Das sind die aktuelle Küchentrends

Die aktuellen Küchentrends

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Kreativität in der Küche betrifft nicht nur das Kochen sondern neuerdings auch die Einrichtung: Küchenhersteller legen den Fokus 2018 auf Individualität. Dabei schwankt die Palette der Möglichkeiten zwischen klassischen Stilen und modernen, extravaganten Looks. Immonet gibt eine Übersicht der aktuellen Küchentrends.

Individualität statt Einheitsbrei

Individualität ist der beherrschende Trend beim Thema Wohnen und setzt sich auch immer stärker bei der Küchengestaltung durch – obwohl Einbauküchen zu den langlebigsten und teuersten Einrichtungselementen im Haus gehören. Auch wenn die Auswahl in diesem Segment immer größer wird, müssen es nicht immer ungewöhnliche Fronten sein, die Effekte erzielen. Denn oft sind es die Details, die eine große Wirkung haben. Bei den vorherrschenden Stilen gibt es viele Klassiker und einige wenige Trendsetter, die es auf dem Küchenmarkt naturgemäß schwer haben.

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Klassiker bestehen fort

Da Küchen im Schnitt nur alle 20 Jahre ausgetauscht werden, ist es kein Wunder, dass die Mehrheit der Verbraucher an den Klassikern festhält. Weiß ist in der Küche nicht tot zu kriegen und vor allem für kleine Küchen eine gute Wahl.

Hochglanzfronten haben genauso ihre Berechtigung und sind ebenso oft wie matte Optiken zu finden. Hier entscheidet in erster Linie der persönliche Geschmack. „Der skandinavische Landhausstil ist schon lange kein einfacher Trend mehr, sondern hat sich als grundsätzlicher Einrichtungsstil durchgesetzt und etabliert“, sagt Trend- und Einrichtungsexpertin Gabriela Kaiser. Dennoch – oder genau deswegen – erfährt er noch Variationen.

Die Küche als Ausstellungsraum

Geschlossene Fronten aus einem Guss sind vorerst nicht mehr gefragt. „Vielmehr sind offene Regale und flexible Staurausysteme zu finden. Da werden schöne Dekorstücke, hübsches Porzellan oder Kochbücher in die Regale gestellt“, beobachtet Ursula Geismann, Trendanalystin und Designexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie. Die Schrankwände werden durch individuelle Flächen aufgelockert. Vitrinen sind aus dem gleichen Grund in den Küchen auf dem Vormarsch. „Sie haben eine Eyecatcher-Funktion und sollen auffallen“, sagt Kaiser.

Schwarz ist das neue Weiß

Bei den Käufern sind weiße Küchen zwar immer noch angesagt, doch ein Besuch bei Einrichtungsmessen und Designern verrät: Schwarz ist das neue Weiß. Fronten, Fliesen und Wände präsentieren sich in dunkelsten Tönen. Das können gleichermaßen glatte Hochglanzfronten sein wie im Landhausstil gehaltene schwarze Küchenschränke. Das ist elegant und kann im richtigen Umfeld und in der passenden Kombination mit modernen Geräten und dem richtigen Licht cool wirken – es ist aber auch ziemlich dunkel. Vorteilhaft bei diesem Stil sind große Fenster. Ob sich dieser Trend hierzulande durchsetzt, bleibt noch abzuwarten.

Doch es muss nicht gleich schwarz sein: Alltagstauglicher, ebenso neutral wie Weiß und freundlicher als Schwarz, erscheint Grau. Helle Grautöne setzen sich in der Küchengestaltung vermehrt durch. Grau kann sehr edel wirken und hat daher gute Chancen, in Zukunft zu den klassischen Küchenfarben zu gehören. Doch auch bunte und knallige Farben behalten in der Küche ihre Berechtigung. Eine knallrote Küche oder – aktuell sehr angesagt – orangefarbene Fronten finden nach wie vor ihre Fans.

Gemütlichkeit und Wertigkeit

Große Trends der letzten Jahre sind Gemütlichkeit und Wertigkeit im Wohnen. In den Küchen spiegelt sich der Qualitätsanspruch vor allem in der Wahl der Materialien und Oberflächen wider. „Marmor oder Marmoroptiken sind überall zu sehen“, sagt Geismann. Das kommt bei den Verbrauchern gut an, schließlich drückt Marmor Beständigkeit und Eleganz aus und ist in Nachbildung etwa als Arbeitsplatte durchaus bezahlbar.

Ein anderes Material, auf das die Hersteller verstärkt setzen, ist Kupfer. Mittlerweile präsentieren Hersteller ganze Küchenfronten in Kupfer- und Rottönen. Ob sich die Küchen im Metallic-Look mit Kupfer, Messing und Bronze in den Durchschnittshaushalten durchsetzen können, muss sich zeigen. Als glänzende Highlights sind sie auf den diesjährigen Messen aber echte Hingucker, verleihen der Küche einen edlen Look und machen sich auch gut in Kombination mit antik wirkenden Holzelementen.

