Was im Bauvertrag stehen sollte

Baurecht Architektenhonorar
© George Doyle / Getty Images - Stockbyte

Ob Fertighaus oder Immobilie vom Bauträger: Der Bauvertrag entscheidet darüber, was Sie für Ihr Geld wirklich bekommen.

Partner

Holen Sie so viele Informationen über Ihren Partner ein, wie möglich: Informieren Sie sich über das Unternehmen. Ist es seriös? Wie lange besteht es schon, kann es Referenzobjekte vorweisen?

Schriftform

Der Bauvertrag sollte unbedingt schriftlich abgefasst sein. Nur so können Sie im Streitfall Ihre Rechte durchsetzen. Formulierungen im Vertrag dürfen nicht schwammig sein!

Leistung

In der Leistungsbeschreibung wird aufgelistet, welche Leistungen der Bauunternehmer oder Hausanbieter zu erbringen hat. Hier gilt: Je detaillierter sie ist, umso besser. Alle Materialien sollten exakt nach Kriterien wie Herstellerfirma oder Typ beschrieben sein. Schwammige Formulierungen wie „oder gleichwertig“ sollten Sie möglichst vermeiden.

Festpreis

Vereinbaren Sie im Bauvertrag einen bedingungslosen Festpreis bis zur Abnahme. Auch die Kosten für mögliche Extras sollten Sie vorher aushandeln.

Teilzahlungen vereinbaren

Teilzahlungen sollten Sie nur nach tatsächlichem Baufortschritt (ohne Mängel) leisten. So stellen Sie als Bauherr sicher, dass Sie für Ihr Geld eine Gegenleistung erhalten – und Ihr Geld ist auch dann nicht verloren, wenn das Bauunternehmen Pleite geht. Die clevere Alternative: Vereinbaren Sie im Vertrag, dass der komplette Preis erst nach der Endabnahme fällig wird.

Termin

Exakte Bauablaufpläne gehören in den Vertrag. Vereinbaren Sie deshalb möglichst taggenau den Baubeginn, die Bauzeit und den Fertigstellungstermin. Legen Sie auch eine Vertragsstrafe fest, wenn die Firma die Bauzeit und andere Fristen schuldhaft überschreitet.

Sicherheit

Wie steht es mit Sicherheiten? Fordern Sie vom Bauunternehmen Sicherheitsleistungen für den Insolvenzfall (z. B. Fertigstellungsgarantie oder Gewährleistungsbürgschaft).

Abnahme

Bei der Abnahme sollten Sie sich nicht auf Kompromisse einlassen. Denn hier ist Präzision gefragt. Bestehen Sie daher auf eine förmliche Endabnahme. Sie ist wichtig für die Fälligkeit der Schlussrate und den Beginn der Verjährung. Dazu sollten Sie unbedingt einen Baufachmann mitnehmen.

Verjährung

Ein weiterer Knackpunkt bei Bauverträgen ist oft die Verjährung. Viele Baufehler werden erst Jahre nach dem Einzug deutlich sichtbar. Die Verdingungsverordnung für Bauleistungen (VOB) sieht nur vier Jahre Gewährleistung vor. Ohne besondere Regelung gelten nach dem  Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) fünf Jahre als Verjährungsfrist. Wenn Sie in Sachen Bauvertrag unsicher sind, sollten Sie Ihren Vertrag vom Experten (Anwalt, Bauherrenberater, Verbraucherzentrale) prüfen lassen.

Weiterlesen:

Erfahren Sie, welchen Gewährleitungsanspruch Sie haben