Überblick dieser versteckten Kosten, damit Sie Ihre Ausgaben für den Umzug realistisch kalkulieren können. Berechnen Sie Ihre voraussichtlichen Ausgaben ganz einfach online mit unserem Umzugskostenrechner. Zudem haben wir hilfreiche Umzugstipps gesammelt, mit denen Sie einen Teil der Kosten sparen können.

Bei einem Umzug entscheiden bestimmte Faktoren maßgeblich darüber, wie hoch die Umzugskosten am Ende liegen. Und zwar unabhängig davon, ob der Umzug privat organisiert oder von einem professionellen Umzugsunternehmen durchgeführt wird. Wir geben Ihnen einen Überblick der wichtigsten Posten in Ihrer Kostenkalkulation.

  • Entfernung zwischen altem und neuem Zuhause: Je weiter die neue Wohnung von der alten Bleibe entfernt ist, desto höher sind die Umzugskosten, da die Benzinausgaben entsprechend steigen. Beim Transport schwerer Gegenstände – beispielsweise bei massiven Möbeln – ist der Spritverbrauch besonders hoch. Zusätzlich müssen Sie die Strecke wegen der Besichtigung, Schlüsselübergabe und Einrichtung eventuell mehrmals fahren. Die Fahrtkosten sollten Sie daher mit einem gewissen Puffer in Ihrer Kalkulation berücksichtigen.
  • Umzugsvolumen: Der Umzug kann besonders teuer werden, wenn Sie einen großen Haushalt führen. Wie viele Möbel müssen Sie transportieren, wie viele Personen ziehen um, passt Ihr Umzugsgut in einen Transporter oder benötigen Sie eher einen Lkw? Je höher das Gesamtvolumen ist, desto teurer wird der Umzug.
  • Umzugsart: Kümmern Sie sich selbst um den Transport oder engagieren Sie ein professionelles Umzugsunternehmen? Haben Sie schon einen Transporter, können Sie sich von Bekannten vielleicht einen Wagen leihen oder müssen Sie das Fahrzeug mieten? Generell sind Umzüge mit einem professionellen Unternehmen teurer, doch das Zurückgreifen auf Profis hat auch Vorteile.

    Wir geben Ihnen im folgenden Absatz ein kleines Rechenbeispiel, das Ihnen die Entscheidung erleichtern soll, ob ein Umzugsunternehmen für Sie infrage kommt oder nicht.

Wie viel kostet ein Umzug mit einem Umzugsunternehmen?

Ein Umzug mit einem Umzugsunternehmen ist meist deutlich teurer als ein privater Umzug, erspart Ihnen im Gegenzug aber eine Menge Stress und Arbeit. Pauschal lässt sich festhalten, dass ein Umzug mit Profis in der gleichen Stadt im Durchschnitt 600 Euro kostet. Selbstverständlich hängen die individuellen Kosten von der Wohnungsgröße und der Entfernung ab: Ist die Wohnung über 60 Quadratmeter groß, müssen Sie schon von 700 Euro ausgehen. Für eine Single-Wohnung bis 35 Quadratmeter liegen die Kosten bei ungefähr 500 Euro.

Ziehen Sie in eine andere Stadt um und ist die neue Wohnung mehr als 500 Kilometer entfernt, müssen Sie bereits mit rund 2.000 Euro rechnen. Mit diesem Betrag müssen Sie auch rechnen, wenn Sie mit einem Mehrpersonenhaushalt und einer Grundfläche von über 100 Quadratmeter innerorts umziehen. Ziehen Sie mit Ihrer Familie in eine weiter entfernte Stadt, wird es folglich noch teurer. Grob geschätzt kostet ein Umzug mit einer Umzugsfirma folglich – je nach Personenanzahl, Entfernung und Umzugsvolumen – zwischen 500 und 3.000 Euro.

Welche Kosten entstehen beim Umzug?