Industrial-Style als Designerliebling

Zugegeben ist er nicht jedermanns Sache, aber der Industrial-Style ist ein Liebling der Designer und wird derzeit gern auf Küchenmessen präsentiert. Dieser Wohnstil kann aufdringlich wirken, die massiven Edelstahl-Arbeitsplatten erinnern mitunter an Betriebsküchen. Wer es etwas dezenter mag, wählt eher Arbeitsplatten aus Beton. Auch Zement oder Schiefer sind beliebte Elemente, die sich – bei passender Kombination – in Küchen durchaus gut machen und eine besondere Ästhetik in den Raum bringen können.

Kontraste liegen im Trend

Küchen kommen heute nicht mehr aus einem Guss, Gegensätze spielen eine immer größere Rolle. „So werden heute gerne Hochglanzfronten mit einzelnen alten oder alt daherkommenden Stücken kombiniert“, sagt Kaiser. Das können altmodische Holzschüsseln, handgeschnitzte Einzelstücke oder ein alter Schemel als Deko-Elemente und Blickfang sein. Die coole Sachlichkeit der glatten Fronten trifft dann auf rustikale Handwerkskunst, was einen interessanten Kontrast bewirken kann. 

Glas verdrängt Fliesen

Die klassische Fliesenoptik scheint out zu sein, wenn man sich auf Küchenmessen umsieht. Sie werden verdrängt von Glasmodulen. Diese können sowohl dezent als auch sehr bunt sein und dadurch starke Farbakzente setzen. „Die Glasmodule lassen sich aber auch bedrucken, so dass man sie sowohl mit persönliche Fotos als auch großen Mustern ganz individuell gestalten kann“, erklärt Geismann.

Funktionalität als wichtiges Kriterium

Der Apothekerschrank in der Küche galt lange als Errungenschaft, hat sich in der Praxis aber als suboptimal erwiesen. „Die Hersteller arbeiten an immer neuen funktionalen Lösungen. Da das Küchenequipment stetig zunimmt, muss es auch untergebracht werden und leicht erreichbar sein“, sagt Kaiser. Hohe Schränke und vor allem vollausziehbare Schubalden sind sehr funktional und erlaubten einen leichten Zugriff auf das Küchenzubehör.

Zu den funktionalen Lösungen gehören auch integrierte Sitzinseln in der Küche oder ausklappbare Tische, die direkt zur Einbauküche gehören. Nicht selten sind Barhocker an erhöhten Arbeitsplatten zu sehen, insbesondere in kleinen Räumen oder offenen Wohnküchen stellen sie eine praktische Lösung dar.

Technik auf dem Vormarsch

Einfach nur kochen genügt in der modernen Küche nicht mehr. Vielmehr hat die Technik auch diesen Raum erobert. Eine Konsequenz daraus: „Die Küchen werden immer teurer. Das liegt weniger am Design als vor allem an der steigenden Zahl der Elektrogeräte in der Küche und ihrer immer besseren Qualität“, stellt Geismann fest. Die Eiswürfelmaschine im Kühlschrank oder die in den Backofen integrierte Mikrowelle sind nur zwei Beispiele. Küchenhersteller setzen auf die neuesten elektronischen Technologien und zeigen, was eine smarte Küche heute alles kann. Als Teil der Smart Home Systeme sagt der Kühlschrank seinem Besitzer, wann die Milch aus ist und bestellt sie bei entsprechender Programmierung gleich selbst.

Mit der Vielzahl neuer Geräte in der Küche bekommen auch unauffällige Speziallösungen eine Bedeutung: „Bora etwa hat eine Abzugshaube entwickelt, die ganz unauffällig direkt im Induktionsfeld integriert ist und die Küchengerüche quasi von unten absaugt“, berichtet Geismann. Auch dezente Wasserkocher, die direkt am Hahn arbeiten, gewinnen an Beliebtheit. Quasi unsichtbar sind einige neu entwickelte Induktionskochfelder. „Sie verbergen sich unter einer hauchdünnen Arbeitsplatte. Stellt man den Topf darauf, kann man loskochen, ansonsten bleibt das Induktionsfeld unsichtbar. Das ist vor allem für kleine Küchen eine tolle Lösung“, sagt Geismann. Solche Extras haben aber auch ihren Preis.

Individuelle Lösungen beim Licht

Neue Technologien wie LEDs (Leuchtdiode) haben das Thema Beleuchtung revolutioniert. Immer individuellere Lösungen beim Licht gibt es auch für die Küche. Ob in die Einbauschränke integrierte Lichter oder spezielle Lösungen für jede Ecke des Raumes – die Möglichkeiten, seine Küche mit der richtigen Beleuchtung bestmöglich zu präsentieren, wachsen stetig. Mit der passenden Leuchte an der richtigen Stelle ist ein optimales Arbeiten ebenso möglich wie das Schaffen einer gemütlichen oder romantischen Atmosphäre am Esstisch.

Die Küchen werden grüner

Pflanzen haben schon in den letzten Jahren im Zuge des Trends „Grünes Wohnen“ Einzug in die Küche gehalten. „Jetzt sind es aber nicht mehr nur Kräuter und kleine Nutzpflanzen, die in den Küchen wachsen, sondern auch große Zimmerpflanzen als Gestaltungselemente“, beobachtet Kaiser. Die moderne Küche scheint also grüner zu werden und sich zu einem richtigen Wohnraum zu entwickeln – man verbringt dort nicht mehr nur die Zeit fürs Kochen.