Ein mintgrüner Stuhl steht nahe an Tischen und einer Couch in einem Retro-Wohnzimmer mit einem Bücherregal im Hintergrund.

Ideen für Wohnzimmer und Flur

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Die heutigen Ansprüche an das Wohnzimmer sind hoch: Es soll als Rückzugsort dienen, vorzeigbar sein, großzügig wirken und Gemütlichkeit ausstrahlen. Das moderne Wohnzimmer erfüllt somit viele Funktionen, die die aktuellen Einrichtungstrends aufgreifen. Kleine Räume stehen dabei vor besonderen Herausforderungen. Hier erfahren Sie, wie man seinen eigenen Stil entwickelt und die dazu passende Wohnzimmereinrichtung findet. Außerdem haben wir Tipps, wie Sie Ihren Flur einladend wirken lassen und ihn optimal nutzen können.

Essplatz, Lümmelecke, Empfangsraum – das moderne Wohnzimmer erfüllt viele Funktionen, die die aktuellen Einrichtungstrends aufgreifen. Kleine Räume stehen dabei vor anderen Herausforderungen als Multifunktionsräume. Und wie findet man seinen eigenen Stil und bringt ihn mit den aktuellen Trends zusammen? Wir haben die Antworten.

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Wohnzimmer im Wandel

Das moderne Wohnzimmer hat sich in vielerlei Hinsicht gewandelt. „In modernen Neubauten gibt es kaum noch Wände. Da verschmelzen Küche, Esszimmer und Wohnraum zu einem einzigen Raum“, sagt Ursula Geismann, Trendanalystin und Designexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie. Wo Wände fehlen, werden die Bereiche mit anderen Mitteln definiert – mit Möbeln und Teppichen. 

Auch die Nutzung des Wohnzimmers hat sich verändert. „Es ist nicht mehr der Entertainment-Raum, in dem der Fernseher den zentralen Blickpunkt darstellt. Dieser wird abgelöst von Tablet und Smartphone“, sagt Geismann. Fernsehen hat als gemeinsame Freizeitgestaltung an Bedeutung verloren, die Blickachse konzentriert sich nicht mehr auf die TV-Geräte. Im modernen Wohnzimmer lässt man Bildschirme verschwinden: „Sie verstecken sich zwischen Regalmodulen“, beobachtet Geismann.

Besuch wird heute nicht mehr auf das Sofa gebeten, sondern an den großen Esstisch. Die ausufernden Sofalandschaften verschwinden folglich, Esstische werden größer und flexibler. Sie lassen sich leicht in Größe und Höhe verändern, um sie der jeweiligen Nutzung anzupassen. Das Sofa wiederum ist der private Rückzugsraum.

Angesagte Stile und Trends

Der Blick ins moderne Wohnzimmer erscheint oft wie ein Blick in vergangene Zeiten: Das sogenannte Mid-Century-Design mit filigranen Polstermöbeln auf Beinen und zarten Vitrinen ist derzeit sehr beliebt. Das passt auch gut zur Urbanisierung und den üblicherweise geringeren Raumgrößen. Kleinere Sitzmöbel passen besser in eine kleine Großstadtwohnung als ausufernde Sitzlandschaften. Angesagt sind zudem klare Linien und kubistische Formen. Modulartige Schrank – und Regalsysteme versprechen eine hohe Flexibilität und individuelle Kompositionen.

Skandinavisches Wohnen mit hellen Möbeln und Hölzern hat sich als Einrichtungsstil etabliert. Auch das Thema Neoökologie ist weiter groß – das Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein der Konsumenten steigt, sie fordern und unterstützen Nachhaltigkeit seitens der Hersteller. Natürliche Materialien steigern bezüglich der Wohnungseinrichtung weiter ihre Beliebtheit. Holz ist immer noch der klare Favorit, doch Terrakotta und andere Naturmaterialien sind ebenfalls angesagt.

Der Trend Urban Jungle – also sozusagen den Dschungel in die Wohnung und nahe Umgebung zu holen – ist ein wichtiger Ideengeber. Der Übergang von Balkon und Terrasse zum Wohnraum wird heutzutage fließend gestaltet. Das geschieht einerseits mit Pflanzen, Kräutern und Vertikalbeeten, andererseits aber auch mit dem passenden Design, beispielsweise durch starke Blumen- und Blattmuster auf Tapeten, Teppichen und Textilien.

Haptik ergänzt Optik

Stilübergreifend lässt sich feststellen, dass moderne Oberflächen erlebbbar sein sollen. Maserungen und eine anregende Haptik sind absolut gewollt und Teil des derzeitigen Trends. Außerdem gewinnen Textilien an Bedeutung und sind ein wichtiger Teil der individuellen Dekoration. Vorhänge, Gardinen und selbstgestrickte Kissenbezüge sind in und tragen zur Gemütlichkeit bei – einem großen Bedürfnis unserer Zeit und gleichzeitig wichtigen Einrichtungsthema.

Bei den aktuellen Trendfarben ist für jeden Geschmack etwas dabei. Helle Farben sind zeitlos und passen in jedes Wohnzimmer, neu hingegen ist die Verwendung starker Farben. Dunkles Grün, knalliges Rot in Kombination mit Pink und dunkle Blautöne sind aktuell sehr beliebt. Und der Trend geht zu immer dunkleren Tönen: „Schwarz ist im Wohnzimmer extrem stark geworden, sowohl als Möbel- als auch als Wandfarbe. Auch dunkles Greige, also Grau-Beige-Töne, sind angesagt“, sagt Wohnexpertin Katharina Semling. Ihr Tipp: „Schwarz- und Grau-Töne lassen sich sehr gut mit Puder-Tönen kombinieren.“

Für alle, die Schwarz zwar schön finden, aber fürchten, dass das Wohnzimmer zu dunkel wird, gibt es eine elegante Lösung: „Man kann dunkle Möbel und dunkle Wände mit hellen Textilien und Polsterstoffen kombinieren, um Helligkeit in den Raum zu bringen“, so Semling. Prinzipiell sei es eine gute Idee, sich an neue Farbwelten vorsichtig heranzutasten. „Dann streicht man erst mal nur eine Wand und wählt die Möbel in Schwarz oder einem dunklen Flieder-Ton. Oder man kombiniert eine schwarze mit drei grauen Wänden.“ Hat man sich nach einiger Zeit daran gewöhnt, lässt sich leichter eine Entscheidung treffen.

Wertigkeit und Individualisierung

Als Einrichtungssünde gilt derzeit, auf billige oder billigwirkende Stücke zu setzen. Wertigkeit steht hoch im Kurs. Alt hingegen darf es durchaus aussehen, auch Stilbrüche sind gern gesehen. Semling rät dazu, auch mal auf dem Sperrmüll nach alten Stücken zu schauen und sie entgegen der Funktion einzusetzen – edle Klinken als Kleiderhaken, alte Schubladen als Katzenkorb. Das lockert den Gesamteindruck eines Raumes auf.

„Im Trend liegt es, etwas ganz Eigenes oder Selbstgemachtes im Wohnzimmer zu nutzen“, sagt Semling. Das können persönliche Bilder sein, ein selbst gestrickter Pouf oder ein von der Oma bestickte Kissen. Wer nicht der Do-it-yourself-Typ ist, wird auf Flohmärkten fündig. Individualität ist gefragt. „Es darf nicht aussehen wie aus dem Möbelhaus“, sagt Semling. Kombinieren – auch über Stilgrenzen hinweg – ist ausdrücklich erlaubt. Damit es nicht durcheinander gewürfelt wirkt, ist Semling zufolge ein gemeinsamer Nenner oder ein Oberthema nötig.

Den eigenen Stil finden

Wie findet man eigentlich seinen eigenen Stil? Zunächst, indem man sich umsieht, etwa bei Freunden und generell in anderen Wohnungen. Die gesammelten Eindrücke sollte man jedoch mit Vorsicht genießen: „Manchmal gefällt einem eine Wohnung, einfach weil sie sehr stimmig eingerichtet ist, man selbst würde sich mit einem solchen Wohnstil längerfristig in den eigenen Räumen aber nicht wohlfühlen“, sagt Trend- und Einrichtungsexpertin Gabriela Kaiser. Wichtig sei es daher, zunächst seine Grundbedürfnisse herauszufiltern.

Drei verschiedene Einrichtungstypen beobachtet Kaiser: „Der Purist mag coole Farben, geradlinige Formen, mag es ein bisschen kantig und benötigt wenige Dinge, aber viel Platz. Er fühlt sich in einem coolen, modernen Ambiente wohl.“ Anderen Typen wäre das zu clean. „Manche Menschen bevorzugen eine natürliche und warme Einrichtung. Sie brauchen viel Holz, viele Pflanzen, zu ihnen passt Terrakotta sehr gut.“ Der dritte Typ mag es total dekorativ. „Da muss ganz viel passieren, viel herumstehen. Sie brauchen opulente Formen und viele Farben.“ Zudem gebe es viele Mischtypen, bei denen ein Stil oft etwas stärker ausgeprägt ist, so Kaiser. Die wichtigste Frage, die man sich vor dem Einrichten stellen solle: Wie kühl oder warm brauche ich es? Wie viel Raum oder Enge benötige ich, um mich wohlzufühlen?

Mood Board: Hilfe bei der Einrichtung und Dekoration

Bei der Frage nach der passenden Einrichtung und Dekoration kann ein sogenanntes Mood Board helfen. Dafür schaut man einen Stapel Zeitschriften und Einrichtungskataloge durch und reißt alles raus, was einem gefällt und – vor allem emotional – anspricht: Möbel, Kleidung, Dekorationsartikel. „Auch Autos können dabei sein“, sagt Semling. Die so entstehende Collage vermittelt einen guten Eindruck des persönlichen Stils. „Was für Farben und Materialien sehe ich da? So kommt man dem eigenen Geschmack und Bedürfnis sehr nahe“, sagt Kaiser. Semling gibt ein Beispiel: „Wessen Mood Board nur Schwarz-Weiß zeigt, sollte seine Wohnung wirklich nicht allzu bunt einrichten.“

Tipps für große Räume

„Bei großen Räumen ist es wichtig, Struktur hineinzubringen“, sagt Kaiser. Dafür ist besonders der Boden wichtig. Wo sich ein Holzboden über die gesamte Fläche zieht, schaffen Teppiche abgegrenzte Areale. „Ein frei im Raum stehender Esstisch wirkt wie abgestellt. Ein Teppich unter dem Tisch gibt dem Ensemble Halt“, erklärt Kaiser.

Auch Möbel helfen dabei, Abgrenzungen zu ziehen. Raumteiler erleben derzeit eine kleine Renaissance. Moderne Grundrisse lassen sich nicht mehr mit alten Stellgewohnheiten vereinbaren. Sofas stehen heute nicht mehr nur an der Wand, sondern machen sich sehr gut mitten im Raum. Ein Teppich davor gibt Halt. Auch Licht kann bestimmte Areale vorgeben. Klassischerweise betont der Lichtkreis einer Lampe über dem Esstisch den Bereich und grenzt ihn optisch ab.

Tipps für kleine Räume

Kleine Räume sind eine Herausforderung, schließlich muss ein Wohnzimmer allerlei Funktionen erfüllen und soll gleichzeitig nicht vollgestopft wirken. Daher rät Semling auch im kleinen Wohnzimmer zu Inseln. „Alles liegt dort, wo es hingehört. Alles, was zu den Medien gehört, beim Fernseher. Kissen und Decken auf oder neben dem Sofa“, sagt Semling. Ordnung sei in kleinen Räumen besonders wichtig. „Das muss überhaupt nicht minimalistisch und leer sein oder unkreativ wirken. Es erleichtert dem Auge lediglich, sich zurechtzufinden.“

Einen großen Anteil an der Wirkung eines Raumes hat auch die Möbelwahl. „In kleinen Räumen ist es wichtig, Möbel zu wählen, die kein zu großes Volumen haben und zu viel Raum einnehmen. Eine Couch, die auf Füßen steht, wirkt luftiger als ein Sofa, das bis zum Boden reicht“, erklärt Kaiser. Auch Vitrinen, Schränke und Regale wirken leichter, wenn sie auf dünnen Beinen stehen. Sideboards lassen mehr Luft zum Atmen als hohe Schränke. Transparente Materialien wie Acryl wirken luftig. Alles, was nicht schön, aber notwendig ist, sollte verschwinden. Der Kabelsalat etwa wird mit unauffälligen Boxen unsichtbar.

Textilien: Wichtig für die Raumatmosphäre

„Textilien sind wichtig, um die Atmosphäre eines Raumes zu gestalten“, sagt Geismann. Zudem sind sie schnell ausgetauscht und eigenen sich daher sehr gut für kleine Experimente, wenn man den Wohnstil verändern möchte. Auch für die saisonale Gestaltung sind Textilien perfekt: Während der Weihnachtszeit darf es gemütlich zugehen, im Frühling frisch und floral. Manchmal reicht es schon, Kissenbezüge zu tauschen.

Beleuchtung wird oft unterschätzt

Immer wieder unterschätzt für die Wirkung eines Zimmers wird die Beleuchtung. Das passende Licht eignet sich, um Inseln zu schaffen, die Atmosphäre eines Raumes zu ändern und die Stimmung zu beeinflussen. „Deckenleuchten tragen nicht zur Entspannung bei“, sagt Geismann. Im besten Fall lässt sich das Licht verändern, passend zur Tageszeit und Gemütslage.

Eine gute Planung der Beleuchtung ist sinnvoll. Statt zur ersten Deckenleuchte zu greifen, sollte man sich klar darüber sein, welche Bereiche im Wohnzimmer wie betont werden sollen. „Eine gemütliche Stehlampe mit angenehmer Lichttemperatur für die Leseecke, für die Decke etwas Grundbeleuchtung und eine Leuchte über dem Esstisch. Mindestens drei Lichtquellen auf unterschiedlichen Ebenen sollten es schon sein“, sagt Geismann. Die Expertin empfiehlt jedoch weitere Lichtquellen. LED-Leuchtbänder etwa können einzelne Möbel betonen und eine einfache Tischlampe auf dem Boden sorgt für eine angenehme Stimmung.

Kleinere Möbel, mehr Vielfalt, mehr Flexibilität – Individualität steht 2021 auch bei den Wohnzimmermöbeln sehr hoch im Kurs. Das schafft Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. Wir fassen zusammen, wie sich das Design verändert, welche Möbel im Trend liegen und wie eine gelungene Wohnzimmereinrichtung gelingt.

