Hausfinanzierung: So gehen Sie vor

Hausfinanzierung
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Das eigene Zuhause ist meist die größte Investition des Lebens – und will gut geplant sein. Die Finanzierung für den Hauskauf begleitet einen schließlich jahrzehntelang. Was Sie beachten müssen und wie Sie sich am besten absichern.

Finanzierungsrechner

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Worauf kommt es bei der Hausfinanzierung an?

Die Hausfinanzierung basiert auf zwei Faktoren: Dem Geld, das Sie schon angespart haben und dem Betrag, den Sie sich von einer Bank leihen. Das Eigenkapital ist dabei der wichtigere Baustein. Zum einen muss der, der mehr Kapital mitbringt, sich weniger Geld leihen. Zum anderen sorgt ein höherer Eigenkapitalanteil häufig für einen günstigeren Zins. Insgesamt sorgt ein hohes Guthaben für eine wesentlich günstigere Finanzierung, je nach Summe können das mehrere Zehntausend Euro sein.

Wer viel Eigenkapital hat, kann dieses auch für eine höhere Rate einsetzen. Dann ist der Kredit schneller abbezahlt. Das ist sehr zu empfehlen, denn je länger die Finanzierung läuft, desto höher ist das Risiko, dass Sie zum Beispiel durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Trennung ins Ungleichgewicht gerät.
Experten raten für eine solide Finanzierung, mindestens 20 bis 30 Prozent der gesamten Summe aus Eigenkapital beizusteuern. Wer das nicht aufbringen kann, sollte mit dem Hauskauf lieber noch ein paar Jahre warten und das Eigenkapital aufstocken.

Bei der Auswahl des Kreditangebots sollten Hauskäufer sich nicht zu schnell von vermeintlich zuvorkommenden Angeboten locken lassen. Beachten Sie unbedingt folgende Faustregeln:

  • Der Kredit sollte von Anfang an mit einer möglichst hohen Rate getilgt werden. Es ist verlockend, die monatliche Rate mit Krediten mit einem Prozent Tilgungsrate gering zu halten. Am Ende zahlt es sich aber nicht aus.
  • Die minimale Tilgungsrate sollte zwei Prozent betragen. Pro Jahr sollte die Schuldsumme sich um mindestens zwei Prozent verringern.
  • Gehen Sie nicht auf Angebote ein, die mit künftig besonders hohem oder besonders niedrigem Zinsniveau kalkulieren. Wie der Stand in zehn bis fünfzehn Jahren sein wird, kann niemand voraussehen.

Wie gehe ich bei der Kalkulation meiner Hausfinanzierung am besten vor?

Wichtigste Voraussetzung für eine solide Finanzierung ist eine realistische Kalkulation. Muten Sie sich bei der Einschätzung der Monatsrate, die Sie aufbringen können, nicht zu viel zu. Wer seine Raten nicht wie vereinbart zahlen kann, läuft Gefahr, sein Haus wieder zu verlieren, weil die Bank es womöglich zwangsversteigert.

Erster Schritt bei der Planung ist eine Aufstellung über Einnahmen und Ausgaben – nicht nur monatliche, sondern auch unregelmäßige. Daran denken, dass Einkommen wie Kindergeld womöglich in einigen Jahren nicht mehr zur Verfügung steht. Unbedingt berücksichtigen: Die Wohnnebenkosten sind im Eigenheim oft höher als im Miethaus (siehe unten). Am Ende kennt man den Betrag, den man für die Tilgung zur Verfügung hat. Er wird normalerweise in der Nähe der Summe liegen, die aktuell für die Kaltmiete draufgeht.

Im Zweifel sollten Sie sich lieber für eine geringere Belastung entscheiden und etwaige Überschüsse für eine Sondertilgung beiseite legen. Denn wenn die monatliche Belastung zu erdrückend ist und Sie sich nichts leisten können oder über Jahre auf Urlaube verzichten, macht das eigene Haus wenig Freude.

Welche Nebenkosten muss ich bei der Hausfinanzierung berücksichtigen?

Neben dem Kaufpreis für das Haus und das Grundstück, auf dem es steht, fallen weitere Kosten an. Zunächst wird beim Kauf eine Grunderwerbsteuer fällig. Sie beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Für die Bearbeitung der Formalien werden Gebühren beim Grundbuchamt und Notarkosten fällig. Hier kann man mit weiteren rund zwei Prozent des Kaufpreises rechnen. Wurde Ihnen Ihr neues Haus durch einen Makler vermittelt, verlangt der bis sechs Prozent Provision.

Im eigenen Haus werden Sie höhere Nebenkosten zu stemmen haben als als Mieter. Dazu gehören die Kosten für Heizung, Strom und Wasser, für Versicherungen, die Müllabfuhr und die jährlich fällige Grundsteuer.

Wo informiere ich mich?

Um den Überblick über die vielen Bausteine für eine Hausfinanzierung zu behalten, helfen spezielle Rechner im Internet. Was Ihre Immobilie kosten darf, verrät der Immonet-Budgetrechner.

Der Haushaltsrechner hilft bei der Einschätzung der persönlichen finanziellen Situation. Bei dem Vergleich von Kreditangeboten helfen die Berichte der Experten von Stiftung Warentest, die regelmäßig die Konditionen der Banken unter die Lupe nehmen.

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