So senken Sie den Stromverbrauch

So senken Sie den
Stromverbrauch

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Unser Leben ist ohne elektrische und elektronische Geräte kaum noch denkbar. Doch dieser Komfort ist nicht gerade günstig. Bei stetig steigenden Strompreisen sollte man wissen, wer die größten Stromfresser sind, wie man sie entdeckt und was man dagegen unternehmen kann. Lesen Sie außerdem, wie Sie auf Strompreiserhöhungen reagieren können, durch welche Maßnahmen Sie Stromkosten sparen und wie Sie bequem den Stromanbieter wechseln.

Ist ein elektronischer Durchlauferhitzer vorhanden?

Geschätzter Stromverbrauch


pro Jahr

Stromverbrauch variiert je nach Ausstattung der Wohnung

Der eigene Stromverbrauch ist sehr individuell und hängt in erster Linie von der Ausstattung und Einrichtung der Wohnung ab. Zu den wichtigsten Faktoren beim Stromverbrauch gehören die folgenden Punkte:

  • Wird mithilfe von Strom auch Warmwasser aufbereitet oder die Heizung betrieben?
  • Wie groß sind die Räume und wie steht es um die Isolierung der Wohnung? Dabei gilt: Je größer und höher die Räume, desto mehr Energie wird benötigt, um sie warmzuhalten.
  • Ein kleinerer Faktor, aber nicht unerheblich: Wie viel Tageslicht dringt in die Räume? Jede zusätzliche Lichtquelle kostet ebenfalls Strom.

Diese Punkte sollte man bei der Kalkulation des eigenen Strombedarfs beachten – oder im Bestfall sogar schon bei der Wohnungssuche im Blick haben.

Individuelles Verbrauchsverhalten entscheidend

Noch wichtiger als die oben genannten Faktoren ist allerdings das eigene Verbrauchsverhalten. Energieeffiziente Elektrogeräte vom Kühlschrank bis zur Waschmaschine gehören mittlerweile zum Standard. Bleibt die Frage, wie viele Geräte man davon ständig betreibt.

Unterschätzen Sie auch die kleinen Stromfresser nicht: Über das Jahr verteilt kommt auch für den Stand-by-Modus und den Betrieb kleiner Geräte wie WLAN-Router oder für das Aufladen des Smartphones einiges zusammen. Generell gilt: Je moderner ein Haushalt ausgestattet ist, desto mehr Strom wird dort verbraucht.

Formel zum Schätzen des Stromverbrauchs

Unabhängig von der Ausstattung der Wohnung und vom individuellen Verbrauchsverhalten hat der Bund der Energieverbraucher eine Formel entwickelt, mit der man seinen voraussichtlichen Stromverbrauch schätzen kann. Im ersten Schritt wird die Wohnungsgröße in Quadratmetern mit neun multipliziert. Dann wird die Zahl der Personen, die im Haushalt wohnen, mit 200 multipliziert. Wenn das Warmwasser von einem Durchlauferhitzer erzeugt wird, also elektrisch bereit gestellt, beträgt der Faktor nicht 200, sondern 550. Zuletzt wird die Anzahl der größeren elektrischen Geräte wie Elektroherd, Kühlschrank, Waschmaschine, Wäschetrockner, Mikrowelle, Fernseher und Computer mit 200 multipliziert. Alle Ergebnisse werden addiert. Das ist eine Schätzung des Stromverbrauchs in Kilowattstunden pro Jahr.

Geschätzter Stromverbrauch pro Jahr im 1-Personen-Haushalt mit Durchlauferhitzer
 

  1. Wohnungsgröße:
    50 Quadratmeter x 9 = 450
  2. Personenanzahl:
    1 x 550 = 550
  3. Elektrische Geräte (Kühlschrank, Elektroherd, Waschmaschine, Fernseher, Computer, HiFi-Anlage):
    6 x 200 = 1200
     
  4. 450 + 550 + 1200 = 2200 kWh

Geschätzter Stromverbrauch im 4-Personen-Haushalt ohne elektrische Warmwasseraufbereitung

  1. Wohnungsgröße:
    130 Quadratmeter x 9 = 1170
  2. Personenanzahl:
    4 x 200 = 800
  3. Elektrische Geräte (Kühlschrank, Elektroherd, Geschirrspüler, Waschmaschine, Trockner, Gefriertruhe, zwei Fernseher, drei Computer):
    11 x 200 = 2200
  4. 1170 + 800 + 2200 = 4170 kWh