Um einen realistischen Kostenvoranschlag zu erstellen, müssen Sie die anfallenden Ausgaben möglichst exakt schätzen können. Zusätzlich empfehlen wir Ihnen, einen kleinen Puffer für unerwartete Ausgaben einzuplanen, damit Sie von den tatsächlichen Umzugskosten nicht überrascht werden. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Übersicht der unterschiedlichen Posten, die Sie bei einem Umzug berücksichtigen sollten.

  • Renovierungskosten: Generell müssen Sie damit rechnen, dass Sie sowohl Ihre alte als auch Ihre neue Wohnung renovieren müssen. Sind Sie beispielsweise vor dem Umzug in der Pflicht, in Ihrem alten Zuhause die Wände weiß zu streichen, müssen Sie mit 30 bis 40 Cent pro Quadratmeter rechnen. Zusätzlich müssen Sie die dafür benötigte Zeit in Ihre Planung einbeziehen. Je nach Vertrag ist es zudem möglich, dass Sie in der neuen Wohnung ebenfalls streichen müssen. Die Kosten für Renovierungsarbeiten in einer Mietwohnung fallen für gewöhnlich moderat aus. Für das Streichen einer Wohnung mit 70 Quadratmetern müssen Sie rund 30 Euro veranschlagen, für das Ausbessern kleinerer Schäden kommen noch ein paar Euro hinzu (z.B. Spachtelmasse für Bohrlöcher). Sollten Sie jedoch eine Eigentumswohnung oder ein Haus erworben haben, kann die Renovierung unter Umständen recht hohe Ausgaben verursachen.
  • Umzugskartons: Um Ihr Umzugsgut sicher in Kisten zu transportieren, brauchen Sie einerseits genügend Umzugskartons, andererseits aber auch zusätzliches Verpackungsmaterial. Teller und Tassen etwa sollten Sie am besten in Luftpolsterfolie einwickeln, damit nichts zu Bruch geht. Pro Zimmer können Sie für Umzugskosten und Verpackungsmaterial rund 30 Euro kalkulieren.
  • Umzugswagen: Sollte Ihr Auto nicht groß genug sein, müssen Sie sich einen Transporter mieten. Dieser kostet im Durchschnitt rund 160 Euro pro Tag. Dabei gilt: Je größer die Ladefläche ist, desto teurer wird es. Falls Sie einen Lkw benötigen, fallen etwa 220 Euro pro Tag an.
  • Halteverbotszone: Bei einem Umzug gibt es häufig keine ausreichenden Parkmöglichkeiten vor Ort, in Großstädten meist nicht mal in der Nähe. Steht der Umzugstransporter dann im Halteverbot, kann das teuer für Sie werden. Damit Sie keine Rechtswidrigkeit begehen, sollten Sie im Vorfeld eine Haltverbotszone beantragen – falls nötig sowohl für das alte als auch das neue Zuhause. Die Kosten liegen je nach Gemeinde oder Stadt zwischen 70 und 170 Euro.
  • Meldekosten: Nach einem Umzug ist die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt rechtlich vorgeschrieben. Die Bearbeitungsgebühr liegt je nach Region bei rund zehn Euro. Die Ummeldung muss ab dem Tag des Umzugs innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Sollten Sie diese Frist nicht einhalten, können theoretisch hohe Mahngebühren auf Sie zukommen.
  • Mietkaution: Jeder Vermieter fordert eine Kaution, um seine Immobilie gegen etwaige Schäden abzusichern. Für gewöhnlich beträgt diese Kaution eine Höhe von zwei bis drei Nettokaltmieten.
  • Maklergebühren: Falls Ihnen ein Immobilienmakler bei der Suche hilft, verlangt er für seine Arbeit eine Provision. Wie hoch dieser Prozentsatz ist, hängt von der Region ab. Das Maximum liegt laut Gesetz bei zwei Monatskaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer.
  • Umzugshelfer: Wenn Sie Ihren Umzug ohne professionelles Umzugsunternehmen stemmen und stattdessen auf Ihre Familie und Freunde zurückgreifen, sollten Sie dennoch ein bestimmtes Budget für die Verpflegung der Umzugshelfer zurückstellen. Ausreichend Getränke und Snacks sollten Sie auf jeden Fall bereitstellen und die Kosten dafür nicht unterschätzen.

