Welche Versicherungen Sie als Eigentümer besitzen sollten

Welche Versicherungen Eigentümer besitzen sollten
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Für Mieter ist die Hausratversicherung ein absolutes Muss. Für Hausbesitzer und Vermieter ist die Liste der Versicherungen jedoch deutlich länger. Immonet erklärt, welche Versicherungen unverzichtbar sind und welche Risiken sie abdecken.

Wohngebäudeversicherung

Der Versicherungsschutz bezieht sich auf das Wohngebäude und alles, was fest darin installiert ist wie beispielsweise Einbauküchen, Bäder oder Jalousien. Die Wohngebäudeversicherung schützt den Hausbesitzer vor drei Arten von Schäden: Erstens vor Feuerschäden, zweitens vor Überschwemmungen durch Leitungswasser und drittens vor Unwetterschäden (verursacht durch Blitzschlag, Sturm und Hagel).

Sie können bei der Versicherung wählen, ob sie alle drei Risiken mitversichern oder ob Sie etwa auf den Schutz vor Feuer verzichten möchten. „Verbundene Wohngebäudeversicherungen sind im Regelfall günstiger, da sie das Risiko der Inanspruchnahme durch den Versicherer auf unterschiedliche Risiken stellt“, sagt Heinrich Stüven vom Grundeigentümer Verband Hamburg.

Wichtig zu wissen ist: Die Versicherung deckt keine Elementarschäden durch Naturgewalt ab. Wer in Gebieten wohnt, wo Lawinen, Erdrutsche oder Hochwasser vorkommen können, sollte zusätzlich eine Elementarversicherung als Option dazu buchen. Die Preise der Wohngebäudeversicherung variieren stark, da zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden wie etwa das Baujahr, die Bauweise, vorherige Schäden und der Standort. Zusätzlich lassen sich einzelne Optionen wie zum Beispiel eine Glasversicherung hinzufügen.

„Diese lohnt nur dort, wo auch tatsächlich größere Glasflächen zur Verfügung stehen“, rät der Grundeigentümer Verband Hamburg. Die Wohngebäudeversicherung eines 120 Quadratmeter großen Einfamilienhauses (Baujahr 2000) in Stadtlage mit gehobener Einrichtung inklusive Garage ohne vorherige Schäden kostet jährlich ab 230 bis 600 Euro.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Diese Versicherung deckt Haftpflichtschäden ab, die im Gebäude oder auf dem Grundstück entstehen. „Es muss nicht immer nur der berühmte Dachziegel sein, der jemandem auf den Kopf fällt und ihn verletzt, sondern gerade im Winter kann bei Glatteis oder Schnee jemand auf den Wegen vorm Haus ausrutschen und sich erheblich verletzen.“ Deswegen hält Heinrich Stüven vom Grundeigentümerverband die Versicherung für unverzichtbar.

Sie ist auch notwendig, wenn Sie die Immobilie nicht selbst bewohnen oder das Haus noch eine Baustelle ist. Auch Öltanks stellen eine Gefahr dar, wenn sie durch ein Leck das Grundwasser verschmutzen. Die Versicherung eines Mehrfamilienhauses mit sechs Wohneinheiten ohne Vorschäden kostet zwischen 40 und 160 Euro jährlich.

Wohnungshaftpflichtversicherung

Diese Versicherung sollten Vermieter unbedingt abschließen. Sie sichern sich damit ab, wenn bei Ihren Mietern oder deren Besuchern durch einen Mangel der Wohnung ein Schaden verursacht wird oder wenn aufgrund eines Mangels Ihrer Wohnung ein Schaden an einem Mehrfamilienhaus entsteht.

Wenn sich zum Beispiel in Ihrer Wohnung die Deckenverkleidung löst und den Mieter verletzt, sind Sie abgesichert. Auch wenn Ihr Mieter den Schlüssel verliert und das Hauptschließsystem erneuert werden muss, kann diese Versicherung greifen. Sie lässt sich oft bei der Privathaftpflichtversicherung als Tarif hinzubuchen und kostet in einem Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten je nach Deckungssumme zwischen 35 und 80 Euro jährlich.

Elementarversicherung

Diese Versicherung lohnt sich für Hausbesitzer in den Bergen, an Hängen oder in Flussnähe: Sie sichert Sie gegen Naturkatastrophen wie Lawinen, Erdrutsche und Hochwasser ab. Das sind Fälle, welche die normale Gebäude- oder Hausratversicherung nicht abdeckt. Die Versicherung greift auch nach schweren Regenfällen, wenn etwa der Keller des Wohnhauses nach einem Rückstau überschwemmt wird.

Der Beitragssatz richtet sich nach der Größe und vor allem Lage des Hauses – danach, wie wahrscheinlich eine Naturkatastrophe hier ist. „Da die Unwetterschäden sich in den vergangenen Jahren gehäuft haben, kann in Kombination mit der Wohngebäudeversicherung der zusätzliche Schutz einer Elementarschadenversicherung sinnvoll sein“, so die Verbraucherzentrale. Die Versicherung kann bei vielen Anbietern als Zusatzoption bei der Wohngebäudeversicherung hinzugebucht werden.

Eine Wohngebäudeversicherung mit Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung kostet bei einem 120 Quadratmeter großen Haus in z.B. München (Baujahr 2000) zwischen 290 und 430 Euro jährlich. Je nach Risikolage des Hauses können die Kosten weitaus höher ausfallen.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Wenn sich Häuser im Rohbau befinden, bieten Wohngebäude- und Elementarschadenversicherungen noch keinen Schutz. Hier greift die spezielle Haftpflichtversicherung für Bauherren. Sie bezieht sich auf Folgen von Unfällen, die auf oder neben der Baustelle passieren. Denn wenn sich Passanten verletzen, ist nicht der Bauarbeiter, sondern der Auftraggeber in der Pflicht. Nicht versichert sind unter anderem Schäden durch Abwässer oder Überschwemmungen.

Die Versicherung wird einmalig bezahlt und endet zum Abschluss der Bauarbeiten oder nach spätestens zwei Jahren automatisch. Die Kosten sind von vielen Faktoren abhängig. Ein Massivhaus-Neubau mit einer Bausumme von 1,8 Millionen Euro mit 120 Quadratmetern  in Hamburg kostet zum Beispiel ab 230 Euro aufwärts.

Bauleistungsversicherung

Diese Versicherung greift auf Ihrer Baustelle bei Sturmschäden, die Folgen von Diebstahl, Vandalismus oder Schäden, die von Handwerkern verursacht worden sind. Achtung: Sie gilt „nur für Schäden nach unvorhergesehen, ungewöhnlichen Wetterverhältnissen, die stark vom Normalwert abweichen. Gezahlt wird dann beispielsweise für Schäden durch Regenfälle, wie sie in den vergangenen 20 Jahren nicht aufgetreten sind“, warnt die Verbraucherzentrale. Die Prämien kosten zwischen 119 und  300 Euro für Massiv- und Fertighäuser.

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