Die passende Fassade für Ihr Haus

Die passende Fassade für Ihr Haus

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Die Fassade beeinflusst sowohl die Optik und den Energieverbrauch Ihres Hauses als auch das Wohnklima und die Bausubstanz. Bei Immonet erfahren Sie, welche Fassade sich für Ihr Haus eignet, wie Sie Fassaden am besten dämmen und dadurch Geld sparen und ob eine Fassadenbegrünung für Sie infrage kommt.

Neben der Ästhetik spielt die Fassade auch bezüglich der Haltbarkeit, Wärmedämmung und Wertbeständigkeit der eigenen vier Wände eine entscheidende Rolle. Zusammengefasst sollte die Fassade optisch ansprechend, bezahlbar und langlebig sein. Eine hochwertige Fassadenverkleidung wirkt wie eine zweite Haut. Es sollte ein breitflächiger und stabiler Schutz entstehen, der sowohl intensiver Sonneneinstrahlung als auch Regen trotzt. Die Auswahl eines geeigneten Materials ist daher sehr wichtig.

Welche Fassade passt zum Haus?
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Die unterschiedlichen Fassadentypen

Klassische Putzfassaden brauchen nach spätestens fünf bis sieben Jahren einen neuen Anstrich oder kleinere Ausbesserungen. Vollmauerwerk oder Verblendungen mit Steinen halten um ein Vielfaches länger und setzen Akzente.

Tipp

Achten Sie auf die Bausatzung. In vielen Regionen gibt es typische Stilelemente, die festgeschrieben sind.

Grundsätzlich kann man folgende Arten unterscheiden:

  • Aufgesetzte und vorgehängte Fassaden: Die aufgesetzte Fassade wird – der Name verrät es schon – direkt auf die Außenmauer gesetzt. Bei der vorgehängten Fassade befindet sich zwischen der Außenwand und der Verkleidung noch eine Unterkonstruktion, die der Wärmedämmung dient. Die zweite Variante verbessert die Isolierung eines Gebäudes erheblich, ist dafür aber auch deutlich teurer als die aufgesetzte Fassade. Die zusätzlichen Kosten können jedoch durch Energieeinsparungen innerhalb relativ kurzer Zeit ausgeglichen werden.
  • Lamellenfassade: Sie besteht aus Holz, Glas oder Metall und dient vor allem der Dekoration. Die Lamellen können feststehend oder beweglich angebracht werden.
  • Blendfassade: Sie ist reine Dekoration. Eine schützende Funktion hat die Blendfassade daher nur bedingt.
  • Putzfassade: Diese Fassadenart wird am häufigsten verwendet. Man trägt den Putz in mehreren Schichten auf. Die Isolierung kann durch Dämmplatten unter dem Putz verbessert werden.
  • Schieferfassade: Die Schieferplatten können in unterschiedlichen Mustern an einer Holzschalung befestigt oder direkt auf die Wand genagelt werden. Aufgrund der Oberflächenstruktur kann Feuchtigkeit leichter entweichen.
  • Vorhangfassade: Sie besteht häufig aus einer Glas- und Aluminium-Konstruktion und wird eher für Bürogebäude verwendet. Achtung: Diese Fassadenart darf nicht mit der vorgehängten, belüfteten Fassade verwechselt werden.
  • Holzfassade: Sie verleiht dem Haus ein natürliches Flair. Als Materialien werden am häufigsten Lärche, Zeder, Zypresse, Edelkastanie, Eiche und Robinie verwendet. Achtung: Holz ist ein „lebender“ Werkstoff, durch Witterungseinflüsse können sich folglich Risse und Verwerfungen bilden.
  • Wärmedämmverbundfassade: Diese Fassade wird zum Dämmen von Gebäudeaußenwänden verwendet. Das Dämmmaterial befestigt man an der äußeren Wand und versieht es mit einer Armierungsschicht (Unterputz). Anschließend folgen Putz und Anstrich.

