Baukindergeld 2020: Voraussetzungen, Höhe & Antrag

Baukindergeld 2020:
Voraussetzungen, Höhe & Antrag

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Mit dem Baukindergeld will die Bundesregierung einen Missstand beheben: Im internationalen Vergleich haben Familien in Deutschland weniger Wohneigentum als in anderen europäischen Ländern. Darum wurde das Förderprogramm Baukindergeld aufgelegt, um weniger einkommensstarken Familien den Kauf oder Bau einer Wohnung oder eines Hauses zu erleichtern. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen, bevor Sie einen Antrag auf Baukindergeld stellen.

Baukindergeld ist ein Zuschuss, mit dem der Staat Familien bzw. Alleinerziehenden den Ersterwerb von Wohneigentum finanziell erleichtern will. Für die Bewilligung dieser Förderung muss Ihr steuerpflichtiges Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegen. Zudem gibt es eine Reihe weiterer Kriterien, die für eine Förderfähigkeit entscheidend sind.

Einmal bewilligt, läuft die Förderung über die vollen zehn Jahre, auch wenn eines oder mehrere der Kinder während des Förderungszeitraums volljährig werden und aus der Immobilie ausziehen. Nach Antragstellung geborene Kinder werden nicht berücksichtigt. Der Zuschuss wird einmal im Jahr von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ausgezahlt. Das Baukindergeld ist eine neue Form der Eigenheimzulage, die 2005 abgeschafft wurde.

Höhe des Baukindergelds

Das Baukindergeld wird für jedes kindergeldberechtigte Kind unter 18 Jahren gezahlt, das mit in die neue Immobilie einzieht. Es beträgt pro Kind 1.200 Euro im Jahr und wird jeweils für zehn Jahre gewährt. Die mögliche Gesamtfördersumme beträgt damit 12.000 Euro pro Kind.

Bis wann kann generell Baukindergeld beantragt werden?

Baukindergeld gibt es seit dem 1.1.2018. Das mit zehn Milliarden Euro aus dem Etat des Ministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) ausgestattete Programm läuft bis zum 31.12.2020. Förderung gibt es nur für den Bau oder Kauf einer selbstgenutzten Erstimmobilie, für die bis zu diesem Datum der Kaufvertrag unterschrieben oder die Baugenehmigung erteilt wurde. Um den Antrag stellen zu können, müssen Sie die Immobilie bereits bezogen haben. Er muss allerdings binnen sechs Monaten nach dem amtlichen Meldedatum bei der KfW eingehen.

Der letzte Stichtag für die Beantragung ist der 31.12.2023. Damit berücksichtigt die Bundesregierung, dass zwischen Bauantrag bzw. Kauf einer Immobilie und dem Bezug ein längerer Zeitraum verstreichen kann. Achtung: Die Auflage, binnen sechs Monaten nach dem Einzugsdatum den Antrag stellen zu müssen, ändert sich dadurch aber nicht.

Für die Bewilligung der Förderung müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es muss sich um die Erstimmobilie des Antragstellers handeln.
  • Ihre Kinder müssen kindergeldberechtigt und jünger als 18 Jahre sein, außerdem müssen sie in die neue Immobilie mit einziehen.
  • Gefördert wird der Kauf von Wohnungen und Häusern – auch wenn sie vorher bereits vom Antragsteller zur Miete bewohnt wurden – sowie der Bau von Eigenheimen.
  • Beim Teilerwerb des Wohneigentums muss der Kaufanteil mindestens 50 Prozent betragen.
  • Vor Antragstellung muss die Bewilligung der Baugenehmigungen vorliegen oder der Abschluss eines Kaufvertrags vollzogen sein.
  • Baukindergeld ist mit anderen Förderungen – etwa zur energetischen Sanierung einer Bestandimmobile – kombinierbar.
  • Das Einkommen des Antragstellers muss unterhalb festgelegter Grenzen liegen, deren Höhe sich nach der Anzahl der Kinder richtet.

Anzahl der Kinder

1 Kind

Maximales
Einkommen

90.000 €

Baukindergeld/Jahr

1.200 €

Gesamte
Fördersumme

12.000 €

Anzahl der Kinder

2 Kinder

Maximales
Einkommen

105.000 €

Baukindergeld/Jahr

2.400 €

Gesamte
Fördersumme

24.000 €

Anzahl der Kinder

3 Kinder

Maximales
Einkommen

120.000 €

Baukindergeld/Jahr

3.600 €

Gesamte
Fördersumme

36.000 €

Anzahl der Kinder

4 Kinder

Maximales
Einkommen

135.000 €

Baukindergeld/Jahr

4.800 €

Gesamte
Fördersumme

48.000 €

Einmal bewilligt, wird das Baukindergeld zehn Jahre lang gezahlt, auch wenn das Kind oder die Kinder dann älter als 18 Jahre sind. Diese Altersgrenze gilt nur für den Zeitpunkt der Antragstellung.

Bei einer Antragstellung im Jahr 2020 wird das zu versteuernde Haushaltseinkommen der Jahre 2017 und 2018 zugrunde gelegt. Bei Familien mit zwei Verdienern werden die Einkommen addiert. Es spielt keine Rolle, wo das Einkommen erworben wurde, sofern es in Deutschland versteuert wird.

