Ein echtes Ledersofa ist ein absoluter Hingucker

Ledersofa: Schick und pflegeleicht

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Wer heute beim Stichwort Ledersofa an dunkle schwere Sitzklötze in spärlich möblierten Junggesellenbuden denkt, hat einen Wohntrend verpasst. Die neuen Modelle aus Echtleder sind nämlich nicht nur echte Hautschmeichler, sondern auch robuster als viele denken und werden – ob edel, schlicht oder kompakt – zum Blickfang im Wohnzimmer. 

Leder und was es alles kann

Kein Imitat geht über den originalen Naturstoff. Das gilt auch bei Leder. Qualitativ hochwertiges Leder macht ein Sofa zu einem unkomplzierten, robustem Möbel. Es ist sehr strapazierfähig und wasserabweisend. So ist es einfach zu reinigen und es bleiben bei alltäglichen Malheurs keine Flecken zurück. Oft wird Leder im Vergleich zu Stoffen als kaltes Material empfunden – doch je besser das Leder, desto schneller erwärmt es sich auf Körpertemperatur.


Im Laufe der Zeit verändert sich ein Ledersofa. Kunstlicht, Sonneneinstrahlung, Abnutzung und andere Alterserscheinungen verleihen ihm optisch Charakter. Zu intensive Lichteinwirkung und Hitze bewirken womöglich eher unschöne Verfärbungen als Patina. Deswegen sollten Ledersofas nicht unmittelbar und ungeschützt an großen Fenster oder Türen oder zu nahe an Heizkörpern platziert werden.

Kunstleder als Alternative

Der Vorteil eines mit Kunstleder bezogenen Sofas: Es ist deutlich günstiger. Und es sieht mitunter nicht weniger schick aus als ein Echtledersofa. Trotzdem hat Kunstleder im Vergleich zu Echtleder einige Schwächen. Während die Echtledercouch sich mit der Zeit zum coolen Charaktermöbel verwandelt, sieht Kunstleder nach einigen Jahren oft abgenutzt und verwohnt aus. Kunstleder ist auch weniger strapazierfähig. Im Sommer klebt man an der Sitzfläche quasi fest. Das ist nicht sehr gemütlich.

Lederaten: Rau oder glatt?

Glattleder

Glattes Leder ist unempfindlicher als raues Leder und lässt sich leichter reinigen. Besonders gilt das für sogenannte vollnarbige Ledersofas, denn hier liegt die Hautseite des Leders außen. Für Sofas wird gut ein Millimeter dickes Leder verwendet. Es fühlt sich angenehm weich an. Weil Glattleder sich leichter färben lässt, ist die Farbauswahl hier größer. Typische Glattlederaten sind Anilin- und Semianilinleder und Nappaleder.

Rauleder

Rauleder fühlt sich eher samiig an. Es ist weniger dehnbar als Glattleder. Dadurch wirft es weniger Falten. Weil es empfindlicher ist, wird es häufig mit einer Polyurethanschicht versiegelt. Das schützt vor Feuchtigkeit und macht das Sofa robuster. Typische Raulederarten sind Nubuk-, Velours- und Wildleder.

Woran erkenne ich ein gutes Ledersofa?

Einen ersten Qualitätstest kann man im Möbelgeschäft ganz unkompliziert machen: Fassen Sie es an. Es sollte sich weich, geschmeidig und nicht zu kalt anfühlen. Die Qualität stimmt, wenn das Leder rundum die gleiche Stärke hat.


Ist das der Fall, machen Sie den Farbtest: Ist das Leder komplett durchgefärbt oder ist lediglich eine Farbschicht aufgetragen? Für den Test feuchten Sie ein Taschentuch an und drücken es eine Minute auf die Couch. Bleibt das Tuch weiß, färbt das Ledersofa auch später nicht ab.


Wie bei jedem Sofakauf machen Sie auch beim Ledersofa den Sitztest. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit und achten Sie darauf, wie schnell das Material sich an Ihre Körpertemperatur anpasst. Je schneller das geht, desto höher ist die Qualität des Leders. Darauf sollten Sie besonders Wert legen, wenn Sie ein Ledersofa in der Variante als Schlafsofa verwenden wollen.

Wie pflege ich ein Ledersofa?

Ledersofas sind robust – ein wenig Pflege tut ihnen trotzdem gut. Dabei reicht es aus, die Couch einmal wöchentlich mit einem weichen Baumwolltuch abzuwischen und einmal im Monet ein feuchtes Tuch zu verwenden. Feuchttücher für die Lederpflege aus dem Drogeriemarkt eignen sich zum Fleckenentfernen zwischendurch. Hin und wieder sollten Sie es mit speziellen Pflegemitteln bzw. Lederfett (500 ml kosten ca. 10 bis 15 Euro) einreiben.


Fleckenentferner, Lösungsmittel, Schuhcreme oder Terpentin gehören nicht ans Ledersofa. Sie zerstören mitunter die Struktur und hinterlassen Flecken. Vermeiden sie auch kräftiges Rubbeln. Verschmutzungen lassen sich besser mit Gummibürsten oder einem transparenten Radiergummi entfernen. Wenn Sie etwas verschütten, nehmen Sie die Feuchtigkeit sofort mit einem Tuch ab.

Pflegetipp zum Selbstmachen: Gekaufte Pflegemittel riechen manchmal etwas streng. Sie können sich ganz einfach ein eigenes herstellen. 100 Milliliter Rapsöl in einem Topf leicht erwärmen und 25 bis 30 Gramm Bienenwachs (gibt es in der Apotheke) darin unter Rühren auflösen. Abkühlen lassen und mit einem weichen Tuch auftragen.