Fernsehen, Waschmaschine, Spülmaschine, Staubsauger, Internet – unser modernes Leben ist umgeben von zahlreichen elektrischen und elektronischen Geräten. Doch dieser Komfort ist nicht gerade billig. Bei stetig steigenden Strompreisen ist es daher umso wichtiger, zu wissen, welche Geräte am meisten Energie ziehen und sich so besonders intensiv auf die Stromrechnung auswirken. Immonet fasst zusammen, wo die größten Stromfresser lauern und wie man den Stromverbrauch senken kann.

Die größten Stromfresser in der Wohnung
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Großes Sparpotenzial beim Stromverbrauch

Das Sparpotenzial bezüglich des Stromverbrauchs ist groß. „In den meisten Haushalten kann man hier mit relativ geringem Aufwand bis zu hundert Euro im Jahr einsparen“, sagt Birgit Holfert, Expertin der Verbraucherzentrale Energieberatung. Um Strom zu sparen, müsse man nicht verzichten, sondern Bescheid wissen.

Zu den größten Stromfressern im Haushalt zählen Elektrogeräte. „Vor allem Kühlschrank, Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner verbrauchen einen Großteil des Stroms, insbesondere dann, wenn es sich um ältere Geräte handelt“, sagt Hans Georg Buttermann, Wissenschaftler beim unabhängigen Forschungsinstitut EEFA (Energy Environment Forecast Analysis). Das Institut hat den Stromverbrauch in deutschen Haushalten untersucht.

Die größten Energiefresser sind Wäschetrockner. „Ihr Betrieb kostet im Jahr mindestens 200 Euro“, sagt Holfert. Deshalb sollte man, wann immer es geht, die Wäsche an der frischen Luft trocknen. Umgekehrt gilt aber: Moderne Spülmaschinen arbeiten effizienter und verbrauchen weniger als das Spülen des Geschirrs per Hand.

Stromfresser gegen neue Geräte austauschen

In vielen Fällen lohnt es sich, die alten Geräte gegen energieeffiziente Modelle auszutauschen. Mit einer neuen Kühl-Gefrier-Kombination ließen sich jährlich 80 Euro einsparen, sagt Buttermann. Da amortisiere sich die Anschaffung bald. Holfert gibt ein weiteres Beispiel: „Neue Waschmaschinen sparen Strom – fast 200 Kilowattstunden im Jahr im Vergleich zum alten Gerät. Die Ersparnis liegt bei rund 50 Euro im Jahr.“

Die Frage, ob sich eine Neuanschaffung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab: Alter, Effizienz und Leistung eines Gerätes. Aber auch die effektive Nutzungszeit. Wer nicht gleich alle seine Geräte austauschen will und stattdessen wissen möchte, wo es sich am meisten rechnet, kann sich daher an zwei Kriterien orientieren: Welche Geräte werden am intensivsten genutzt und weisen gleichzeitig eine schlechte Energieeffizienz auf?

„Während es bei einem Kühlschrank, der ja ohnehin durchläuft, kaum Unterschiede zwischen einem Single-Haushalt und einer Großfamilie gibt, sieht das bei der Waschmaschine anders aus“, sagt Buttermann. „Wenn ein Single die Waschmaschine vielleicht einmal in der Woche anstellt, nutzt eine fünfköpfige Familie sie fast jeden Tag.“ Für sie rentiert sich die Neuanschaffung folglich schneller. „Ab einem Alter von zehn, zwölf Jahren lohnt sich die Anschaffung einer neuen Waschmaschine oder eines neuen Geschirrspülers aber in jedem Fall“, sagt Buttermann.

Dazu trägt auch bei, dass die Kosten für diese Geräte deutlich gesunken sind, die Strompreise aber stetig steigen. Wer als Single seinen alten, ineffizienten Staubsauger hingegen nur für einige Minuten anwirft, kann hier am ehesten Abstriche machen.