Mit diesen 10 Tipps sparen Sie beim Umzug

 

Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen, Ihre Umzugskosten in Grenzen zu halten:
 

  1. Führen Sie die fälligen Renovierungsarbeiten selbst durch.
  2. Vergleichen Sie die Preise der Umzugsunternehmen vor der Beauftragung.
  3. Planen Sie den Umzug frühzeitig und berücksichtigten Sie alle Kostenpunkte.
  4. Leihen Sie sich Umzugskartons und Verpackungsmaterial anstatt alles zu kaufen.
  5. Bauen Sie die Möbel selbst auseinander und sparen Sie dadurch Verladekosten.
  6. Mieten Sie einen Transporter in der passenden Größe, damit Sie nur eine Fahrt haben.
  7. Verwenden Sie einen Umzugskostenrechner, um auf alle Kosten gefasst zu sein. Bei uns können Sie die Umzugskosten ganz bequem online berechnen und kostenlos Angebote anfordern.
  8. Nutzen Sie den Umzug zum vorherigen Entrümpeln und verkaufen Sie Überflüssiges.
  9. Beachten Sie die Kündigungsfrist Ihrer alten Wohnung. Im Notfall können Sie selbst einen Nachmieter suchen, um doppelte Mietzahlungen zu vermeiden.
  10. Setzen Sie die Umzugskosten steuerlich ab, falls das möglich ist (siehe nächster Absatz).

Ausgaben, die mit dem Job zu tun haben, sind sogenannte Werbungskosten und können von der Steuer abgesetzt werden. Dazu gehören folglich auch die Kosten eines berufsbedingten Umzugs. Im Gegensatz dazu gilt ein Umzug aus persönlichen Gründen als Privatvergnügen, für das keine steuerlichen Vergünstigungen gewährt werden. Bestimmte Kosten lassen sich dennoch absetzen. Mehr erfahren Sie hier.

Ganz gleich, ob es um ein Studium, die große Liebe oder den Traumjob geht – wer einen Ortswechsel plant, muss mit nicht unerheblichen Umzugskosten rechnen. Vor allem, wenn für die Planung nur wenig Zeit bleibt, lässt sich auch das Sparpotenzial nicht voll ausschöpfen. Wer kurzfristig umzieht, benötigt beispielsweise Umzugskartons und Verpackungsmaterial sowie einen Transporter relativ zeihtnah. Familienmitglieder und Freunde können eventuell nicht so schnell zur Stelle sein und vielleicht mangelt es auch an Zeit, um Umzugsmaterial und Umzugswagen bei Bekannten abzuholen oder günstig zu leihen. In diesem Fall ist professionelle Hilfe gefragt, die teuer werden kann. Wir informieren Sie darüber, wie Sie die Umzugskosten finanzieren können, wenn Ihr Budget eingeschränkt ist.

Umzugsfinanzierung: Privatkredit oder Ratentilgungsdarlehen

Zu den kostenintensiven Posten beim Umzug gehören – neben der eventuellen Anschaffung neuer Haushaltsgeräte und Möbel – die folgenden Punkte:
 

  • Umzugsunternehmen
  • Transporter/Mietwagen
  • Umzugskartons
  • Verpflegung für Umzugshelfer
  • Halteverbotszone


Besonders für Studenten und Geringverdiener kann es sinnvoll sein, die Umzugskosten mittels eines Umzugskredites zu finanzieren, um das vorhandene Budget nicht zu stark zu belasten und liquide zu bleiben. Dabei haben Verbraucher verschiedene Möglichkeiten, um sich Geld für den Umzug zu borgen. Die günstigste Möglichkeit wäre ein zinsloser Kredit innerhalb der Familie oder unter Freunden.