Modernes graues Ecksofa steht in einem Wohnzimmer vor großen bodentiefen Fenstern.
© CARA by Rolf Benz / www.rolf-benz.com

Individuelle Vielfalt bei der Einrichtung

Den einen großen Einrichtungstrend gibt es aktuell nicht. Stattdessen ist Vielfalt angesagt, Individualität gefragt. Dennoch gibt es Grenzen: „Die Wohnwand ist schon lange tot“, sagt Wohnexpertin Katharina Semling. Stauraum bleibt jedoch auch im modernen Wohnzimmer ein Thema. Eine Lösung bieten modulartige Möbel und Regalsysteme, die derzeit absolut angesagt sind. Sie zeichnen sich besonders durch ihre hohe Flexibilität aus. Die Möbel lassen sich fasst uneingeschränkt nach dem eigenem Bedarf und den jeweiligen Möglichkeiten auswählen und positionieren. Da der Platz in Großstadt-Wohnzimmern häufig sehr beschränkt ist, können beispielsweise an der Wand hängende Regalelemente mit Lowboards und schmalen Stehschränkchen kombiniert werden

Generell werden die Möbel kleiner. Designer setzen auf der einen Seite stark auf klare, kubistische Formen. Auf der anderen Seite sind verspielte Sideboards und Vitrinen zu finden, die an das Design der 1940er bis 1960er Jahre angelehnt sind. Das ist so gewollt, denn Vintage ist in und setzt sich auch bei Wohnzimmermöbeln durch. Das entspricht nicht nur einem Lebensgefühl, das sich nach Stabilität und Bekanntem sehnt, sondern auch den Herausforderungen kleiner Wohnungen in Großstädten entspricht.

Tipp: Überlegen Sie sich zuvor, wie viel Stauraum Sie benötigen. Meistens ist es am Ende mehr als gedacht. Kalkulieren Sie, wenn möglich, ein wenig Puffer ein. Planen Sie vor dem Kauf die Elemente an der Wand, etwa durch eine einfache Zeichnung oder ein Computerprogramm. Lassen Sie beim Entwurf auf jeden Fall etwas Luft. Modulartige Möbel können nur dann wirken, wenn Sie nicht zu eng gesetzt sind. Wer viel unterzubringen hat, setzt lieber auf einen Schrank mit möglichst unauffälliger Oberfläche, die mit der Wand verschmelzen kann.

Sofas verändern Form und Funktion

Sofas sind aus dem Wohnzimmer nicht wegzudenken, aber sie verändern ihre Form und Funktion. Ausufernde Sitzlandschaften sind out. Vielmehr setzt sich der Trend zum Midcentury-Design durch: Kleinere Sofas, die auf Beinen schweben und dadurch filigran wirken. „Sie bieten einen hohen Sitzkomfort, da sie weich gepolstert sind, aber eine recht hohe Sitzhöhe haben“, sagt Ursula Geismann, Trendanalystin vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Mit einem Sofa kommt man in der Regel nicht aus, häufiger werden zwei Sofas oder ein Sofa und ein Sessel kombiniert.

Generell sind die ästhetischen Ansprüche an ein modernes Sofa gestiegen. „Sofas müssen auch von hinten schön sein“, sagt Geismann. Denn die Sitzmöbel werden nicht mehr automatisch an die Wand gestellt, sondern häufig auch mitten im Raum positioniert. Geschuldet ist dies den Grundrissen moderner Neubauten, in denen Küche, Wohn- und Esszimmer miteinander verschmelzen und Wände fehlen. Zudem fungieren moderne Sofas sind nicht mehr nur als einfache Sitzgelegenheiten. Sie sollen eine höhere Funktionalität bieten. „Abnehmbare Lehnen, eine verstellbare Kopfhöhe und veränderbare Sitztiefen sind nichts Ungewöhnliches mehr“, so Geismann.

Das Sofa ist der private Rückzugsraum, der vor allem gemütlich sein soll. Freunde und anderen Besuch lädt man eher an den großen Esstisch ein. Fernsehen als gemeinsame Freizeitgestaltung verliert an Bedeutung, das TV-Gerät ist nicht mehr der Blickpunkt im Raum. „Es wird abgelöst von Tablet und Smartphone“, sagt Geismann. „Als Gegenstück zur virtuellen Welt bieten die textilen Oberflächen eine starke Haptik.“ Samt, Cord und Bouclé sind derzeit angesagt Stoffe.

Beistelltische sind wieder angesagt

Der große Wohnzimmertisch wird ersetzt durch viele kleine Beistelltische und einen massiven Esstisch – jedenfalls da, wo der Raum es erlaubt. Der Platz ist in Stadtwohnungen oft beschränkt, daher gewinnen Multifunktionsmöbelzunehmend an Bedeutung. „Tische, die sich leicht in Größe und Höhe verstellen lassen, kommen immer stärker“, sagt Semling. Esszimmertische sind ausklappbar oder verschwinden sogar ganz im Regal.

Vor dem Sofa sind kleine, filigrane Beistelltische angesagt. Sie können aus Drahtgeflecht sein, Messing oder Holz. Sie wirken kühl und modern oder ganz natürlich. Auch Satztische – also drei oder mehr übereinander stapelbare Tische – sind in. Die kleinen Abstellgelegenheiten dürfen auch gern aus unterschiedlichen Materialien bestehen, sind rund oder quadratisch. „Eine echte Wiederentdeckung sind Servierwagen. Sie sind flexibel und relativ klein und lassen sich ganz unterschiedlich nutzen“, sagt Semling.

Haptik gewinnt an Bedeutung

Als Reaktion auf die immer präsenter werdenden virtuellen Welten gewinnt Haptik bei der Einrichtung an Bedeutung: Edles Holz, künstliche Oberflächen, die täuschend echt Holzmaserung imitieren und Stoffe, die auffallen und alle Sinne ansprechen, sind derzeit stark vertreten. Wertigkeit steht hoch im Kurs. Möbel – und ebenfalls die Dekoration – dürfen zwar alt aussehen, aber nicht billig.

Individualität ist das wichtigste Prinzip

Das beherrschende Thema ist und bleibt die Individualisierung. Nichts soll von der Stange sein: „Diese Zeiten sind endgültig vorbei“, sagt Geismann. Die Einrichtung darf nicht wie aus dem Katalog wirken, die persönliche Note muss jederzeit erkennbar bleiben. Entscheidend ist auch im heimischen Wohnzimmer die passende Kombination verschiedener Elemente. Damit der Mix gelingt, gibt es ein paar Grundregeln.

  1. Möbel aus einem Guss sind passé. Das wirkt eintönig und langweilig. Es muss aber umgekehrt auch nicht der ganz wilde Mix sein. Werten Sie Ihr Wohnzimmer lieber mit Einzelstücken auf. Die dürfen vom Flohmarkt und alt sein oder ein ganz besonders edler oder aus der Zeit fallender Sessel. Sie sollten das Teil nur wirklich mögen und es sollte Ihren Geschmack widerspiegeln, Erinnerungen wecken oder emotional ansprechen. Andernfalls wirkt es am Ende wie ein Fremdkörper.
    Für den kleinen Stilbruch muss nicht immer ein Möbelstück herhalten. Auch ein besonders opulenter Teppich zu modern-kühlen Möbeln oder ein gehäkeltes Kissen können eine Einrichtung aufwerten.
  2. Fünf verschiedene Möbel, fünf verschiedene Stile und Materialien? Das kann durchaus funktionieren, ohne chaotisch zu wirken. Sie sollten dabei jedoch eine Grundregel beachten: Es braucht einen Rahmen, der die Stücke verbindet. Das kann etwa die Farbe der Möbel sein oder das Material. „Wer auf Holz setzt, sollte sich entweder für dunkles oder helles Holz entscheiden, da eine Mischung aus beidem schwierig ist“, sagt Semling.
  3. Nicht immer sieht in der Realität alles so schön aus, wie man sich das ursprünglich gedacht hat. Dennoch sollten Sie zumindest einen Versuch wagen und experimentieren. Zeigen Sie ein bisschen Mut und ändern Sie einfach wieder, was Ihnen nicht gefällt. Nur so können Sie Ihren eigenen Stil entwickeln.

Tipps für kleine Wohnzimmer

Die Möbel werden generell kleiner, was insbesondere dem Trend zum Leben in kleinen Stadtwohnungen geschuldet ist. Allzu kleinteilig sollte es in eher kleinen Wohnzimmern jedoch nicht werden, sonst droht der gegenteilige Effekt: Wo viel passiert, entsteht der Eindruck von Enge. „Schlichte, helle Möbel tun für kleine Wohnzimmer sehr viel“, sagt Semling. „Sie bieten dem Auge weniger Informationen, die es verarbeiten muss. Dadurch entsteht eher der Eindruck von Weite, während viele Informationen die Wahrnehmung stark fordern und einen Raum automatisch enger erscheinen lassen.“ Aus dem gleichen Grund rät Semling von zu viel Nippes ab. „Wenige und helle Farben und schlichte Formen helfen dabei, ein Zimmer größer erscheinen zu lassen.“

Auch Möbel für Tiere werden schicker

Tierhalter kennen das Dilemma: Die Wohnung ist stilvoll eingerichtet, aber der Katzenkratzbaum will so gar nicht zur restlichen Einrichtung passen und lässt sich bestenfalls als funktional beschreiben. Doch das muss heute nicht mehr sein. „Es tut sich sehr viel auf dem Heimtiermöbelmarkt. Mittlerweile gibt es auch viele hübsche Möbel für Vierbeiner“, sagt Semling. Ob cool und modern oder romantisch-verspielt, für jeden Einrichtungsstil lässt sich das Passende finden.

Die Mieten in Deutschlands Metropolen explodieren und in vielen Wohnungen herrscht Platzmangel, weil ein größeres Zuhause schlicht zu teuer ist. Da muss die Einrichtung mehr können. Das haben auch die Möbelhersteller begriffen und schaffen, wonach die Kunden verlangen: Möbel, die möglichst wenig Platz einnehmen, gleichzeitig möglichst viele Funktionen erfüllen – und dabei gut aussehen. Wir geben Ihnen einen Überblick der wichtigsten Trends bei den funktionalen Möbeln.

Flexible und funktionale Wohnlandschaft von IKEA
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Technisierung und Urbanisierung bestimmen Trends

Die großen Wohntrends unserer Zeit sind eng verbunden mit einer Technisierung und Urbanisierung. Die Menschen zieht es in die Großstädte, viele leben als Singles. Ergo wird Wohnraum in den Metropolen knapper und teurer, die Menschen können sich immer weniger Raum zum Leben leisten.

Gleichzeitig nehmen die Besitztümer und die Ansprüche ans Wohnen jedoch nicht ab. Es braucht also geschickte Lösungen. Und so sind vor allem zwei Tendenzen auszumachen: High-Tech-Entwicklungen im Luxussegment und praktische Multifunktionslösungen. Vor allem letztere dürften in den nächsten Jahren immer öfter angeboten werden und auch für Durchschnitts-Haushalte erschwinglich werden.

Funktionale Möbel sollen genügend Stauraum bieten

„Ein großes Thema bei den aktuellen Möbeltrends ist Stauraum“, beobachtet Ursula Geismann, Trendanalystin und Designexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie. Denn der ist vor allem in kleinen Wohnungen eng bemessen. „Da wird jede Ecke ausgenutzt“, sagt Geismann. Ein Beispiel sind Betten: Viele Modelle dienen heute nicht nur zum Schlafen, sondern bieten auch versteckten oder sichtbaren Stauraum – etwa unter der Matratze, die sich mit dem Lattenrost mit einem Griff hochklappen lässt. Das ist teils selbst bei Polsterbetten möglich.

An diesem Platz lassen sich leicht Ersatzdecken oder Saisonkleidung verstauen. Andere Varianten sind Betten mit integrierten Regalen oder Schränkchen im Kopfteil. Das ist praktisch und sieht sehr schick aus. Solche Betten sind nicht nur ideal für kleine Jugendzimmer oder das Studentenappartement, sondern auch für Schlafzimmer in kleinen Großstadtwohnungen.

Sofa: Sitzen alleine reicht nicht mehr

Auch die Couch wird häufig als Funktionsmöbel angeboten, sitzen alleine reicht heute nicht mehr aus. Sofas sind Lümmelräume und manchmal auch technische Spielgeräte. Damit sie voll genutzt und für verschiedene Bedürfnisse umgestaltet werden können, bieten die Hersteller immer mehr Sitzgelegenheiten an, die sich individuell be- und verstellen lassen: Bereiche fürs bequeme Sitzen, ausziehbare Fußablagen, Zonen zum Liegen.

Zudem bietet der Markt Sofas an, die den Beistelltisch direkt integriert haben. Die Couch kann aber auch zum Aufbewahrungsmöbel werden – für Gäste unsichtbar lassen sich etwa in breiten Lehnen Textilien oder Bücher unterbringen. Aber auch High-Tech-Sofas mit eingebauten Lautsprechern sind zu haben. Ob das zulasten der Wiedergabequalität geht und der eingesparte Platz dieses Manko ausgleichen kann, ist eine persönliche Entscheidung. Etwas Besonderes ist ein Multifunktions-Möbel allemal.

Möbelstücke müssen flexibel sein

„Die Wohnungen und Eigenheime werden in jüngster Zeit vermehrt mit offenen Grundrissen gestaltet. Damit will man sich in seinen Funktionsbereichen nicht festlegen und flexibel bleiben“, sagt Geismann. Der Wohnraum kann so immer wieder den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden. Einbauwände sind dagegen aus der Mode gekommen. Durch die offenen Grundrisse werden andere Lösungen favorisiert, um Bereiche voneinander zu trennen: „Ein Raumteiler kann von der einen Seite Garderobe für den Flurbereich sein und von der anderen Seite als Aufhängung für einen Flachbild-Fernseher dienen“, so Geismann.

Sideboards sind gleichzeitig TV-Möbel – das Gerät lässt sich ein- und ausfahren und bleibt dadurch unsichtbar, solange es nicht benötigt wird. Verstecken ist generell ein Thema: Moderne Technik ermöglicht es, via Bluetooth auf Kabel zu verzichten. Hauchdünne Lautsprecher verbergen sich hinter Tapeten. Extras, die momentan noch extravagant sind. Doch auch im nicht ganz so luxuriösen Bereich gehören diese Extras in einigen Jahren vielleicht zum Standard.

