Tipps für die Außenbeleuchtung von Immonet

Tipps für die Außenbeleuchtung

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Licht schafft Atmosphäre, ist aber auch für die Sicherheit wichtig. Das gilt umso mehr für den Bereich rund ums Haus. Eine gut geplante Außenbeleuchtung hebt nicht nur die schönen Ecken im Garten hervor, sondern bewahrt auch vor Stolperfallen und erleichtert zudem Besuchern die Orientierung. Immonet fasst zusammen, wo außerhalb des Hauses eine Beleuchtung unverzichtbar ist und was man für eine gelungene Planung beachten sollte.

Beleuchtung rund um den Eingangsbereich

Der Notarzt wird gerufen, findet jedoch das Haus nicht schnell genug, weil Einfahrt und Hausnummer nicht ausreichend beleuchtet sind. Ein Albtraum. Licht ist für die Sicherheit vor dem Haus unverzichtbar. Es sorgt dafür, dass der Weg gefunden und Hindernisse erkannt werden. Gleichzeitig erhöht es das Sicherheitsempfinden – Einbrecher werden abgeschreckt, wenn sie plötzlich angestrahlt werden. Besuchern hingegen bereitet ein beleuchteter Eingang einen freundlichen Empfang.

Auch für die Hausbewohner ist es angenehmer, den Schlüssel nicht im Dunklen suchen zu müssen. Ausreichendes Licht am Eingangsbereich ist deshalb praktisch. Sinnvoll sind auch beleuchtete Hausnummernschilder. Sie erleichtern Besuchern, Boten und Einsatzkräften die Orientierung. Im Extremfall entscheidet dieses Licht über Leben und Tod. Daher sind in vielen Gemeinden oder Städten beleuchtete Hausnummern Pflicht, beispielsweise in Hamburg.

Straßenlaterne reicht oft nicht aus

Für den Weg vom Haus zur Straße oder zum Parkplatz reicht die öffentliche Straßenlaterne oft nicht aus, vor allem bei großen Grundstücken. „Bei der Beleuchtung der Erschließungswege geht es darum, dass sich Bewohner und Gäste problemlos zurechtfinden und mögliche Hindernisse, etwa Unebenheiten im Boden, rechtzeitig erkennen. Für diesen Zweck sind Pollerleuchten ideal. Sie lenken das Licht direkt auf den Weg, ohne die Umgebung zu stark zu erhellen“, sagt Lichtexpertin Iris Vollmann. Bei sehr langen Wegen sind zusätzliche Mastleuchten ratsam. Sie ermöglichen eine weite Sicht und erhöhen das Sicherheitsgefühl. „Mast- und Pollerleuchten in einheitlichem Design lassen sich gut kombinieren“, so Vollmann.

Beleuchtung der Garage

Garagen sind oft eng und zugestellt. Damit keine Schrammen im Auto entstehen, braucht es dort Licht. „Von einer einzigen Leuchte in der Deckenmitte ist abzuraten. Diese würde nur das Dach des Fahrzeugs beleuchten und die anderen Bereiche im Schatten liegen lassen“, sagt Vollmann. Besser seien stabförmige Leuchten, die an den Wänden angebracht sind. So kann sich das Licht besser verteilen. Für den Weg zum Carport oder zur Garage stehen überrollbare Bodeneinbauleuchten zur Verfügung. „Sie werden im Boden versenkt, dadurch ist der Einbau etwas aufwendiger. Sie sehen aber gut aus, markieren den Weg und geben Orientierung“, so Vollmann.

