WG Gründen – das müssen Sie beachten

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Wer zum Studium in die erste eigene Wohnung und vielleicht sogar in eine neue Stadt umzieht, für den steht als allererstes die Wohnungssuche auf dem Programm. Je nach Studienort kann die ganz schön an den Nerven zerren, denn oft ist geeigneter Wohnraum rar und teuer. Besonders günstig und zudem gesellig kann das Leben in einer Wohngemeinschaft sein. Bevor man sich an eine WG-Gründung wagt, stehen aber erst einmal folgende Fragen im Raum: Wie soll mein neues Zuhause aussehen und wer zieht mit in die WG? Was man dabei beachten sollte, hat Immonet in einer Checkliste zusammengefasst.

Zweck-WG oder Freundschafts-WG?

Wer auf Mitbewohner-Suche geht, sollte eine Vorstellung vom gewünschten WG-Leben haben. Was für eine Art von Wohngemeinschaft schwebt Ihnen vor?

  • Zweck-WG oder eine mit Option auf neue Freundschaften? Ist es Ihnen wichtig, dass potentielle Mitbewohner Lust auf gemeinsame Aktionen wie z.B. Essen haben?
  • Was soll alles geteilt werden? Ein Wohnzimmer? Die DVD-Sammlung? Der Kühlschrank? Die Haushaltskasse? Oder lediglich der Flur?
  • Ist ein Putzplan nötig oder ist es finanziell möglich, eine Putzhilfe zu engagieren?
  • Soll es ein regelmäßiges WG-Treffen (einmal die Woche oder einmal im Monat) geben, bei dem alle wichtigen Details besprochen werden? 

Tipp:  Sie ziehen mit Ihrem Partner in eine gemeinsame Wohnung? Wir verraten Ihnen, worauf Sie dabei achten sollten.

Der ideale Mitbewohner

Zusammenwohnen ist etwas sehr Intimes. Daher muss die Chemie zwischen den Bewohnern stimmen. Vorsicht: Ein guter Freund macht nicht immer auch einen idealen Mitbewohner. Selbst die liebste Klassenkameradin kann aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen von Privatsphäre oder Sauberkeit eine ganz ungeeignete Mitbewohnerin sein. Generell kann man sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Die Altersspanne sollte nicht zu groß sein.
  • Wollen Sie nur mit Männern oder nur mit Frauen zusammenleben? Eine gemischte WG kann sowohl bereichernd sein als auch gewisse Spannungsfelder aus dem Weg räumen.
  • Wichtiger als gleiche Interessen sind ähnliche Lern- oder Partygewohnheiten.
  • In Sachen Sauberkeit ist es ratsam, wenn jeder die Karten auf den Tisch legt und ähnliche Vorstellungen mitbringt. Wie oft möchte man, dass das Bad und die Küche geputzt werden, der Flur gesaugt, Staub gewischt?
  • Wie wichtig ist den potentiellen WG-Bewohnern ihre Privatsphäre? Wollen sie Ihre Zimmer abschließen können oder sollen die Türen immer allen offenstehen? Wollen sie den Großteil der Zeit gemeinsam in einem Gemeinschaftsraum verbringen oder den anderen nur ab und zu über den Weg laufen?
  • Wenn Sie in eine bereits bestehende WG ziehen möchten, seien Sie beim Kennenlernen ehrlich. Es bringt Ihnen nichts, wenn Sie zu allem Ja und Amen sagen und später unzufrieden sind. So tun Sie weder sich selbst noch Ihren Mitbewohnern einen Gefallen.

Tipp: Bei Dingen, die Ihnen wichtig sind, sollten Sie gleich zu Beginn Regeln aufstellen. Zum Beispiel: "Die Klobrille bleibt unten." "Besuch nur nach vorheriger Absprache." "Wenn „Grey’s Anatomy“ läuft, gehört das Wohnzimmer mir." So kann sich erst gar kein Unmut aufstauen und jeder weiß, woran er ist.

Die Wohnung

Während der Wohnungsbesichtigung sollte man folgende Fragen im Hinterkopf behalten:

  • Eignet sich der Grundriss für eine WG? Sind alle Zimmer ungefähr gleich groß?
  • Ist ein Badezimmer ausreichend für die Anzahl der Mitbewohner?
  • Welche Geräte beziehungsweise Gemeinschaftsmöbel müssen angeschafft werden?
  • Gibt es einen Dachboden oder Keller, wo doppelt vorhandene Möbel oder Haushaltsgegenstände gelagert werden können?
  • Wenn Sie ein Zimmer in einer bereits bestehenden WG besichtigen, informieren Sie sich auch über alle Gemeinschaftsräume. Stehen Waschmaschine, Ofen oder Geschirrspülmaschine zur Verfügung? Dürfen Wohnzimmer, Garten, Balkon, Dachboden und Co mitgenutzt werden?

Tipp: Klingt etwas verrückt, ist aber hilfreich – gehen Sie in der neuen Wohnung aufs Klo. Dann können Sie gleich einschätzen, ob die Sauberkeit in der WG Ihren Ansprüchen genügt.

Studieren mit 17 und Wohnungssuche

Wer mit 17 eine Wohnung mieten will, muss zunächst den Vermieter überzeugen. Denn auch wenn die Eltern den Vertrag unterschreiben, wird nicht jeder Wohnungsbesitzer einen minderjährigen Bewohner akzeptieren. Einfacher ist es daher, in einer Wohngemeinschaft unterzukommen. Am ehesten bietet sich eine Erstsemester-WG an, denn hier haben alle mit den gleichen Startschwierigkeiten zu kämpfen und die Altersunterschiede sind für junge Studenten meist nicht groß.