Möbel auf Rädern

Seit einigen Jahren ist der Trend zu beobachten, dass Möbelstücke kleiner werden. So lassen sie sich leichter transportieren und umstellen. Designer haben diese Entwicklung vorangetrieben und setzen immer mehr auf Möbel auf Rädern: TV-Bänke, Regale, Raumteiler und große Tische lassen sich – mit Rollen versehen – auch ohne Hilfe leicht von einer in die andere Ecke oder ins nächste Zimmer verschieben. Damit kann ein recht kleines Möbelstück gleich mehrere Funktionen übernehmen, etwa als Bücherregal, Beistelltisch oder Ergänzung zum Esstisch.

Auch Tische werden variabler

Roll- und größenverstellbare Tische können je nach Bedarf fürs Frühstück, für das große Dinner mit Freunden im Wohnzimmer oder für die gemeinsame Erledigung der Hausaufgaben der Kinder nahe am Fenster genutzt werden. So lässt sich das gleiche Möbelstück mehrfach einsetzen, ohne zu viel Platz wegzunehmen.

Generell sind Tische dieses Jahr in den Fokus der Hersteller gerückt, schließlich sind sie oft groß und sperrig, aber in jeder Wohnung unverzichtbar. Verstellbare Tische gehören immer mehr zum Standard, die Möglichkeiten sind vielfältig. Ausziehen, ausklappen oder den Tisch gleich ganz verschwinden lassen, indem er an die Wand geklappt wird oder in der Kücheneinrichtung verschwindet – wer sich umsieht, findet die passende Lösung.

Kleine Arbeitsplätze für den Laptop lassen sich mittlerweile bei mehreren Herstellern finden: Versteckt im Regal oder in den Schrankmöbeln nehmen sie keinen Platz weg und tauchen nur auf, wenn sie gebraucht werden. Tisch oder Sideboard – das ist vor allem in kleinen Wohnungen die Frage. Das Unternehmen „Collection C“ etwa beantwortet sie mit der Serien „flexx“: Kommoden und Sideboards in modernem und zeitlosen Design lassen sich mit einem Handgriff um einen Tisch ergänzen. Dieser ist in dem Möbel verborgen und verwandelt sich auf Rollen herausgezogen schnell in einen kleinen Essplatz, einen Sekretär oder eine Schminkecke.

Ein weiteres Trendthema sind höhenverstellbare Tische. Und damit ist nicht nur der mitwachsende Schreibtisch für das Kinder- oder Jugendzimmer gemeint. „Das bessere Sitzen ist das Stehen. Die Menschen wissen das mittlerweile sehr genau und versuchen das auch umzusetzen“, sagt Geismann. Daher sind Tische, die sich nicht nur in ihrer Größe, sondern auch in der Höhe verstellen lassen, stark im Kommen. Sie lassen sich als Stehpult, Bar, Arbeitsplatz oder Bistrotisch nutzen. „Höhenverstellbare Elemente sind auch in der Küche wichtig“, sagt Geismann.

Mehr Flexibilität in der Küche

Die Kücheneinrichtung ist traditionell langlebig und wenig beweglich. Gleichzeitig schränken Wasser- und Stromanschlüsse die Stellmöglichkeiten ein. Doch es kommt Bewegung in den Markt, denn auch in der Küche wünschen sich die Menschen Flexibilität. Zudem wachsen Wohnzimmer und Küche in modernen Bauten zusammen. Außerdem wollen auch kleine Küchenräume ausgeschöpft werden, ohne dabei vollgestellt zu wirken.

Sehr beliebt sind daher ergänzende Arbeitsplatten, die sich, solange sie nicht benötigt werden, platzsparend und unauffällig im Küchenschrank verstecken lassen. Ausgezogen kann die Platte beispielsweise zum Gemüseschneiden oder für ein schnelles Mittagessen genutzt werden. Im Trend liegen außerdem hochklappbare Tischlösungen, die im Küchenregal stecken.

Funktionale Lösungen bietet in der Küche vor allem der technische Bereich. So werden unsichtbare Induktionskochfelder beliebter, die sich komplett in der Arbeitsplatte verstecken: Erst Salat vorbereiten, dann am gleichen Ort das Steak braten – so wird wenig Raum optimal genutzt.

Multifunktionsmöbel für ältere Menschen

Interessant sind Multifunktionsmöbel nicht zuletzt auch für ältere Menschen. Doch in diesem Marktsegment sieht Trendanalystin Geismann noch Potenzial. „Die Möbelhersteller haben da lange den Pflegebereich vor Augen gehabt. Diese Möbel sind oft praktisch und funktional, aber eben nicht ansprechend“, sagt Geismann. Dabei würden sich die Ansprüche an das Design im Alter gar nicht ändern: Funktional, aber weiterhin schön soll es auch für Senior:innen sein. „Da wird noch einiges an Entwicklung kommen“, ist sich Geismann sicher.

Die ersten Ansätze sind bereits da: „Herunterfahrbare Küchenmöbel oder auch mit einem Rollstuhl unterfahrbare Arbeitsplatten können Senioren ein längeres und selbstständiges Leben im Zuhause ermöglichen“, so Geismann.

Wer sich entscheidet, anstelle eines 08/15-Modells ein Designer-Sofa zu kaufen, will nicht irgendein praktisches Polstermöbel, sondern etwas Besonderes: Einen extravaganten, dennoch gemütlichen und qualitativ hochwertigen Mittelpunkt fürs Wohnzimmer. Was Sie beim Kauf und bei der Pflege von Designer-Sofas beachten sollten, erfahren Sie hier.

Rosa Designer-Sofa "Join" von Fritz hansen
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Innen hochwertig

Der Begriff „Designer-Sofa" ist nicht geschützt. Schließlich wird ja jedes Möbelstück irgendwann „designt". Doch wird auch günstige Importware etwa aus Asien als solche angeboten – obwohl die Materialien minderwertig und nachlässig hergestellt sein können.

Ein ersten Hinweis auf die Qualität bietet der Preis: Gute Materialien und eine entsprechende Verarbeitung sind nicht günstig. Dafür halten echte Designer-Sofas auch länger und die Hersteller geben Ihnen dementsprechend einen längeren Garantiezeitraum. Designer-Sofas glänzen also nicht nur bei der äußeren Erscheinung, sondern bieten auch ein hochwertiges Innenleben.

Umgekehrt bedeutet das zwar nicht, dass Sofas für wenige hundert Euro schlecht sein müssen. Als Designer-Sofas kann man sie aber sicherlich nicht bezeichnen.

Außen schick und außergewöhnlich

Ob Sie das Design überzeugt, ist Geschmackssache. Gemein haben Designer-Sofas, dass sie sich augenscheinlich von den Massen-Modellen unterscheiden. Sie überzeugen mit liebevollen Details, ungewöhnlichen Formen, modernen Bezügen oder besonderen Funktionen, etwa dass mehrere Stücke zu individuellen Sofa-Landschaften zusammengestellt werden können.

Designer-Sofas sind oft optisch auffallend und nehmen nicht nur in Metern gemessen viel Raum ein. Sie sollten daher in Szene gesetzt werden und nicht mit zu vielen anderen auffälligen Möbeln konkurrieren müssen.

Ein gutes Designer-Sofa erkennen

Selbst wenn mehrere Personen darauf sitzen, verrutscht bei einem qualitativ hochwertigen Sofa der Bezug nicht. Der Rahmen ächzt oder quietscht nicht und die Polsterung bleibt in Form. Das liegt daran, dass die Hersteller auf hochwertige Materialien und Wertarbeit achten. Haustierbesitzer:innen sollten beim Bezug darauf achten, dass sich Tierhaare leicht entfernen lassen.

Produktdesigner stecken viel Mühe in den Entwurf. Steht die Idee, prüfen Hersteller die Umsetzbarkeit, immer wieder wird der Entwurf verbessert und werden Schwächen in Bezug auf Verarbeitung und Nutzbarkeit ausgemerzt. Bis ein Designer-Sofa für den Markt produziert wird, vergehen Monate.

Dabei wird jeder Produktionsschritt sorgfältig und mit besten Materialien durchgeführt – davon kann man bei einem günstigen Sofa nicht ausgehen. Ein Designer-Sofa können Sie mit etwas Erfahrung an den folgenden Kriterien erkennen:

  • Der Rahmen als Skelett des Sofas besteht aus Massivholz, zumindest die tragenden Teile.
  • Die Verbindungen sind verdübelt oder verschraubt, nicht verklebt.
  • Wird Leim verwendet, ist er frei von Giftstoffen.
  • Die Unterfederung an der Rahmenkonstruktion besteht aus Stahlwellenfedern oder elastischen Gurten. Sie ist sorgfältig gespannt und zum Beispiel mit Kokos- oder Filzmatten abgedeckt. So entstehen keine Geräusche und die Abnutzung wird verzögert.
  • Die Polsterung besteht oft aus Federkern. Darauf folgen Schaumstoffelemente (giftstofffrei und atmungsaktiv). Der Härtegrad unterscheidet sich. Je mehr Schichten es gibt, desto formbeständiger ist das Sofa. Es gilt: Je fester, desto besser. Formstabiler Sitzflächenschaum wiegt mindestens 35 Kilogramm pro Kubikmeter. Fester Schaum ist stabiler, weicheres Material wirkt allerdings oft bequemer.
  • Der Bezug – ob Leder, Stoff oder Kunststoff – ist scheuerfest und fleckenresistent und manchmal sogar zum Waschen abnehmbar.

Sofa-Designer in Deutschland meist Familienunternehmen

Designer-Sofas „Made in Germany“ gibt es zum Beispiel von traditionellen Familienunternehmen wie Bretz, Brühl, Cor, Hülsta, Koinor, Machalke, Rolf Benz oder W. Schillig. Sie lassen aus Überzeugung in Deutschland fertigen und erfüllen hohe Produktionsansprüche.

Mediterrane Design-Innovationen und ebenfalls hochwertige Verarbeitung gibt es aber auch aus anderen Ländern, zum Beispiel Italien. Topmarken sind hier Molteni, Cassina, B & B Italia und Moroso. Zeitloses Design stammt oft aus Skandinavien, bei Sofas zum Beispiel von Bolia oder Studio Copenhagen.

Schlafsofas gehören zu den Klassikern unter den multifunktionalen Möbeln. Ausklappen, schlafen, einklappen. Im besten Fall verwandelt sich ein Schlafzimmer so innerhalb von Sekunden in einen ordentlichen Wohnraum. Schlafsofas gibt es in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten. Für wen sich Schlafsofas eignen und worauf man beim Kauf achten sollte, fassen wir hier zusammen.

Flexible Wohnlandschaft von IKEA
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Bedeutung von Schlafsofas ändert sich

Die Bedeutung von Schlafsofas hat sich in den letzten Jahren gewandelt. „Lange Zeit dienten Schlafsofas lediglich der Übernachtung von Gästen. Doch die Qualität und das Angebot ist insbesondere in den letzten Jahren enorm gewachsen“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Vor allem in kleinen Stadtwohnungen ist das wandelbare Möbelstück sehr beliebt.

Vorteile von Schlafsofas

Der größte Vorteil von Schlafsofas liegt in ihrer Multifunktionalität. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele tolle und sehr funktionale Schlafsofas es derzeit gibt und wie viel Stauraum manche bieten“, sagt Designerin Katharina Semling. Auf diese Weise sparen sie viel Platz. Zudem können sie sehr schick aussehen. Vielen Modellen sieht man ihre mehrfache Nutzbarkeit gar nicht an.

Schlafsofas eignen sich sehr gut als Gästebett, werden aber häufig auch von den Hausherren selbst benutzt. „Man mag ja nicht immer im Bett liegen. Wenn man mal richtig krank ist, ist man froh, sich auch mal im Wohnzimmer hinlegen zu können“, sagt Semling. Insbesondere in kleinen Appartements dienen Schlafsofas auch als dauerhafter Ersatz für ein Bett. So kann das Zimmer tagsüber als Wohnraum dienen und nachts als Schlafraum. Deshalb sind Schlafsofas besonders bei Studenten sehr beliebt, die meist mit wenig Platz auskommen müssen – ob im Wohnheim oder in einer WG. Auch in Jugendzimmern stehen häufig Schlafsofas.

Nachteile von Schlafsofas

„Auch wenn die Qualität der Möbel enorm gestiegen ist, ein hochwertiges Bett ist etwas anderes“, sagt Geismann. Ihrer Erfahrung nach eignen sich Schlafsofas eher für ein temporäres Schlafen und für junge Menschen. „Senioren würde ich auf jeden Fall ein Bett empfehlen.“ Auch Familien rät Geismann von Schlafsofas ab: „Kleine Kinder springen gerne auf Betten herum, dafür sind die meisten Schlafsofas nicht stabil genug.“

Dass Matratze und Bettzeug nicht belüftet werden, wenn sie im Möbel verschwinden, ist ein weiteres Manko von Schlafsofas. Sie sollten daher vor dem Zusammenbauen des Schlafsofas Decken und Matratze unbedingt ausreichend lüften und nicht sofort nach dem Schlafen verschwinden lassen.

Drei Grundtypen von Schlafsofas

Es gibt im Handel sehr viele Varianten von Schlafsofas, doch grundsätzlich lassen sich drei Grundtypen ausmachen:

  • Querschläfer
    Das Sofa wird nach vorne ausgeklappt. Man schläft mit dem Kopf in Richtung Rückenlehne. Dabei gibt es verschiedene Ausführungen und Qualitäten. Sowohl teurere Sofas mit Lattenrost, als auch sehr preiswerte Modelle, bei denen die Matratze direkt auf den Boden gelegt wird. Diese besteht meist aus einfachem Schaumstoff. „Sofas mit der Matratze direkt auf dem Boden eignen sich im besten Fall für Gäste, aber nicht zum Dauerschlafen. Sie sind ergonomisch ungünstig und es fehlt eine Belüftung von unten. Da ist kein gesunder Schlaf möglich“, sagt Geismann. Außerdem ziehe es am Boden meist, was sich nicht sehr gesundheitsförderlich auswirke. Sofas, die nach vorne ausgezogen werden, sind oft schmal, benötigen aber den entsprechenden Raum für die Schlaffunktion.

  • Längsschläfer
    Diese Sofas benötigen meist weniger Platz und können an einem festen Ort stehenbleiben. In der Regel wird die Rückenlehne durch Umklappen zur Schlaffläche. Es handelt sich um recht breite Sofas, da die volle Länge schon beim Sitzen erreicht ist. Armlehnen werden zum Schlafen oft abgenommen oder umgelegt.