Treppen und Aufgänge

Eine zusätzliche Beleuchtung verlangen Stolperfallen und Niveauunterschiede wie Treppen und Abgänge. „Eine gute Beleuchtung für die Treppe kommt von der Seite etwa auf Höhe der Waden. An einer äußeren Treppe sind Einbaustrahler in der Wand ideal“, sagt die Lichtexpertin. Im freien Gelände sind Pollerleuchten oder niedrige Mastleuchten die beste Wahl. Wichtig ist, dass die Leuchten nicht blenden, sagt Vollmann. „Eine zusätzliche Beleuchtung, die schön aussieht, sind LED-Streifen am Handlauf.“

Beleuchtung der Terrasse

Die Terrasse ist der Übergangsraum zwischen Haus und Garten. „Blickt man von innen nach außen, erweitert sich mit Beleuchtung der Wohnraum optisch“, sagt Vollmann. Wichtig bei Balkon und Terrasse seien die Übergänge ins Freie. „Das Auge muss sich beim Wechsel ins Dunkel erst daran gewöhnen. Daher sollte vor allem in Türnähe Licht vorhanden sein“, rät Vollmann. Da die Terrasse in verschiedener Weise genutzt wird, ist es sinnvoll, mehrere Lichtquellen einzuplanen: Funktionales Licht, das eine gute Illumination gewährleistet, und Stimmungslichter.

Wandleuchten sorgen für ausreichend Helligkeit. Sind sie von innen schaltbar und geben ein gutes Sicherheitsgefühl. Doch es gibt auch andere Optionen. „Werden Strahler in die Terrasse eingelassen, sollte man darauf achten, dass diese nicht genau dort sind, wo man sitzt, damit sie nicht blenden,“ rät Christine Niedermaier, Prokuristin von Niedermaier Gärten & Freiräume GmbH. Sie empfiehlt, mit Strahlern eher den Terrassenrand zu beleuchten. Eine flexible Lösung können Stehleuchten sein, die für den Außenbereich geeignet sind. „Eine ansprechende Option sind auch Leuchtkübel, also Pflanzgefäße, die Licht abgeben. Das sieht atmosphärisch aus“, so Niedermaier. LED-Streifen rund um die Terrassenumrandung sind eine gute Option für erhöhte Terrassen.

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Beleuchtung des Gartens

Die Beleuchtung des Gartens ist ein wichtiger Teil der Außenbeleuchtung. Durch ein gut geplantes Lichtkonzept kann man den Garten im Sommer auch in den dunkleren Abendstunden genießen und hat im Winter ein stärkeres Sicherheitsgefühl. Ein Beleuchtungsplan für das Grundstück ist daher ein wichtiger Schritt für eine schöne Atmosphäre. Moderne Gartenplaner bieten heutzutage häufig an, die Lichtplanung zu übernehmen. „Diese kann man auch von einem Elektriker oder Lichtplaner vornehmen lassen. Dann sollte man darauf achten, dass er Ahnung von Gartengestaltung hat. Denn zu viel Licht zerstört die Atmosphäre dort schnell“, warnt Niedermaier.

„In puncto Gartenbeleuchtung gibt es eine Hauptregel: Weniger ist mehr. Es ist nicht das Ziel, den Garten taghell zu erleuchten“, sagt Niedermaier. Umgekehrt sollte man jedoch auch vermeiden, dass im Garten dunkle Ecken entstehen. „Zum einen sehen solche schwarzen Löcher einfach nicht schön aus. Zum anderen fühlt man sich beim Begehen des Gartens dort oft nicht wohl.“ Auch beim Blick aus dem Haus haben solche dunklen Ecken eine negative Wirkung. Besser ist es, für weiche Übergänge und eine gedimmte Beleuchtung zu sorgen.

Gezielte Akzente im Garten setzen

„Vor der Planung sollte man sich überlegen, welche Bereiche im Garten es wert sind, beleuchtet zu werden“, sagt Schlicht. Entscheidend sind die Sichtachsen im Garten. Dabei geht man von den Lieblingssitzplätzen aus wie etwa der Terrasse. „Eine gute Planung berücksichtigt außerdem den Blick von innen aus dem Haus nach draußen. Was sehe ich vom Wohnzimmer durch die Glasfront aus und soll auch im Dunkeln erstrahlen?“, so der Gartenplaner.

