So vermeiden Sie giftige Pflanzen im Garten und auf dem Balkon

Giftige Pflanzen vermeiden

© Cameron Mourot / Unsplash

Was dem einen Freude bereitet, kann für andere schnell gefährlich enden. Denn nicht alle Pflanzen, die in Gärten und auf Balkonen eine gute Figur machen, sind harmlos. Werden Blüten oder Früchte von ihnen verschluckt, kann dies insbesondere bei Kindern und Tieren zu Vergiftungen führen und im schlimmsten Fall sogar tödlich verlaufen.

Hortensie kann gefährlich werden

Die Hortensie zum Beispiel enthält gefährliche Blausäure. Dabei ist sie ein beliebter Zierstrauch, der seit einigen Jahren sein Revival erlebt, weil er Gärten und Balkone in wunderschöne Farblandschaften verwandelt. Bekannt als hauptsächlicher Bestandteil von Zyankali kann dieser schon in niedrigen Dosen zum Herzstillstand oder zur Lähmung der Atemmuskulatur führen.

Giftiger Doppelgänger

Auch die Tollkirsche, die Dank ihrer herrlich duftenden Blüten ein gern gesehenes Gewächs im heimischen Garten ist, hat es in sich: Ihre dunkelroten bis schwarzen Früchte erinnern zwar an die des klassischen Kirschbaums, sind im Vergleich zu diesen allerdings hochgiftig und können ebenfalls zu tödlichen Atemlähmungen führen.

Neben der Tollkirsche und der Hortensie gibt es unzählige weitere hochgiftige Blumen und Sträucher, die nur in sicherer Reichweite von Kindern und Tieren gedeihen sollten.

Ungefährliche Gartenfreunde

Natürlich gibt es aber auch Pflanzen, die normalerweise keine Gefahren für Menschen und Tiere mit sich bringen und trotzdem eine Augenweide im Garten sowie auf dem Balkon sind: Kapuzinerkresse und Bambus zum Beispiel sind ungefährlich und pflegeleicht dazu. Wer es lieber bunt mag, kann zu Lavendel, Margeriten, Rosen, Orchideen, Kornblumen oder Dahlien greifen. Doch auch hier gilt: Mit Ausnahme von speziell gezüchteten Blüten, die bedenkenlos auf dem Essteller platziert werden können, sind auch diese Exemplare nicht zum Verzehr geeignet.

Checkliste: Erste Hilfe bei Vergiftungen

  1. Bei Verdacht auf eine lebensbedrohliche Vergiftung sofort den Notarzt rufen!
  2. Pflanzenteile ausspucken, wichtig: Kind/Tier nicht absichtlich zum Erbrechen bringen, da die Giftstoffe sonst die Speiseröhre und Mundschleimhaut verätzen könnten.
  3. Trinken, am besten Tee oder Wasser. Wichtig: Keine Milch einnehmen, denn siebegünstigt die Aufnahme der Giftstoffe.
  4. Wenn größere Mengen giftiger Pflanzen verschluckt wurden, Kohletabletten verabreichen.Vorab ggfs. Arzt oder Giftnotrufzentrale (s.u.) kontaktieren.
  5. Die entsprechende Pflanze mit zum Arzt bringen, um die genaue Vergiftungsart zubestimmen.
  6. Bei bloßem Hautkontakt: Betroffene Hautpartien sehr gründlich abspülen.

Giftige Pflanzen in alphabetischer Reihenfolge

Bilsenkraut

Giftige Bestandteile: Giftig sind alle Pflanzenteile. Bereits 0,5 verzehrte Gramm der Blätter können zum Tode führen.

Vergiftungssymptome: Innere Unruhe, Durstgefühl, Halluzinationen, Pupillenerweiterung, Herzrhythmusstörungen

Eisenhut

Giftige Bestandteile: Giftigste Pflanze Europas, schon Hautkontakt kann zu tödlich verlaufenden Atemlähmungen führen.

Vergiftungssymptome: Ausschlag, Übelkeit, Sehstörung, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Krämpfe

Engelstrompete

Giftige Bestandteile: Alle Pflanzenteile sind giftig und können nach Verzehr zum Tode führen.

Vergiftungssymptome: Bewusstseinsstörungen, Erbrechen, Herzversagen, Sehstörungen, Halluzinationen, Erregung

Fingerhut

Giftige Bestandteile: Alle Pflanzenteile sind giftig, bereits zwei verzehrte Blätter können zum Tode führen.

Vergiftungssymptome: Herzrhythmusstörungen, Halluzinationen, Fieber, Erbrechen

Gemeine Elbe

Giftige Bestandteile: Besonders die Nadeln, Samen und Zweige sind giftig.

Vergiftungssymptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Mundtrockenheit

Goldregen

Giftige Bestandteile: Alle Pflanzenteile sind giftig. Eine Anpflanzung in der Nähe von Schulen und Kindergärten ist streng verboten.

Vergiftungssymptome: Magen-Darm-Beschwerden, Zittern, Herz-Kreislauf-Versagen, Atemlähmung, Apathie, Krampfanfälle

Herbstzeitlose

Giftige Bestandteile: Giftig sind alle Pflanzenteile, besonders die Samen. Achtung: Verwechselungsgefahr mit Bärlauch besteht.

Vergiftungssymptome: Erbrechen, Lähmungen, Herzkreislaufversagen

Oleander (Rosenlorbeer)

Giftige Bestandteile: Besonders Samen und Blätter sind giftig, bei Tieren wirken kleinste Mengen tödlich.

Vergiftungssymptome: Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Pupillenerweiterung, Krämpfe, blaue Lippen

Rizinus (Wunderbaum)

Giftige Bestandteile: Samen sind besonders giftig. Vorsicht: Vergiftungserscheinungen können erst Tage später auftreten.

Vergiftungssymptome: Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen, Unruhe, Herzrhythmusstörungen

Stechapfel

Giftige Bestandteile: Alle Pflanzenteile sind giftig, schon wenige Gramm sind tödlich.

Vergiftungssymptome: Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen, Unruhe, Herzrhythmusstörungen