  • Umbaubare Wohlandschaften
    Bei umbaubaren Wohnlandschaften werden Polstergarnituren in L- oder U-Form in eine Schlafgelegenheit verwandelt, indem ein Seitenteil vor die Sitzfläche geschoben wird. „Verbindungsstücke aus Metall oder Stoff verhindern, dass sie auseinander rutschen. Diese Sofas sind perfekt zum Schlafen geeignet“, sagt Geismann. Es gibt sie mit Schlafflächen, die sich für eine, aber auch zwei Personen eignen. Der Tisch vor dem Sofa sollte leicht beweglich sein, da für den Umbau Platz notwendig ist.

Neu auf dem Markt: Schlafsessel

Eine Neuheit auf dem Markt sind Schlafsessel. Sie lassen sich so umbauen, dass eine schmale Liegefläche entsteht. „Für Kinder als Gäste oder eine einzelne Nacht kann ein Schlafsessel eine super Lösung sein. Aber für ältere Menschen oder häufigeres Schlafen eignen sich Schlafsessel nicht“, so Semling. „Das Problem ist, dass man sich wie ein Baby in seine Decke einwickeln muss, weil diese sonst an den Seiten herunterfällt. Das ist nicht für jeden etwas.“ Wie auch bei den Schlafsofas gebe es sowohl sehr hohe als auch recht niedrige Qualität auf dem Markt. Entscheidend seien die verwendeten Materialien und die Funktionalität.

Große Bandbreite an Materialien

Die Bandbreite an Materialien, die für Schlafsofas genutzt werden, ist groß. Ob es lieber ein Holz- oder Metallgestell sein soll, ist in erster Linie eine persönliche Frage. Entscheidend für den Schlafkomfort ist die Qualität der Matratze. „Es gibt Matratzen mit Federkern. Diese müssen aber für die Funktionalität des Möbels sehr dünn sein und eignen sich daher nicht für Schlafsofas“, sagt Geismann. Anders sei das bei Sofas, deren Rückenlehne zur Schlaffläche wird. „Da gibt es keine Funktionseinschränkungen.“ Ansonsten empfiehlt die Expertin Sofas, die mit hochwertigen Kaltschäumen ausgestattet sind.

Bei den Oberflächen sind unterschiedlichste Materialien zu haben. Derzeit modern sind Baumwolle, aber auch Samt, Filz und Cord. „Leder ist eher nachteilig, wenn man darauf schläft. Es ist kühl, wirft Falten und da es nicht atmungsaktiv ist, schwitzt man darauf schnell. Das kann dann auch Flecken geben“, gibt Geismann zu bedenken. „Der Stoff eines Schlafsofas sollte auf jeden Fall angenehm sein. Schließlich kann man beim Draufliegen mit der Lehne in Kontakt kommen. Da sollte es nicht piksen oder sich synthetisch anfühlen“, sagt Semling. Sie rät zum Wangen-Test: „Einfach mal im Geschäft mit der Wange an den Stoff rangehen. Wem das unangenehm ist, kann auch die Innenseite des Unterarms nehmen. Diese ist auch ziemlich empfindlich.“

Experten empfehlen aus hygienischen und ergonomischen Gründen, die Bettmatratzen nach rund acht Jahren auszuwechseln. Theoretisch ist der Tausch der Matratze auch bei Schlafsofas möglich. Bei einigen Sofas lässt sich die Matratze lösen. „In den meisten Fällen macht das aber keinen Sinn“, sagt Geismann. Schließlich werde die Schlaffläche von Sofas meist seltener genutzt, sodass ein Wechsel erst später nötig sei. „Da ist das Sofa in der Regel auch durch und der alleinige Matratzenwechsel lohnt sich nicht.“ Eine gute Alternative, um die Schlaffläche aufzuwerten, ist ein hochwertiger Topper. Das ist eine dünne Auflage, die auf die Schlaffläche gelegt wird und leicht wieder abgebaut und versteckt werden kann.

Sofa vor dem Kauf testen

Da die Qualität von Schlafsofas sehr unterschiedlich ausfällt, ist das Prüfen und Ausprobieren des Sofas vor dem Kauf das beste Mittel, um Fehlkäufen vorzubeugen. Aus diesem Grund rät Semling davon ab, ein Schlafsofa im Internet zu bestellen: „Man sollte es vorher anfassen und testen können. Setzen Sie sich drauf und wackeln Sie mal ordentlich. Das sollte das Sofa aushalten und man bekommt einen guten Eindruck von der Verarbeitung.“

Wichtig ist besonders auch die Federung. Daher ist es Semling zufolge sinnvoll, in das Sofa hineinzudrücken und zu testen, ob man die Federn spürt. Probeliegen auf der Schlaffläche ist ebenfalls essentiell. In einem guten Fachgeschäft sollte das stets möglich sein. Für den Liegekomfort entscheidend ist neben der Dicke und Härte der Matratze auch die Liegefläche. „Es sollten keine Ritzen zu spüren sein“, sagt Geismann.

Kaufinteressent:innen sollten den Fokus besonders stark auf die Handhabung des Sofas richten. Deswegen sollten Verkäufer:innen im Fachgeschäft das Auseinander- und Zusammenbauen des Sofas nicht nur vorführen, sondern die Käufer:innen es auch selbst ausprobieren. Dadurch bekommt man schnell ein gutes Gefühl dafür, wie gut oder schlecht das Sofa verarbeitet ist. Besser, man nimmt sich genügend Zeit vor dem Kauf. Denn falls das Sofa später zu Hause klemmt und man die Schlaffunktion nicht nutzen kann, ist der Ärger groß. „Das Sofa sollte sich locker und einfach, ohne Gewalt und am besten mit einem Arm verwandeln lassen“, sagt Geismann.

Vorteilhaft sind Schlafsofas, die mit Rollen ausgestattet sind. Sie lassen sich leicht von einer einzelnen Person bewegen und gewährleisten viel Flexibilität. „Sinnvoll ist es, sich vor dem Kauf zu überlegen, ob das Sofa immer an einer Stelle stehen soll oder möglicherweise regelmäßig bewegt werden muss. Dann wäre eine Ausführung mit Rollen vernünftig“, sagt Geismann.

Genügend Platz für ein Schlafsofa vorhanden?

Vor dem Kauf eines Schlafsofas sollten Sie unbedingt den zur Verfügung stehenden Platz ausmessen. Ein Herumgehen um das ausgezogene Sofa muss problemlos möglich sein – nicht nur, um eventuelles Aufstehen nachts zu erleichtern, sondern auch, um das Aus- und Einklappen leicht vornehmen zu können.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal eines guten Schlafsofas: „Die Matratze sollte mit einem abnehmbaren Bezug mit Reißverschluss ausgestattet sein, damit er gewaschen werden kann“, sagt Geisman. Auch die Armlehnen sollten im besten Fall abnehmbar und der Bezug waschbar sein. „Vor allem, wenn man diese beim Schlafen mit dem Kopf berührt.“ Sehr praktisch sind in dieser Hinsicht sogenannte Hussensofas.

Wer heute beim Stichwort Ledersofa an dunkle schwere Sitzklötze in spärlich möblierten Junggesellenbuden denkt, hat einen Wohntrend verpasst. Die neuen Modelle aus Echtleder sind nämlich nicht nur echte Hautschmeichler, sondern auch robuster als viele denken und werden – ob edel, schlicht oder kompakt – zum Blickfang im Wohnzimmer. 

Braunes Ledersofa "Turner" der Firma pib vor einer holzvertäfelten Wand.
© www.pib-home.co.uk

Die Vorteile von echtem Leder

Kein Imitat geht über den originalen Naturstoff. Das gilt auch bei Leder. Qualitativ hochwertiges Leder macht ein Sofa zu einem unkomplizierten und robustem Möbel. Es ist sehr strapazierfähig und wasserabweisend. So ist es einfach zu reinigen und es bleiben bei alltäglichen Malheurs keine Flecken zurück. Oft wird Leder im Vergleich zu Stoffen als kaltes Material empfunden – doch je besser das Leder, desto schneller erwärmt es sich auf Körpertemperatur.

Im Laufe der Zeit verändert sich ein Ledersofa. Kunstlicht, Sonneneinstrahlung, Abnutzung und andere Alterserscheinungen verleihen ihm optisch „Charakter“. Zu intensive Lichteinwirkung und Hitze bewirken womöglich eher unschöne Verfärbungen als Patina. Deswegen sollten Ledersofas nicht unmittelbar und ungeschützt an großen Fenster oder Türen oder zu nah an Heizkörpern platziert werden.

Kunstleder als Alternative

Der Vorteil eines mit Kunstleder bezogenen Sofas: Es ist deutlich günstiger. Und es sieht mitunter nicht weniger schick aus als ein Echtledersofa. Trotzdem hat Kunstleder im Vergleich zu Echtleder einige Schwächen. Während die Echtledercouch sich mit der Zeit zum coolen Charaktermöbel verwandelt, sieht Kunstleder nach einigen Jahren oft abgenutzt und verwohnt aus. Kunstleder ist auch weniger strapazierfähig. Im Sommer klebt man an der Sitzfläche quasi fest – das ist alles andere als gemütlich.

Lederarten: Rau oder glatt?

Glattleder
Glattes Leder ist unempfindlicher als raues Leder und lässt sich leichter reinigen. Das gilt besonders für sogenannte vollnarbige Ledersofas, denn hier liegt die Hautseite des Leders außen. Für Sofas wird ein mehrere Millimeter dickes Leder verwendet, das sich angenehm weich anfühlt. Weil Glattleder sich leichter färben lässt, ist die Farbauswahl hier größer. Typische Glattlederaten sind Anilin-, Semianilin- und Nappaleder.

Rauleder
Rauleder ist weniger dehnbar als Glattleder, weswegen es weniger Falten wirft. Weil es empfindlicher ist, wird es häufig mit einer Polyurethanschicht versiegelt. Das schützt vor Feuchtigkeit und macht das Sofa robuster. Typische Raulederarten sind Nubuk-, Velours- und Wildleder.

Woran erkenne ich ein gutes Ledersofa?

Einen ersten Qualitätstest kann man im Möbelgeschäft ganz unkompliziert machen: Fassen Sie es an. Es sollte sich weich, geschmeidig und nicht zu kalt anfühlen. Die Qualität stimmt, wenn das Leder rundum die gleiche Stärke hat.

Ist das der Fall, machen Sie den Farbtest: Ist das Leder komplett durchgefärbt oder ist lediglich eine Farbschicht aufgetragen? Für den Test feuchten Sie ein Taschentuch an und drücken es eine Minute auf die Couch. Bleibt das Tuch weiß, färbt das Ledersofa auch später nicht ab.

Wie bei jedem Sofakauf machen Sie auch beim Ledersofa den Sitztest. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und achten Sie darauf, wie schnell das Material sich an Ihre Körpertemperatur anpasst. Je schneller das geht, desto höher ist die Qualität des Leders. Darauf sollten Sie besonders Wert legen, wenn Sie ein Ledersofa in der Variante als Schlafsofa verwenden wollen.

Wie pflege ich ein Ledersofa?

Ledersofas sind zwar robust, doch ein wenig Pflege tut ihnen trotzdem gut. Dabei reicht es aus, die Couch einmal wöchentlich mit einem weichen Baumwolltuch abzuwischen und einmal im Monat ein feuchtes Tuch zu verwenden. Feuchttücher für die Lederpflege aus dem Drogeriemarkt eignen sich zum Fleckenentfernen zwischendurch. Hin und wieder sollten Sie es mit speziellen Pflegemitteln oder Lederfett einreiben.

Fleckenentferner, Lösungsmittel, Schuhcreme oder Terpentin gehören nicht ans Ledersofa. Sie zerstören mitunter die Struktur und hinterlassen Flecken. Vermeiden sie auch kräftiges Rubbeln. Verschmutzungen lassen sich besser mit Gummibürsten oder einem transparenten Radiergummi entfernen. Wenn Sie etwas verschütten, nehmen Sie die Feuchtigkeit sofort mit einem Tuch ab.

Pflegetipp zum Selbstmachen:

Gekaufte Pflegemittel riechen manchmal etwas streng. Sie können sich aber recht einfach ein eigenes Pflegemittel herstellen. Erwärmen Sie dazu 100 Milliliter Rapsöl leicht in einem Topf und lösen Sie 25 bis 30 Gramm Bienenwachs (gibt es in der Apotheke) darin unter Rühren auf. Lassen Sie diese Mischung anschließend etwas abkühlen und tragen Sie das Pflegemittel mit einem weichen Tuch auf.

Ein Buch lesen, die Lieblingsserie schauen oder entspannen – ein Sessel lässt sich vielseitig nutzen und sollte in erster Linie bequem sein. Wir stellen Ihnen verschiedene Sesseltypen vor. Außerdem erfahren Sie, woran man einen guten Sessel erkennt.

Der Egg-Chair: Der Designklassiker von Fritz Hansen. Hier in einer congnacfarbenene Leder-Ausführung.
© Fritz Hansen - www.fritzhansen.com

Bedeutung von Sesseln ändert sich

Der Sessel ist schon seit Jahrzehnten ein sehr beliebtes Möbel. Seine Bedeutung hat sich über die Jahre allerdings verändert. Noch vor 20 Jahren verbrachte man im Sessel oder auf dem Sofa den überwiegenden Teil des Abends, zum Beispiel um fernzusehen oder in gemütlicher Runde mit der Familie und den Freunden zusammen zu sein. Das ist mittlerweile nur noch selten der Fall: „Die Lebensgewohnheiten haben sich geändert. Polstermöbel generell sind heute eher ein Rückzugsraum geworden“, sagt Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP). Heute nutzt der Mensch den Sessel zur Entspannung, er möchte sich dort vom Alltag erholen.

Der Sessel als Blickfang

Strenge Regeln, welche Art von Sessel in welches Zimmer gehört, gibt es nicht. Erlaubt ist, was gefällt, meint Julia Persch, Inhaberin von „Die Wohnplaner“, einem kreativen Möbelhaus in Düsseldorf. Im Wohnzimmer aber kann der Sessel als Stilmittel und optisches Highlight bewusst eingesetzt werden. „Wenn man bereits ein Sofa als Einrichtungsgegenstand hat, bietet sich ein Sessel als Gegenüber oder versetzt dazu an“, sagt Persch. Dadurch schaffe man eine Diagonale im Raum und so einen Blickfang, denn das menschliche Auge suche stets Bezugspunkte.