Auf Energieklasse achten

Wer sich ein neues Haushaltsgerät anschaffen möchte, sollte auf einen guter Wegweiser für Verbraucher wie die angegebene Energieklasse achten. Energielabels geben an, wie viel Strom ein Gerät verbraucht. „Den Angaben für Elektrogeräte kann man vertrauen“, sagt Buttermann. Die Energieeffizienzklassen reichen vom schlechtesten Level G (sehr alt und sehr hoher Verbrauch) bis zum besten Wert A+++.

Buttermann warnt an dieser Stelle aber vor dem sogenannten Rebound-Effekt: „Wer supereffiziente Geräte hat, ist im Umgang damit oft sorgloser und schaltet sie nicht ab. Das kann sich dann wieder schnell negativ auf die Energiebilanz auswirken.“

Hoher Stromverbrauch durch permanente Mediennutzung

Obwohl in vielen deutschen Haushalten mittlerweile neue Geräte stehen, steigt der Stromverbrauch insgesamt dennoch an, wie Studien der EEFA zeigen. Grund ist besonders die steigende Anzahl elektrischer und elektronischer Geräte. „Vor allem die Mediennutzung spielt eine große Rolle“, sagt Buttermann. Ein Internet-Zugang steht heutzutage in fast allen Haushalten rund um die Uhr zur Verfügung. „So können für einen WLAN-Router leicht 8.000 Arbeitsstunden im Jahr zusammenkommen“, sagt der Wissenschaftler.

„Besonders der Computer ist ein Stromfresser. Auch wenn er nicht im Arbeitsmodus ist, braucht er noch 70 Prozent der Energie“, sagt Holfert. Sie rät daher dazu, einen Laptop zu benutzen, da dieser sparsamer arbeitet. Zudem sollten die Geräte abgeschaltet werden, wenn man sie nicht benötigt. Das gilt auch für Fernseher. Wer sich eine Geräuschkulisse wünscht: Radio oder CD-Spieler verbrauchen nur ein Zehntel des Stroms gegenüber einem TV-Gerät.

„Ältere Plasma–TV sind wahre Stromfresser, vor allem bei großer Bilddiagonale. Sie können im Jahr mehr als 200 Euro an Strom verbrauchen“, sagt Holfert. Hier lohne sich die Anschaffung eines neuen, sparsamen LED–Fernsehers über die Stromkosteneinsparung oft schon nach drei Jahren. Neuanschaffungen können folglich immer dann sinnvoll sein, wenn Interessenten den Stromverbrauch der Geräte kennen und vergleichen.

Geräte im Stand-by-Betrieb

Ein großer Kostenfaktor ist der Stand-by-Betrieb von Geräten. Problematisch sind vor allem die Geräte, die über keinen An- und Ausschaltknopf verfügen und auch dann Strom ziehen, wenn sie nicht gebraucht werden. Dazu zählen etwa Drucker und Festplattenrekorder, aber manchmal auch Küchengeräte wie Toaster oder Waschmaschinen.

In einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt addieren sich die Leerlaufverluste im Jahr schnell auf weit über 100 Euro, so das Bundesumweltamt. Wie hoch der Leerlaufverlust jeden Geräts ist, lässt sich mithilfe eines im Baumarkt oder bei der Verbraucherzentrale auch leihweise erhältlichen Strommessgerätes feststellen. Die einfachste Möglichkeit, um dieses Problem zu lösen: Ziehen Sie den Stecker oder schalten Sie eine Mehrfachsteckleiste dazwischen, die angeschlossene Geräte vom Netz trennt.

Wer die Geräte betriebsbereit halten möchte, ohne ständig den Stecker ziehen zu müssen, kann sogenannte Powersafer oder eine Master-Slave-Steckdose benutzen. Sie misst, wie viel Strom fließt, und schaltet die Geräte automatisch dann ein, wenn sie gebraucht werden. Ihr Verbrauch liegt in der Regel deutlich unter dem Leerlaufverlust.

Umwälzpumpe für die Heizung und Warmwasseraufbereitung

Eines der größten dauerhaft laufenden Geräte ist die Heizungs- und Warmwasserpumpe. Sie sorgt dafür, dass überall im Haus Warmwasser verfügbar ist. „Das Problem sind vor allem die alten Pumpen, die dauerhaft arbeiten“, sagt Buttermann. Er empfiehlt den Austausch gegen intelligent geregelte Pumpen. Sie springen nur dann an, wenn tatsächlich Warmwasser gebraucht wird. Neue Geräte sparen 100 bis 150 Euro an Stromkosten pro Jahr. Gute Pumpen machen sich nach rund zwei Jahren bezahlt. Alte Heizungspumpen sollten für die warmen Monate auf jeden Fall abgestellt werden.

