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Die aktuellen Gartentrends

© mkaragoz / iStock

Mehr als 35 Millionen Menschen in Deutschland besitzen einen Garten. Und kaum ein Bereich einer Immobilie ist individueller als das eigene Fleckchen Natur. Dennoch gibt es Trends, an denen der moderne Gärtner kaum vorbeikommt. Immonet gibt einen Überblick der Themen, die in in der Gartensaison 2018 wichtig werden oder bleiben.

Der Garten als zweites Wohnzimmer

So viele unterschiedliche Gestaltungskonzepte es auch gibt, die Motivation für einen eigenen Garten ähnelt sich meist: Man möchte entspannen, sich erholen, mit Freunden oder der Familie zusammen sein. „Leben und Wohnen findet immer häufiger draußen statt“, sagt Wolfgang Groß vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Kein Wunder also, dass der Garten für viele zum zweiten Wohnzimmer wird.

Das zeigt sich auch bei der Wahl der Garteneinrichtung. Die soll ähnlich gemütlich und behaglich sein wie im Haus. „Es gibt Stehlampen und Teppiche für die Terrasse, denen Nässe nichts ausmacht“, berichtet Lilli Straub, Gartenarchitektin aus Esslingen. Bei den Sitzgelegenheiten gehe der Trend zu Sofa-Landschaften, deren Polster ebenfalls feuchtigkeitsresistent sind.

Draußen kochen gewinnt an Bedeutung

Der Grill-Boom der letzten Jahre wird sich auch in 2018 fortsetzen. Viele wollen mittlerweile aber mehr als nur einen kleinen Platz im Garten, an dem sie Fleisch, Fisch oder Gemüse grillen können. „Gartenbesitzer investieren zunehmend in Outdoor-Küchen, die in den Garten eingebunden sind und wo man bei schönem Wetter kocht und Gäste einlädt“, sagt Wolfgang Groß.

In mediterranen Ländern gehören solche Küchen außerhalb des Hauses schon zum Standard. Hierzulande entdecken immer mehr Menschen und Hersteller den Trend zur Gartenküche für sich. Die Angebote reichen vom Multifunktions-Grill, auf dem man auch einen Topf Kartoffeln kochen kann, bis hin zu kompletten Küchenzeilen mit Ofen, Spüle und großzügigen Arbeitsflächen.

Digitale Technik hält Einzug im Garten

Die Digitalisierung macht auch vor dem Garten nicht Halt: Smart Gardening ist der aktuelle Trend. Mähroboter, die den Rasen ohne menschliches Zutun pflegen, sind bereits etabliert. Darüber hinaus stehen viele Entwicklungen noch am Anfang - ob sie sich durchsetzen werden, ist noch nicht vorhersehbar. „Das Thema ist ein wenig Medien-Hype und in der Realität noch nicht angekommen“, meint Lilli Straub. „Manche Dinge sind auch nur bedingt sinnvoll, wie etwa Apps, die anzeigen, wann man Unkraut zupfen muss.“

Das Gießen übernimmt der Computer

Sehr sinnvoll und angesagt – da sind sich die Experten einig – ist die automatische Bewässerung im Garten. „Die Menschen reisen häufiger oder sind längere Zeit weg von zu Hause“, so Straub. Die Gefahr des Austrocknens ist mit solchen Anlagen gebannt. Weitere Vorteile: Der Gärtner spart Zeit und Ressourcen. Denn die Systeme stimmen die Bewässerung auf den Bedarf der jeweiligen Pflanzung ab. Gesteuert werden sie bequem via Smartphone oder über einen Bewässerungscomputer. Hier gibt es nach Ansicht von Diplom-Agraringenieur Groß bereits viele technisch ausgereifte Lösungen.

Akzente mit Licht setzen

Auch das Thema Licht spielt eine zunehmend größere Rolle für deutsche Gartenbesitzer. „Man möchte den Garten auch im Dunkeln erleben“, sagt Groß. „Im besten Fall sitze ich in meiner Outdoor-Küche und schaue nicht auf eine schwarze Wand, sondern zum Beispiel in eine besonders attraktive Gartenecke, die mit Licht schön in Szene gesetzt ist.“ Bei der Installation helfen spezialisierte Garten- und Landschaftsbauer. Auf fachkundige Beratung solle man lieber nicht verzichten, rät Groß. Falsch gewählte Leuchten etwa gefährden Insekten und tragen zur Lichtverschmutzung bei.