Funktionalität liegt im Trend

Der Trend bei Sesseln geht eindeutig in Richtung Funktionalität. Das bestätigt auch Julia Persch. Am besten sei es, wenn man dem Polstermöbel seine Flexibilität nicht ansehe. „Zum Beispiel ein schöner Armlehnen-Sessel mit einem kleinen Fußhocker, wo man aber den Sessel nicht nur drehen, sondern auch zurücklehnen kann, so dass man in eine gemütliche Liegeposition kommt – aber eben ohne viele Knöpfe, Kabel oder Teilen zum Umklappen“, so die Einrichtungsexpertin.

Relax-Sessel sind sehr gefragt

Die geänderte Funktion von Sesseln spiegelt sich auch in der Nachfrage bestimmter Modelle wider. „Was derzeit besonders boomt, sind Relax- und Fernsehsessel”, berichtet Heumann. Diese Sessel zeichnen sich durch eine Vielzahl von elektrischen oder mechanischen Verstellmöglichkeiten aus. Dazu gehören zum Beispiel der einstellbare Härtegrad der Rückenlehne, die stufenlose Neigungseinstellung für das Rückenteil oder ein eingebauter Fußhocker. Moderne Relax-Sessel bieten allerlei Extras, die die Behaglichkeit und den Komfort erhöhen.

Weitere Arten von Sesseln

Klassische Sessel verfügen über die typisch breiten Armlehnen und eignen sich ebenfalls gut zum bequemen Sitzen. Sowohl sitzen als auch liegen kann man in sogenannten Longchairs. Bei diesen Sesseln ist die Sitzfläche länger als bei gewöhnlichen Modellen. Sie eignen sich als Sofa-Ersatz und daher besonders gut für kleine Räume oder Single-Wohnungen.

Zum Plausch statt zum Fläzen sind Cocktailsessel gedacht. Sie besitzen eine halbhohe Rückenlehne, die fließend in die Armlehnen übergeht. Man findet sie meist in Bars oder Clubs – aber immer häufiger auch in privaten Räumen. „Solche Sessel kommen gut im Eingangsbereich einer Wohnung“, sagt Einrichtungsberaterin Persch.

Loveseat: Ein Sessel für zwei

Relativ neu ist ein Polstermöbel, das eine Mischung aus Einsitzer-Sessel und Zweisitzer-Sofa ist, aber noch zu den Sesseln gezählt wird: der Loveseat. Aus dem Kinosaal kennt man diese Variante des Sessels bereits, nun erobert er auch die heimischen Wohnzimmer. Hier kann man bequem zu zweit Platz nehmen und den Abend gemeinsam verbringen.

Ohrensessel strahlt Gemütlichkeit aus

Der althergebrachte Ohrensessel mit sichtbarem Holzgestell und rechtwinkliger Rückenlehne, so wie er vor 100 Jahren noch vor dem Kamin stand, spielt laut VdDP-Chef Heumann heute kaum noch eine Rolle. Bei Liebhabern eines Retro-Stils im Wohnzimmer steht der Klassiker unter den Sesseln dagegen immer noch hoch im Kurs. „Er unterstreicht den Trend zur Gemütlichkeit“, sagt Julia Persch. „In einen modern interpretierten Ohrensessel kann man sich richtig hinein kuscheln und geborgen fühlen.“

Woran erkennt man einen guten Sessel?

Der Form, dem Design und auch dem Material von Sesseln sind heutzutage kaum Grenzen gesetzt. Da fällt die Wahl für das richtige Modell mitunter schwer. „Ein guter Sessel ist vor allem eines: gemütlich und bequem“, sagt Persch. Auch Lucas Heumann ist überzeugt, dass es zuallererst auf das eigene Gefühl im Sessel ankommt: „Er sollte ergonomisches und bequemes Sitzen ermöglichen.“

Darüber hinaus sollte man auf eine robuste Verarbeitung der Nähte achten, denn die Sitzflächen werden bei Gebrauch mitunter stark beansprucht. Damit man lange Freude an einem Sessel hat, empfiehlt es sich außerdem, auf eine solide Ausführung von Fußgestell und Rahmen zu achten.

Der Bezug darf gerne bunt sein

Die meisten Sessel sind mit Stoff bezogen. Hier darf man gerne mutig sein. „Farbtupfer sind erlaubt, es muss nicht immer Grau sein“, sagt Beraterin Persch. Im Trend lägen zur Zeit Stoffe in Sandfarben, aber auch in royalem English Green oder Flieder.

Bei Leder auf die Güte achten

Statt Stoff wird auch Leder als Obermaterial für Sessel verwendet. Dabei gibt es verschiedene Qualitätsstufen. Am wertigsten ist Naturleder, sogenanntes Anilin-Leder. Es folgen Semianilin-Leder, gedeckte Leder und schließlich das Kunstleder, auch Textilleder genannt. Wer sich einen Ledersessel zulegen möchte, sollte sich nach Ansicht der Experten für hochwertiges Leder entscheiden. Es ist meist langlebiger und besser zu reinigen – dafür aber meist teurer.

Sitzsäcke passen sich nicht nur unseren Wohnbedürfnissen, sondern sogar unseren Körpern an. Im Wohnzimmer vor dem Fernseher, in der Leseecke, im Kinderzimmer zum Toben oder im Garten – Sitzsäcke sind variabel einsetzbar. Für Außenbereiche gibt es sogar spezielle Outdoor-Sitzsäcke. Sie sind in zahlreichen Farbvarianten auf dem Markt und stets ein Hingucker. Wir geben Ihnen einen Überblick über Eigenschaften und Formen und verraten, worauf es bei der Füllung von Sitzsäcken ankommt.

Ein leuchtend gelber Sitzsack liegt vor einer türkisfarbenene Wand.
© hemul75 / iStock

Sitzsäcke sind keine neue Erfindung

Der Sitzsack ist keine neue Erfindung. Bereits 1968 entwickelten die Italiener Piero Gatti, Cesare Paolini und Franco Teodoro die seinerzeit unkonventionelle Sitzgelegenheit. Ob die Designer sich dabei von Schnee inspirieren ließen, der sich weich, aber kompakt an den Körper schmiegt, oder ob sie dem rebellischen Zeitgeist jener Tage folgend etwas Neues und Modernes schaffen wollten, sei dahingestellt. Fakt ist: Der Sitzsack ist als Einrichtungsgegenstand etabliert und heute beliebt wie lange nicht.

Universell einsetzbar und flexibel

Ob große oder kleine, ob dicke oder dünne Menschen – der Sitzsack passt sich individuell an den Körper seiner Benutzer:innen an. Zudem erlaubt er verschiedene Sitzpositionen. Schüttelt man den Sitzsack nach Gebrauch auf, nimmt er wieder seine ursprüngliche Form an. In Sachen Flexibilität sind Sitzsäcke im Vergleich zu anderen Sitzmöglichkeiten wie Stühlen und auch Sofas schwer zu toppen.

Seine Vielseitigkeit macht den Sitzsack zur perfekten Sitzgelegenheit für zahlreiche Situationen. Auf ihm kann man gemütlich fläzen, um ein Buch zu lesen, oder entspannt die Lieblingsserie im Fernsehen verfolgen. Er eignet sich auch fürs Toben im Kinderzimmer. Selbst im Büro hat der Sitzsack Einzug gehalten. Mittlerweile gibt es auch Modelle, die man ohne Vorbehalt im Garten oder auf der Terrasse verwenden kann. Und es müssen nicht nur Menschen sein, die den Sitzsack benutzen – spezielle Varianten für Haustiere sind ebenfalls erhältlich.

Innovationen bei der Form von Sitzsäcken

Die zwei wichtigsten Merkmale eines Sitzsacks – und im Prinzip die einzigen beiden Bestandteile – sind seine robuste Hülle und die weiche Füllung. Die Hülle bestimmt letztlich über die Form des Sitzsacks. Klassisch ist die Tropfenform: Das breite Ende stellt die Sitzfläche dar, das schmale Ende fungiert als kurze Rückenlehne. Da der Rücken aber nicht optimal gestützt wird, empfinden viele Menschen langes Sitzen auf dem Sitzsack als unbequem.

Jahrzehnte der Innovation haben darüber hinaus viele weitere Formen hervorgebracht. Es gibt den Sitzsack in Kugelform, mit quadratischer, recht- und dreieckiger Grundfläche oder auch schlauchförmig. Immer beliebter werden Sitzsäcke in Gestalt von Sesseln oder Sofas mit richtigen Arm- und Rückenlehnen.

Materialienvielfalt bei der Hülle

Für die Hülle kommen die verschiedensten Materialien zum Einsatz. Viele Sitzsäcke haben eine Außenhaut aus Baumwolle, die sich angenehm anfühlt. Neben Samt bieten einige Hersteller auch Leder oder Kunstleder als Hüllenstoff an. Solche Bezüge lassen einen Sitzsack sehr edel wirken. Ein weiterer Vorteil: Diese Hüllen lassen sich ohne viel Aufwand reinigen. Ein feuchtes Tuch reicht meistens aus. Outdoor-Sitzsäcke oder solche für Tiere sind meist aus strapazierfähigem und wetterfestem Nylon hergestellt, dem Nässe nichts ausmacht. Wie bei den Materialien ist auch die Bandbreite der erhältlichen Farben sehr groß.

Die Füllung: EPS hat die besten Eigenschaften

Die Erfinder des Sitzsacks sollen mit eine Reihe von Stoffen experimentiert haben, um die perfekte Füllung zu finden: Wasser, Sand, sogar kleine Bleikugeln wurden angeblich getestet. Die besten Eigenschaften bieten jedoch Kügelchen aus EPS (Expandiertes Polystyrol). Dieser aufgeschäumte Kunststoff hat den Vorteil, dass er elastisch ist und wenig wiegt. Außerdem passt sich die im EPS eingeschlossene Luft der Körpertemperatur an und hält so im Sommer kühl und im Winter warm. Polystyrol ist deshalb das am meisten verwendete Füllmaterial für Sitzsäcke.

Die Alternative für Allergiker: Dinkelspelze

Je nachdem, wie oft ein Sitzsack in Gebrauch ist, nutzen sich die EPS-Kügelchen in seinem Inneren mit der Zeit ab. Es entsteht ein mehlartiger Staub, der Allergikern zu schaffen machen kann. Daher kann es ratsam sein, eine alternative Füllung zu wählen. Kunststoff-Granulat ist zwar weniger anfällig gegen Abrieb und günstig, macht das Sitzen aber unbequemer. Besser eignet sich da sogenannte Dinkelspelze. Die trockenen Hülsen der Getreidekörner sind aber teuer und vergleichsweise schwer.

Darauf sollte man beim Nachfüllen achten

Haben sich die EPS-Perlen abgenutzt, verliert der Sitzsack nach und nach seine Form und seine positiven Eigenschaften. Dann hilft nur das Nachfüllen. Solche Sets sind im Fachhandel, aber auch im Internet ohne Probleme zu bekommen. Sie werden in verschiedenen Größen – also mit unterschiedlichem Volumen in Litern – angeboten. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die angebotenen EPS-Kügelchen geruchsarm und schwer entflammbar sind. Außerdem sollten Sie nicht zu viel nachfüllen, damit die elastischen Eigenschaften des Sitzsacks nicht verloren gehen.

Und noch ein Tipp: Polystyrol lädt sich elektrostatisch auf. Der Effekt ist umso stärker, je niedriger die Luftfeuchtigkeit ist. Deshalb wartet man zum Nachfüllen besser einen regnerischen Tag ab. Sonst kleben die winzigen Kügelchen anschließend nicht nur außen am Sitzsack und auf den Händen, sondern womöglich überall im Zimmer.

Schaukelstühle erfüllen die Bedürfnisse vieler Menschen nach Entspannung. Die einen bevorzugen ein sanftes Wiegen, andere hingegen schaukeln wilder. Schaukelstühle sind zeitlose Möbel, die in allen Altersschichten ihre Liebhaber finden. Auf dem Markt gibt es eine große Auswahl an unterschiedlichen Modellen. Moderne Varianten sorgen dafür, dass auch Erwachsene fernab des Kindes- und Rentenalters stil- und lustvoll schaukeln können. Hier erfahren Sie, welche Typen es gibt und worauf Sie man beim Kauf achten sollten.

Ein schwarzer hochmodernen Kunststoff-Schaukelstuhl steht in einer Altbauwohnung vor einem geöffneten Fenster
© "Voido" von www.magisdesign.com

Der Schaukelstuhl weckt Kindheitserinnerungen

Welches Kind hat nicht gern geschaukelt? „Schaukeln weckt Kindheitserinnerungen“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Möbelindustrie. Vor allem aber verbinden wir Schaukelstühle mit Entspannung. „Der Schaukelstuhl strahlt Ruhe aus – schon beim bloßen Anblick“, sagt Trend- und Einrichtungsberaterin Gabriela Kaiser. „Als Babys wurden wir gewippt und geschaukelt, wenn es ans Schlafen ging oder wir geweint haben, weil irgendetwas nicht in Ordnung war. Von daher ist in uns eine sanft schaukelnde Bewegung mit Beruhigung tief verknüpft.“

Wahrscheinlich geht dies aber noch viel weiter in die pränatale Zeit zurück, ist Geismann überzeugt: „Schaukeln wirkt – wie auch Baden – sehr beruhigend. Schließlich sind wir im Mutterleib auch sanft hin und her gewiegt worden.“ Kein Wunder also, dass der vermeintlich altmodische Schaukelstuhl auch heute noch gut ankommt. Schließlich haben die Menschen gerade in unserer hektischen Zeit ein tiefes Bedürfnis nach Entspannung.

Typenvielfalt beim Schaukelstuhl

Die Typenvielfalt an Schaukelstühlen ist groß. Längst gibt es im Handel mehr Varianten als den Schaukelstuhl aus Rattan mit runden Formen oder den einfachen Holzstuhl. Ein Klassiker ist der bereits 1950 von Charles und Ray Eames designte „Rocking Armchair Rod Base“. Der kleine Schaukelstuhl mit Plastiksitz auf Holzkufen überzeugt durch ein zeitloses Design und relativ geringen Platzbedarf. „Dieser Typ findet immer seine Fans“, weiß Geismann. Er ist auch Vorbild für viele aktuelle Modelle. Klein und kompakt lassen sie sich auch in einer Großstadtwohnung unterbringen und gehören damit zum Trend der funktionalen Möbel.

Kurze Kufen sind das Kennzeichen von Modellen, die speziell für den Gebrauch am Esstisch entwickelt wurden. Der Bewegungsradius ist eher gering. Ergonomische Schaukelstühle sind auch für den Arbeitsplatz zu haben. Sie sollen Menschen mit hohem Bewegungsdrang Erleichterung verschaffen und eine Alternative zum gefährlichen Kippeln mit einem normalen Stuhl bieten. Außerdem kann so bei Schreibtischarbeitern die Körperspannung erhöht werden, wovon Rücken und Gelenke profitieren.