Alternative: Ein Wohnheimplatz ist für viele Studienanfänger besonders attraktiv, da die Zimmer oder Wohnungen günstig und nah an der Uni gelegen sind. Um einen Platz sollte man sich allerdings frühzeitig kümmern. Häufig bieten Studentenwerke offene Wartelisten an, auf die man sich bis zu einem halben Jahr vorher eintragen lassen kann – auch wenn man noch gar keine Zusage von der Uni erhalten hat.

Mietvertrag und Nebenkosten

Es gibt verschiede Möglichkeiten, einen Mietvertrag abzuschließen. Bevor man sich für eine Wohnung entscheidet, gilt es Folgendes zu beachten:

  • Sollen nur einer oder alle Bewohner als Hauptmieter im Vertrag stehen? Wenn es nur einen Hauptmieter gibt, informieren Sie sich über die rechtliche Situation von Untermietverträgen.
  • Wenn es nur einen Hauptmieter gibt, ist es empfehlenswert, im Vertrag festzuhalten, dass die anderen Mitbewohner in der Wohnung bleiben können, falls dieser auszieht. 
  • Schriftlich geregelt werden sollte auch, dass alle Mitbewohner die Nebenkosten anteilig zahlen. Oder, falls ein Mitbewohner z.B. aufgrund vieler technischer Geräte mehr Strom verbraucht, ob jemand mehr bezahlt.
  • Überlegen Sie sich, ob ein Mieter allein die Kaution bezahlt, oder ob auch diese anteilig gezahlt wird, und wie diese anteilige Zahlung dann am besten gestaltet wird.

Sind alle Unklarheiten beseitigt, kann die Wohnungssuche starten.

Zoff in der WG - So gelingt das Zusammenleben

Wer in einer WG wohnt, muss vor allem eines sein: kompromissbereit. Aber nirgendwo wird das Zusammenleben so hart auf die Probe gestellt, wie beim Thema Sauberkeit. Denn was für den einen wie ein sauberer Boden aussieht, grenzt für andere bereits an Verwahrlosung. Was das Zusammenleben bedeutend einfacher macht, ist ein ähnliches Schmutzempfinden. Man sollte also bereits vor dem Einzug in die WG die Bewohner und sich selbst fragen, welche Verhältnisse toleriert und welche Wohnsituationen auf keinen Fall akzeptieren werden können. Vorsicht: Wer hier mogelt, macht sich im Nachhinein das Leben schwer, denn Putzteufel und Messies in einer WG sind eine hochexplosive Konstellation, die nicht funktioniert.

Ordnung und Sauberkeit in der Studentenwohnung

Der Putzplan ist ein Klassiker und funktioniert in fast jeder WG. Dabei gibt es mehrere Optionen: Reihum putzt jede Woche einer der Mitbewohner die ganze Wohnung oder jeweils einen der Gemeinschaftsräume. Dabei sollte nicht ein bestimmter Tag zum Putzen festgelegt werden, sondern besser eine Zeitspanne (beispielsweise von Freitag bis Montag). Das verschafft allen Flexibilität.

Die Putzfrau: Wer genug Geld verdient oder wohlhabende Eltern hat, kann auch eine Putzfrau für die WG engagieren. Das macht das Zusammenleben deutlich entspannter.

Lautstärke und Tipps für ein harmonisches Miteinander

Rücksichtnahme ist Trumpf. Wer ständig bis drei Uhr Nachts laute Musik hört, während die anderen schlafen wollen, macht sich schnell unbeliebt. Auch der Hinweis „Sagt mir einfach Bescheid, wenn’s zu laut wird“ ist nicht gerade förderlich. Denn wer seinen Mitbewohner ständig bitten muss, die Musik leiser zu drehen, wird bald genervt sein. Die Sicherung herauszudrehen ist vielleicht für den Moment effektiv, könnte aber eine heftige Gegenreaktion auslösen. Mit folgenden Maßnahmen vermeiden Sie Stress in der WG:

  • Bereits vor dem Einzug sollte man Themen wie Party, laute Musik, Lern- und Ruhezeiten ansprechen.
  • Studenten in Prüfungsphasen und solche mit gerade bestandenem Universitätsabschluss sollten nicht unbedingt zusammenziehen. Gleiches gilt für Studenten und Azubis. Hier sind die Lebensrhythmen so unterschiedlich, dass es meist automatisch zu Auseinandersetzungen kommt.
  • Feste Ruhezeiten vereinbaren: Ab 23 Uhr ist Schicht im Schacht, dann wird keine laute Musik mehr gehört und die Freunde, die der Mitbewohner zum „Vorglühen“ eingeladen hat, sollten sich langsam in Richtung Party aufmachen.
  • Stehen stressige Lern- oder Arbeitsphasen an, am besten alle informieren und um Rücksicht bitten.

Tipp: Offen Ärgernisse ansprechen. Wer immer alles in sich reinfrisst oder schlagartig die Küche verlässt, sobald der nervige Mitbewohner den Raum betritt, hält diese Situation nicht lange durch. Regelmäßige WG-Abende helfen Probleme, anstehende Investitionen oder geplante Partys rechtzeitig anzusprechen.

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