Parkett selbst reparieren

Parkett selbst reparieren

© Kari Shea / Unsplash

Echtholz-Parkett ist ein sehr widerstandsfähiger Bodenbelag. Und er ist der einzige, der über Jahre immer wieder neu bearbeitet werden kann. Damit das gelingt und nicht zu aufwendig wird, ist eine gewissenhafte Pflege Pflicht. Dazu gehört auch, kleine Schäden umgehend auszubessern. Die sind schnell passiert: Kleine Steinchen unter der Schuhsohle, spitze Absätze oder herunterfallende Gegenstände führen zu Rissen, Kratzern oder kleinen Löchern. Das sieht nicht nur unschön aus, es birgt auch die Gefahr, zu einem größeren Schaden zu werden, wenn nämlich Feuchtigkeit in den Boden eindringt und ihn aufquellen lässt.

Tipps für kleine Ausbesserungen am Parkettboden

Bei Kratzern:

Es lohnt sich der Versuch, mit Möbelpolitur den Schaden wegzupolieren. Dabei wird mit dem Mittel und einem weichen Tuch die Fläche poliert, bis der Krater nicht mehr zu sehen ist. Das geht mit handelsüblicher, transparenter Politur. Sie darf allerdings keinesfalls Silikonöl oder Teile von Mineralöl enthalten – diese können den Holzbohlen schaden. Greifen Sie zu Naturpolituren mit pflanzlichen Wachsen oder Ölen.


Bei Dellen und Druckstellen:

Ist der Parkettboden an einer kleinen Stelle eingedrückt, kann man ihn durch gezieltes Aufquellen des Holzes selbst reparieren. Dazu benötigt man ein Dampfbügeleisen. Dieses wird hoch erhitzt. Auf die betroffene Stelle im Parkett wird ein feuchtes Tuch gelegt und das Bügeleisen für etwa zehn Sekunden darauf gestellt. Bei Bedarf wird der Vorgang wiederholt, bis die Druckstelle ausgeglichen ist. Da nicht alle Lacke diese Prozedur ohne Spuren aushalten, vorab an einer unauffälligen Stelle testen. 


Bei Rissen und Löchern:

Um Risse und Löcher zu schließen, greifen Sie zu Holzpaste oder Wachskorrekturstiften. Beides gibt es in unterschiedlichen Farben (ab ca. zehn Euro). Danach sollte an der entsprechenden Stelle eine Oberflächenvergütung aufgetragen werden.

Schäden im Parkettboden Schritt für Schritt reparieren

Fällt der Schaden am Parkettboden größer aus, ist die Ausbesserung etwas aufwendiger. Am besten stattet man sich mit einem speziellen Parkett-Reparaturset aus. Solche gibt es im Fachhandel und im Baumarkt ab 40 Euro. Darin sind Hilfsmittel und Werkzeuge enthalten, die Profis benutzen, die man aber selten zu Hause hat. Dazu gehören Tücher zum Schleifen und Polieren, ein Hobel, ein Schmelzgerät für eine Wachsmischung, eine Auswahl an farbigen Wachsen und ein Versiegelungsstift mit Klarlack. 

Die folgenden Schritte nehmen Sie mithilfe des Reparatursets vor

1. Vorbereiten:

Der Boden muss sauber und trocken sein. Mit dem Hobel werden alle losen und hervorstehenden Teile oder Splitter an der beschädigten Stelle entfernt.


2. Farbe wählen und mischen

Aus den unterschiedlichen Wachsen den Farbton des Parkettbodens zusammenstellen. Dabei immer mehrere Farbtöne benutzen, um eine natürlichere Farbe zu erhalten. Dazu kommt transparenter Füllstoff. Mit dem elektrischen Schmelzgerät werden kleine Portionen Wachs und Füllstoff geschmolzen und vermischt.


3. Auffüllen

Das Gemisch wird in Loch oder Riss gefüllt. Die Stelle wird dabei etwas überfüllt.


4. Angleichen

Mit dem Hobel wird die Stelle plan gestrichen, also das überschüssige Füllmaterial entfernt.


5. Entfetten

Mit einem im Set enthaltenen Tuch oder Vlies die Stelle entfetten.


6. Versiegeln

Zum Schutz der Ausbesserung wird die Stelle mit einem Klarlackstift versiegelt.


7. Polieren

Nach fünf Minuten ist die Versiegelung trocken. Dann werden alle Spuren mit Schleif- und Poliertuch beseitigt und der Glanz an den umliegenden Boden angeglichen.

Hier muss der Profi ran

Bei großflächigen Schäden oder starker Abnutzung des Bodens ist eine komplette Renovierung oft sinnvoller als die stückweise Ausbesserung. Dabei wird die Oberfläche vollständig abgeschliffen und neu versiegelt. Wie oft man dies tut, hängt von Nutzung und Verschleiß ab. Bei jeder Renovierung werden rund 0,5 mm Holz mit abgetragen – wenn fachgerecht geschliffen wird.


Das Schleifen sollte ein Fachmann übernehmen. Schleifmaschinen kann man als Heimwerker zwar im Baumarkt ausleihen – wer allerdings noch nie ein solches Gerät bedient hat, dem sei davon abgeraten, die Bodenrenovierung auf eigene Faust durchzuführen. Das Bedienen der Maschine erfordert viel Fingerspitzengefühl und etwas Erfahrung. Außerdem setzt die Arbeit eine Menge Geduld voraus. Schleiffehler hinterlassen Unregelmäßigkeiten, Risse oder Löcher, die dann doch vom Profi bearbeitet werden müssen. In Mietwohnungen kann der Besitzer den heimwerkerfreudigen Mieter für Schäden sogar haftbar machen.