Die Zeitplanung beim Hausbau

Die Zeitplanung beim Hausbau
© Fotolia/goodluz

Wer sein Eigenheim bauen lassen möchte, muss einiges beachten. Bevor es losgeht, sollten Sie sich einen Überblick über den Zeitplan verschaffen, denn bis zum Einzug vergeht schnell ein Jahr. Zudem ist eine gute Abstimmung zwischen Bauherren, Architekten und Handwerkern notwendig. Immonet hat für Sie die wichtigsten Phasen und Fristen zusammengefasst.

Die Entschlussphase: Wie wollen Sie wohnen?

Zunächst müssen künftige Bauherren klären, wo und wie sie später wohnen möchten, sie müssen die Finanzierung des Projektes absichern und ein Baugrundstück finden. Diese Phase hängt zeitlich stark von den Bauherren und den individuellen Umständen ab. Jeweils mindestens drei Monate müssen für die drei Hauptphasen – Planung, Rohbau und Innenausbau – einberechnet werden.

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Die Planungsphase: Daran sollten Sie denken

Sobald das Baugrundstück gekauft ist, können die Planungsarbeiten mit dem Architekten beginnen. „Je genauer der Bauherr weiß, was er will, umso schneller kann ein Architekt die ersten Skizzen vorlegen. Sind sich Bauherr und Architekt einig, kann in wenigen Wochen schon die Entwurfsplanung vorgenommen werden“, sagt Architekt Jan Schüsseler von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.

Was folgt ist die Genehmigungsphase: Der Architekt reicht die Unterlagen für den Bauantrag bei der zuständigen Behörde ein. „An diesem Punkt haben Architekt und Bauherr am wenigsten Einfluss auf die Dauer“, weiß Schüsseler aus Erfahrung. Bis zu sechs Monate kann das Genehmigungsverfahren in Anspruch nehmen, meistens geht es aber wesentlich schneller. „In einigen Bundesländern wie in NRW ist ein vereinfachtes Verfahren möglich, zum Beispiel wenn Häuser in einem ausgewiesenen Bebauungsplangebiet errichtet werden“, sagt Schüsseler. Bauherren sollten sich für eine realistische Zeitplanung über die Voraussetzungen des Baugrundstückes erkundigen. Mehr Tipps zum Bauantrag finden Sie hier.

Parallel zur Genehmigungsphase kann der Planer bereits die Ausführungsplanung und das Leistungsverzeichnis für die Gewerke vorbereiten. Diese werden für die Ausschreibungen benötigt und nehmen im Schnitt rund vier Wochen in Anspruch. Werden dann bei einer entsprechend professionellen Entwurfsplanung von Behördenseite keine Änderungen nötig, kann die Bauphase beginnen.

„Empfehlenswert ist es, die Leistungen für die Erdarbeiten, Keller beziehungsweise Bodenplatte zuerst zu vergeben“, so Schüsseler. Schließlich benötigen die Firmen schweres Gerät, das nicht immer zur Verfügung steht. Außerdem müssen die Handwerker ihre Aufträge mit einem gewissen Vorlauf eintakten.

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Die Rohbauphase: Maurerarbeiten nehmen viel Zeit in Anspruch

Für die Rohbauphase müssen bei einem Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern, das in Massivbauweise errichtet wird, mindestens drei Monate veranschlagt werden. „Das Ausschachten dauert etwa eine Woche, eine Bodenplatte ist etwas schneller fertiggestellt als ein gemauerter Vollkeller“, sagt Schüsseler. Rund drei Wochen sind realistisch.

Am meisten Zeit nehmen die Maurerarbeiten in Anspruch. Mindestens drei Wochen sollte man dafür einrechnen. Verhältnismäßig schnell kann bei gutem Wetter das Dach gedeckt werden. Nach zwei Tagen bis einer Woche kann es – je nach Größe und Ausführung – fertig sein. Auch die Fenster und Rahmen können in einer Zeit von ein bis drei Tagen eingebaut werden, da diese fertig angeliefert werden.

Witterungsabhängig sind auch die Arbeiten an der Fassade. Ein bis zwei Tage für die Grundarbeit mit Maschinenputz und weitere ein oder zwei Tage für die Nacharbeiten sind nötig. Der Vorteil: Diese Arbeiten können bei entsprechender Planung auch parallel zum Innenausbau ausgeführt werden. Hier finden Sie Infos, welche Fassade für Ihr Haus die richtige ist.

