Was ist ein Baukredit?

Hausfinanzierung
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Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, kommt meist nicht daran vorbei, einen Baukredit aufzunehmen. Da dies für viele die größte Investition im Leben ist, gilt es, diese sorgfältig zu durchdenken und die Möglichkeiten abzuwägen. Immonet gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Fakten.

So erhält man einen Baukredit

Wünscht man eine persönliche Beratung, sind die Hausbanken die erste Anlaufstelle zur Beantragung eines Darlehens. Auch Online-Direktbanken gewähren Kredite, oftmals sogar mit günstigeren Zinsen. Allerdings findet die Kommunikation dort meist nur telefonisch oder über das Internet statt. Weitere Ansprechpartner sind Bausparkassen oder Finanzmakler.

Zur Beantragung eines Darlehens muss der Antragsteller gewisse Anforderungen erfüllen: Er muss zwischen 18 und 57 Jahren alt sein und sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis außerhalb der Probezeit befinden. Außerdem darf auf dem regelmäßig überwiesenen Gehalt keine Pfändung bestehen.

Um ein zinsgünstiges Darlehen zu erhalten, ist Eigenkapital von großem Vorteil – im Optimalfall 20 Prozent vom Gesamtbetrag. Das reduziert nicht nur den Zinssatz, sondern auch die Kreditsumme und somit die Zinskosten. In jedem Fall sollten mit dem Eigenanteil aber die kompletten Nebenkosten abgedeckt werden, die beim Hauskauf oder -bau anfallen. Dazu zählen: die Grunderwerbsteuer, die Maklerprovision, die Gebühren für den Grundbucheintrag und die Notarkosten.

Darauf sollten Sie bei der Beantragung achten

Verschaffen Sie sich als erstes einen Überblick darüber, welche Kosten mit dem Hausbau oder -kauf einhergehen und welchen Betrag Sie finanzieren möchten. Anschließend können Sie damit beginnen, verschiedene Angebote zu vergleichen. Dabei sollten Sie allerdings nicht ausschließlich auf die Zinssätze achten, sondern eine Anbieterauswahl anhand Ihrer persönlichen Bedürfnisse und folgender Faktoren im Vertrag festmachen:

  • Zinsbindungsfrist: Diese legt fest, über welche Laufzeit Ihnen ein bestimmter Zinssatz garantiert wird. Im Hinblick auf die aktuell niedrigen Zinskonditionen können lange Laufzeiten eine große Ersparnis bringen.
  • Sondertilgungsmöglichkeiten: Im Falle z.B. einer Erbschaft oder der Fälligkeit einer Lebensversicherung können Sie durch Sonderzahlungen den Darlehensbetrag verringern. Achten Sie daher darauf, wann und in welcher Höhe Sonderzahlungen möglich sind. Eine jährliche Sondertilgung von bis zu fünf Prozent der Kreditsumme ist bei vielen Banken noch nicht mit Extrakosten verbunden.
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Dies ist ein Entschädigungsentgelt, das Sie an die Bank leisten müssen, wenn Sie Ihren Vertrag – zum Beispiel im Falle von Scheidung oder einem Wohnortwechsel – vorzeitig auflösen möchten. Achten Sie hier auf die vertraglich festgelegte Höhe.

So verläuft die Tilgung

Die monatliche Rückzahlungsrate setzt sich zusammen aus den Zinsen sowie der Tilgung des Darlehens. Anfangs ist der Anteil der Tilgung klein und der der Zinsen groß. Nach und nach dreht sich dieses Verhältnis immer weiter um. Aufgrund des Zinstiefs sind aktuell höhere Tilgungssätze als noch vor einigen Jahren möglich.

Die häufigste Variante des Baukredits ist ein Annuitätenkredit. Dabei bleibt der monatliche Tilgungssatz während der gesamten Dauer der Sollzinsbindung gleich hoch. Auf Nummer sicher gehen Sie eher mit einer variablen Tilgung. Bei dieser Variante kann die Darlehensrate meist zwei- bis dreimal während der Zinsbindungsfrist geändert werden. Dies verschafft Sicherheit bei Einkommensveränderungen, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder Elternzeit.