Wie finde ich eine neue Wohnung?

Wohnung finden
© istock / monkeybusinessimages

Wie möchte ich wohnen?

Ein wenig Strategie schadet nicht. Bevor man sich Hals über Kopf auf die Angebote des Wohnungsmarktes stürzt, sollte man sich zunächst über seine Bedürfnisse klar werden. Daher steht vor jeder Wohnungssuche eine Bestandsaufnahme der eigenen Wünsche. Folgende Kriterien sind wichtig:

Ort und Lage

Wo möchte ich wohnen? Wer in seiner Heimatstadt umzieht, hat es am leichtesten. In der Regel weiß man, in welchen Stadtteil es einen zieht, wo das Umfeld den eigenen Bedürfnissen entspricht. Wer in eine fremde Stadt zieht, kann sich im Internet über die Viertel informieren und Makler, Bekannte oder den neuen Arbeitgeber fragen. Gut ist es, sich nicht auf eine einzige Aussage zu verlassen.

Fragen Sie lieber nach dem Charakter der Stadtteile, und nicht nur, wo es demjenigen, den Sie fragen, am besten gefällt. Schließlich sind Geschmäcker und Bedürfnisse verschieden. Am besten ist es, sich die in Frage kommenden Ecken persönlich anzusehen. Nur so bekommt man einen Eindruck, ob man sich dort wohlfühlt.

Manchmal ist in der bevorzugten Gegend keine bezahlbare Wohnung zu finden. Für diesen Fall sollten Suchende sich überlegen, wie lang die Fahrstrecke zu Arbeit, Schule, Kindergarten etc. maximal sein darf. Wer noch nie eine längere Strecke zur Arbeit pendeln musste, unterschätzt die Anstrengung leicht.

Ausschlaggebend sind in diesem Fall besonders die Transportmittel:

  • Stehen ein oder zwei Autos zur Verfügung?
  • Kann nur der Alleinverdiener auf das Auto zurückgreifen und muss der erziehende Elternteil alle Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen?
  • Wie wichtig ist die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und wie gut die Taktung?

Die Größe der Wohnung

Eine der wichtigsten Fragen betrifft die Größe der Wohnung: Wie viele Quadratmeter benötigen Sie? Noch wichtiger als die reine Fläche kann die Anzahl der Zimmer sein, vor allem bei Familien. In diesem Zusammenhang spielt auch der Schnitt einer Immobilie eine große Rolle. Eine kleine, aber günstig geschnittene Wohnung kann vorteilhafter sein als eine große ungünstig aufgeteilte Immobilie.

Die maximale Miethöhe

Eine entscheidende Frage für Mieter: Welcher Betrag des Gehaltes steht für Miete und Nebenkosten zur Verfügung? Als Richtlinie gilt bei Normalverdienern: Ein Drittel des Nettoeinkommens darf für das Wohnen ausgegeben werden. Auch Vermieter nehmen diesen Wert meist als Richtschnur­. Das Einkommen ist für sie die wichtigste Information. Erscheint es zu niedrig, werden Interessenten aussortiert. Schließlich möchte kein Vermieter das Risiko eingehen, dass der Mieter nicht zahlen kann.

Für Besserverdiener gilt die Ein-Drittel-Grenze nicht. Sie können ihre sonstigen Lebenshaltungskosten in der Regel auch bei einer teureren Miete leicht decken.

Weitere wichtige Kriterien: Haustiere, Supermarkt, Stellplatz?

Für viele Mieter eine ganz zentrale Frage: Sind Haustiere erlaubt beziehungsweise ist die Anschaffung geplant? Dann muss die Haltung laut Mietvertrag erlaubt sein, Tierfreunde klären das am besten von vornherein. Weitere entscheidende Kriterien für die Wahl einer Wohnung sind:

  • Wie wichtig ist die Infrastruktur?
  • Brauche ich einen oder mehrere Supermärkte in der Nähe (für Senioren oft wichtig) oder kann ich Einkäufe mit dem Auto erledigen?
  • Welche Einrichtungen (zum Beispiel Ärzte, Kirchen, Grünflächen, Spielplätze) benötige ich oder wünsche ich mir in meiner Wohnumgebung?
  • Brauche ich eine Garage oder reicht mir ein Stellplatz?
  • Wie ist die Parkplatzsituation vor Ort?