Auch die Warmwasseraufbereitung mit Strom stellt einen großen Kostenfaktor dar. Hier können sie nur indirekt sparen, indem Sie weniger Wasser verbrauchen. Kleinere Maßnahmen sind beispielsweise der Einbau von wassersparenden Duschköpfen und Einhand–Mischbatterien sowie die Entscheidung, öfters zu duschen statt zu baden. „Wer zweimal in der Woche duscht, statt einmal zu baden, spart bis zu 100 Euro im Jahr“, erklärt die Verbraucherschützerin Holfert. Denn ein Wannenbad verbrauche etwa 100 Liter Wasser mehr als einmaliges Duschen.

Beleuchtung: 10 Prozent des Stromverbrauchs

Bis zu zehn Prozent des Stroms verbrauchen wir für die Beleuchtung unserer Wohnung. Hier können Mieter mit einem sehr geringen Aufwand Strom sparen. Denn während eine normale Glühbirne eine Lichtausbeute von nur fünf Prozent hat, liegt der Wirkungsgrad von Energiesparlampen und LED bei über 25 Prozent. Holfert rechnet vor: „Energiesparlampen und LED halten 15 bis 20 Mal länger als eine herkömmliche Glühlampe und sparen dabei ungefähr 80 Prozent Strom. Das kann im Jahr rund 22 Euro bedeuten. ESL und LED mit einer Farbtemperatur über von etwa 3.000 Kelvin verbreiten ein genauso angenehmes Licht wie Glühlampen.“

Strompreiserhöhungen sind ärgerlich. Wer den Aufpreis nicht einfach hinnehmen möchte, kann zum einen prüfen, ob der Anbieter alle Fristen eingehalten hat, und zum anderen den Versorger wechseln. Wie Sie bei der Prüfung vorgehen und herausfinden, ob Ihnen durch die Erhöhung ein Sonderkündigungsrecht zusteht, lesen Sie hier.

Strompreiserhöhung: Kündigungsfristen und Sonderkündigungsrechte
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Strompreiserhöhungen müssen fristgerecht angekündigt werden

Wer von Erhöhungen betroffen ist, sollte genau hinsehen – es gibt Ausnahmefälle, in denen der Aufpreis nicht akzeptiert werden muss. Soll der Strompreis erhöht werden, muss dies rechtzeitig angekündigt werden, nämlich mindestens sechs Wochen im Voraus. Hierbei zählt nicht das Versanddatum des Schreibens, sondern das Empfangsdatum. Wird diese Frist nicht eingehalten, kann der Kunde auf den Strombezug zum gewohnten Tarif bestehen.

Die Sechs-Wochen-Frist ist für Grundversorgungskunden in der Verordnung (StromGVV) geregelt, für Sondervertragskunden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Formale Ankündigung einer Strompreiserhöhung

Eine Strompreiserhöhung muss gemäß StromGVV immer schriftlich mitgeteilt werden. Eine öffentliche Ankündigung per Zeitungsanzeige und die Benachrichtigung per Email reichen nicht aus. Dies gilt auch für Stromtarife in Sonderverträgen, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in mehreren Urteilen von Juli 2009 und 2010 entschieden. Stromversorger dürfen ihre Preise erhöhen, sofern sie die Anpassungsregelungen der StromGVV unverändert in die Sonderverträge übernehmen. Anderslautende Preisänderungsklauseln sind unwirksam.

Keine Zahlungspflicht bei unwirksamen Preisänderungsklauseln

In der Vergangenheit kam es häufiger vor, dass Anbieter trotz unwirksamer Preisänderungsklauseln versucht haben, erhöhte Stromentgelte einzutreiben. Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht rechtmäßig – und zwar unabhängig davon, ob der Kunde einer solchen Preiserhöhung widersprochen hat oder nicht.

Tipps zum Vorgehen bei einer Strompreiserhöhung

1. Prüfen Sie zunächst, ob Sie Strom innerhalb der Grundversorgung oder über einen Sondervertrag beziehen. In der Grundversorgung können Sie jederzeit den Stromanbieter wechseln. Beim Sondervertrag muss auf die Kündigungsfrist des Anbieters geachtet werden.