Schnelle Montage

Fassadensysteme sind auf eine Holzunterkonstruktion aus imprägniertem Schnittholz montiert. Mit Dübeln wird die Unterkonstruktion an der Wand befestigt. Der Untergrund sollte tragfähig sein, damit die Dübel sicher gehalten werden.

Fassadenverkleidung gegen Lärm

In seinen eigenen vier Wänden möchte man Ruhe und Entspannung finden. Da sind Außengeräusche störend. Diese können aber vermieden werden, denn Fassadensysteme erhöhen den Schallschutz.

Beständigkeit der Außenwände

Schlechte Dämmung und Mängel am Außenputz führen bei älteren Fassadenverkleidungen oft dazu, dass das Mauerwerk feucht wird. Schimmel, Pilzbildung oder Algenbefall sind unangenehme Folgen. Feuchtes Mauerwerk ist außerdem in seiner Dämmleistung stark beeinträchtigt. Die Lösung ist eine mehrschalige Außenwand. Durch die integrierte Hinterlüftungsebene kann Feuchtigkeit schneller trocknen. Außerdem ist die Feuchtigkeit, die durch die Raumnutzung entsteht und in die Wand zieht, nicht eingeschlossen, sondern wird durch die Hinterlüftungsebene direkt abgeführt.

Checkliste für eine effektive Fassade

Damit eine Fassade schön und gleichzeitig energieeffizient ist, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Sicherer, lang anhaltender Witterungsschutz
  • Pflegeleichte Oberfläche
  • Sehr guter Schallschutz
  • Hohe Lebensdauer
  • Ausgleich der Luftfeuchtigkeit zu den Innenwänden
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung

Die Fassade verleiht Ihrem Eigenheim sein charakteristisches Aussehen und sollte gut geschützt sein, denn sie ist allen Einflüssen von außen ausgesetzt und gehört neben dem Dach zu den am stärksten beanspruchten Gebäudeteilen. Wer sich für eine Holzfassade entscheidet, sollte sich deshalb mit den typischen Eigenschaften des natürlichen Baustoffes vertraut machen. Immonet gibt einen Überblick zum Thema Holzfassade.

Holzfassade für Ihr Haus
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Mit Holz ganz natürlich Energie sparen

Als natürlicher Werkstoff gehört Holz zur modernen Fassadengestaltung. Dabei lässt sich das Material vielfältig verarbeiten – sei es als Verkleidung aus Brettern und Schindeln oder als Fassadenelement aus plattenförmigen Holzwerkstoffen. Ob waagrecht, senkrecht oder quer, bezüglich der Verarbeitung gibt es vielfältige Möglichkeiten. Zeitgemäß sind Holzfassaden aber auch beim Thema Energiesparen, denn die Wärmedämmung zwischen Holzschalung und tragender Wand ist die Idealform des Wärmeschutzes und erzielt gute Dämmwerte.

Entscheidend ist, welches Material zwischen Wand und Fassade eingebracht wird. So sorgen etwa mineralische Dämmstoffe für einen guten U-Wert. Das bedeutet, dass sie nur wenig von der Wärme nach außen dringen lassen. Holzfaserdämmplatten hingegen eignen sich besser als fester Untergrund, auf dem die Unterkonstruktion der Holzfassade stabil montiert werden kann.

Grundsätzlich sollte eine Dämmschicht mindestens zehn Zentimeter dick sein. Wird eine Holzfassade über einer bestehenden alten Fassade angebracht, sollte für eine ausreichende Hinterlüftung gesorgt werden. Mindestens zwei Zentimeter Hohlraum tragen dazu bei, dass das Holz nach einem Regenschauer ausreichend trocknen und arbeiten kann.

