Raumpsychologie: Wie die Einrichtung das persönliche Wohlbefinden steigern kann

Raumpsychologie: Gestaltung,
Einrichtung und Farbgebung

© Dan Gold / unsplash.com

Einzelhandelskonzerne und Großunternehmen haben die Psychologie der Räume schon längst für sich entdeckt. So beeinflussen durchdachte Einrichtungskonzepte das Kaufverhalten und wirken sich am Arbeitsplatz auf Kreativität und Produktivität aus. Doch auch in den eigenen vier Wänden können Raumgestaltung, Einrichtung und Farbgebung das Wohlbefinden steigern.

Einrichtung verrät viel über Bewohner

Die Einrichtung verrät eine Menge über ihren Bewohner. So unterscheidet der Psychoanalytiker Fritz Riemann vier Grundtypen von Menschen: den Nähetyp, den Distanztyp, den Dauertyp und den Veränderertyp. Daraus ergibt sich ein entsprechender Wohnstil. So liebt der Nähetyp Gemütlichkeit, weiche Stoffe und warme Farben. Der Distanztyp bevorzugt Leder und klare Formen. Der Dauertyp hat eine Schwäche für Antiquitäten. Der Veränderertyp mag's trendig und wechselt gern seine Lieblingsstücke.

Sicherheit und Überblick

Ganz gleich, welchen Einrichtungsstil Sie bevorzugen, es gibt zwei Prinzipien, nach denen das Wohnumfeld gestaltet wird: Sicherheit und Ordnung. Sie sollten ein ausgewogenes Verhältnis von Ordnungshelfern wie Schränken sowie Regalen und individuellen Akzenten wahren. Zu viele Hingucker stören das Ordnungsbedürfnis. Zu viel Monotonie und Ordnung wirkt hingegen einschläfernd.

Freie Sicht behalten

Um einen freien Blick nach draußen zu haben, sollte der Schreibtisch nahe am Fenster stehen. Grünpflanzen schaffen in Räumen eine natürliche Lebensumwelt. Damit Sie sich sicher fühlen, gestalten Sie Orte der Entspannung so, dass Sie nicht mit dem Rücken zur Tür sitzen. Die Relax-Liege oder das Sofa sollte den Blick auf die Zimmertür ermöglichen, denn sonst bleibt unterbewusst das ungute Gefühl, sich nicht sicher zu fühlen

Lieblingsstücke machen aus der Wohnung ein Zuhause

Platzieren Sie ihre Lieblingsstücke so, dass Sie diese oft sehen. Setzen Sie Akzente mit Hilfe von Einrichtungsgegenständen, mit denen Sie etwas verbinden.

Kleine Farbenlehre

Auch Farbe an Wänden, Fußböden und Einrichtung wirkt sich auf die Psyche aus. Wer einige Grundregeln der Farblehre beherrscht, kann seinen Räumen zu mehr Atmosphäre verhelfen.

  • Entspannung braucht warme Farben: Orange, Gelb, Braun oder Beige sollten Sie in Räumen einsetzen, in denen Sie sich entspannen wollen.
  • Kalte Farben für erholsamen Schlaf: Geht es ums Einschlafen, können kalte Farbtöne, wie Blau und Grau helfen. Diese sorgen dafür, dass die gefühlte Raumtemperatur deutlich niedriger erscheint als in Zimmern mit warmen Tönen. Das fördert den Schlaf.
  • Gesellschaft braucht Helligkeit: Wo Sie Geselligkeit pflegen, sollten Sie auf helle Farben achten. Hellgrün, Gelb, Orange oder ein heller Rotton fördern die Kommunikationsbereitschaft. Wer das Gespräch am Küchentisch schätzt, sollte sich für helle, warme Farbtöne entscheiden. Achtung: Grau verdirbt den Appetit.
  • Arbeiten mit zarten Farben: Für Ihr Arbeitszimmer eignen sich am besten zarte Tönungen von Gelb, Grün oder Orange. Kalte Farben wirken bei der Arbeit einschläfernd.
  • Vorsicht vor zu viel Rot:Ein kräftiges Rot sollten Sie nur sparsam einsetzen. Es macht aggressiv. Vor allem im Kinderzimmer verwenden Sie am besten sanftere Farben wie zartes Gelb, helle Grüntöne oder leichtes Orange.

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