2. Wurde Ihnen die Erhöhung des Strompreises rechtzeitig und auf postalischem Wege angekündigt? Falls nicht, müssen Sie den höheren Strompreis nicht akzeptieren. Vor einem Streit mit dem Stromversorger empfiehlt es sich jedoch, die Erhöhung zum Anlass zu nehmen, den Stromanbieter zu wechseln.

Kurze Kündigungsfristen bei Grundversorgungs-Tarifen

Wer sich als Stromkunde bisher nicht aktiv für einen Wechsel in einen anderen Tarif entschieden hat, ist durch den örtlichen Stromversorger meist in die sogenannte Grundversorgung eingestuft. Diese zählt häufig zu den teuersten Tarifen. Es kann sich daher lohnen, sich nach Alternativen zu erkundigen.

Stromkunden in der Grundversorgung können ihren bestehenden Vertrag mit dem Versorger jederzeit innerhalb einer Kündigungsfrist von zwei Wochen kündigen. Wer einen anderen Tarif im Rahmen eines sogenannten Sondervertrags gewählt hat, sollte kontrollieren, ob darin andere Fristen geregelt sind. Sonderkündigungsrechte und -fristen sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters zu finden.

Sonderkündigungsrecht häufig ausgeschlossen

Die Ursache für eine Strompreissteigerung müssen Versorger nicht näher begründen. In der Regel verweisen sie jedoch auf Strompreisbestandteile, deren Erhöhung ein anderer Marktteilnehmer zu verantworten hat, etwa erhöhte Netzentgelte oder Steuern. Auf ein Sonderkündigungsrecht kann man in solchen Fällen nicht hoffen, da viele Anbieter diese Bestandteile in weiser Voraussicht vom Sonderkündigungsrecht ausgeschlossen haben. Eine vorzeitige Kündigung ist dann nicht möglich.

Achtung daher bei einem Tarifwechsel: Bei einem Wechsel aus der Grundversorgung in einen Sondertarif sollten Sie genau auf die Modalitäten des Sonderkündigungsrechts achten, sonst können Sie zu einem späteren Zeitpunkt den Stromanbieter nicht kurzfristig wechseln.

Da Strompreise kontinuierlich erhöht werden, sind Energiesparmaßnahmen gerade in aller Munde. Sparen lässt sich am ehesten dadurch, das eigene Verbrauchsverhalten zu analysieren und zu verändern. Um dieses Ziel zu erreichen, kann eine Vielzahl von kleineren Maßnahmen helfen. Es müssen längst nicht immer die ganz großen Investitionen sein, die zum effektiven Umgang mit Strom führen. Immonet gibt einen Überblick.

Stromkosten sparen mit kleinen Maßnahmen
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Stromfressern auf die Schliche kommen

Wer umfangreiche Investitionen in Energiesparmaßnahmen scheut, kann mit kleinen Tricks Kosten reduzieren. Stromfresser gibt es viele in einem Haushalt: Von der Waschmaschine bis zum Wasserkocher, vom Computer bis zum Kühlschrank. Mit einfachen Strom-Messgeräten können Verbraucher zunächst ermitteln, welches Gerät wie viel Strom verbraucht. Solche Messgeräte können bei Verbraucherzentralen geliehen oder im Baumarkt gekauft werden.

Vor allem bei Geräten, die dauerhaft an das Stromnetz angeschlossen sind, kommt es auf einen niedrigen Verbrauch an. Entpuppt sich zum Beispiel die dekorative Kühl-Gefrierkombination in der Küche als echter Kostentreiber, sollten Verbraucher über eine Neuanschaffung nachdenken. Ansonsten gilt: Müssen ältere Haushaltsgeräte ersetzt werden, sollten sie stets durch energiesparende Neuanschaffungen ersetzt werden.

Computer als Stromfresser

Was nützt die Internet-Flatrate, wenn der Computer zum Stromfresser wird? Wer seinen PC über einen längeren Zeitraum nicht benutzt, sollte ihn ausschalten. Sinnvoll ist der Einsatz von Steckdosenleisten, die sich vollständig abschalten lassen. Muss ein Gerät im Dauerbetrieb bleiben, sollten zumindest integrierte Energiesparfunktionen des Gerätes sinnvoll eingesetzt werden.