Welche Fristen müssen Sie einhalten?

Die Antragstellung muss innerhalb von sechs Monaten nach Einzug in die neue Immobilie erfolgen, eine Meldebestätigung ist erforderlich. Daraus muss auch hervorgehen, dass die Kinder im selben Haushalt der antragstellenden Person leben. Verspätet gestellte Anträge werden nicht berücksichtigt. Das Programm läuft zum 31.12.2020 aus, Anträge können bis maximal 31.12.2023 gestellt werden.

Wie und wo können Eltern Baukindergeld beantragen?

Zuständig für alle Fragen des Baukindergeldes ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Antragstellung für das Baukindergeld ist online auf dem KfW-Zuschussportal möglich. Dort finden Sie auch einen hilfreichen Vorab-Check, der Ihnen mittels acht Fragen zeigt, ob Sie und Ihr Immobilienprojekt förderungsfähig sind. Wenn Sie für eine Baukindergeldförderung in Frage kommen, geben Sie die entsprechenden Daten ein und laden die dort geforderten Nachweise hoch.

Welche Unterlagen und Nachweise müssen Sie einreichen?

Die KfW benötigt für die Bearbeitung Ihres Antrags die Einkommensteuerbescheide des vorletzten und vorvorletzten Jahres, außerdem eine Meldebestätigung, dass Sie und die Kinder die zu finanzierende Immobile als einzigen Wohnsitz bewohnen, und als Besitznachweis einen Grundbuchauszug.

Zur Prüfung der Einkommensverhältnisse müssen Sie die Einkommensteuerbescheide des vorletzten und vorvorletzten Jahres einreichen. Bei einer Antragstellung Anfang 2020 sind das die Bescheide für 2017 und 2018 – aus dem Grund, weil vielfach die Einkommensteuererklärungen für 2018 uns 2019 noch nicht bearbeitet sind und keine entsprechenden Bescheide vorliegen. Sorgen Sie rechtzeitig vor Antragstellung dafür, dass Ihnen diese benötigten Steuerbescheide vorliegen.

Wird Baukindergeld rückwirkend gezahlt?

Maßgeblich für den Bezug des Baukindergeldes ist der Einzugstermin in die Immobilie, nach dem Sie höchstens sechs Monate Zeit für die Antragstellung haben. Das Baukindergeld wird also maximal sechs Monate rückwirkend berechnet, aber nur einmal jährlich zum Jahrestag der Antragsbewilligung ausgezahlt. Eine weiter rückwirkende Bewilligung oder Zahlung gibt es nicht.

Was ist das Bayrische Baukindergeld Plus?

Das Baukindergeld des Bundes kann in allen Bundesländern beantragt werden. Wer in Bayern lebt, kann zusätzlich zur Förderung der KfW das Baukindergeld Plus in Anspruch nehmen. Es beträgt pro Kind zusätzlich 300 Euro pro Jahr. Diese Finanzierung wird ebenfalls für 10 Jahre gewährt. Außerdem kann einmalig eine Eigenheimzulage von 10.000 Euro beantragt werden.

Wann wird ein Antrag auf Baukindergeld abgelehnt?

Auch wenn Sie die Einkommenshöchstgrenzen einhalten, ist die Bewilligung des Baukindergeldes nicht garantiert. Das Programm endet auch vor Ende 2020, sollte die gesamte Fördersumme aufgebraucht sein. Danach sieht es allerdings nicht aus. Das Baukindergeld wird nicht bewilligt, wenn Antragsteller und Verkäufer in direkter Linie miteinander verwandt sind – Sie können also keine Wohnimmobilie von Eltern oder Großeltern kaufen. Auch muss es sich um Ihre Erstimmobilie handeln und es darf kein Ferienhaus sein.

Nicht förderfähig sind außerdem Immobilien, die Sie als vorgezogenes Erbe oder als Schenkung erhalten haben oder in denen Sie im Rahmen eines Nießbrauches bereits wohnen. Erwerben Sie nur einen Anteil der Immobilie, muss er mindestens 50 Prozent des Kaufpreises betragen. Schließlich wird für einen Anbau oder eine Modernisierung kein Baukindergeld bewilligt.

Unter welchen Umständen wird das Baukindergeld gestrichen?

Um das Baukindergeld die vollen zehn Jahre hindurch bekommen zu können, müssen mehrere Rahmenbedingungen eingehalten werden:

  • Die geförderte Immobile muss im Besitz des oder der Antragsteller bleiben – Sie dürfen sie also nicht verkaufen, ohne den Zuschuss zu verlieren.
  • Eine Vermietung ist nicht zulässig – die Förderung gilt nur für selbst genutzte Eigenheime oder Wohnungen.
  • Im Falle eines Umzugs erlischt die Bezugsberechtigung, da sie an eine konkrete Immobilie gebunden ist. Sie ist auch nicht auf eine andere Immobilie oder eine andere Person übertragbar.
  • Im Fall einer Scheidung müssen die kindergeldberechtigten Kinder weiterhin in der geförderten Immobilie wohnen bleiben. Leben sie wechselweise bei einem der Elternteile, kann mit der KfW eine Sonderregelung getroffen werden.