Es gibt die Stühle als ausladende Polstersessel, filigrane Stühlchen oder ausgefallene Metallkonstruktionen. Die Designs sind vielfältig und reichen vom nostalgischen Look bis zum puristischen Modell in frischen Farben. Die Vielfalt der Materialien ist groß: Schaukelstühle werden aus Rattan, Aluminium, Plastik oder Holz hergestellt. Auch spezielle Outdoor-Varianten mit wetterfestem Material sind auf dem Markt.

In den letzten Jahren setzt sich immer stärker eine besondere Variante des Schaukelstuhls durch, die direkt an der Decke befestigt wird. Die Sitzmöbelmanufaktur Freifrau hat eine platzsparende Variante entwickelt: Den schwingenden, von der Decke hängenden Sessel. Weit ausladender sind die Varianten von Dedon. Sie wurden ursprünglich für den Outdoor-Bereich entwickelt und können in Bäumen oder eben an der Decke befestigt werden. Der Fokus liegt auf kreisrunden, großen Sofalandschaften, in denen sich gut entspannen lässt.

Schaukelstühle für Senioren: Vor- und Nachteile

Für Senior:innen haben Schaukelstühle sowohl Vor- als auch Nachteile. Studien zeigen, dass das Schaukeln besonders auf Demenz-Patient:innen positive Auswirkungen haben kann. Es soll Aufregung, Ängste, Depressionen und sogar Schmerzen vermindern. Zudem kann das Schaukeln den Gleichgewichtssinn fördern. Ob allerdings ein Schaukelstuhl für Menschen, die bereits an Gleichgewichtsstörungen leiden, das Richtige ist, sollten sie ausprobieren. Schließlich kann das Hin- und Herschwingen auch zu Schwindel führen.

Wichtig ist, dass sich die Besitzer:innen gut aus dem Stuhl erheben können und dieser nicht wegrutscht, wenn beim Aufstehen auf die vorderen Lehnen Druck ausgeübt wird. Daher sollte der Stuhl über einen Stopper verfügen, der ein Kippen verhindert und das Aufstehen und Setzen erleichtert. Für Seniorinnen und Senioren geeignet sind Varianten, die wie normale Sessel mit einer zusätzlichen Schaukelfunktion sowie mit einer Arm- und hohen Rückenlehne ausgestattet sind.

Der richtige Ort für den Schaukelstuhl

Prinzipiell kann ein Schaukelstuhl überall dort stehen, wo genügend Platz vorhanden ist und der Stuhl beim Wippen keinen Schaden anrichten kann. Vor eine Glasvitrine macht er sich folglich eher schlecht. Der Schaukelstuhl dient in der Regel der Entspannung. „Von daher sollte er an einem Ort stehen, an dem man sich gut zurückziehen kann, um dies wirklich genießen zu können. Eine Ecke neben dem Bücherregal vielleicht – es gibt ja einige, die schaukelnderweise gerne lesen. Ein sehr schöner Ort ist im Wintergarten neben vielen Pflanzen, die ja auch eine beruhigende Wirkung auf uns haben“, sagt Kaiser. Das Schlafzimmer ist ebenfalls geeignet. Schaukelstühle machen sich auch gut als Sitzmöbel im Babyzimmer. Dort können Mütter ihre Kinder in Ruhe stillen und in ihren Armen haltend in den Schlaf wiegen.

Welcher Schaukelstuhl passt zu mir?

Schaukelstühle gibt es in zahlreichen Ausführungen, daher sollte die Suche nach einem zur Einrichtung und zum eigenen Stil passenden Exemplar kein Problem darstellen. Und falls doch, sind Individualität und Stilbrüche derzeit ohnehin angesagt. Bei der Wahl des richtigen Stuhls sind aber weitere Aspekte entscheidend. „Wichtige Kriterien sind Stabilität und eine gute Qualität“, sagt Geismann.

Kaiser hat zudem einen Insidertipp: „Eine lange Schaukelkufe ist auf jeden Fall beruhigender als eine kurze, die einen kürzer und damit hektischer schaukeln lässt. Je länger die Kufe, desto mehr Platz nimmt der Schaukelstuhl aber natürlich im Raum ein.“ Zudem sei es schön, wenn der Stuhl eine Kopfstütze habe, damit man eine entspannte Haltung einnehmen könne. Modelle mit kurzer Kufe ohne Kopfteil für den Ess- oder Arbeitsplatz seien gut geeignet für Menschen, die auch beim Sitzen ein bisschen Bewegung benötigten und sonst mit dem Stuhl kippeln würden. „Da ist so ein Schaukelstuhl auf jeden Fall sinnvoll, um dem Bewegungsdrang nachzukommen“, sagt Kaiser.

Wer sich für ein hängendes Modell entscheidet, sollte zuerst die Beschaffenheit der Decke beachten. „Ich vermute, in so manchem Altbau wird die Decke nicht halten. Da muss man die Schaukel schon in einen Holzbalken verankern“, so Geismann. Dabei zähle nicht nur das Gewicht von Sitz und Körper. „Wenn man sich in die Schaukel wirft und schaukelt, entsteht durch die Fliehkräfte eine gewaltige Belastung.“

Eine gute Alternative ist eine passende Angel, also eine Vorrichtung, in welche die Schaukel eingehängt wird. Das gab es Geismann zufolge zuerst im Outdoor-Bereich, jetzt ist die Vorrichtung auch für die Inneneinrichtung zu haben. Wie immer bei Sitz- und Schlafmöbeln gilt auch beim Schaukelstuhl: Sitzen Sie vor dem Kauf Probe und testen Sie die verschiedenen Modelle aus. Sie sollten Schaukelstühle keinesfalls nur nach optischen Gesichtspunkten auswählen, sonst sind der Ärger und die Enttäuschung später groß.

Ein Sideboard lässt sich in jeden Raum integrieren und bietet enorm viel Stauraum. Durch die umfangreiche Auswahl an Materialien und Größen ist es ein richtiger Allrounder.

Ein helles Sideboard steht an einer cremefarbenen Wand neben einer Pflanze.
© "S7" von www.andersen-furniture.com

Sideboards: Schick und vielseitig

Ein Sideboard ist sehr vielseitig und auch optisch häufig ein Hingucker. In der Küche lassen sich Geschirr, Tischsets und Küchenaccessoires optimal in einem Sideboard verstauen. Im Flur dient es als Stauraum für Schals, Handschuhe, Schirme und Taschen. Am Arbeitsplatz bietet das Sideboard Platz für Schreibtischutensilien und durch ausziehbare Arbeitsplatten schafft man einen optimalen Platz für den Laptop. Daneben eignet sich ein Sideboard hervorragend als Raumteiler für Wohnküche oder Wohnzimmer.

Material-Mix oder weiße Farbe und glänzend

Ein Material-Mix und Kontraste liegen bei Sideboards aktuell im Trend. Die Kombination aus verschiedenen Hölzern dominiert den Markt. Gerne werden dafür recycelte Bretter wie etwa Bauholz oder Bootsplanken verwendet. Auch Furnier und Echtholzelemente setzen Designer gerne in Kombination ein. Ein Sideboard mit Oberflächen in warmen Holztönen in Verbindung mit Weiß ergibt einen interessanten Kontrast. Schlicht und elegant wirken dagegen Möbel mit Glanzlack. Hier liegen vor allem Weiß und helle Farbtöne vorne. Glanzlackmöbel müssen nicht behandelt werden und sind wenig anfällig für Flecken oder Verfärbungen, dafür entstehen häufiger Kratzer.

Schubladen, Fächer oder Türen

Die Produktpalette an Sideboards bietet die unterschiedlichsten Konzepte. So kann ein Sideboard aus Schubladen und Fächern bestehen oder sich durch ausklappbare Türen als Sekretär benutzen lassen. Türen haben den Vorteil, dass sie Staub und damit auch allergische Reaktionen abhalten. Steht das Sideboard auf Rollen, lässt es sich in Sekundenschnelle an einen anderen Platz manövrieren.

Die Kommode ist einer der beliebtesten Einrichtungsgegenstände. In ihr lässt sich fast alles sauber und ordentlich verstauen. Kommoden sind „Allrounder", die sich ohne Probleme in jede Raumgestaltung einfügen und sie ergänzen oder unterstreichen. Auch als Wohnaccessoire machen sich Kommoden sehr gut, es gibt eine große Auswahl an Größen, Farben und Materialien. Wir fassen das Wichtigste zur Kommode zusammen.

In einem Eingangsbereich steht neben einer dunkelgrauen Kommode mit drei Schubladen steht ein erdbeerroter Sessel.
© KatarzynaBialasiewicz / iStock

Ursprung der Kommode

Der Begriff Kommode kommt vom französischen Wort „commode“, das auf Deutsch so viel bedeutet wie „bequem“. Im herkömmlichen Sinne ist eine Kommode zwar nicht bequem, man sitzt oder liegt schließlich nicht auf ihr, dennoch trifft das Attribut zu. Denn eine Kommode ist das Stauraummöbel schlechthin und erleichtert das Leben enorm, macht einem das Wohnen also bequem.

Die Kommode kam im frühen 18. Jahrhundert auf, erste Vorläufer sind aber schon aus dem Mittelalter bekannt. Das Möbelstück stellt eine Weiterentwicklung der Truhe dar. In Truhen bewahrte man früher die persönlichen Habseligkeiten auf. Der große Nachteil: Wollte man etwas herausnehmen, das ganz unten lag, musste man zuerst umständlich alle oben liegenden Dinge herausnehmen.

Unterschied zu Sideboard und Sekretär

Die Kommode verfügt über Schubladen, in denen Dinge ordentlich verstaut und getrennt voneinander herausgenommen werden können. Die Schubfächer sind das Markenzeichen der Kommode. Hat ein Möbel zusätzlich noch Türen oder offene Fächer, spricht man von einem Sideboard. Dieses Möbel wird gerne im Esszimmer oder in der Küche verwendet.

Ist eine Kommode zusätzlich vorne mit einer herunterklappbaren Platte versehen, bezeichnet man sie als Sekretär. Diese Variante der Kommode diente in früheren Zeiten dazu, Briefe zu schreiben. Abgelöst wurden sie Anfang des 20. Jahrhundert vom allgegenwärtigen Schreibtisch. Heute erfüllen Sekretäre häufig nur noch Dekorationszwecke.

Kommoden sind flexibel einsetzbar

Wegen ihrer vielseitigen Nutzbarkeit findet man die Kommode mittlerweile in jeden Raum wieder. Im Schlafzimmer bietet sie Stauraum für Kleidung und Bettwäsche. Im Kinderzimmer beherbergt sie Spielzeug, Bücher oder Kuscheltiere. Geschirr, Besteck und Tischdecken finden in einer Kommode im Essbereich ihren Platz. Und im Flur wird sie als praktische Aufbewahrung für Schlüssel, Handschuhe, Schals und allerlei Krimskrams geschätzt.

Die Vorteile einer Kommode

Unabhängig davon, wo sie zum Einsatz kommt, bietet die Kommode im Wesentlichen vier Vorteile:

  1. Zum einen wirkt sie aufgrund ihrer meist hohen, aber schmalen Bauweise nicht wuchtig und fügt sich so auch in kleine Zimmer ein.
  2. Zum anderen bietet sie viel Staufläche auf kleinem Raum.
  3. In den Schubladen sind Gegenstände zudem vor Staub und Sonnenlicht geschützt.
  4. Der größte Vorteil: Zimmer mit Kommoden wirken ordentlicher. Architekturpsychologen weisen darauf hin, dass Möbel mit geschlossenen Fronten – wie etwa die Kommode – das Auge des Betrachters zur Ruhe kommen lassen und ihm dadurch einen aufgeräumten Eindruck vermitteln. Im Gegensatz etwa zum Regal, das durch seine Offenheit einen kleinteiligen und unruhigen Anschein erweckt.

Vielfältige Variationen

Kommoden gibt es heute in zahlreichen Farben, Formen und Materialien. Besonders edel wirken Modelle aus unbehandeltem Echtholz. Weiß lackierte Kommoden sind ein zeitloses Möbel, das jeden kurzlebigen Trend überdauert und im Prinzip zu jedem Einrichtungsstil passt. Hatten die ersten Kommoden alle Füße, werden heute gerne solche gekauft, deren Korpus direkt auf dem Boden steht. Der Vorteil: Es gibt keinen Raum unter der Kommode, der verstauben könnte und gereinigt werden muss.

Sicherheit: Kommoden besser an der Wand befestigen

Kommoden sollten – wie Schränke oder Sideboards auch – an der Wand befestigt werden. Wegen des höheren Schwerpunktes kann die Kommode im schlimmsten Fall nach vorne umfallen, wenn das oberste Schubfach mit schweren Dingen gefüllt und ganz herausgezogen ist. Das kann insbesondere für Kinder gefährlich werden. Die Kippgefahr ist bei Modellen mit breiten Schubladen größer. Manche Hersteller liefern Befestigungssets zur Kommode mit. Es gibt sie aber auch separat zu kaufen.

Im Wohnzimmer ist es schön, Lieblingsbücher, Bildbände, Fotoalben und Schmöker mit Erinnerungswert griffbereit zu haben. Das passende Regal muss deswegen nicht nur zur Einrichtung passen, sondern auch einiges aushalten.

Aus Holz oder Kunststoff, freistehend oder hängend, klassisch oder modern designt? Welches Regal in ihr Wohnzimmer passt, hängt zum einen davon ab, was Sie hineinstellen, -setzen oder -legen wollen. Wichtig ist aber auch: Wie viel Platz haben Sie beziehungsweise wie viel Platz wollen Sie dem Regal einräumen?

Ein offenes weisses Bücherregal mit diagonal eingebauten Regalböden.
© "ONLY BOOKS" von www.schoenbuch.com

Regale für das Wohnzimmer: Klassisch oder individuell?

In kleineren Räumen sparen Hängeregale Platz, denn darunter kann man noch etwas abstellen. Haben Sie ein verwinkeltes Wohnzimmer, versuchen Sie, den Raum optimal zu nutzen und blinde Ecken zu vermeiden. Finden Sie kein passendes Regal, denken Sie über eine Maßanfertigung nach oder legen Sie selbst Hand an, falls Sie über genügend Vorerfahrung verfügen.

