Auch bei niedrigen Bauzinsen: Vergleichen und sparen

Zinsen
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Seit Jahren bewegen sich die Hypothekenzinsen auf einem historisch niedrigen Niveau. Für Bauherren bringt dies viele Vorteile: Nie war es preiswerter, ein Darlehen zu finanzieren. Dennoch lohnt ein intensiver Vergleich der Konditionen unterschiedlicher Banken und Geldgeber.

Wer ein Haus baut, muss mit einer Investitionssumme im sechsstelligen Bereich rechnen. Angesichts solcher Summen zählt jeder halbe Prozentpunkt, den Häuslebauer bei der Baufinanzierung sparen können. Aktuell gewähren Banken und Bausparkassen günstige Konditionen und berechnen für langfristige Finanzierungen Bauzinsen in Höhe von etwa 2,5 bis 3 Prozent. Einige Anbieter gewähren Kredite mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren zu einem Zinssatz von weit unter zwei Prozent. Bauherren sollten dennoch auf Nummer sicher gehen und eine langfristige Baufinanzierung wählen. Denn wie sich das Zinsniveau in einem Jahrzehnt entwickeln wird, weiß derzeit wohl niemand zu sagen.

Bauzinsen vergleichen

Wenn Sie auf der Suche nach dem passenden Baukredit sind, sollten Sie rechtzeitig Informationen einholen und vor allem die Bauzinsen verschiedener Institute vergleichen. Damit Sie dabei nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, gibt es einige Besonderheiten, die Sie beachten sollten. So werden die Bauzinsen der Institute immer als Nominal- und als Effektivzinssatz angegeben. Ausschlaggebend ist hierbei stets der Effektivzinssatz, denn nur dieser enthält alle tatsächlichen Kosten des Darlehens und die anschließende Tilgung.

Interessieren Sie sich für die Bauzinsen im Rahmen von Kombikrediten, beispielsweise von Bausparkassen, ist der Gesamteffektivzins ausschlaggebend. Diese so genannten Gesamtkosten in Prozent enthalten zusätzlich die Sparbeiträge und Gebühren für den zugrunde liegenden Bausparvertrag.

Bauzinsen in Abhängigkeit zur Laufzeit

Ein wesentlicher Aspekt, der Einfluss auf die Höhe der jeweiligen Bauzinsen nimmt, ist die Laufzeit des Baukredites sowie etwaige Sondertilgungen, die vereinbart werden. So unterscheiden sich klassische Hypothekendarlehen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von zehn bis 20 Jahren natürlich erheblich von einer Finanzierung mit variablem Zinssatz.

Auch die Bauzinsen von Bausparkassen und Förderdarlehen unterscheiden sich in Höhe und Ausgestaltung. Während man jedoch beim Bausparvertrag auf die Zuteilung des Kredites warten muss, müssen beim Förderdarlehen zusätzliche Bedingungen erfüllt werden. So lohnt es sich durchaus, beim Vergleich der Bauzinsen sehr genau hinzuschauen. Denn nicht immer ist der vermeintlich günstigste Zinssatz auch wirklich der beste für ihre persönlichen Anforderungen.

Bauherren sollten bei der Finanzierung die richtige Mischung wählen. Zwar ist eine langfristige Zinsbindung in der Regel der sichere Weg durch die Baufinanzierung. Dennoch sollten Sie Möglichkeiten der Sondertilgung vereinbaren. Ansonsten könnte die Finanzierungsphase zu lang geraten. Außerdem lohnt es sich, eine möglichst hohe Tilgungsrate zu wählen. So verkürzt sich die Baufinanzierung ungemein.

Insgesamt ist ein Mix von verschiedenen Darlehen eine gute Möglichkeit zur Baufinanzierung. Üblich sind zum Beispiel der Einsatz von KfW-Darlehen, Bankkrediten und Bauspar-Darlehen. Mit unterschiedlichen Zinsen und Rückzahlungsmodalitäten ausgestattet, gelangen Sie so zielstrebig zur Schuldentilgung.

Bei Bauzinsen entscheidet jeder Prozentpunkt

Nur wenige Hausbauer verfügen über umfassendes Finanzwissen und somit selten über die erforderliche Geduld und Ausdauer, um sich ausgiebig über die individuell passende Finanzierung zu informieren. Oft wird auch vergessen, dass bei derart hohen Kreditbeträgen jeder Prozentpunkt der Bauzinsen entscheidend sein kann. Denn auch wenn die Bauzinsen bei Ihrer altbewährten Hausbank nur einen Prozentpunkt höher liegen, als bei einem anderen Anbieter mit gleicher Laufzeit und Zusatzleistung, kann Sie dies bei einer Darlehenssumme von 120.000 Euro bereits eine monatliche Zusatzbelastung von 100 Euro darstellen. Seien Sie also ruhig kleinlich, wenn es um Ihre Bauzinsen geht.

Beste Aussichten für die Anschlussfinanzierung

Auch wer schon seit längerer Zeit eine Immobilie finanziert, kann von dem historisch niedrigen Bauzinsen profitieren. In der Regel steht in der Baufinanzierung nach etwa zehn, 15 oder 20 Jahren eine sogenannte Anschlussfinanzierung an. Dann fällt die Zinsbindung vorhandener Kredite. Sondertilgungen werden möglich und neue Hypotheken-Darlehen müssen ausgehandelt werden. Hausbesitzer sollten die Gunst der Stunde nutzen und konsequent nachverhandeln, um sich einen möglichst attraktiven Zinssatz für die zweite Runde der Hausfinanzierung zu sichern.

Angesichts der derzeitigen Geldpolitik in Europa kann es sinnvoll sein, angespartes Eigenkapital für Sondertilgungen einzusetzen. Denn die niedrigen Kreditzinsen haben vor allem in Deutschland eine Schattenseite: Für Sparguthaben bekommt man hierzulande kaum mehr Zinsen, die oberhalb der Inflationsrate liegen.