 

Baukindergeld ist eine willkommene Förderung für den Bau oder Erwerb einer Erstimmobilie und kann Familien die Finanzierung spürbar erleichtern. Doch sollten Sie Ihre Finanzierung keinesfalls so knapp berechnen, dass sie nur mit dem Baukindergeld zu bewältigen ist. Die Förderung wird nämlich erst nach Bezug der Immobilie gewährt oder verweigert – aber dann haben Sie bereits gekauft oder gebaut.

Baukindergeld steht allen Familien oder Alleinerziehenden zu, in deren Haushalt mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt, für das Anspruch auf Kindergeld besteht. Den Zuschuss gibt es für den Kauf oder die Baufinanzierung einer Erstimmobilie zur Eigennutzung. Das jährliche Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht übersteigen. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Obergrenze um jeweils 15.000 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern darf also nicht mehr als 105.000 Euro pro Jahr verdienen, um Baukindergeld zu erhalten.

Das Baukindergeld beträgt 1.200 Euro pro Jahr und Kind. Eine Familie mit zwei Kindern erhält somit einen Zuschuss von jährlich 2.400 Euro, bei drei Kindern sind es 3.600 Euro usw. Die Förderung wird maximal zehn Jahre gewährt.

Um Baukindergeld zu erhalten, müssen Sie einen Antrag bei der KfW stellen. Sie können dies im Online-Zuschussportal erledigen. Dort erfahren Sie gleich, ob und wie viel Zuschuss Sie voraussichtlich erhalten. Für den Online-Service müssen Sie sich registrieren und identifizieren. Das ist per Video-Telefonat über ein Postident-Verfahren in einer Filiale der Deutschen Post möglich. Wichtig: Sie können den Antrag auf Baukindergeld erst dann stellen, wenn Bau oder Kauf abgeschlossen sind und Sie bereits ins Eigenheim gezogen sind.

Zur Bestimmung, ob Sie Anspruch auf Baukindergeld haben, wird Ihr Haushaltseinkommen herangezogen. Dazu zählen Ihr eigenes zu versteuerndes Einkommen sowie das Ihres Ehe- oder Lebenspartners beziehungsweise Ihres Partners aus eheähnlicher Gemeinschaft – sofern er oder sie mit in Ihrem Haushalt lebt. Zur Berechnung wird der Durchschnitt des vorletzten und vorvorletzen Jahres gebildet. Er ist per Einkommenssteuerbescheid der entsprechenden Jahre nachzuweisen.

Das Baukindergeld beträgt pro Kind 1.200 Euro im Jahr. Der Betrag bleibt für jedes weitere Kind gleich. Familien mit zwei Kindern erhalten 2.400 Euro, bei fünf Kindern sind es 6.000 Euro. Die Anzahl der Kinder, für die es den Zuschuss gibt, ist nicht begrenzt.
Die Einkommensgrenze liegt für Familien mit einem Kind bei 90.000 Euro pro Jahr. Sie steigt für jedes weiter Kind um 15.000 Euro.

Sie erhalten die Förderung, sobald Ihre Nachweise geprüft und der Antrag bewilligt wurde. Je nach Aufkommen kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Mit der Auszahlungsbestätigung erfahren Sie auch gleich, wann Sie mit der Zahlung rechnen können. Das Geld wird direkt auf Ihr Konto überwiesen.
Anders als bei vielen anderen Förderungen erfolgen Antragstellung und Auszahlung des Baukindergelds erst nach dem Hausbau oder Immobilienkauf. Sie müssen Ihr Eigenheim bereits bezogen haben, um den Zuschuss zu erhalten. Daher können Sie ihn nicht für die Baufinanzierung oder zur Erhöhung Ihres Eigenkapitals einplanen. Sie können bewilligtes Baukindergeld aber zum Beispiel als Sondertilgung einsetzen, um Ihr Darlehen schneller abzubezahlen.

Ja, Sie können Baukindergeld mit anderen KfW-Förderungen kombinieren, die für den Erwerb von Eigentum vorgesehen sind – zum Beispiel einem Förderkredit für energieeffizientes Bauen oder einem Darlehen im Rahmen des Wohneigentumsprogramms. Wichtig ist nur, dass die KfW-Förderungen zusammen mit dem Baukindergeld die Kauf- oder Bausumme nicht überschreiten.
Falls Sie vor 2005 die mittlerweile abgeschaffte Eigenheimzulage für Familien erhalten haben, können Sie Baukindergeld unter einer Bedingung beantragen: Sie müssen das damals geförderte Haus oder die Wohnung inzwischen wieder verkauft haben.

Ja, Sie können Baukindergeld rückwirkend beantragen. Dafür muss die Immobilie am 1. Januar 2018 oder später gekauft bzw. gebaut worden sein. Es gilt das Datum des notariell beglaubigten Kaufvertrags oder der erteilten Baugenehmigung.