In großen Räumen oder wenn Ihr Wohnzimmer mehrere Funktionen erfüllt und gleichzeitig auch Ess- oder Arbeitszimmer ist, ist ein Regal optimal, das als Raumteiler dient. Dazu muss es nicht explizit als Raumteiler ausgewiesen sein. Es eignen sich alle Regale, die von beiden Seiten zugänglich sind, also keine Rückwand haben. Wichtig für Hausstaub-Allergiker: Regale sollten keinesfalls zu Staubfängern verkommen und müssen regelmäßig abgewischt werden. Allergiker sollten daher geschlossene Regale verwenden, um die Staubablagerung und damit die Allergiesymptome zu vermeiden.

Individualisten und alle, die Ihre Einrichtung gerne regelmäßig umstellen, werden an Stecksystemen Freude haben. Diese gibt es mittlerweile von vielen Möbelherstellern. Dabei kaufen Sie einzelne Elemente wie zum Beispiel Holzquader, die Sie untereinander individuell kombinieren und installieren können.

Regale für das Wohnzimmer gibt es aus allen Materialien. Dabei bieten nicht alle die gleiche Stabilität. Für schwere Bücher oder Kisten sind Modelle aus Kunststoff oder sehr schlank gestaltete Holzmodelle nicht geeignet. Setzen Sie hier lieber auf Massivholz oder Metall, vielleicht auch als Materialmix.

Wie Ihr Wohnzimmerregal zum optischen Highlight wird

Ein Regal im Wohnzimmer ist mehr als Stauraum. Mit diesen Tipps für das Einräumen von Regalen wird das Funktionsmöbelstück zum Blickfang:

  • Ein volles Regal ist schöner anzusehen als leere Bretter.
  • Lockern Sie Bücherreihen auf, in dem Sie kleine Skulpturen oder Vasen dazwischen stellen. Damit nichts zu Bruch geht, können Sie Buchstützen benutzen.
  • Es gibt keine unansehnlichen Bücher. Schmeißen Sie alte Tagebücher, Comics oder zerfledderte Zeitschriften nicht weg. Sie machen allemal einen sympathischeren Eindruck als unangetastete Literaturklassiker.
  • Sich ein wenig Mühe beim Einräumen zu geben, lohnt sich. Sortieren Sie Bücher nach ihrer Größe, von klein nach groß oder immer abwechselnd. Daraus ergibt sich eine reizvolle Silhouette. Oder Sie stellen Ihre Bücher nach Farben auf und schaffen so hübsche Verläufe. Schlagen Sie einige Exemplare in buntes Papier oder einheitlich in Packpapier ein und beschriften Sie sie per Hand. Die einfachste Lösung: Entfernen Sie die Schutzumschläge von Hardcoverbüchern. Viele Exemplare sehen dann viel hübscher aus.

Sie sind seit Jahren fester Bestandteil der Inneneinrichtung und verändern doch kontinuierlich ihre Optik: Glastische. Das ökologische Material Glas lässt sich leicht mit verschiedenen Wohnstilen kombinieren und ist daher sehr beliebt. Immonet gibt einen Überblick über die aktuellen Trends bei Glastischen und Tipps zum richtigen Platz in der Wohnung oder im Haus.

Ein nierenförmiger Glastisch steht auf einem hochflorigen Teppich vor einer großen Balkon-Glasschiebetüre.
© Meticulous / DeathtoStock

Glastische: Zeitlos und beliebt

Glas ist ein zeitloses Material, deshalb gehören Glastische zu den Klassikern in der Wohnung. „Man findet sie als kleine Beistelltische im Schlafzimmer, als Gartentische auf der Veranda und ins Wohnzimmer passen Glastische ohnehin immer“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

Vor- und Nachteile von Glastischen

„Glas ist ein ökologisches Material und lässt sich im Gegensatz zu Kunststoff auch leicht wiederverwerten“, sagt Geismann. „Glastische wirken in der Regel nicht dominant. Da sie oft sehr neutral gestaltet sind, kann man sie zu vielen verschiedenen Wohnstilen kombinieren.“

Glas hat aber auch Nachteile: „Es ist laut, wenn man etwas darauf abstellt“, sagt Wohnexpertin Katharina Semling. Ohne Tischdecke kann es schon beim Ablegen des Bestecks laut werden. Eine Tischdecke mag zwar die Ästhetik schmälern, doch sie ist auch praktisch: „Vor allem als Bürotisch ist Glas nervig. Schließlich legt man da seine Hände und Arme ab. Das gibt jedes Mal Flecken“, sagt Semling.

In der Tat ist auf Glastischen jeder Fingerabdruck und jedes Staubkörnchen zu sehen. „Allerdings ziehen sie Staub nicht so stark an wie zum Beispiel Acryl“, sagt Geismann. Wer es blitzblank mag, muss dennoch oft zum Lappen greifen. „Dafür geht die Reinigung aber auch sehr schnell von der Hand. Einmal darübergewischt und der Tisch ist sauber.“ Zurückbleibende Flecken wie auf Holztischen sind bei normaler Reinigung nicht zu befürchten.

Sind Glastische für Kinder geeignet?

Umstritten sind Glastische, wenn es um den Einsatz in Haushalten mit kleinen Kindern geht. Experten warnen vor erhöhter Bruchgefahr. Dem setzen Hersteller Tische mit gehärtetem Glas entgegen. „Oft haben Glastische auch spitze Kanten, die für kleine Kinder ein Verletzungsrisiko bedeuten“, sagt Geismann. Genauso sind aber auch runde Exemplare oder Tische mit abgerundeten Ecken zu haben. Trendexpertin Gabriela Kaiser ist Mutter und ein Fan von Glastischen. „Man muss die Kinder daran gewöhnen, Untersetzer zu benutzen. Dann ist das alles kein Problem.“

Vorteil und Nachteil gleichermaßen: Glastische sind in der Regel durchsichtig. „Ein Glastisch füllt einen Raum nicht so stark aus wie ein Holztisch“, sagt Kaiser. Man kann allerdings alles sehen, was sich unter der Glasplatte befindet. „Beim Essen kann es ganz schön irritieren, wenn man die Füße sieht“, sagt Semling. „Bücher, Zeitschriften, Schokolade – das kann den Blick anziehen“, ergänzt Geismann.

Es gibt eine Faustregel: Je weniger das Auge verarbeiten muss, umso größer wirkt ein Raum. „Das kann beim Glastisch nachteilig sein, weil man durch ihn alles wahrnehmen kann“, so Semling. „Vorteilhaft ist ein Glastisch, wenn man ganz bewusst einen besonders schönen Teppich präsentieren möchte, der unter dem Tisch liegt.“

Große Auswahl bei Glastischen

Im Esszimmer oder Büro werden Glastische derzeit zwar selten eingesetzt, im Wohnraum erfreuen sie sich aber großer Beliebtheit. „Die Formen sind vielfältig. Es werden sowohl eckige Glastische als auch welche mit runden Formen angeboten“, sagt Kaiser.

Glas entwickelt eine besonders starke Wirkung in Kombination mit anderen Materialien. Das spiegelt sich auch in den aktuellen Entwürfen: „Ein Tisch aus zwei Materialien kann sehr spannend wirken, etwa ein sehr rauer Holztisch mit Glaselementen. Das kann ein Glaskubus sein oder eine Ecke des Tisches komplett aus Glas. Materialrisse im Holz können auch durch Glas aufgefüllt sein“, sagt Semling.

Der Einrichtungstrend geht derzeit weg von großen Couchtischen, hin zu mehreren kleinen Beistelltischen in unterschiedlichen Größen und Materialien, die sich übereinandersetzen lassen. Auch hier spielt Glas eine große Rolle. „Es werden Holz, Glas- und Metallelemente miteinander kombiniert“, beobachtet Geismann.

Im Trend liegen derzeit auch Tische aus getöntem Glas. „Das Material ist nicht mehr nur transparent, sondern erscheint in bunten und dunklen Farben wie Knallrot, ein tiefes Dunkelgrün, Petrol. Auch Anthrazit ist zu sehen. Das passt sehr gut zu den aktuellen Farbtrends, die sich in eine dunklere Richtung entwickeln“, sagt Kaiser. Dabei sei das Glas manchmal durchscheinend, manchmal wirke das Material hingegen wie lackiert.

Glastische in der Wohnung vielseitig einsetzbar

Glastische sind in sehr vielen Varianten und Materialkombinationen auf dem Markt, daher können sie in einer Wohnung an verschiedenen Stellen zum Einsatz kommen und passen sich meist hervorragend der Umgebung an. „Zu Puristen passt Glas eigentlich immer. Man muss aber aufpassen, denn Glas kann schnell steril und zu kühl wirken“, sagt Kaiser.

Entscheidend seien das Design und der Kontext. Das gilt umso mehr für große Glastische. „Sehr wichtig für die Wirkung eines Glastisches sind die Beine. Dünne Metallbeine lassen einen Glastisch nahezu schweben und sind sehr modern. Glastische mit einem massiven Fuß versprühen hingegen überhaupt keine Leichtigkeit“, sagt Kaiser. Eine Komposition aus einer Glasplatte und Beinen aus Holz ist nicht zufällig ein häufig gewähltes Design: „Glastische entfalten ihre reizvolle Wirkung vor allem in Kombination mit anderen Materialien.“

Expertentipp: Ausgeglichenes Warm-Kalt-Verhältnis

Die Expertin Kaiser empfiehlt, auf ein ausgeglichenes Warm-Kalt-Verhältnis zu achten: „Sehr schön sehen Glastische mit Metallbeinen auf einem Holzfußboden aus.“ Dort, wo der Boden gefliest ist, haben Glastische hingegen nichts verloren – das wirke kalt und ungemütlich.

Für ein angenehmes Warm-Kalt-Verhältnis sei auch die Auswahl der Stühle entscheidend. „Der Trend geht ohnehin zum Stil- und Materialmix. Das kann man sich rund um einen Glastisch zunutze machen und auf Kontraste setzen“, rät Kaiser zu einem spielerischen Umgang mit den Möbeln insgesamt.

Einen großen Einfluss auf die Wirkung eines Glastisches hat außerdem die Dekoration des entsprechenden Raumes. Semling plädiert dabei für ein wenig Extravaganz. Glastische, die mit einsehbaren Schubladen ausgestattet sind, könnten ruhig auch mal mutig dekoriert werden: „Wieso nicht mal Matchbox-Autos oder Pixibücher verwenden?“ Wichtig sei aber, dass die Dekoration zur Person passe.

Gardinen sind nicht nur dekorativ. Sie verhindern auch, dass die Nachbarn ins Zimmer schauen können und schützen außerdem vor Sonne. Wir fassen die aktuellen Trends bei Gardinen zusammen.

Eine weisse Gardine weht leicht vor einem geöffneten Fenster
© Bank215 / iStock

Unterschied zwischen Gardine und Vorhang

Dass es keinen Unterschied zwischen einer Gardine und einem Vorhang gibt, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Beide Begriffe werden daher in unserer Alltagssprache häufig synonym verwendet. Es gibt aber einen elementaren Unterschied: Ein Vorhang ist blick- und lichtdicht, eine Gardine dagegen transparent.

Gardinen schaffen Privatsphäre

Gardinen am Fenstern können gleich mehrere Funktionen erfüllen. In erster Linie halten sie neugierige Blicke von draußen ins Zimmer ab – ein Nutzen, den besonders Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen im Erdgeschoss zu schätzen wissen dürften. „Bei den meisten Gardinen können Sie zwar nach draußen schauen, umgekehrt sieht man aber nichts“, sagt Nasha Ambrosch, Expertin für textile Raumgestaltung.

Zugleich lässt die Gardine aber noch Tageslicht in den Raum fallen. Auf diese Weise kann man den Lichteinfall dämpfen, etwa bei grellem Sonnenschein. Und nicht zuletzt ist die Gardine auch ein dekoratives Element in der Gesamtgestaltung eines Raumes.

Gardinen können Räume vor Überhitzung schützen

So wie sie vor zu viel Licht schützen, bewahren manche Gardinen einen Raum auch vor zu viel Wärme. „In den modernen Häusern mit bodentiefen Fenstern sind hitzereduzierende Gardinen beliebt“, sagt Ambrosch. Der Stoff solcher Store ist leicht mit Aluminium beschichtet und reflektiert das einstrahlende Sonnenlicht zu einem gewissen Teil. 

Wer noch mehr Funktionen in seinen Gardinen haben möchte, sollte einen Fachhandel aufsuchen. Angeboten werden etwa Produkte, die eine flammhemmende Wirkung haben – eine Eigenschaft, die für Fensterbehänge von Immobilien wie beispielsweise Hotels vorgeschrieben ist. Diese Gardinen stehen im Falle eines umgestoßenen Kerzenständers nicht in Sekundenschnelle in Flammen und können so auch für mehr Sicherheit zu Hause sorgen.

Trends im Gardinenbereich

Bezüglich der Farbe von Gardinen liegen Hellgrau oder Weiß momentan voll im Trend. „Cremefarben dagegen sind vollkommen out“, sagt Nasha Ambrosch. Wer es farbiger mag, kann auch Gardinen bekommen, in die bunte Muster oder Motive eingearbeitet sind. Bei der Farbwahl bietet es sich an, die bereits im Raum vorherrschende Farbe auch in der Gardine aufzugreifen.

Bezüglich der Länge von Gardinen hat sich der Zeitgeist gewandelt. Bevorzugten die meisten Verbrauchen früher Gardinen, die auf Höhe der Fensterbank endeten, fallen sie heute bis knapp über den Boden. Das gilt Ambrosch zufolge nicht nur für große Fenster in Neubauten, sondern auch für kleine Fenster in älteren Häusern. Lange Gardinen lassen einen Raum nämlich höher wirken, als er in Wirklichkeit ist.

Kunstfasern als Hauptbestandteil

Die modernen Gardinen sind überwiegend aus Polyester hergestellt, einer Faser auf Kunststoffbasis. Dieser Stoff hat eine Reihe von Vorteilen: Er ist reißfest, leicht und trocknet sehr schnell. „Außerdem fühlt sich Kunstfaser an wie Baumwolle und lässt sich sehr leicht reinigen“, sagt Raumgestalterin Ambrosch. Leinengardinen gehen beim Waschen ein und passen anschließend wohlmöglich nicht mehr ans Fenster. Sie müssen deshalb stets vorgewaschen werden.

