Was ist eine Bankbürgschaft?

Was ist eine Bankbürgschaft? Immonet klärt auf.
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Die Nutzung einer Bankbürgschaft lohnt sich, wenn einer ihrer Geschäftspartner eine Sicherheit wünscht, Sie aber ihre Barreserven nicht anrühren möchten.

Die Bankbürgerschaft, auch Aval genannt, wird im Normalfall von jeder Hausbank gewährt. Das Aval ist rechtlich gesehen ein Zahlungsversprechen an einen Dritten. So bezieht es drei Parteien ein, die sich in Gläubiger, Schuldner und Bürge aufteilen. Dabei laufen zwei Schuldverhältnisse parallel zueinander ab: zum einen das Verhältnis des Schuldners zum Gläubiger, zum anderen das so genannte Nebenschuldverhältnis zwischen Schuldner und Bürgen.

Bankbürgschaft für die Mietabsicherung

Das beste Beispiel für eine private Bankbürgschaft ist die Mietabsicherung. Heutzutage ist es üblich, bei Abschluss eines Mietvertrages eine Mietkaution zu vereinbaren. Dabei wird ein individueller Kautionsbetrag zur Absicherung von möglichen künftigen Forderungen aus Mietschulden oder Reparaturkosten vereinbart. Meist wird dieser Betrag in Form eines Mietkautionskonto bei einer Bank angelegt. Eine Alternative zu dieser Kautionsart bietet die Bankbürgschaft.

Der Vorteil für den Mieter besteht darin, dass er den Kautionsbetrag nicht bar hinterlegen muss und er somit weiterhin liquide bleibt. Stattdessen wird für die Übernahme der Bürgschaft eine Provision fällig, die von Höhe und Art der Bürgschaft abhängig ist. Die maximale Höhe des Avals wird ähnlich einer Kreditlinie auf Grundlage der Bonität des Kunden festgesetzt.

Achten Sie auf das Kleingedruckte

Von Seiten des Vermieters sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Mietbürgschaft den Vermerk „auf erstes Anfordern“ enthält. Zudem sollten auf der Urkunde sowie im Vertrag alle Eventualitäten aufgeführt sein – sprich Mietausfall, Reparaturkosten, Schadensregulierung etc. Fehlen diese Angaben, kann es bei einer Inanspruchnahme des Bürgen – in diesem Falle also der Bank – zu Problemen kommen. Der Vorteil für den Vermieter besteht darin, dass mit Übernahme einer Bürgschaft durch die Hausbank gleichzeitig die Bonität des Mieters bestätigt wird. Denn wie bei anderen Krediten auch, werden diese nur nach eingehender Liquiditätsprüfung vergeben.

Liquide bleiben

Neben der Nutzung im privaten Bereich werden Avalkredite häufig im
Geschäftsbereich genutzt. Hier liegen die Gründe häufig in der Erhaltung der Liquidität sowie der anerkannten Bonitätsprüfung. Werden beispielsweise von Städten und Gemeinden größere Aufträge öffentlich ausgeschrieben, wird von den Bewerbern meist eine Bankbürgschaft verlangt. So sichern sich die Auftraggeber einerseits gegen mögliche Ausfälle ab und erhalten gleichzeitig eine Bestätigung der positiven Bonität. Dabei gibt es sowohl Bürgschaften, die über einen festen Betrag lauten, als auch Blanko-Bürgschaften, die ein grundsätzliches Vertrauen der Bank gegenüber ihrem Klienten bezeugen. Ist ein maximaler Bürgschaftsbetrag aufgeführt, handelt es sich um eine Bankausfallbürgschaft.

Die Bankbürgschaft kann auch für Existenzgründer interessant sein. Statt dringend benötigtes Startkapital zu binden, kann der Unternehmer seine Liquidität erhalten und potenziellen Neukunden anhand der Bürgschaft zugleich seine Bonität beweisen. Durch das so gewonnene Vertrauen kann die Neukundenakquise erleichtert werden und das Gründungsvorhaben positiv beeinflussen. Einziges Manko: Da sich die Bank natürlich auch für die eventuelle Inanspruchnahme absichern muss, wird die Vergabe eines Avalkredits meist vollständig in die Kreditlinie mit einbezogen, was diese entsprechend schmälert.

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