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Modernisierung: Maßnahmen und Kosten

Modernisierung:
Maßnahmen und Kosten

© Brigitte Tohm / Unsplash

In einer Eigentumswohnung oder einem Haus stehen regelmäßig kleinere und größere Modernisierungs- und Renovierarbeiten an. Dazu gehören beispielsweise die neue Einbauküche oder der altersgerechte Umbau des Bads, aber auch Maßnahmen zum Energiesparen wie die Installation einer Solaranlage, die Dämmung des Dachs oder die Erneuerung der Heizung. Mit welchen Kosten Sie dabei rechnen müssen, lesen Sie hier.

Wenn sich Ihre Ansprüche ans Wohnen verändern, wird häufig ein Umbau erforderlich. Immonet stellt Ihnen die gängigsten Umbaumaßnahmen für Ihr Eigenheim oder Ihre Mietwohnung vor und gibt einen Überblick darüber, mit welchen Kosten Sie dabei rechnen müssen.

Mit diesen Kosten sollten Sie bei der Modernisierung rechnen
© Gina Sanders / Fotolia

1. Fußboden neu verlegen

Ob Holz, Parkett, Laminat, Kork, Teppich, PVC oder Fliesen – ein neuer Bodenbelag verleiht Ihrem Zuhause einen ganz neuen Look. Sollen zum Beispiel neue Bodenfliesen verlegt werden, sind eine gründliche Planung, das richtige Werkzeug und eine eventuelle Vorbereitung des Untergrunds das A und O. Falls Sie diese Arbeiten von einem Fachmann durchführen lassen möchten, fallen für das Verlegen Kosten in Höhe ab rund 30 Euro pro Quadratmeter an. Das Verlegen in Eigenregie kann die Kosten deutlich senken.

Wesentlich einfacher und kostengünstiger ist es, Laminat zu verlegen. Je nach Beschaffenheit ist Laminat ab zehn Euro pro Quadratmeter im Baumarkt zu haben. Ebenfalls zum Selbstmachen eignet sich Teppichboden, der in allen Preisklassen zu haben ist. Teppichboden sich einfach mit einem Spezialkleber auf dem Estrich anbringen. Etwas teurer, dafür aber langlebiger als Laminat, ist ein Parkett-Fußboden. Parkett gibt es bei einigen Anbietern schon ab rund 15 Euro pro Quadratmeter. Wer hochwertigeres Material verwendet, wird jedoch länger Freude daran haben. Die Kosten liegen dann bei rund 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

2. Badezimmer umbauen

Eine aufwendigere Umbaumaßnahme ist die Umgestaltung des Badezimmers. Wenn Sie Rohre und Leitungen sanieren möchten, sollten Sie in jedem Fall einen Fachmann engagieren. Auch der Einbau einer neuen Badewanne oder Dusche sowie die Installation neuer Waschbecken eignet sich nur für echte Heimwerker-Profis.

TIPP

Erstellen Sie sich zunächst einen genauen Plan, was erneuert werden soll und wie Sie vorgehen möchten. Damit behalten Sie den Überblick über die anfallenden Kosten. Wer zum Beispiel Fliesen erneuern, die komplette Badkeramik ersetzen und mit einem Handwerker zusammenarbeiten möchte, sollte auf jeden Fall mindestens 5.000 Euro einkalkulieren.

3. Badfliesen verschönern

Mit wenig Aufwand und viel Fantasie können Sie Ihren Badezimmerfliesen eine moderne Optik verleihen. Dank einfacher Techniken und Spezialkleber können vorhandene Fliesen einfach mit neuen Fliesen überklebt werden. Wer sich das aufwendige Fliesenlegen oder -kleben ganz sparen möchte, kommt auch mit kleinen Mitteln zum Ziel.

Spezieller Fliesenlack verhilft dem Bad zu einem neuen Look. Als Alternative bietet sich wasserdichter Rollputz an. Ähnlich wie Fliesenlack wird er einfach auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen. Der Rollputz ist mit allen lösemittelfreien Voll- und Abtönfarben mischbar und kann im frischen Zustand individuell strukturiert werden. Fliesenlack ist ab etwa elf Euro im Handel erhältlich, ausreichend für rund acht Quadratmeter. Wer lieber einem hochwertigen Produkt vertrauen möchte, sollte rund 20 bis 40 Euro für die gleiche Fläche einplanen – Innenrollputz kostet rund 40 Euro.