Es geht darum, Akzente zu setzen. „Das können ein Teich, ein besonderer Baum, eine schöne Mauer mit einer markanten Struktur sein. Raue Oberflächen sind im Licht meist interessanter als glatte Flächen“, erklärt Schlicht. „Auch Gräser eignen sich gut dafür, erhellt zu werden, da sie sich im Wind bewegen und so ein schönes Spiel aus Licht und Schatten entsteht. Insbesondere die Kombination aus Wasser, Gräsern und Beleuchtung funktioniert sehr gut“, beobachtet der Gartenplaner. „Bäume werden in der Regel durch schlichte Spots erhellt, die – im Boden versteckt – eingebaut sind. Die Beleuchtung von unten schafft eine ein wenig geheimnisvolle Atmosphäre und ist technisch einfach umzusetzen.“ Beete werden optimal durch Erdspieße beleuchtet. Sie sind leicht versetzbar und können dort leuchten, wo je nach Saison die interessantesten Blumen wachsen.

Teiche und Wasserspiele sind echte Hingucker – umso mehr, wenn sie im Dunkeln bestrahlt werden. „Nachts in einem sanft beleuchteten Schwimmteich zu schwimmen, ist ein tolles Erlebnis“, sagt Niedermaier. Wasserspiele würden geradezu nach Licht verlangen. „Fontänen, Schütten und Quellsteine können sehr gut beleuchtet werden. Aufwendiger ist die Beleuchtung eines Teichs mit Unterwasserstrahlern. Für den Rand eignen sich sehr gut Spots.“ Damit sich die Vegetation auf der Wasseroberfläche spiegelt, wird die Bepflanzung angestrahlt. Tiere kann das Licht aber stören. „Bei Fischteichen sollte auf Unterwasserbeleuchtung verzichtet werden“, so Vollmann. Wo Wasser und Strom zusammenkommen, hat Sicherheit Priorität: „Leuchten am und unter Wasser sollten vom Fachmann eingerichtet werden.“

Frühzeitige Planung spart Kosten

Für eine umfassende Gartenbeleuchtung müssen Stromleitungen verlegt werden. Das kann im Nachhinein sehr aufwendig und teuer werden. Wer seinen Garten neu anlegt, sollte die Beleuchtung daher besser gleich von Beginn an planen. „Man sollte vorab zumindest Leerrohre verlegen, durch die dann später Kabel gezogen werden können“, sagt Schlicht. Das unterirdische Verlegen von Kabeln sollte Niedermaier zufolge nur von einem ein Fachmann durchgeführt werden. Sind die Anschlüsse verlegt, geht man in die Testphase. Probeleuchten lassen sich im Fachhandel leihen. „Dann leuchtet man den Garten entsprechend der Planung provisorisch aus“, so Niedermaier. Bei Bedarf können die Leuchten noch umgesteckt werden.

Eine weitere Möglichkeit, Licht in den Garten zu bringen, sind Niedervoltsysteme. „Sie benötigen nur einen Stromanschluss, von da geht es über einen Verteiler weiter. Angeschlossen werden können viele Leuchten, die auch flexibel versetzbar sind“, sagt Niedermaier. Die Leitungen können oberirdisch verlegt werden. Der Vorteil dieser Leuchten: Sie sind sparsamer im Energieverbrauch.

Die Wirkung der Lichtfarbe

„Bei der Gartengbeleuchtung würde ich empfehlen, auf Qualität statt auf den Preis zu achten. Es wäre schade um die Arbeit, wenn die Leuchten schnell kaputt gehen“, sagt Niedermaier. Für einen stimmigen Gesamteindruck sollten die gewählten Leuchten zum Stil des Gartens passen. Schlicht rät zudem, nicht nur auf die Leuchte, sondern vor allem auch auf Lichtfarbe und -stärke zu achten. Mit dimmbaren Lampen lässt sich die Helligkeit regulieren. Warmes Licht mit vielen Rotanteilen wirkt gemütlicher als weißes Licht. „Am Abend sollte auf Licht mit vielen Blauanteilen verzichtet werden. Es wirkt kühl und hat eine aktivierende Wirkung“, sagt Vollmann.

