Ohne Bauantrag kein (Neu)Bauvorhaben

Ohne Bauantrag kein (Neu)Bauvorhaben
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Um die Baugenehmigung für einen Neu-, An- oder Umbau sowie Nutzungsänderungen / Umnutzungen (Wohnraum zu Büro und umgekehrt) zu erhalten, muss ein Bauantrag beim zuständigen Bauamt gestellt werden. Der Bauantrag muss in mehrfacher Ausfertigung mit den Unterschriften des Bauherren und des Architekten (einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser) bei der Baubehörde eingereicht werden.

Der Bauantrag enthält neben dem formalen Antrag die Bauunterlagen wie Zeichnungen, Lageplan, Baubeschreibung, bautechnische Berechnungen, statische Berechnungen, Berechnungen des umbauten Raumes, Berechnung der Wohn- und Nutzflächen sowie die Aufstellung der Kostensumme. Die Bundesländer stellen in ihren jeweiligen Bauordnungen zum Teil unterschiedliche Anforderungen an den Bauantrag.

Auf den Bauantrag folgt die Baugenehmigung

Wird der Bauantrag akzeptiert, bekommt der Bauherr die schriftliche Baugenehmigung (Genehmigungsbescheid). Sie ist deutlich sichtbar an der Baustelle anzubringen (roter Punkt). Erst wenn die Baugenehmigung vorliegt, darf mit den Bauarbeiten einschließlich des Erdaushubs begonnen werden. Dies darf nur dann früher geschehen, wenn bereits eine Teilbaugenehmigung vorliegt.

Reif für die "neue Scholle"

Die Erschließung des jeweiligen Grundstückes muss gewährleistet sein. Sie dient der sogenannten Baureifmachung des Grundstückes und besagt, dass die neue "Scholle" beispielsweise an einer ausgebauten Straße liegt, sich Abwässer ohne Schaden beseitigen lassen und auch die Versorgung mit Wasser, Strom, Gas etc. bis zur Grundstücksgrenze der "Anlieger" gesichert ist.

Das Anlegen des eigenen Zufahrtsweges auf dem Grundstück gehört nicht zum Erschließungsplan. Die Kosten der Erschließung sind häufig schon  im Kaufpreis des Grundstückes eingerechnet. Möglicherweise hat der Bauträger als Voreigentümer bereits die Erschließung als Träger übernommen. Bis zu 90 Prozent der Kosten können von der Gemeinde an die Grundstückseigentümer weitergereicht werden. Man sollte also Klarheit haben, ob weitere Kosten - die schnell auf einige Tausend Euro klettern können - noch hinzugerechnet werden müssen. Die Höhe wird nach Erschließungsaufwand oder Einheitssätzen berechnet. Der Aufwand errechnet sich nach Länge der Straßenfront, Grundstücksfläche und einer Kombination aus Fläche und Nutzungsfaktor.

Bauantrag und Baukosten

Ist der Bauantrag eingereicht, erfolgt die gebührenpflichtige Erteilung der Baugenehmigung, die Höhe wird von den Landesgesetzen geregelt. Durchschnittlich sollte man etwa 25% der gesamten Baukosten veranschlagen.

Zur Definition von Baukosten: Das  sind die reinen technischen Kosten (Gewerke, Baustoffe, Anlieferung). Sie teilen sich bei durchschnittlicher Ausstattung etwa wie folgt auf:

Summe Ausbau: etwa 50,5%

Malerarbeiten 2,5%
Dachgeschossausbau 2,0%
Schlosserarbeiten 2,0%
Bodenbeläge 2,5%
Estricharbeiten 3,0%
Steinmetzarbeiten 1%
Rollläden 1%
Putzarbeiten (Innen- u. Außenputz) 8%
Sanitärarbeiten 7%
Fenster 6,5%
Heizungsarbeiten 4,5%
Elektroarbeiten 4,0%
Innentüren 3,5%
Fliesenarbeiten 3,0%

Summe Rohbau: 49,5%

Mauer-, Beton- und Stahlbetonarbeiten 38 %
Erdarbeiten 2,5 %
Dachdecker- und Spenglerarbeiten 4,5%
Zimmerarbeiten 4,5 %

Baunebenkosten (wie Honorare für Architekt, Bauleiter, Sachverständige; Gebührenzahlungen an das Bauamt; Kosten für Richtfest, Finanzierung/Disagio) und Erschließungskosten sind noch nicht berücksichtigt.

Nicht erforderlich ist die Einreichung vom Bauantrag bei genehmigungsfreien Bauvorhaben wie Gartengeräteschuppen oder Carports (bis zu einer bestimmten qm-Größe). Genaue Angaben dazu sind in den jeweiligen Landesbauordnungen zu finden.

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