Besteht diese Möglichkeit nicht, lassen sich Umzüge oder größere Anschaffungen auch mithilfe von Ratenkrediten kurzfristig finanzieren. Die Laufzeit dieser Kleinkredite ist frei wählbar und kann individuell mit der kreditgebenden Bank abgestimmt werden. Dabei gilt die gleiche Regel wie für alle Arten von Darlehen: Je länger die Laufzeit, desto geringer die monatlichen Belastungen, aber umso höher die Zinsen.

Die Kreditsummen reichen von kleineren Beträgen bis zu 25.000 Euro. Bank und Kreditnehmer einigen sich auf feste Beträge zur Rückzahlung. Für die gesamte Laufzeit wird ein fester Zinssatz vereinbart. Da Kleinkredite in der Regel für einen überschaubaren Zeitraum abgeschlossen werden, ist die Zinsbelastung unter dem Strich geringer als beispielsweise bei einem Annuitätendarlehen, bei dem sich im Laufe der Zeit das Verhältnis von Zins- und Tilgungsleistung verändert. Dafür ist die finanzielle Anfangsbelastung bei Kleinkrediten höher.

Ob Darlehen oder Online-Sofortkredit – wer Angebote verschiedener Kreditgeber miteinander vergleicht, sollte besonders auf den effektiven Jahreszins achten. Im Gegensatz zum Nominalzins gibt er Auskunft darüber, wie teuer das geliehene Geld am Ende wirklich ist.

Dispositionskredit: Die einfachste Finanzierungsmöglichkeit

Die einfachste Variante, um kurzfristig an zusätzliches Geld zu gelangen, besteht neben dem zinslosen Leihen von Familienmitgliedern oder Freunden im Dispositionskredit, kurz Dispokredit genannt. Dabei kann der Nutzer sein Girokonto bis zu einer vorher festgelegten Höhe überziehen. Welchen Dispokredit die Bank einräumt, hängt meist von der Höhe der monatlichen Geldeingänge ab, also hauptsächlich dem Einkommen des Bankkunden.

Vorteil des Dispokredits: Wird er nur kurzfristig in Anspruch genommen, ist er im Vergleich zum Ratenkredit oftmals günstiger. Es fällt keine Bearbeitungsgebühr an, zudem sind die Zinsen variabel und können während der Laufzeit sinken. Außerdem ist im Vorfeld keine zusätzliche Prüfung der Kreditwürdigkeit erforderlich.

Nachteil des Dispokredits: Im Gegensatz zu fest vereinbarten Krediten ist der Dispokredit weniger überschaubar. Ist das Girokonto einmal leer, kann es unter Umständen Monate dauern, bis das Konto wieder ausgeglichen ist. Das setzt eine Menge Disziplin und Übersicht beim Kunden voraus. Dauert die Rückzahlung sehr viel länger als zunächst geplant, kann es teuer werden. Denn unter dem Strich sind die Zinsen für einen Dispokredit deutlich höher als für ein fest vereinbartes Darlehen, bei einigen Banken liegen sie im zweistelligen Bereich.

Variabler Kredit und Abrufdarlehen

Wer im Rahmen des Umzugs größere Anschaffungen oder Renovierungsarbeiten plant, aber noch keine genauen Vorstellungen vom endgültigen Kapitalbedarf hat, kann sich für einen variablen Kredit oder ein sogenanntes Abrufdarlehen entscheiden. Sie empfehlen sich für Kreditsummen von 10.000 bis 25.000 Euro.

Der Vorteil dieser Finanzierung: Der Kredit kann jederzeit neu in Höhe der bis dahin geleisteten Tilgungszahlungen ausgeschöpft werden. Die Rückzahlung erfolgt über festgelegte monatliche Mindestzahlungen, zusätzliche Tilgungsleistungen sind möglich. Im Unterschied zum Ratenkredit ist der Zinssatz variabel und orientiert sich täglich neu am aktuellen Zinsstand.

