Maklerprovision beim Hauskauf

Maklerprovision beim Hauskauf – Wer zahlt wie viel?
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Die Maklerprovision zählt zu den größten Kaufnebenkosten einer Immobilie. Wer die Dienste eines Maklers in Anspruch nimmt, sollte diesen Posten bei der finanziellen Kalkulation ausreichend berücksichtigen. Doch wer zahlt wie viel? Immonet erläutert die wichtigsten Fakten zum Thema Maklergebühren.

Wer zahlt die Provision?

Der Makler wird in der Regel vom Verkäufer damit beauftragt, die Immobilie anzubieten und einen passenden Käufer zu finden. Das heißt aber nicht unbedingt, dass der Verkäufer auch die Kosten trägt. Vielmehr ist es häufig sogar umgekehrt.

Entweder trägt der Verkäufer oder Käufer die Courtage alleine oder beide teilen sich die Kosten. „Die Provision des Verkäufers wird in der Branche als Innenprovision, die des Käufers als Außenprovision bezeichnet“, erklärt Heiko Senebald vom Immobilienverband Deutschland (IVD), dem Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen.

Grundsätzlich hängt die Frage, wer die Provision zahlt, von ortsüblichen Gepflogenheiten und meist auch von der Attraktivität der Immobilie ab. Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht. Vor allem in Süd- und Westdeutschland ist es üblich, dass sich Käufer und Verkäufer die Provision teilen. Im Norden und Osten hingegen findet sich oft das Modell des zahlenden Käufers.

Doch es gibt durchaus Situationen, in denen andere Verabredungen getroffen werden als in der Region üblich. Verkäufer sind eher bereit, die Maklergebühr komplett zu übernehmen, wenn ein Haus wegen seiner Lage und dem Zustand schwer verkäuflich ist. Umgekehrt nehmen Käufer bei Spitzenimmobilien oder Objekten in begehrter Lage gern in Kauf, die volle Provision zu zahlen. In Berlin etwa wird regelmäßig eine Käuferprovision vereinbart.

Die Höhe der Provision

„Eine Provision oder Courtage wird nur im Erfolgsfall gezahlt“, erklärt Senebald. Die Höhe der Maklergebühren für Verkaufsobjekte orientiert sich üblicherweise nicht an dem tatsächlichen Aufwand des Maklers, sondern am real erzielten Verkaufspreis der Immobilie. Die Provision wird in Prozentangaben im Maklervertrag festgehalten. Deshalb liegt es auch im Interesse des Maklers, einen hohen Verkaufspreis zu erzielen.

Die Höhe der Provision ist nicht einheitlich. „Es gibt keine gesetzlichen Regelungen in den Bundesländern. Es gibt lediglich ortübliche Provisionen“, sagt Senebald. Der höchste durchschnittlich übliche Satz beträgt 7,14 Prozent der Verkaufssumme und wird in den meisten Regionen angesetzt. Es gibt aber auch Bundesländer, in denen niedrigere Sätze üblich sind, etwa in Hessen, Bremen, Hamburg und Niedersachsen.

Allerdings: Provisionen sind prinzipiell zwischen allen Vertragspartnern frei verhandelbar. „Das heißt, auch der Hauskäufer kann mit dem Makler verhandeln und hat mitunter gute Chancen dabei“, lautet  Senebalds Tipp an alle Kaufinteressenten. Käufer und Verkäufer können auch untereinander neu bestimmen, wer welchen Anteil an der Maklergebühr trägt. Ein Nachverhandeln der Provisionshöhe muss allerdings vor dem Kaufvertrag erfolgen.

Unterschrift nicht immer nötig

Makler können auf verschiedene Arten beauftragt werden. Bei einem qualifizierten Alleinauftrag sichert sich der Makler gegenüber dem Verkäufer ab. Falls dieser die Immobilie selbst verkauft oder nicht mehr veräußern möchte, muss er dem Makler einen entsprechenden Betrag bezahlen. Deshalb sollten Hausbesitzer in so einem Fall Wert darauf legen, das Aufgabenspektrum des Maklers genau festzulegen, um den Vertrag kündigen zu können, falls der Makler seinen Aufgaben nicht ausreichend nachkommt.

Ein Maklervertrag kann aber auch durch schlüssiges Verhalten zustandekommen. Das ist etwa der Fall, wenn der Makler den Kaufinteressenten innerhalb des Exposès oder einer Anzeige darauf hinweist, dass eine Provision fällig wird. Widerspricht der Interessent nicht, gilt die Bedingung als angenommen.

Verpflichtungen des Maklers

Makler sind gesetzlich nicht nur dem Hausverkäufer verpflichtet, von dem sie engagiert werden. Die Vermittler verweisen in der Regel zwar aus Haftungsgründen darauf hin, dass alle Angaben vom Besitzer stammen. Grobe Mängel am Haus, die ihm auffallen oder von denen er aus anderen Gründen weiß, darf er einem Käufer allerdings nicht verschweigen. Ansonsten ist er schadensersatzpflichtig.

Die Maklergebühr wird nach Abschluss des notariellen Kaufvertrages fällig. Als Teil der Kaufnebenkosten sind sie in der Regel steuerlich nicht absetzbar.

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