Der Innenausbau

Zu den Arbeiten des Innenausbaus zählen die Installation von Sanitäreinrichtungen und Elektroanschlüssen. Zwei sehr zeitraubende Phasen sind das Gießen des Estrichs und das Verputzen der Innenräume. Hier ist allerdings nicht die reine Arbeitszeit entscheidend, die bei einem Haus von 150 Quadratmetern rund zwei Wochen dauert. Vielmehr müssen je nach Art der Materialien, des Verfahrens und der Witterung bis zu zwei Monate für die Trocknung eingeplant werden. Erst dann kann der erweiterte Innenausbau beginnen: Dazu zählen der Einbau von Treppen und Türen, die Verlegung von Bodenbelägen und Maler- oder Tapezierarbeiten. Lesen Sie hier, was Sie bei der Badplanung beachten sollten.

Für den Innenausbau werden im günstigen Fall insgesamt rund drei Monate angesetzt. Diesen Zeitraum sollten Eigenheimbesitzer auch bei der Kündigungsfrist der Mietwohnung einkalkulieren.

Faktoren bei der Zeitplanung

Schüsseler rät dazu beim Hausbau einen Puffer einzuplanen. Schließlich beeinflussen viele Faktoren, wie schnell ein Haus fertig gestellt werden kann. „Einen großen Einfluss hat die Jahreszeit und das Wetter. Kann ein Haus über den Sommer gebaut werden, geht das in der Regel schneller als in den kalten und regnerischen Monaten“, sagt Schüsseler. Vor allem die Maurerarbeiten und das Verputzen schreiten bei guter Witterung wesentlich schneller voran.

Auch der Faktor Eigenleistung spielt eine große Rolle. Zwar kann man – bei entsprechenden Fähigkeiten – Geld sparen, dafür muss die eigene Leistungsfähigkeit aber realistisch eingeschätzt werden. Laien brauchen für Arbeiten deutlich länger als Profis. „Das sollten Bauherren einkalkulieren und in die Berechnung einfließen lassen. Schließlich kostet jeder Monat in einer Mietwohnung Geld“, sagt Schüsseler. Wer wirklich zu dem Schluss kommt, selbst Hand anlegen zu wollen, sollte seinen Urlaub frühzeitig planen und nicht mehr als 20 oder 30 Arbeitsstunden in der Woche veranschlagen. Was Sie über Eigenleistung am Bau wissen sollten, lesen Sie hier.

Auch rät Schüsseler dazu, Architekten einen Bauzeitplan mit den einzelnen Leistungsphasen aufstellen zu lassen. Bei Verzögerungen sollte dieser regelmäßig aktualisiert werden. Ein Plan sei auch deshalb sehr wichtig, damit sich die Handwerker im Haus nicht auf die Füße treten. „Viele Arbeiten können erst nach Abschluss bestimmter Schritte angegangen werden“, erklärt der Architekt. Wer das Ruder selbst in der Hand behalten möchte, sollte bei der Planung auf jeden Fall Handwerker und Fachleute einbeziehen. Sie können aufgrund ihrer Erfahrung am besten einschätzen, wie lange sie für die einzelnen Phasen brauchen. „Nach spätestens eineinhalb Jahren sollte eigentlich jedes Haus stehen“, sagt Schüsseler. Hier finden Sie Tipps, wie Sie vorgehen können, wenn es zu Bauzeitverlängerungen kommt.

Fast niemand, der ein Haus bauen will, weiß schon im Vorfeld genau, wie sein Wunschhaus aussehen soll. Die wichtigste Regel für angehende Bauherren lautet daher: Informieren, beraten lassen und vergleichen. Verschaffen Sie sich ganz unkompliziert einen Überblick über alle Haustypen und die aktuellen Hausprogramme und lassen Sie sich eine individuelle Auswahl an Hausbau-Katalogen kostenlos und unverbindlich zuschicken. Im persönlichen Kontakt mit dem Hausanbieter Ihrer Wahl können Sie dann in Ruhe alle noch offenen Fragen klären.

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Hier finden Sie die Checkliste für Bauherren