Umzugsfinanzierung mittels Arbeitgeberdarlehen

Ist der Umzug beruflich bedingt, kommt ein sogenanntes Arbeitgeberdarlehen in Frage. Das ist eine Art Umzugskredit, den die neue Firma ihrem Mitarbeiter gewährt. Großzügige Arbeitgeber leihen einem begehrten Mitarbeiter Geld, ohne Zinsen dafür zu verlangen.

Mittlerweile kommt es sogar vor, dass einige Unternehmen – besonders in der IT-Branche – ihren häufig abgeworbenen Mitarbeitern einen sogenannten „Relocation Service“ anbieten: Die Firma übernimmt die Kosten für den Umzug teilweise oder komplett und kooperiert dabei nicht selten mit einem oder mehreren festen Umzugsunternehmen. Solch ein Service ist meist Bestandteil des Abwerbungs- bzw. Verhandlungsprozesses zwischen dem Unternehmen und den Kandidaten.

Wer umziehen will oder muss und vom Staat Hartz IV (ALG II) bezieht, hat einiges zu beachten. Wir informieren Sie darüber, in welchen Fällen das Arbeitsamt die Umzugskosten übernimmt und welche Auflagen hierfür erfüllt sein müssen. Zudem haben wir hilfreiche Tipps zum Sparen gesammelt.

Hartz IV: Wann übernimmt das Jobcenter meine Umzugskosten?

Prinzipiell gibt es zwei Situationen, in denen das Jobcenter zur Zahlung von Umzugskosten verpflichtet ist:

  1. Das Jobcenter selbst fordert den Umzug, um beispielsweise die Wohnkosten zu senken.
  2. Der Leistungsempfänger kann einen wichtigen Grund vorweisen, der einen Umzug notwendig macht.

Liegt kein wichtiger Grund vor oder wird ein Grund nicht anerkannt – zum Beispiel der Wunsch, in der Nähe der Familie oder von Freunden zu wohnen – werden weder Umzugskosten noch Kaution übernommen.

Tipp:

In jedem Fall müssen die Umzugskosten vom zuständigen Jobcenter bewilligt werden, sonst kann die Behörde die Erstattung verweigern. Holen Sie daher Kostenvoranschläge ein und warten Sie vor der Unterzeichnung von Aufträgen oder dem Mietvertrag auf die schriftliche Zustimmung des Jobcenters. So stellen Sie sicher, dass Sie zum Schluss nicht auf den Kosten sitzenbleiben.

Fall 1: Das Jobcenter fordert den Umzug

Das Jobcenter kann von einem Leistungsempfänger einen Umzug verlangen, um die Mietkosten zu senken. In diesem Fall ist das Jobcenter dazu verpflichtet, sämtliche Umzugskosten wie beispielsweise die Ausgaben für ein Umzugsunternehmen und die Gebühren für die Ummeldung zu tragen. Zusätzlich muss das Jobcenter auch die Kosten für die folgenden Posten übernehmen.

Aber: Die Mietkaution ist als ein Darlehen des Jobcenters zu betrachten. Wenn der Vermieter nach Mietende die Kaution oder Teile von ihr einbehält, sind Sie dazu verpflichtet, diesen Betrag an die Behörde zurückzuzahlen.

Achtung:

Nicht zu den Umzugskosten gehören die Modernisierungs- und Renovierungskosten. Diese müssen Sie gegebenenfalls selbst übernehmen.

Fall 2: Für Ihren Umzugswunsch liegt ein triftiger Grund vor

Liegt ein triftiger Grund für Ihren Umzugswunsch vor, können Sie beim Jobcenter einen Antrag auf Übernahme der Umzugskosten stellen. Die Beantragung muss allerdings zwingend vor dem Umzug erfolgen. Erst, wenn der Antrag bewilligt worden ist, gelten die gleichen Bestimmungen wie bei einem vom Jobcenter geforderten Umzug. Als wichtige Gründe gelten die folgenden Punkte.