Als natürlicher Baustoff ist Holz atmungsaktiv und trägt zu einem angenehmen Raumklima im Haus bei. Selbst bei der Herstellung erweist sich eine Holzfassade als rundum ökologischer Baustoff, denn zur Herstellung ist nur ein geringer Energieaufwand erforderlich. Die verwendeten Holzarten sind in der Regel langlebig und im Falle einer späteren Sanierung umweltgerecht zu entsorgen.

Lebendiger Werkstoff mit besonderen Bedürfnissen

In Hinblick auf die Stabilität steht Holz herkömmlichen Baustoffen in nichts nach. Bezogen auf sein Eigengewicht trägt Holz 14 Mal so viel wie Stahl, seine Druckfestigkeit entspricht der von Stahlbeton. Aber als lebendiger Werkstoff stellt Holz einige Anforderungen an Bauherren. Das gilt sowohl für die Verarbeitung als auch für die spätere Pflege. Konstruktiver Holzschutz lautet das Stichwort. Holzhäuser zum Beispiel sollten mit Dachüberständen versehen werden. Das schont die Fassade und verhindert ein Eindringen von zu viel Feuchtigkeit. Geeignet sind auch sogenannte Tropfnasen an den Fensterbänken, damit sich nirgends über einen längeren Zeitraum Feuchtigkeit sammeln kann. Da Holz bei Feuchtigkeitsschwankungen arbeitet, sollten Bretter von mindestens 18 Millimeter Dicke bis höchstens 200 Millimeter verwendet werden.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Etwa alle zehn Jahre muss eine Holzfassade nachbehandelt werden. Vorausgesetzt, Eigenheimbesitzer halten nichts von der silberfarbenen Patina, die sich im Laufe der Jahre auf allen Holzflächen bildet und gleichsam ein natürlicher Schutz vor Sonne und Regen ist. Vor allem Lärche, Zeder, Zypresse, Edelkastanie, Eiche und Robinie werden zur Fassadengestaltung verwendet. Beliebt sind Lärche und Douglasie, weil sie über einen natürlichen Schutz verfügen und nicht mehr behandelt werden müssen. In Fachkreisen gelten sie als wartungsfrei. Ihr Nachteil: Das Holz erhält über die Jahre seine ganz eigene Patina.

Wer Farbe an der Fassade wünscht, sollte sich für Fichte oder Tanne entscheiden, da sie sich am besten für einen farbigen Anstrich eignen. Holzarten, die einen Schutz brauchen, sollten mit einer pigmentierten Beschichtung versehen werden. Sie schützt vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung. Wer sich einmal für die Nachbehandlung entschieden hat, muss dabei bleiben.

Kosten einer Holzfassade

Im Vergleich zu anderen Fassaden-Varianten ist eine Holzfassade relativ teuer. Das liegt nicht zuletzt an der momentan noch geringeren Nachfrage, weshalb die Anschaffungskosten vergleichsweise hoch sind. So kostet eine Holzfassade etwa 50 Euro pro Quadratmeter, die Kosten für die Dämmschicht kommen noch obendrauf. Je nach Hausgröße, Holzart und Oberflächenbehandlung kostet eine Holzfassade für ein Einfamilienhaus zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Wartungsaufwand und -kosten richten sich nach der jeweiligen Oberflächenbeschichtung. Zum Vergleich: Eine Klinkerfassade ist zum Teil schon für unter 30 Euro pro Quadratmeter zu haben. Aber auch hier müssen noch die Kosten für die Dämmschicht und die Arbeitsstunden hinzugerechnet werden.

Klinker sind ein sehr resistenter Fassadenschutz. Häufig halten die Steine über 100 Jahre, ohne dass größere Schäden auftreten. Die Ziegel sind widerstandsfähig und energieeffizient, dafür allerdings auch etwas teurer als Putzfassaden. Bezüglich der Optik können Hausbauer mittlerweile aus einer Vielzahl von Modellen wählen, von rustikal bis modern. Das richtige Verlegen von Klinkern setzt jahrelange Erfahrung voraus und sollte daher unbedingt von einem Fachbetrieb übernommen werden.