Die richtige Wahl bei der Befestigung

Um eine Gardine vor das Fenster zu bringen, gibt es verschiedene Befestigungslösungen, insbesondere Gardinenschienen, -stangen oder –seile. Welche die passende Lösung ist, muss laut Nasha Ambrosch individuell anhand des Raumes entschieden werden. Ausschlaggebend ist hierbei der sogenannte Sturz, also der Abstand zwischen der Oberkante des Fensters und der Zimmerdecke. „Hat man einen niedrigen Sturz, nimmt man an besten eine Gardinenschiene“, rät die Expertin. Ist der Sturz hingegen hoch wie in vielen Altbauten, wirkt eine Stange besser. Es gibt sie in Holz, Eisen, Messing oder auch Edelstahl. „Sie sollte auf jeden Fall cool und modern sein“, sagt Ambrosch.

So ermitteln Sie die richtige Gardinen-Breite

Die meisten Fertig-Gardinen sind in der Standard-Breite von 140 Zentimetern erhältlich und lassen sich durch einfaches Kürzen an die jeweilige Fenstergröße anpassen. Wer seine Gardine selbst nähen möchte oder im Fachhandel bestellen will, muss einige Abmessungen berücksichtigen, damit die fertige Gardine passt und optimal zur Geltung kommt.

Zunächst ist die Fensterbreite zu messen. Dazu kommt ein Überstand neben dem Fenster. „20 Zentimeter links und rechts sind ideal“, sagt Nasha Ambrosch. Soll die Gardine gerafft werden, also später in vertikalen Falten fallen, muss entsprechend mehr Stoff zur Verfügung stehen. Dazu multipliziert man die Fensterbreite plus den Gesamt-Überhang mit 2,5 oder 3. Wer es weniger voluminös mag, kann auch nur die 1,5-fache Zugabe hinzurechnen. Zum Schluss schlägt man zehn Zentimeter für die Endnaht oben drauf. So erhält man die richtige Breite des benötigten Stoffes.

Der Flur ist in den meisten Haushalten gleichermaßen Empfangs- und Stauraum. Lange Zeit wurden Flure auf Wohn- und Einrichtungsmessen vernachlässigt, doch mittlerweile beschäftigen sich Möbelhersteller und Architekten verstärkt mit diesem Raum. Immerhin bekommt man durch den Flur den ersten Eindruck von einer Wohnung. Die passende Einrichtung eines Flurs stellt allerdings häufig eine Herausforderung dar: zu klein, zu schmal, zu dunkel. Wir haben zwölf Tipps für Sie, um das Beste aus Ihrem Flur herauszuholen.

Langer breiter Flur mit weissen hohen Einbauschränken und integrierter Garderobe
© vicnt / iStock

Der erste Eindruck zählt

Flur und Eingangsbereich einer Wohnung oder eines Hauses begrüßen die Gäste und können viel über den Lebensstil der Bewohner:innen verraten. Hier zählt wie so oft der berühmte erste Eindruck. Ein vollgestopfter, unaufgeräumter Flur hinterlässt eine andere Wirkung als ein freundlich gestalteter Empfangsbereich. Es lohnt sich also, dem Flur ausreichend Aufmerksamkeit zu schenken und ihn bewusst zu arrangieren. Wir haben zwölf Tipps für Sie parat, um Ihren Flur zu verschönern.

  1. Aufmerksamkeit schenken

    Flure wurden von Architekten Jahrzehnte lang als reine Funktionsräume angelegt. Das macht die Gestaltung heute nicht leichter. Zudem hat jeder Flur seine ganz eigenen Herausforderungen. Für viele Probleme gibt es aber Lösungen. Überlegen Sie, wo Potenzial vorhanden ist. „Bevor Sie renovieren oder Möbel anschaffen, machen Sie sich ein paar Gedanken, wie Ihr Flur einladender aussehen könnte“, rät Einrichtungsexpertin Gabriela Kaiser. In manchen Fällen reicht es, Ordnung zu schaffen und ein schönes Bild aufzuhängen, in anderen kann es helfen, mit einer freundlichen Farbe zu streichen oder die Möbel umzustellen.

  2. Blickachsen beachten

    Bei der Gestaltung des Flurs empfiehlt Wohnexpertin Katharina Semling, auf die Blickrichtung zu achten. „Entscheidend für den ersten Eindruck ist der erste und zweite Blick nach dem Betreten der Wohnung, also von der Eingangstür aus. Dort, wo das Auge zuerst hinfällt, sollte möglichst wenig los sein. Wenn die Jacken ausgerechnet dort hin müssen, empfiehlt sich am ehesten ein geschlossener Schrank“, sagt die Designerin. Können Mäntel und Co. in einer versteckten Nische untergebracht werden, sei ein offenes System hingegen viel praktischer.

  3. Ausreichend Stauraum schaffen

    Im Flur müssen allerlei Dinge wie Kleidung und Schuhe ihren Platz finden. Nicht selten werden auch Haushaltsgegenstände im Flur gelagert. Wenn alles offen herumliegt, wirkt der Raum schnell zugemüllt. Daher gilt generell: „Stauraum ist im Flur das Wichtigste“, sagt Semling.

    Je nach Beschaffenheit des Flurs können Möbel, eine gut genutzte Nische oder eine offene Garderobe das Richtige sein. Für den Raum unter der Treppe empfiehlt Semling einen Einbauschrank. „Sinn kann auch eine individuelle Lösung vom Schreiner machen.“ Sie warnt davor, unter offenen Stufen eine Garderobe anzubringen. „Da muss man aufpassen, dass man die Kleidung von oben nicht vollkrümmelt oder einstaubt. Regalbretter, die über den Kleiderstangen angebracht werden, können dies verhindern.“

  4. Auf moderne Möbel setzen

    Einheitslösungen sind passé. Der Trend des individuellen Gestaltens hat auch den Flur erfasst. Die Möbelhersteller haben sich darauf eingestellt und bieten verschiedene Lösungen an. „Beliebt sind modulare Systeme, da sie sich jedem Raum anpassen“, sagt Kaiser. Die einzelnen Elemente lassen sich genau wie die Kleiderhaken in Anzahl und Höhe nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen.

    Herumliegende Schuhe sind für viele ein Graus. „Praktisch sind Schuhschränke mit Klappfächern. Sie sind schmal und nehmen viele Schuhe auf“, sagt Semling. Doch nicht jeder ist ein Fan dieser funktionalen Lösung. Eine gute Alternative und derzeit sehr angesagt sind Sideboards. „Im Flur werden Retro-Sideboards aus den 60er und 70er Jahren gefeiert. Damit kann man ein echtes Statement setzen“, sagt Semling. Kaiser zufolge vertragen die Sideboards kräftige Farben wie Koralle, Rot oder Grün: „Möbel müssen sich nicht mehr verstecken, sondern haben auch im Flur die Funktion eines Eyecatchers.

  5. Mut beweisen

    Es müssen nicht immer die allerneusten Einrichtungsgegenstände sein und Möbel aus einem Guss sind ohnehin out. Der Trend zur Individualisierung erlaubt, neue Wege zu gehen. Semling empfiehlt, auch mal auf dem Sperrmüll nach alten, gebrauchten Gegenständen zu suchen und Fundstücke kreativ einzusetzen. „Wer ein bisschen mutig ist, kann alte Türklinken um 90 Grad verdreht an der Wand anbringen und als Kleiderhaken nutzen. Das sieht interessant und lustig aus.“

  6. Das Beste aus der Form holen

    Größe und Form des Flures lassen sich in den meisten Fällen nicht verändern und stellen die schwierigste Herausforderung dar. Die Wirkung des Raumes lässt sich mit ein paar Kniffen optimieren. Viele Flure sind sehr schmal und lang. „Um diesen Korridor-Effekt abzumildern, sollten Schränke an die kurzen und nicht an die langen Seiten gestellt werden, soweit dies möglich ist“, rät Kaiser. Oft sind aber Zimmertüren im Weg. „Müssen Möbel an den Seiten aufgestellt werden, wählt man lieber ein niedriges Sideboard als einen zwei Meter hohen Schrank. Das wirkt viel luftiger.“ Ein Spiegel gehört ohnehin zu den wichtigsten Elementen im Flur und kann über dem Sideboard platziert werden. „Dies schafft zusätzliche Weite“, sagt Kaiser.

    Farbe darf im Flur gern eine Rolle spielen. „Lange, schmale Flure können optisch verkürzt werden, wenn die kurzen Seiten in kräftigen Farben gestrichen werden. Die schmalen Seiten sollten dann hell bleiben“, sagt Kaiser. Vor allem bei engen und dunklen Eingangsbereichen ist die Wahl des richtigen Farbtons sehr wichtig. Kleine Flure erhalten mehr Weite, wenn sie hell gestrichen sind. Das muss nicht immer Weiß sein. Auch ein helles Blau kann den Raum öffnen. Übrigens: Werden im Flur Farbakzente gesetzt, mache es Sinn, dass sich die Farbe wie ein Motiv durch die Wohnung oder angrenzende Räume zieht, rät Semling. Das schafft einen einheitlichen Rahmen. „Blaue Akzente finden sich dann sowohl im Flur als auch in der Küche wieder.“

  7. Licht bewusst einsetzen

    Da viele Flure ohne Tageslicht auskommen müssen, ist die Beleuchtung umso wichtiger. „So kann man auch mit relativ einfachen Mitteln eine komplett andere Atmosphäre herstellen“, verspricht Geismann. Neben einer guten Deckenleuchte machen auch Strahler oder Lichtpaneele an der Wand Sinn. „Licht ist heute in vielen Möbeln integriert. So gibt es innenbeleuchtete Garderobenschränke oder innenbeleuchtete Schubladen. LED-Licht-Meterware wird zudem gerne als Hinterbeleuchtung von Spiegeln oder Garderobenteilen verwendet“, sagt Geismann. Der Vorteil indirekter Lichtquellen ist eine angenehme Helligkeit. Die Lichtfarbe lässt sich zudem oft variieren. Dies trägt zu einer angenehmen Atmosphäre bei.

  8. Gemütlichkeit schaffen und den Komfort erhöhen

    Wem Gemütlichkeit besonders wichtig ist und wer den Platz hat, darf den Flur gerne auch mit ungewohnten Funktionen aufwerten. „Neben der eigentlichen Garderobe kann eine kleine, gut ausgeleuchtete Leseecke hier ihren Platz finden oder ein zusätzliches Regal für Bücher“, sagt Geismann. In vielen Fluren eigne sich ein schmaler Sekretär mit Sitzgelegenheit für einen Home-Office-Bereich im Miniformat.

    Nicht ganz neu, aber Komfort versprechend: eine Sitzgelegenheit im Flur, die das Schuheanziehen erleichtert. Das kann eine Sitzbank sein oder ein niedriges, stabiles Sideboard, das mit Polstern ausgestattet wird. Semlings Tipp: „Alte Kinosessel kommen im Flur super an. Man kann sich drauf setzen, um sich die Schuhe anzuziehen und wenn sie nicht gebraucht werden, lassen sie sich platzsparend hochklappen. Außerdem schaffen sie einfach eine tolle Atmosphäre.“ Auch ein schmaler Sessel im Vintage-Stil kann Gäste freundlich begrüßen und Gemütlichkeit ausstrahlen.

  9. Ablageflächen einplanen

    Schlüssel, Post und die Zeitung – Dinge, die im Flur immer wieder abgelegt werden und einen Platz brauchen. Daher macht es Sinn, eine Ablagefläche für solche Gegenstände einzuplanen. „Wer eine Heizung im Flur hat, kann darüber ein schmales Wandbrett anbringen. Das schafft eine Ablage und sieht netter aus als ein Heizkörper“, lautet Semlings Tipp.

  10. Wichtig: Persönlichkeit zeigen

    Im Flur vermittelt sich Besuchern der erste Eindruck von den Gastgebern und ihrem Einrichtungsstil. Überlegen Sie sich, wie Sie gesehen werden möchten und bringen Sie Ihre Persönlichkeit zum Ausdruck. Ein beliebtes Mittel, um Individualität in den Flur zu bringen, sind Galeriewände. „Die Gestaltung hängt von der Einrichtung und dem Geschmack der Bewohner ab“, erklärt Semling. In einem sehr zurückhaltend eingerichteten Flur könne die Galerie ruhig aus einem wilden Mix aus Fotos, Bildern, Grafiken und Sammlerstücken mit unterschiedlichen Rahmen bestehen. Wo schon viel los ist, kann über weiße Bilderrahmen Ruhe und ein verbindendes Element hineingebracht werden. „Wichtig ist, dass die Galerie dem Charakter der Bewohner entspricht“, sagt Semling. Ihr Tipp: „Über die Bande spielen. Das heißt: Viele Bilder an einer Wand und ein einzelnes an der gegenüberliegenden Wand. Das schafft eine Verbindung, ohne zu wild zu wirken.“

    Semling ermutigt dazu, im Flur Persönlichkeit zu zeigen, warnt aber davor, es zu übertreiben: „Der Flur empfängt die Menschen und nicht selten sind das auch Fremde.“ Da sei es vernünftig zu bedenken, was man von sich offenbart. „Das ist wie beim Kennenlernen mit einem fremden Menschen. Im ersten Gespräch mit einem Unbekannten thematisiere ich ja auch nicht, welche Unterwäsche ich trage. Genauso ist das im Flur. Da sollte man sich schon gut überlegen, ob man dort unbedingt Bikini-Fotos aus dem letzten Urlaub aufhängen will“, rät Semling. Eine gute Alternative zu privaten Fotos kann ein Filmplakat des Lieblingsfilms sein. Es schmückt den Flur und verrät etwas über die Vorlieben des Bewohners, ohne ihn bloßzustellen. Auch ein, zwei Sammlerstücke als Dekoration können gut funktionieren.

  11. Dekoration einbringen

    „Nicht alles im Flur muss eine Funktion erfüllen“, ist Kaiser überzeugt. Und es müssen nicht die ganz persönliche Dinge sein, die den Flur aufwerten. Auch ein gut gewähltes Bild an der Wand oder eine schöne Vase mit Blumen auf dem Sideboard tragen zur freundlichen Atmosphäre im Eingangsbereich einer Wohnung bei.

  12. Schwerpunkte setzen

    Viel hilft viel ist im Flur ein Trugschluss. Statt den Flur zu überfrachten, setzt man lieber sehr gezielt Akzente. Überlegen Sie sich, was Ihnen im Flur am wichtigsten ist. Wollen Sie den Fokus lieber auf die Möbel, die Beleuchtung, die Farben und die Dekoration oder die persönliche Note richten? Sie können einige der aufgeführten Tipps problemlos kombinieren, sollten aber nicht alles durcheinanderwürfeln. Überlegen Sie, was der Raum hergibt und am besten zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit passt.

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