  • Unbewohnbarkeit der Wohnung durch Feuer- oder Wasserschäden. 
  • Unbewohnbarkeit der Wohnung aufgrund von Schimmelbefall: Wenn der Vermieter informiert wurde und trotz Anmahnung nicht tätig wird, liegt ein triftiger Grund vor.
  • Gesundheitliche Einschränkungen: Falls Sie zum Beispiel Treppen nicht mehr steigen können oder einen behindertengerechten Zugang benötigen, liegt ein triftiger Grund vor.
  • Beruflicher Umzug in eine andere Stadt.
  • Trennung oder Scheidung von Ihrem bisherigen Partner beziehungsweise Eheschließung.
  • Unerträgliche Zustände im Haus, beispielsweise durch Lärmbelästigung oder Streit mit den Nachbarn.

Achtung:

Jugendliche bis einschließlich 25 Jahre, die noch bei ihren Eltern leben, werden bei einem Auszugswunsch nicht voll unterstützt. Ausnahmen werden auch hier gemacht, wenn triftige Gründe vorliegen. Zu diesen zählen zusätzlich zu den bereits oben genannten Argumenten:

  • Zerwürfnis mit den Eltern (muss dokumentiert sein, zum Beispiel durch das Jugendamt)
  • Schwangerschaft

Was ist bei der Wohnungssuche zu beachten?

Bei Hartz-IV-Leistungsempfängern übernimmt das Jobcenter Miet- und Nebenkosten für eine neue Wohnung nur in der Höhe der letzten Wohnung. Unterzeichnen Sie einen Mietvertrag mit einer höheren Miete oder mit höheren Heizkosten, kann es passieren, dass Sie die zusätzlichen Kosten selbst tragen müssen. Lassen Sie daher den Mietvertrag unbedingt vom Jobcenter überprüfen und genehmigen. In zwei Fällen gibt es Ausnahmen von dieser Grenze: Ändert sich die Personenzahl in der Wohnung oder hat der neue Wohnort einen anderen Mietspiegel, ändert sich auch die als angemessen erachtete Höhe der Mietkosten.

Finanztipps für den Umzug bei Hartz IV

Angebote von Umzugsunternehmen vergleichen

Vor einem Umzug sollten Sie unbedingt die Preise und den Service von Umzugsunternehmen vergleichen, da es auf dem Markt große Unterschiede gibt. Umzugsauktionen können Ihnen Ersparnisse bis zu 40 Prozent bescheren. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier: Umziehen mit professionellen Unternehmen.

 

Pauschale oder Einzelabrechnung?

Ämter arbeiten gerne mit Pauschalen. Auch für Sie bedeutet eine Pauschale einen deutlich geringeren Arbeitsaufwand. Es kann sich aber durchaus lohnen, eine Einzelabrechnung zu beantragen. Holen Sie Kostenvoranschläge ein (z. B. Kosten für einen Mietwagen) und rechnen Sie nach, ob die vom Amt angebotene Pauschale diese Kosten abdeckt. Denken Sie daran, dass Sie etwa bei einer Einzelabrechnung auch eine Helferpauschale von 50 Euro für die Verpflegung beantragen können.

 

Zusatzleistungen per Antrag auf Erstausstattung

Wenn Ihre bisherige Wohnung über in der Miete enthaltene Zusatzleistungen wie eine Einbauküche, einen Wäschekeller oder einen Einbauschrank verfügt, haben Sie auch in der neuen Wohnung einen Anspruch auf diese Leistungen. Hierfür können Sie einen Antrag auf Erstausstattung stellen. Jugendliche bis zu einem Alter von 25 Jahren können sogar die Kompletteinrichtung ihrer ersten Wohnung beantragen, solange es für den Auszug einen wichtigen Grund gab (siehe oben) und der Umzug sowie die neue Wohnung genehmigt wurden (§ 24 SGB II). Zu dieser Komplettausstattung gehören dann beispielsweise auch Möbel, Geschirr, Handtücher und Bettwäsche.