Resistenter Schutz: Die Klinkerfassade
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Energieeffizient und wetterfest

Wer heute ein Haus baut, wünscht ein möglichst energiesparendes Zuhause. Und obwohl einige Maßnahmen zunächst höhere Kosten verursachen, lässt sich das investierte Geld durch geringere Heizkosten nach einer gewissen Zeit ausgleichen. Eine gute Lösung ist ein zweischaliger Wandaufbau mit einer Vormauer aus Backstein. Für eine optimale Wärmedämmung sollte zwischen Klinker und Dämmmaterial ein vier Zentimeter breiter Belüftungsraum bleiben.

Ein Haus mit Klinkern hat meist ein angenehmes Raumklima, da die Steine am Tag die Wärme speichern und diese nachts wieder abgeben. So kann sich das Haus nicht überhitzen. Im Winter schützt die Klinkerwand vor Kälte, zudem wirken Klinker schallisolierend. Die Wetterbeständigkeit der Klinkerfassade ist enorm: Die Ziegel werden bei rund 1000 Grad gebrannt, was ihnen eine glasartige Oberfläche verleiht. Sie sind dadurch gegen Frost und Niederschlag resistent und schützen das Mauerwerk vor Feuchtigkeit. Zudem benötigen sie so gut wie keine Wartung.

Hergestellt wird Backstein aus reinem Ton. Die kapillare Struktur des Naturbaustoffs zieht die Raumfeuchtigkeit nach außen und weist Regennässe ab. Darum wird die Klinkerfassade für eine optimale Behandlung von feuchten Innenwänden empfohlen.

Wie kommen die Klinker an die Wand?

Die Verarbeitung muss sehr genau und sauber vorgenommen werden, kleinste Fehler fallen später deutlich auf. Bevor man mit den Mauerarbeiten beginnt, sollte genau berechnet werden, wie hoch die erste Steinschicht sein muss, damit die exakte Höhe der Fenster- und Türstürze erreicht wird. Für die erste Schicht können die Steine auf die passende Dicke zugeschnitten oder mit Mörtel ausgeglichen werden. Um Farbunterschiede bei der Fuge zu vermeiden, muss beim Mischen des Mörtels auf ein unverändertes Mengenverhältnis aus Sand, Zement und Wasser geachtet werden.

Wenn Wilder Wein, Efeu, Blauregen und Co. die Hausfassaden erklimmen, ist das ein märchenhafter Anblick. Allerdings können die Kletterpflanzen auch Schäden verursachen, die sich mit etwas Vorwissen vermeiden lassen. Immonet gibt Tipps, worauf Sie bei der Fassadenbegrünung achten sollten, worin der Unterschied zwischen selbstklimmenden Pflanzen und Gerüstkletterpflanzen liegt und welche Kletterhilfe es gibt.

Tipps zur Fassadenbegrünung
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Selbstklimmende Pflanzen und Gerüstkletterpflanzen

Eine Hausfassade, an der sich grüne oder blühende Ranken emporwinden, ist nicht nur ein echter Hingucker – die Pflanzen steigern auch die Luftqualität in ihrer Umgebung. Doch wer seine Hausfassade mit Kletterpflanzen schmücken will, muss sich erst einmal darüber klar werden, welche Pflanzenart sich für die vorgesehene Fassade eignet.

Während einige Pflanzen aus eigener Kraft die Hauswand erklimmen, benötigen andere Pflanzen eine Kletterhilfe. Selbstklimmer besitzen Haftwurzeln oder Haftscheiben an ihren Ranken, mit denen sie sich an der Hausfassade festhalten können. Gerüstkletterpflanzen hingegen fehlen diese Haftorgane. Sie sind auf eine Stütze angewiesen, um die sie sich winden können.