Groß gewachsene Hecken und Bäume sind beliebt

Nicht neu, aber ungebrochen ist der Trend zu Großgehölzen im Garten. Früher kaufte der Hobby-Gärtner kleine Stecklinge und ließ sie wachsen. Heute sind die Menschen mobiler, ziehen häufiger um oder legen sich erst spät ein Eigenheim zu. „Da wollen viele nicht mehr 20 Jahre warten, bis eine Hecke groß geworden oder der Familienbaum herangewachsen ist“, berichtet Groß. „Sie gönnen sich schon groß gewachsene Gehölze, die direkt ihre Wirkung entfalten.“ So bieten viele Gärtnereien und Baumschulen mittlerweile Hecke am laufenden Meter an.

Die Bepflanzung: vielfältig, aber farblich zurückhaltend

Hinter der Hecke geht der Trend der Saison 2018 in Richtung Mischbepflanzung. „Man hat nun nicht mehr nur drei Pflanzenarten im Garten, sondern kombiniert viele unterschiedliche, etwa Stauden wie den Sonnenhut und Gräser“, sagt Garten-Designerin Straub. Bei den immergrünen Pflanzen verdrängt der Portugiesische Kirschlorbeer den krankheitsanfälligen Buchs.

Farblich geht es dieses Jahr im Garten eher gedämpft zu. Statt leuchtenden Blüten in Gelb, Blau oder Rot herrschen laut Straub eher Pastelltöne vor: violett, rosa, pink und weiß.

Ein blühender Garten hilft Insekten

Unabhängig von der Blütenfarbe wird den Gartenbesitzern immer wichtiger, dass es überhaupt blüht. „Sie haben erkannt, dass wir ein Problem mit dem Insektensterben haben, dass die Bestände der Bienen zurückgehen“, so Straub. Blumen, die diesen Tieren Nahrung bieten, liegen deshalb im Trend – etwa Lavendel, Sonnenblumen oder Eisenkraut. Wichtig bei der Wahl der Pflanzen: Sie müssen offene Blüten haben, damit Bienen die Staubgefäße im Inneren erreichen können.

Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten

Naschgärten mit Obstbäumen und Beerensträuchern erleben schon seit einigen Jahren eine Renaissance. Wieder stark im Kommen sind aber auch Salat, Tomaten und Co. aus der eigenen Erde. Ob als rückenschonendes Hochbeet oder als klassischer Bauerngarten mit Nutzbeeten und Wegekreuz: „Gemüsegärten sind wieder in“, sagt Groß.

Selbstversorgung spielt dabei eher keine Rolle. Viel wichtiger ist auch beim Nutzgärtnern die Entspannung. „Es ist ein Ausgleich zu einer digitalisierten Arbeitswelt, in der viele eher abstrakten Tätigkeiten nachgehen“, sagt Straub. „Da macht man in der Freizeit gerne etwas Haptisches und wühlt in der Erde herum.“ Gartenbesitzer mit Kindern verfolgten meist einen pädagogischen Zweck, wenn sie Gemüse selbst anbauen. „Man möchte den Kinder zeigen, wo das Essen herkommt, und sie vielleicht auch zu einer gesunden Ernährung bewegen“, so die Gartenarchitektin.

Naturstein und Keramik werden beliebter

Bei den Materialien zur Gartengestaltung löst der Naturstein immer mehr den Fertigbetonstein ab. Deutscher Basalt- oder Sandstein sei derzeit als Belag für Terrassen und Wege stark gefragt, berichtet Wolfgang Groß vom BGL. Doch die Konkurrenz steht schon bereit: „Keramikplatten liegen voll im Trend“, sagt Lilli Straub. Es gibt bei Keramikplatten eine sehr große Auswahl an Farben, Optiken und Oberflächen. Auch in Hinsicht einer einfachen Verlegbarkeit und Schmutzbeständigkeit stehen sie Beton- oder Natursteinplatten in nichts nach – nur der Preis ist etwas höher.

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