Mehr über die aktuellen Fliesentrends

Aktuelle Fliesentrends

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Zeitlosigkeit versus Mode – bei Fliesen ist beides möglich. Große Flächen und Naturtöne beherrschen derzeit den Markt. Die Individualität muss dabei nicht auf der Strecke bleiben: Die Auswahl ist groß und neue Strömungen ergänzen sich gut mit den Naturtonsteinen. Immonet zeigt, welche Badfliesen-Trends angesagt sind.

Zeitloses Design bei Fliesen angesagt

Wer Fliesen aussucht, legt in der Regel Wert auf Zeitlosigkeit. Schließlich renovieren die Deutschen ihre Bäder im Schnitt nur alle 20 Jahre. Zeitlos, neutral und edel wirken Grautöne. „’Shades of Grey’ sind und bleiben im Trend“, sagt die Kölner Innenarchitektin Birgit Hansen. Hellgrau, Dunkelgrau und Schwarz verleihen einen einheitlichen Look, der sich mit vielen Einrichtungstrends gut ergänzt und mit modischen Accessoires immer wieder neu belebt werden kann.


Gemütlichkeit ist angesagt, das gilt erst recht im Bad. Die vorherrschenden Farbtrends machen das deutlich: Schon seit einiger Zeit sind Naturoptiken ganz groß. Naturholz- und Holzdielenoptik sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Genauso beliebt sind Stein, Putz und Beton als Vorbilder. Marmoroptiken sind ein neuer Trend.


Die Produktionstechniken haben sich so verbessert, dass sich keine zwei Fliesen gleichen und im verlegten Zustand kein Unterschied zum Naturstein erkennbar ist. Dies zeigt sich auch bei der Oberflächenstruktur: „Fliesen sind heute matt. Das Vorbild Natur ist nicht nur optisch wahrzunehmen, man fühlt die klar strukturierten Oberflächen auch“, sagt Designexpertin Uta Kurz. Der Trend zu matten Fliesen hängt auch mit dem Anspruch an barrierefreies Wohnen zusammen. Matte Fliesen sind weniger rutschig und damit sicherer.

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Größe und Materialien von Fliesen

Fliesen werden immer größer. Die einst als Standard geltende Größe 15 mal 15 Zentimeter wurde abgelöst vom Format 30 mal 60 Zentimeter. „Dieses ist einfach und preiswert zu verlegen und überall im Handel zu haben“, erklärt Birgit Hansen. Doch der Trend zu großen Fliesen geht noch weit darüber hinaus: 60 mal 120 Zentimeter sind keine Seltenheit und auch Riesen mit den Maßen 1,5 Meter mal 3 Meter werden angeboten. Auch wer ein kleines Bad hat, muss sich nicht scheuen, große Formate einzusetzen. Schließlich gilt die Regel: Kleine Bäder – kleine Fliesen nicht mehr. „Heute sagt man, dass große Fliesen auch kleine Bäder groß erscheinen lassen“, erklärt Trendforscherin Uta Kurz.


„Große Fliesen haben im Bad den Vorteil, dass sie das Risiko von Schimmelbildung reduzieren, da weniger Fugen entstehen“, sagt die Expertin. Wer aber so große Fliesen in seinem Heim wünscht, muss eines beachten: „Die übergroßen Platten verlangen von dem Verleger handwerkliche Perfektion. Der Untergrund muss absolut eben sein, ansonsten können große Fliesen mit mehr als einem Meter Seitenlänge bei Belastung schnell reißen“, gibt Uta Kurz zu bedenken. 


Badezimmer renovieren, das macht Arbeit, Dreck und kostet viel Zeit und Geld. Das schieben Hausbesitzer gern auf. Doch das könnte sich nun ändern. Renovierungen können mit modernen Fliesen schnell und sauber über die Bühne gebracht werden. „Sie sind nur noch 0,4 Zentimeter dünn und damit weniger als halb so dick wie die einstigen Standardmodelle. Sie können auf bestehende Wand- und Bodenbeläge aufgelegt werden, das Abschlagen alter Fliesen entfällt somit“, erklärt Kurz.