Kletterhilfen für Pflanzen

Kletterhilfen – oder auch Rankhilfen – sind Gerüste aus Holz, Kunststoff oder Metall, deren Sprossen den Kletterpflanzen als Halt dienen. Das können neben Spalieren, Seil- oder Gittersystemen auch Ranksäulen sein. Die Art der Kletterhilfe und Stärke der Dübel, mit denen sie an der Hauswand angebracht werden soll, müssen so gewählt sein, dass sie das Gewicht der Kletterpflanze langfristig tragen können.

Der Abstand zwischen Kletterhilfe und Wand beträgt – je nach Größe und Raumbedürfnis der Pflanze – zwischen drei und 20 Zentimetern. Der Abstand sollte drei Zentimeter nicht unterschreiten, damit die Fassade gut mit Luft versorgt wird und Feuchtigkeit verdunsten kann. Staut sich die Feuchtigkeit und dringt in das Mauerwerk ein, kann das ebenso Schäden verursachen wie Kletterpflanzen, die Dach, Wasserrinne und Rolladenkästen einnehmen. Aus diesem Grund müssen Kletterpflanzen regelmäßig geschnitten werden.

Voraussetzung für Kletterpflanzen

Damit die Hausfassade nicht durch selbstklimmende Kletterpflanzen beschädigt wird, muss sie einige grundlegende Eigenschaften haben. So darf sie weder Risse noch aufgesprungene Fugen aufweisen, in welche die Pflanzentriebe eindringen können. Außerdem eignen sich verputzte Hausfassaden nicht für alle Kletterpflanzen. Die Selbstklimmer haften sich mit viel Kraft an die Wand und hinterlassen im weichen Putz tiefe Spuren, die sich nur mit viel Aufwand beheben lassen. Zudem besteht die Gefahr, dass der Putz das Gewicht der Pflanze nicht halten kann und sich ablöst.

Gerüstkletterpflanzen, die sich an korrekt angebrachten Kletterhilfen hochziehen, stellen im Gegensatz zu selbstklimmenden Pflanzen keine Gefahr für die Fassade da. Neben der Fassadenbeschaffenheit sollte man in der Planungsphase auch berücksichtigen, dass die vorgesehene Hausseite den individuellen Bedürfnissen der gewünschten Kletterpflanze nach Licht, Klima und Bodenbeschaffenheit entspricht.

Wer als Eigenheimbesitzer die Energiekosten senken möchte, muss vor allem die Fassade ausreichend dämmen. Das ist umso wichtiger, je älter das Haus ist. Eine mangelhaft gedämmte Fassade lässt kostbare Heizwärme entweichen, wodurch die Energiekosten steigen. Wer zudem mit dem Gedanken spielt, in eine neue und effizientere Heizungsanlage zu investieren, sollte auch die Außenhülle des Hauses auf Schwachstellen überprüfen lassen. Denn das größte Einsparpotenzial erzielt man mit einer modernen Heiztechnik in Kombination mit einer guten Wärmedämmung.

Fassade dämmen und Geld sparen
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Was macht einen guten Dämmstoff aus?

Die Eigenschaften eines Dämmstoffs misst man mit Hilfe der sogenannten Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS): Je kleiner die WLS, desto besser der Wärmeschutz. Bei der Suche nach dem passenden Dämmstoff stellt sich zunächst die Frage, wie viel Geld der Bauherr ausgeben möchte: Die verschiedenen Materialien kosten zwischen vier und hundert Euro pro Quadratmeter.

Grundsätzlich stellt sich die Frage: Soll es ein weicher Dämmstoff mit besonders guten Schallschutzeigenschaften sein oder haben die Brandschutzeigenschaften Priorität? Materialien der „Baustoffklasse A“ stehen für „nicht brennbar“ und Baustoffklasse „B1“ bedeutet „schwer entflammbar“.

Zudem muss man sich zwischen Dämmstoffen aus anorganischen Materialien wie Mineralwolle oder erdölbasierten EPS-Schäumen (EPS steht für expandiertes Polystyrol) entscheiden. Mineralwolle wird als nicht brennbare Stein- oder Glaswolle angeboten und zählt zu den am häufigsten eingesetzten Dämmstoffen. Alle genannten Materialien sind relativ günstig und langlebig.