Allerdings gibt es Niedermeier zufolge eine Ausnahme: „Weißes Licht sieht toll zu Gräsern und Steinen aus.“ Sie ermutigt dazu, mit den Farben von Licht und Pflanzen zu spielen. „Die Lichtfarbe kann einer Pflanze eine andere Erscheinung geben. Genauso kann Licht mit vielen Rotanteilen die Ausstrahlung von rotlaubigen Bäumen wie Blutbuchen verstärken.“ Ihr Tipp für weniger mutige Gartenbesitzer: „Probieren Sie solche Effekte mit einer sehr guten Taschenlampe vorher im eigenen Garten aus.“

Günstige Alternativen

Auch mit etwas weniger Geld lässt sich Licht in den Garten bringen. „Outdoor-taugliche Lichterketten werden in vorhandene Außensteckdosen gesteckt und schaffen eine angenehme Atmosphäre“, sagt Schlicht. Sie können in Bäume gehängt und zwischen Gewächse gespannt werden. Wo keine Außensteckdose in der Nähe ist, bieten Solarleuchten im Sommer eine Alternative. Die Auswahl steigt Jahr für Jahr an. Es gibt Lampions, Lichterketten und Erdspieße. „Schöne Effekte kann man mit Lampions in einer Pergola erzielen“, so Niedermaier. Solarleuchten lassen sich leicht umstecken und umhängen und eignen sich daher auch gut zum Ausprobieren. Ihr großer Nachteil: An dunklen Tagen reicht die Energie meist nicht aus.

Natürliches Licht gehört zur Gartenbeleuchtung

Es muss nicht immer die ganz große Illumination sein. „Manchmal schafft eine Kerze auf dem Tisch das schönste Licht. Die Effekte, die man mit einer lebendigen Flamme erzielt, kann man mit künstlichem Licht nicht erreichen“, sagt Schlicht. Natürliches Licht ist deshalb ein wichtiger Bestandteil einer guten Gartenbeleuchtung. Kerzen, Laternen und Fackeln sind günstig und flexibel einsetzbar. Eine gute Option sind Feuerkörbe. Die hitzebeständigen Metallgefäße werden mit Holz gefüllt und lassen sich einfach aufstellen. Wegen des Funkenfluges sind sie aber nicht für überdachte Terrassen geeignet und sollten nicht in der Nähe von trockenem Gehölz oder Möbeln aus Plastik stehen. „Ein Feuerkorb ist ein kommunikationsförderndes Element. Es lohnt, ihm einen festen Platz zu geben und dort eine Sitzgelegenheit einzurichten. Dann entsteht ein gemütlicher Bereich für Bewohner und Gäste“, so Niedermaier.

Technik: LED hat sich bewährt

Im Außenbereich werden vorzugsweise LEDs eingesetzt, weiß Vollmann. „Sie sind sehr energieeffizient und vertragen kühle Temperaturen bestens. Außerdem bieten sie Farbwechsel, lassen sich je nach Modell dimmen und smart steuern.“ Für den Außeneinsatz geeignete Leuchten weisen mindestens die Schutzart IP 44 auf.

Lichtverschmutzung: Weniger ist mehr

Lichtverschmutzung ist ein großes Problem. Auch deshalb ist weniger Licht in Gärten oft mehr. „Um Insekten, Vögel und andere Tiere nicht unnötig zu belasten, sollte man nur so viel einsetzen, wie wirklich notwendig ist und die Beleuchtung ausschalten, wenn man sie nicht braucht. Das spart auch Energie“, so Schlicht. Insbesondere bei kleinen Grundstücken sei es wichtig, das Umfeld zu berücksichtigen. „Dem Nachbarn ins Haus zu leuchten ist tabu.“ Sogenannte Downlights können dabei helfen, Lichtemissionen zu vermeiden. „Sie sind nach oben abgeschirmt, strahlen nach unten oder an die Wand“, sag Vollmann. „Praktisch sind Dämmerungsschalter, Bewegungsmelder und ein zentraler An- und Ausschalter im Haus.“