Fliesenformen und Verlegearten

Keine Kehrtwende, eher eine Ergänzung: Die Designexperten beobachten aktuell das Auftauchen neuer Formate. So werden nach Jahren wieder kleinere Fliesen im Handel angeboten. Diese kommen alles andere als bieder daher. Dafür sorgen die Formen: Wie für die großen Pendants gilt auch hier: länglich statt quadratisch. „Das erinnert an Klinker, kann aber durchaus lasiert und sehr schick sein“, sagt Uta Kurz.


Auch bei den Verlegearten hat sich einiges getan. Während Fliesen früher in Reihen gerade übereinander gesetzt wurden, so dass die Fugen Kreuze bildeten, ist heute die Verbandverlegung in. „Dabei werden die Fliesen seitlich versetzt angebracht. Vor allem bei den querformatigen Fliesen hat das eine auflockernde Wirkung. Insgesamt macht eine solche Wand einen sehr edlen und eleganten Eindruck“, beschreibt Hansen. Besonders gut eignen sich diese Verlegeart für Fliesen in Natursteinoptik.


Ebenfalls im Kommen sind fünf- und sechseckige Fliesen. „Sie werden blumenartig an die Wand gebracht. Das hat etwas sehr verspieltes“, sagt Trendforscherin Uta Kurz. Die mehreckigen Fliesen gibt es sowohl in großen als auch in kleinen Formaten von 15 Zentimetern Durchmesser, und häufig auch gemustert.

Fliesen werden teilweise sparsamer eingesetzt

„Insgesamt werden in Bädern weniger Fliesen als noch vor zehn Jahren verwendet. Fliesen verlegt man heute nur noch in den Nassbereichen, also hinter Wanne, Dusche, Waschbecken und WC“, sagt Kurz. Verbleibende Flächen werden mit anderen Materialien gestaltet. „Mehrfachbeschichtete Holzverbundmaterialien und Plexiglas sind für die fugenlose Verarbeitung sehr gefragt“, sagt die Designexpertin.


Gleichzeitig ist ein weiterer Trend zu beobachten: Bodenfliesen setzen sich an der Wand fort. „Sehr gern wird für die Wand das gleiche Material und die gleiche Serie wie für den Boden verwendet, manchmal die Wandfliesen einen Ton heller gewählt. Das funktioniert mit warmen Farbtönen ebenso wie mit Grautönen“, erklärt Hansen.

Fliesen tauchen nicht nur im Bad auf

Längst sind Fliesen nicht mehr nur in Bad und Küche angesagt. „In Neubauten werden sie – häufig in Holzoptik – immer öfter im gesamten Erdgeschoss eingesetzt“, beobachtet Birgit Hansen. Dabei bildet der Bodenbelag eine einheitliche Fläche. Das hat Gründe: Da Baugrundstücke teurer und Häuser mehr in die Höhe gebaut werden, wird der Wohnraum auf den einzelnen Etagen kleiner. Um einem beengten Raumgefühl entgegenzuwirken, entscheiden sich Architekten meist für offene Wohnbereiche, in denen Küche, Wohn- und Esszimmer in einander übergehen. „Da ergibt sich oft kein sinnvoller Abschluss für den Fliesenbereich“, konstatiert Hansen.


Vor allem unterstützt ein einheitlich gestalteter Boden die offene Wirkung und lässt die Räume größer erscheinen. Daher werden die Beläge gern auch bis in die Außenbereiche gezogen: Die optisch gleichen Böden von Küche, Wohnzimmer und Terrasse schaffen weiche Übergänge von draußen und drinnen. Zudem seien Fliesen auch enorm praktisch, besonders für Familien mit kleinen Kindern: „Allergiker freundlich, leicht zu reinigen, strapazierfähig. Für Flächen mit Fußbodenheizung sind sie wegen ihrer guten Wärmeleiteigenschaften sehr wirtschaftlich“, sagt Hansen. Sie beobachtet den Einzug von Fliesen mittlerweile vereinzelt auch in Kinder- und Schlafzimmer. Ein Nachteil bleibt: „Fliesen sind lauter als Holzböden.“