Fernseher und Musikanlagen

In der Regel stehen diese Geräte den ganzen Tag im Stand-by-Modus. Verbraucher sollten kontrollieren, ob sich die Geräte dauerhaft ausschalten lassen. Denn in der Regel werden sie nur für wenige Stunden am Tag genutzt, meist am Abend. Deshalb sollten sie nicht zum dauerhaften Stromfresser verkommen.

Intelligentes Licht sorgt für Spareffekt

Auch beim Einsatz der Beleuchtungsmittel lässt sich bares Geld sparen. Per Gesetz werden herkömmliche Glühlampen zwar vom Markt genommen. Doch auch beim Einsatz moderner Beleuchtungsmittel gibt es Unterschiede, so dass sich ein Blick auf den tatsächlichen Stromverbrauch lohnt. Grundsätzlich gilt: Lichtschalter aus, wenn ein Raum über einen längeren Zeitpunkt nicht genutzt wird.

Stromsparen durch zeitabhängige Tarife

Ein Trick, um Stromkosten zu sparen, können sogenannte Nachttarife sein. Einige Stromanbieter haben ihre Preise so gestaffelt, dass es günstiger ist, nachts statt tagsüber Strom zu verbrauchen. Auf dieser Grundlage können Waschmaschine oder Geschirrspüler so programmiert werden, dass sie anspringen, wenn der Strompreis besonders niedrig ist.

Größere Investition: Intelligent sanieren

Wer beim Thema Stromsparen zu erheblichen Investitionen bereit ist, kann den eigenen Verbrauch auf lange Sicht deutlich verringern. So könnte sich die Anfangsinvestition nach einigen Jahren lohnen, beispielsweise durch eine Sanierung der Heizungsanlage. Schon der weniger aufwendige Tausch einer veralteten Heizungspumpe gegen ein neues Modell kann innerhalb von zehn Jahren eine Einsparung von bis zu 1.000 Euro bewirken.

Alte ungeregelte Heizungspumpen können Stromkosten von 100 Euro und mehr pro Jahr verursachen. Diese Kosten sinken mit einer Hocheffizienzpumpe um etwa 90 Prozent auf rund neun Euro jährlich. Den Verbrauchswert von nur noch 46,5 Kilowattstunden im Jahr für ein typisches Einfamilienhaus hat der TÜV SÜD für den Einsatz neuer Pumpen zertifiziert. Damit verbraucht das neue Modell sogar nur halb so viel Strom wie in der aktuell besten Energieeffizienzklasse A gefordert.

Während des Urlaubs können Sie viel Geld sparen, indem Sie allen unnötigen Energiefressern den Saft abstellen. So setzen Sie den Stromverbrauch für einige Wochen im Jahr auf Null und können somit Ihre Urlaubskasse auffüllen. Immonet fasst die wichtigsten Tipps fürs Stromsparen während der Urlaubszeit zusammen.

Strom sparen während der Urlaubszeit
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Stecker ziehen statt Stand-by-Modus

Elektrogeräte wie Fernseher, Stereoanlage oder Computer verbrauchen auch im Stand-by-Modus Energie. Ebenso Netzteile von Handys und Notebooks. Sie bleiben aus Bequemlichkeit oft dauerhaft am Stromnetz und werden dadurch zur Kostenfalle. In einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt verursachen sie ungenutzt jährliche Stromkosten von bis zu 115 Euro. Das muss nicht sein.

Besonders während der Urlaubszeit lohnt es sich, bei diesen heimlichen Stromfressern den Stecker zu ziehen. Als Alternative für den Alltag empfiehlt sich der Einsatz einer Steckdosenleiste. Vor dem Schlafengehen können Sie so mit einem Klick mehreren Geräten den Strom abstellen.

Warmwasserboiler ausschalten

In vielen Haushalten wird das Trinkwasser durch Elektroboiler erwärmt. Doch das permanente Aufheizen des Wassers sorgt auch für einen steten Energieverbrauch. Schalten Sie vor dem Start in den Urlaub den Boiler ab. Bei kleineren Geräten lohnt es sich sogar, diese täglich über Nacht auszuschalten. Wichtig ist es jedoch, dass Sie den Elektroboiler nach dem Urlaub für kurze Zeit auf die höchste Temperatur stellen, um Legionellen abzutöten, die sich währenddessen gebildet haben können.