Gesund wohnen mit natürlich-organischen Dämmstoffen

Styropor und Polyurethan zählen zu den erdölbasierten organischen Dämmstoffen, die guten Schutz vor Feuchtigkeit bieten. Wer sich organische Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen als Dämmstoff wünscht, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Hanf, Flachs, Schafwolle, Zellulosefasern aus Altpapier oder Holzfasern aus dem Sägewerk sind zwar teurer, gelten aber als gesunde Baumaterialien mit einer idealen Ökobilanz. Da nachwachsende Dämmstoffe mehr Feuchtigkeit aufnehmen und leichter entflammbar sind, sind sie nur bedingt einsetzbar. Besonders bei der nachträglichen Dämmung der Außenfassade ist das Brandverhalten der Materialien entscheidend.

Unterschiedliche Verfahren der Fassadendämmung

Für die Fassadendämmung eignen sich unterschiedliche Verfahren: Neben dem Wärmeverbundsystem (WDVS) kann auch die sogenannte Vorhang-Fassade installiert oder eine Kerndämmung eingezogen werden.  Bei der Kerndämmung wird das Dämmmaterial in den Hohlraum zwischen Außenwand und Tragwand eingeblasen. Relativ neu und sehr effizient im Neubaubereich sind Wärmedämmfassaden aus perlitgefüllten Ziegeln, die diffusionsoffen und besonders atmungsaktiv sind. Welches Verfahren sich am besten eignet, sollte von einem Fachmann ermittelt werden.

Schematische Darstellung eines Wärmeverbundsystems
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Nachträgliche Fassadendämmung

Bei einer nachträglichen Dämmung im Außenbereich werden die Materialien meist mit einer günstigen Wärmedämmverbundfassade montiert. Dabei wird der Dämmstoff an der Außenwand auf die Fassade geklebt und dann mit einer Animierungsschicht versehen, die mögliche Risse und thermische Spannungen verhindern soll. Thermische Spannungen können durch große Temperaturunterschiede entstehen, die auf die Fassade einwirken. Im Anschluss erfolgt das Auftragen von Außenputz und einem Anstrich.

Tipp: Bevor es losgehen kann, muss die Fassade zunächst auf Schadstellen untersucht und gegebenenfalls ausgebessert werden.

Außenputz schützt das Gebäude gegen Witterungseinflüsse und das Eindringen von Feuchtigkeit. Immonet gibt Tipps für passende Materialien und Techniken und informiert darüber, welche Besonderheiten zu beachten sind.

Schützen Sie Ihr Haus mit Außenputz
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Welcher Außenputz eignet sich für welche Wand?

Wenn Putz regelmäßig erneuert wird, sorgt er zuverlässig und über viele Jahre hinweg dafür, dass die Außenwand des Hauses nicht verwittert. Ob man sich bei der Auswahl des Materials für einen mineralischen oder für einen kunstharzgebundenen Putz entscheidet, hängt von den klimatischen Verhältnissen, dem Untergrund und dem Budget ab.

Welches System lohnt sich finanziell?

Der Außenputzaufbau besteht grundsätzlich aus Unterputz und Oberputz:

  • Unterputz dient als Haftgrund auf dem Mauerwerk und gleicht Unebenheiten aus. Wechselnde klimatische Bedingungen führen bei einfachem Putz zu Rissen. Der Unterputz gleicht als flexible Zwischenschicht Spannungen aus.
  • Oberputz, auch Edelputz genannt, kommt als äußerste Lage auf die Wand. Besonders geeignet ist mineralisch gebundener Belag. Dieser besitzt eine einheitliche Struktur,  zudem gibt es eine große Farb-Auswahl auf dem Markt. Die Farbpigmente werden bereits fertig abgemischt geliefert.