Wer täglich mit dem Auto fährt, kann viel Zeit mit der Parkplatzsuche verschwenden. Wie wichtig sind Balkon, ein Fenster im Bad und die Ausrichtung der Wohnung? Dunkle, nach Norden gerichtete Zimmer machen so manchen Mieter unglücklich. Umgekehrt kann es in einer Dachgeschosswohnung, die nach Süden geht, im Sommer unerträglich heiß werden.

Und auch Ausschlusskriterien – sprich: was man auf keinen Fall möchte – schreibt man sich am besten auf. Als Grundlage dienen bisherige Wohnerfahrungen. Denken Sie dabei nicht nur an die aktuelle, sondern auch an frühere Wohnungen.

Setzen Sie Prioritäten

Die perfekte Wohnung ist selten, ohne Kompromisse geht es meistens nicht. Sind alle wichtigen Kriterien gesammelt, sollte man eine persönliche Rangfolge festlegen.

  • Was ist unerlässlich, wo kann ich notfalls Abstriche machen?
  • Was ist lediglich ein schönes Plus?
  • Was ist wichtiger: Größe oder Lage?
  • Auf wie viele Quadratmeter kann ich eventuell verzichten?

Diese Punkte sind vor allem dann wichtig, wenn man unter Zeitdruck steht und in engen Wohnungsmärkten nach einer Unterkunft sucht. Außerdem kann eine solche Liste Mieter vor Fehlentscheidungen bewahren.

Wohnungssuche im Internet

Generell gilt: Je früher die Wohnungssuche startet, umso entspannter kann sie angegangen werden. In Großstädten mit engen Wohnungsmärkten oder bei Zeitmangel ist es absolut sinnvoll, mehrere Möglichkeiten gleichzeitig zu nutzen.

Die beliebteste und einfachste Art, eine Wohnung zu finden, ist die Suche über Immobilienportale im Internet. Ein großer Teil der Wohnungen wird über Webseiten wie Immonet und Immowelt der Öffentlichkeit präsentiert.

Der größte Vorteil: Per Suchmaske können Sie die wichtigsten Kriterien eingegeben, das Portal filtert die eingestellten Objekte und zeigt nur die relevanten Ergebnisse. Wer nicht zufrieden ist, ändert die Kriterien oder kann sie je nach Breite der Angebote enger oder lockerer halten. Hier kann man sich Fotos der Wohnung, die genaue Lage und zahlreiche zusätzliche Informationen im Detail ansehen.

Einen Vorteil bietet diese Art der Suche vor allem für Ortsfremde. Wer wegen eines Jobs in eine andere Stadt zieht, kann leicht Informationen einholen und Angebote einsehen. Der Nachteil: Vor allem auf engen Wohnungsmärkten sind die Offerten oft nur wenige Stunden online. Für solche Fälle lohnt es sich, bei den Anbietern seine Suchkriterien zu speichern und sich neue Wohnungsangebote direkt per Mail schicken zu lassen. Der Service kostet nichts und ist in wenigen Sekunden eingerichtet. Voraussetzung für eine erfolgreiche Suche: Die Mails werden regelmäßig gecheckt, damit kein gutes Wohnungsangebot verloren geht. Schnell sein zahlt sich aus.

Vorsicht ist geboten, wenn Anbieter nur Symbolfotos einstellen oder Angebotslisten nur kostenpflichtig zu haben sind.

Suchanzeige aufgeben

Wer ein neues Heim sucht, ist nicht nur auf die Anzeigen von Vermietern und Maklern angewiesen. Es kann sich auch lohnen, selbst die Initiative zu ergreifen, eine Anzeige aufzugeben und so auf sich aufmerksam zu machen. Der Vorteil: Besichtigungen mit vielen Mitbewerbern sind so meist zu vermeiden.