Tauen Sie den Kühlschrank ab

Schon seit längerer Zeit steht das Abtauen des Kühlschranks auf Ihrer To-do-Liste? Dann ist der Urlaub genau der richtige Zeitpunkt dafür. Wenn alle Lebensmittel verbraucht sind, ziehen Sie den Stecker, stellen ein Tropfschälchen unter das Gerät und der Kühlschrank kann während Ihrer Abwesenheit abtauen. Wichtig: Lassen Sie die Tür einen Spalt offen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Soll der Kühlschrank während des Urlaubs in Betrieb bleiben, achten Sie darauf, dass Sie ihn nicht zu kalt einstellen. Sieben Grad Celsius reichen völlig aus.

Kleingeräte vom Stromnetz trennen

Auch Kleingeräte entpuppen sich in der Summe als wahre Stromfresser. Zu ihnen zählen unter anderem Kaffeevollautomaten, Drucker, DSL-Router, Deckenfluter und Radiowecker sowie Netzteile von elektrischen Zahnbürsten. Da sie während des Urlaubs nicht benötigt werden, lohnt es sich, den Stecker zu ziehen.

Kontrollgang vor der Abreise

Bei einem letzten Rundgang durch das Haus oder die Wohnung können Sie feststellen, ob ein Gerät vergessen wurde. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, werfen Sie einen Blick auf den Stromzähler. Ein schnelles Voranschreiten der Zähleruhr verrät, dass Sie noch nicht alle Energieverbraucher vom Stromnetz getrennt haben.

Obwohl Verbraucher schon seit langem Stromanbieter frei wählen können, bleibt die Mehrzahl der Deutschen ihrem Energieversorger treu. Dabei ist ein Wechsel ganz einfach – und oftmals rentabel. Im besten Fall lassen sich mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Immonet gibt Tipps für die Wahl des richtigen Anbieters.

So wechseln Sie den Stromanbieter
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Günstiger Strompreis ist nur ein paar Mausklicks entfernt

Der Wechsel zum neuen Stromanbieter ist ein reiner Verwaltungsakt. Kein Fremder muss die Wohnung betreten, der Stromzähler nicht ausgetauscht werden und der Übergang zum neuen Anbieter funktioniert nahtlos. Die ersten Schritte lassen sich mit ein paar Klicks am Computer erledigen.

So ermitteln Sie Ihren Verbrauch

Die erste Frage lautet: Wie viel Strom wird im Haushalt verbraucht? Auf der letzten Stromrechnung finden Sie den Stromverbrauch und die Kosten. Für einen Vergleich notiert man die Angaben am besten auf einem Zettel. Aufs Jahr gerechnet muss man saisonale Schwankungen berücksichtigen, daher sollte man zudem die Jahresrechnung betrachten bzw. die einzelnen Monatsrechnungen addieren. Für eine grobe Schätzung können Sie den Immonet-Stromverbrauchsrechner nutzen.

Wechseln Sie den Stromanbieter vor dem Umzug

Wenn Sie in eine andere Stadt ziehen, müssen Sie vor dem Einzug Ihren Stromanbieter wechseln. Beziehen Sie Strom aus der Grundversorgung, steht Ihnen gesetzlich eine zweiwöchige Kündigungsfrist zu. Wer einen Vertrag mit einem alternativen Stromanbieter abgeschlossen hat, sollte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen. In der Regel findet sich darin eine Umzugsklausel, die eine vorzeitige Vertragsauflösung ermöglicht. Dabei unterscheiden Anbieter zwischen Umzügen innerhalb und außerhalb des Netzgebietes. Im ersten Fall muss der Vertrag in der Regel weitergeführt werden.

Unternehmen Sie im Falle eines Umzugs nichts, kommt es automatisch zu einem Vertrag mit dem örtlichen Netzbetreiber zu dessen Grundversorgungstarif. Dieser kann unmittelbar nach dem Einzug mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Das empfiehlt sich meist auch, denn der Grundversorgungstarif ist in der Regel die teuerste Variante des Strombezugs. Je nach Angebot können Sie entweder in einen anderen Tarif wechseln oder einen neuen Anbieter wählen.