Bei einem Umzug entscheiden bestimmte Faktoren maßgeblich darüber, wie hoch die Umzugskosten am Ende liegen. Zu diesen Faktoren gehören die Entfernung zwischen dem alten und dem neuen Zuhause, das Umzugsvolumen (Anzahl von Personen und Möbeln im Haushalt etc.) und die Umzugsart (privat oder professionell).

Ein Umzug mit einem Umzugsunternehmen ist meist deutlich teurer als ein privater Umzug, erspart Ihnen im Gegenzug aber eine Menge Stress und Arbeit. Pauschal lässt sich festhalten, dass ein Umzug mit Profis in der gleichen Stadt im Durchschnitt 600 Euro kostet. Selbstverständlich hängen die individuellen Kosten von der Wohnungsgröße und der Entfernung ab: Ist die Wohnung über 60 Quadratmeter groß, müssen Sie schon von 700 Euro ausgehen. Für eine Single-Wohnung bis 35 Quadratmeter liegen die Kosten bei ungefähr 500 Euro.

Um einen realistischen Kostenvoranschlag zu erstellen, müssen Sie die anfallenden Ausgaben möglichst exakt schätzen können. In Ihrer Kalkulation auf jeden Fall berücksichtigen sollten Sie Kosten für einen Umzugswagen, Umzugskartons, das Errichten einer Halteverbotszone und Streicharbeiten im alten und neuen Zuhause. Hinzu kommen noch Ummeldegebühren (Einwohnermeldeamt und Kfz), die Mietkaution, die Verpflegung von Umzugshelfern bei privaten Umzügen und eventuell Maklerkosten.

Das Finanzamt beteiligt sich grundsätzlich nicht an privaten Kosten. Wer aus rein persönlichen Gründen umzieht, muss dafür alleine aufkommen. Wer seine Kosten aber genau belegt, hat die Möglichkeit, Arbeiten im Haus oder in der Wohnung als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend zu machen.

Einen berufsbedingten Umzug können Sie zu großen Teilen steuerlich absetzen. Alle Ausgaben, die mit dem Job zu tun haben, sind sogenannte Werbungskosten. Dazu gehören folglich auch die Kosten, die bei einem berufsbedingten Umzug anfallen. Sofern der Arbeitgeber die Rechnung nicht übernimmt, können zwei Arten von Kosten steuerlich geltend gemacht werden – allgemeine Umzugskosten und sonstige Kosten.

Als berufsbedingt erkennen die Finanzämter einen Umzug an, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft: Verkürzter Arbeitsweg, Rückkehr aus dem Ausland, verbesserte Arbeitsbedingungen, Antreten einer neuen Stelle, Anmieten einer Zweitwohnung, Beziehen einer Dienstwohnung.

Die Umzugskostenpauschale beträgt seit dem 1. März 2020 für Ledige 820 Euro und für Verheiratete 1.639 Euro. Außerdem gibt es eine Pauschale in Höhe von 361 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Für Umzüge zwischen April 2019 und März 2020 liegen die Pauschalen bei 811 Euro für Ledige beziehungsweise 1.622 Euro für Verheirate und 357 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Für Umzüge zwischen Januar 2018 und März 2019 liegen die Pauschalen bei 787 Euro (Ledige) bzw. 1.573 Euro (Verheiratete) und 347 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Wer die Umzugskostenpauschale in Anspruch nimmt, benötigt keine Nachweise für die sonstigen Kosten.

Prinzipiell gibt es zwei Situationen, in denen das Jobcenter zur Zahlung von Umzugskosten verpflichtet ist. Erstens: Das Jobcenter selbst fordert den Umzug, um beispielsweise die Wohnkosten zu senken. Zweitens: Der Leistungsempfänger kann einen wichtigen Grund vorweisen, der einen Umzug notwendig macht.

Mustervorlagen & Checklisten

Unterlagen für Ihren Umzug

  • Mieterselbstauskunft
  • Wohnungsübergabeprotokoll
  • Wohnungsgeberbestätigung
  • Umzugscheckliste
  • und viele mehr …

Hier finden Sie alle Formulare für einen reibungslosen Umzug.

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