Wohneigentumsförderung für einkommensschwache Familien

Wohneigentumsförderung für einkommensschwache Familien - Tipps von Immonet
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Spielsachen in Küche und Wohnzimmer, kaum Platz zum Toben für die Kinder, die Wohnung platzt aus allen Nähten. Eigentlich ist es Zeit für eine eigene Immobilie. Doch knapp bemessen ist auch das Budget. Damit auch weniger begüterte Familien die Chance haben, im eigenen Häuschen mit Garten zu wohnen, hat der Bund einst Förderprogramme aufgelegt. Mittlerweile liegen diese in der Verantwortung der Länder. Immonet hat einen Überblick über die wichtigsten Fakten zur Wohneigentumsförderung für einkommensschwache Familien zusammengestellt.

Wo wird gefördert?

Zunächst: Nicht in allen Bundesländern gibt es Förderprogramme speziell für einkommensschwache Familien. Das muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein. Denn diese Programme sind in ihren Richtlinien sehr streng, Grenzfälle haben schnell das Nachsehen. Zudem gilt: Wo die Förderschwerpunkte nicht auf einkommensschwachen Familien liegen, existieren oft Programme mit anderen Schwerpunkten. In Sachsen wird zum Beispiel das Wohnen in Innenstädten besonders gefördert.

Zu den Ländern mit Programmen für einkommensschwache Familien zählen unter anderem NRW, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein.

Auch innerhalb der Bundesländer kann die Förderung von Region zu Region und Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich aussehen. Für NRW gilt zum Beispiel: „Gefördert wird überwiegend in den Bedarfsschwerpunkten, also dort, wo Wohnraum knapp ist beziehungsweise Mieten überdurchschnittlich hoch sind“, sagt Bernhard Meier, Sprecher des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr von Nordrhein-Westfalen. Das heißt, es wird vor allem in den Großstädten und den ihnen nahen Gemeinden gefördert.

Es gibt aber Ausnahmen für Härtefälle, die ansonsten keinen Wohnraum fänden, erklärt Meier. Das heißt: Hat eine Familie so viele Kinder, dass sie keine Mietwohnung findet, hat sie auch in Gebieten, die eigentlich nicht zu den Förderstädten zählen, eine Chance auf Unterstützung. Das gilt auch für Familien mit behinderten Mitgliedern. Teils ähnlich wird das in den Programmen der anderen Bundesländer mit Förderung für einkommensschwache Familien geregelt.

Auch auf kommunaler Ebene existieren teilweise Förderungen. Diese werden finanziell vom Bund gefördert, die grundlegenden Richtlinien legen die Städte aber selbst fest.

Ob und in welchen Bereichen gefördert wird, müssen Familien individuell bei den Gemeinden erfragen. Dort sind in der Regel einzelne Mitarbeiter für die Wohnraumförderung abgestellt. Zudem gibt es online bei den meisten Länder-Banken sogenannte Förderberater. Interessierte können dort online eine individuelle Vorababfrage stellen.

Was wird gefördert?

Im Rahmen der sozialen Wohnungsbau-Förderung sind grundsätzlich sowohl Eigentumswohnungen als auch Häuser förderfähig, sofern diese selbst bewohnt werden. Ob sie gekauft werden oder selbst gebaut wird, ist zweitrangig.

Wer wird gefördert?

Die Programme der Länder – sofern vorhanden – richten sich in der Regel an Familien mit Kindern. In NRW werden dazu etwa auch Alleinerziehende mit Kind oder Haushalte mit einer schwerbehinderten Person gezählt.

Wichtigster Aspekt: Es gelten strenge Einkommensgrenzen. Diese variieren von Land zu Land und hängen ab von der Anzahl der (erwerbstätigen) Erwachsenen und der Kinder.

Wie sieht die Förderung aus?

Die Förderung besteht aus einem günstigen Kredit. Dessen Höhe schwankt allerdings stark: Ausschlaggebend ist dafür die Größe der Familie, die Stadt, die Art des Gebäudes und ob es sich um eine gekaufte oder gebaute Immobilie handelt. Generell wird der Kredit zu besonders guten Konditionen vergeben.

Welche Einschränkungen existieren?

Auch die maximale Größe und der Preis der Immobilie sind in der Regel gedeckelt. Prinzipiell gilt, dass die Größe angemessen sein soll. Die Werte sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und richten sich auch nach den Immobilienpreisen vor Ort. 

Förderungen werden zudem nur dann vergeben, wenn das Vorhaben die wirtschaftliche Existenz des Bauherrn nicht überlastet. Sprich: Es muss nach Abzug der Belastungen, Zahlungsverpflichtungen und Betriebskosten genügend Geld für die Lebenshaltung übrig bleiben. Dafür werden in der Regel ebenfalls Grenzen festgeschrieben.

Ohne Eigenleistung geht es nicht. Wie hoch diese jedoch sein muss, ist ebenfalls von Land zu Land unterschiedlich.

Wo kann man Fördermittel beantragen?

Die Förderanträge werden in der Regel bei den Städten oder Gemeinden gestellt. Diese beraten zuvor auch.

Was sollte beachtet werden?

Wer Förderungen erhalten möchte, sollte sich vor seinem Vorhaben über mögliche Förderungen informieren und vor Antragstellung keine Verpflichtungen eingehen. Denn bei den meisten Programmen gilt: Die Anträge müssen vor Bau oder Kauf gestellt werden.

Zudem existiert kein Anspruch auf die Fördergelder. Sind die öffentlichen Töpfe leer, hilft auch die Erfüllung aller Voraussetzungen nichts. Dann geht man leer aus. Allerdings sind die Regelungen meist ohnehin so streng, dass die vorgesehenen Gelder reichen.

Weitere interessante Förderprogramme

Auf Bundesebene – nicht nur für einkommensschwache Familien interessant und elementar – ist die Förderung der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Diese bietet neben speziellen Programmen für energieeffizientes Bauen und Sanieren und altersgerechtes Wohnen auch eine Grundförderung an, das sogenannte Wohneigentumsprogramm. Interessant für Familien ist außerdam das Baukindergeld.

Baukindergeld bei der KfW beantragen

Beim Baukindergeld handelt es sich ebenfalls um einen staatlichen Zuschuss, der es Familien mit Kindern sowie Alleinerziehenden erleichtern soll, eine eigene Immobilie zu finanzieren. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen Neubau oder einen Kauf, ein Haus oder eine Wohnung handelt: Die Bundesregierung fördert Familien mit bis zu 12.000 Euro pro Kind (10 Jahre lang je 1.200 Euro). Die Bedingungen hierfür sind überschaubar:

  • Es lebt mindestens ein Kind im Alter unter 18 Jahren im Haushalt, für das Kindergeld bezogen wird.
  • Ihr Haushaltseinkommen beträgt bei einem Kind maximal 90.000 Euro pro Jahr plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind.
  • Der Kaufvertrag oder die Baugenehmigung wurde frühestens am 01.01.2018 unterschrieben bzw. erteilt.
  • Die zu finanzierende Immobilie ist zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bzw. der Erteilung der Baugenehmigung Ihre einzige Wohnimmobilie.

Trifft diese Regelung auf Ihre Familie zu, so können Sie bei der KfW einen Antrag für Baukindergeld stellen und in die Wege leiten, dass auch Ihr Immobilienkauf anerkannt und gefördert wird. Dieser sollte jedoch spätestens sechs Monate nach Einzug gestellt werden.

Ausnahme: Beim Immobilienkauf von Verwandten sowie bei Vererbung oder Schenkung besteht kein Anspruch auf Baukindergeld.

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