Vergleichen Sie die Stromtarife

Die unterschiedlichen Tarife lassen sich ganz bequem mit Stromtarifrechnern prüfen, mit denen Sie auch gezielt nach Ökostrom suchen und bei Interesse direkt wechseln können. Haben Sie das passende Angebot gefunden, lassen Sie es sich nach Hause schicken. So können Sie sich in Ruhe die Vertragskonditionen durchlesen und vergleichen. Auf die Tarifrechner alleine sollte man sich nicht verlassen – sehen Sie sich auch die Internetseite des Anbieters an.

Achtung: Im Endpreis müssen Grundpreis, Verbrauchspreis, Netzentgelte, Stromsteuer, Mehrwertsteuer und alle sonstigen Abgaben enthalten sein.

Kündigungsfrist und Laufzeit

Achten Sie darauf, dass der Vertrag mit Ihrem neuen Stromanbieter eine kurze Laufzeit hat. Dann können Sie schnell wechseln. Einige Verträge beinhalten Mindestlaufzeiten, in denen grundsätzlich nicht gekündigt werden kann.

Bereits seit dem 1. April 2012 ist die Kündigungsfrist für Kunden eines Grundversorgers von vier auf zwei Wochen verkürzt worden. Die Frist bei einem Wechsel des Stromanbieters darf nur noch maximal drei Wochen betragen. Um die tatsächliche Kündigung brauchen Sie sich aber nicht zu kümmern – diese Aufgabe erledigt der neue Stromanbieter für Sie.

Ausnahme: Kündigt der Stromanbieter eine Preiserhöhung an, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Allerdings sind die Fristen eng gesteckt, sodass Sie in diesem Fall selbst kündigen sollten, weil die Kündigung durch den neuen Versorger zu lange dauern könnte.

Vorsicht bei „Supersparangeboten“

Vorsicht ist bei überdurchschnittlich günstigen Konditionen geboten. Das Angebot ist möglicherweise nicht kostendeckend kalkuliert, es drohen hohe Nachzahlungen am Ende des Jahres. Ebenso vorsichtig sollten Stromkunden bei Festpreisangeboten sein. Einige Anbieter möchten die Kosten für den kalkulierten Jahresverbrauch im Voraus bezahlt haben. Das Problem: Geht der Konzern pleite, bekommt der Kunde sein Geld nicht wieder. Zudem sollten Sie solch einen Vertrag nur dann abschließen, wenn Sie Ihren Stromverbrauch realistisch einschätzen können. Wird mehr verbraucht, bekommen Sie das zu viel gezahlte Geld nicht zurück. Ist der Stromverbrauch höher, müssen Sie draufzahlen – und das kann teuer werden. 

So vergeben Sie den Wechselauftrag

Wenn Sie sich für einen Stromanbieter entschieden haben, gehen Sie direkt auf die Anbieter-Webseite, füllen das Anmeldeformular aus und schicken es ab – entweder elektronisch per Mail oder als gedrucktes Formular per Post. Die Anmeldung enthält eine Vollmacht, die dem neuen Vertragspartner erlaubt, in Ihrem Namen den alten Vertrag zu kündigen.

Der neue Versorger kümmert sich um die Ummeldung und benötigt dazu im Regelfall folgende Angaben: Den Namen des alten Anbieters, die Stromzählernummer, die alte Kundennummer und den letzten Jahresverbrauch. Für gewöhnlich dauert die Ummeldung sechs bis acht Wochen.

So melden Sie Ihren Zählerstand

Kurz bevor Sie den Stromanbieter tatsächlich wechseln und offiziell umgestellt wird, bekommen Sie Post von ihrem alten Anbieter. Der Zählerstand muss noch einmal abgelesen werden, die Angaben sind für die Endabrechnung nötig. Häufig können Sie den Zählerstand direkt auf der Internetseite des Anbieters eingeben.

Nahtloser Wechsel zwischen den Anbietern

Der neue Stromanbieter schickt die Angaben zum Lieferbeginn und die Bestätigung über den Vertragsabschluss per Post. Keine Sorge: Liefert der neue Vertragspartner – aus welchen Gründen auch immer – keinen Strom, springt der regionale Grundversorger ein. Niemand muss im Dunkeln sitzen.