Edelputz mit Kalk ist widerstandsfähig und lässt die Wände atmen. Organisch kunstharzgebundenes Material, auch Dispersionsputz genannt, eignet sich gut zu gestalterischen Zwecken, denn die Auswahl der Farben, Strukturen und Körnungen ist reichhaltig.

Dabei unterscheidet man zwischen folgenden Arten:

  • Mineralischer Putz hat die Fähigkeit Regenwasser aufzunehmen, zu speichern und durch Verdunstung wieder abzugeben. Er eignet sich für jeden Untergrund. Das Material besteht aus einer Mischung von Zement-, Gips- und Kalkmörtel, schützt vor eindringender Nässe und lässt sich recyceln. Putz mit Kalk als Bindemittel ist widerstandsfähig, die diffusionsoffene Oberfläche lässt die Wände atmen. Mineralputz ist nicht brennbar und kann auch im Sockelbereich verwendet werden.
  • Dünnschichtputz wird häufig zur Sanierung von alten Putzflächen verwendet oder dient als dekorative Schicht bei Vollwärmeschutzsystemen. Er enthält Kunstharze, die die Austrocknung verzögern, die Bindekraft verbessern und sich somit leichter verarbeiten lassen.
  • Bei der Verwendung von Strukturputz erhält man durch den Wechsel der Spritzrichtung eine gleichmäßige und körnige Oberfläche. Das grobkörnige Gemisch wird schwungvoll mit der Kelle an die Wand geworfen, was ein bisschen Übung erfordert. Mittlerweile setzt man zum Auftragen auch Maschinen ein.
  • Silikatputz ist ein Edelputz. Die Beschichtung ist kaliwassergebunden, mit Kunstharzanteil und Anteilen an Dispersionen. Durch diese Zugabe werden die Farbtonstabilität sowie die Haftungseigenschaften verbessert. Silikatputz kann ohne vorherige Grundierung aufgetragen werden. Der stabile und teurere Silikonharzputz hat wasserabweisende Eigenschaften und gilt als sehr langlebig. Er wird als Deckputz verwendet.
  • Rauputz ist ebenfalls ein Edelputz, besteht aus Quarz sowie Trockensand und wird glatt aufgetragen. Nach der Erhärtung wird die Fläche mit einem Stahlbesen oder Stahlkamm aufgeraut und anschließend mit einem weichen Besen abgekehrt. So entsteht die typische Kratzstruktur.
  • Wärmedämmputz besteht aus einem Kalk-Sand oder Kalk-Sand-Zement-Gemisch unter Beifügung von wärmedämmenden Stoffen wie Polystyrol-Kügelchen (geblähtes Gestein). Es handelt sich um einen Unterputz, der bei der Sanierung von Altbauten und im Neubaubereich verwendet wird. Wärmedämmputz ist wasserdampfdurchlässig, nässeabweisend und wetterbeständig. Der Grund kann trocken oder feucht sein, darf aber keine nachdrückende Feuchtigkeit aufweisen.

Muster und Techniken beim Verputzen

Je nachdem für welche Technik und für welches Muster man sich entscheidet, stehen Streich- oder Rollputze mit Rillen-, Kratz- oder Modellierstrukturen zur Auswahl. Fertig abgemischter Putz muss innerhalb eines Jahres verbraucht werden. Vor der Verarbeitung sollte die Wand sauber und trocken sein. Achtung: In der prallen Sonne sollten Sie sich nicht ans Verputzen machen.

Tipps zur Farbgestaltung

Als Gestaltungselement ist Dispersionsputz mit seinem vielfältigen Farbspektrum besonders gut geeignet. Helle Farbtöne wirken nicht nur sauberer und lassen die Fassade dadurch gepflegter erscheinen, durch ihr Reflektionsverhalten verhindern sie auch die Rissbildung durch Sonnenstrahlen. Aktuell liegen Grautöne und Pastellfarben im Trend.