Die Suchanzeigen können ebenfalls online bei den meisten großen Immobilienportalen aufgegeben werden. In einer Wohnungssuchanzeige werben die künftigen Mieter für sich und nennen die wichtigsten Eckdaten ihrer gewünschten Immobilie.

Wie Sie eine Anzeige aufgeben, lesen sie hier.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Oft unterschätzt wird die Mund-zu-Mund-Propaganda. Zugegeben: Eine gezielte Suche ist so nicht möglich. Aber gerade in angespannten Wohnungsmärkten werden Immobilien schon vergeben, bevor sie überhaupt frei sind oder die Kündigung geschrieben ist. Es schadet also nicht, im Bekanntenkreis zu erzählen, dass man auf der Suche ist und wie die Wünsche aussehen.

Die erste Kontaktaufnahme ist entscheidend

Die Wohnungssuche endet nicht mit dem Fund der vermeintlichen Traumwohnung, sondern geht dann erst in die heiße Phase. So dient der Besichtigungstermin nicht nur zur Information des Wohnungssuchenden. Er ist meist auch gleichzeitig Vorstellungs- beziehungsweise Bewerbungsgespräch. Daher ist es wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Schon die erste Kontaktaufnahme mit dem Makler oder Vermieter kann entscheidend sein. Freundlich sein, sich kurz vorstellen, gezielt auf den Punkt kommen – so sammeln Sie Pluspunkte und wirken sympathisch. Wer sich unsicher ist, übt das am besten. Auf jeden Fall sollte man eine Liste mit allen angerufenen Anbietern und den Objekten bereit liegen haben, um peinliche Missverständnisse bei einem Rückruf zu vermeiden.

Bei der Kontaktaufnahme per Mail gilt ebenfalls: höflich und fehlerfrei, nicht zu standardisiert und mit ein paar positiven und entscheidenden Fakten zur eigenen Person gespickt. Auf jeden Fall gehören die eigenen Kontaktdaten in die Mail, also auch die Telefonnummer, unter der man gut erreichbar ist.

Tipps für die Wohnungsbesichtigung

Beim Bewerbungsgespräch für die Wohnung nützt es nichts, sich grundlegend zu verstellen. Aber es ist sinnvoll, sich von der besten Seiten zu zeigen. Dazu gehören auch Kleidung (nicht übertrieben schick) und Auftreten. Höflichkeit ist ein Muss.

Spätestens zum Termin sollten Interessenten die wichtigsten Dokumente vorlegen. Dazu gehören die Mieterselbstauskunft, eventuell ein Gehaltsnachweis, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und eine Schufa-Bonitätsauskunft. Ausländische Interessenten benötigen einen aktuellen Pass oder eine Aufenthaltsgenehmigung.

Klären Sie alle relevanten Fragen zur Wohnung vor Ort. Häufige Nachfragen können einen negativen Eindruck hinterlassen. Prinzipiell ist Nachhaken aber erlaubt.

Hilfreich ist es, sich gut vorzubereiten und eine Liste mit allen offenen Punkten im Kopf und in der Tasche zu haben. Lassen Sie sich alle Räume zeigen. Fragen Sie nach Heizart- und kosten, Kautionshöhe und mögliche Mängel.

Fotos können bei der Entscheidung für eine Wohnung hilfreich sein. Es ist aber angebracht, den Ansprechpartner zuvor um Erlaubnis zu fragen – insbesondere dann, wenn die aktuellen Mieter noch nicht ausgezogen sind.

Vor oder nach der Besichtigung ist ein Spaziergang durch die Nachbarschaft sinnvoll. So stellt man fest, ob man sich vor Ort wohlfühlt. Wer die Chance hat, sollte die Gelegenheit nutzen, mit direkten Nachbarn ins Gespräch zu kommen und sich über die Anwohner oder Probleme im Haus zu informieren.

Die Zusage

Wer von seinem Vermieter eine Zusage erhält, darf sich freuen. Nun gilt es, die Gunst nicht zu verspielen und auf Anfragen schnell zu reagieren und ausstehende Dokumente zu übermitteln.
 

Eine Produktion von Immonet