4. Neue Küche einbauen

Wer eine neue Küche anschaffen möchte, muss im ersten Schritt klären, ob die Elektroinstallation für Herd, Mikrowelle, Kühlschrank und dergleichen noch ausreichend ist. Je nach Beschaffenheit der neuen Küche kann es erforderlich werden, zusätzliche Leitungen zu verlegen. Einige hundert Euro sind schnell fällig, wenn Leitungen unter Putz verlegt oder erneuert werden müssen.

Hinzu kommt der Anschaffungspreis für die neue Küche. Je nach Raumgröße und Qualität der Küchenmöbel und Elektrogeräte kommen schnell einige tausend Euro zusammen. Einsteiger-Modelle gibt es ab etwa 1.200 Euro. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Den Einbau der Küche sollten Sie auf jeden Fall einem Fachmann überlassen. Fachfirmen berechnen für den Aufbau einer Küche rund 100 Euro pro laufendem Meter.

5. Deckenbeleuchtung erneuern

Mit einer gezielten Lichtplanung können Sie Ihren Wohnraum effektiv und stimmungsvoll beleuchten. Dabei sollten Sie vorab die folgenden Fragen klären: Wie viel Licht wird zu welchem Zweck an welchem Platz gebraucht? Je nach Anforderung können Sie dann die richtigen Lampen und Leuchten auswählen.

Erzeugten vor einigen Jahren noch Mini-Strahler, die in die Vertäfelung eingelassen wurden, stimmungsvolles indirektes Licht, bietet der Fachhandel mittlerweile auch fertige Systeme an, die nur noch unter die Decke oder an die Wand montiert werden müssen. Dazu gibt es batteriebetriebene Lichtschalter und Fernbedienungen (Kosten von rund 100 Euro).

6. Raumteiler einziehen

Manchmal ist es praktischer, aus einem großen Zimmer zwei kleine Räume zu machen. Wer keine gemauerte Wand einziehen möchte, kann auf einfache Raumteiler-Systeme oder Schiebetüren zurückgreifen. Im Fachhandel finden Sie dafür verschiedene Lösungen. So sind Schiebetürsysteme als Raumteiler schon ab einigen hundert Euro zu haben. Preisgünstig sind auch Leichtbauwände, allerdings ist ihr Einbau etwas aufwendiger. Am einfachsten gelingt die Raumteilung mit Regalsystemen. Etwa 200 bis 1.000 Euro sind für ein raumteilendes Regal einzuplanen.

TIPP

Ganz gleich, welche Veränderung in Ihren vier Wänden erforderlich ist – Sie sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick haben. Denn auch wenn es sich um Wohneigentum handelt, kann für einige Umbauten eine Baugenehmigung erforderlich sein. Im Zweifelsfall sollten Sie sich an Ihr zuständiges Bauamt wenden oder Rat bei einem Architekten einholen. Wohnen Sie in einer Mietwohnung, müssen Sie Ihren Vermieter über alle wesentlichen Umbaumaßnahmen informieren.

Von Zeit zu Zeit sind Baumaßnahmen in den eigenen vier Wänden unumgänglich. Manche davon sind relativ schnell abgehakt, andere bedürfen einer detaillierten Planung. Die Erneuerung der Heizung und die Installation einer Solaranlage beispielsweise gehören zur letzteren Kategorie und dienen dem großen Ziel Energiesparen. Immonet listet kleinere und größere Baumaßnahmen auf und gibt einen groben Überblick der anfallenden Kosten.

Renovierung und Modernisierung: Weitere Maßnahmen und Kosten
© Westend61 / Fotolia

Eckdaten des Beispielhauses:

Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren mit Satteldach, rund 80 ­Quadratmeter Grundfläche, eineinhalb Geschosse, 5 Zimmer, etwa 130 Quadratmeter Wohn­fläche. Die Preise verstehen sich inklusive Montage und Mehrwertsteuer, sind aber unverbindliche grobe Schätzungen, die je nach Haus, Region und Ausführung stark differieren können.

Dachdämmung

Die Kosten hängen vom Material, der Stärke, der Form des Dachs und der Art der Dämmung ab. Teuer, aber effektiv ist die Aufsparrendämmung – gerade wenn auch die Eindeckung erneuert wird. Alternativen sind Zwischen- oder Untersparrendämmung. Hier können geübte Heimwerker die Kosten durch Eigenleistung verringern.

  • Lebensdauer: 20 bis 40 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80 Preis/m2 (für U-Wert 0,2): ab ca. 50 Euro für Innendämmung ohne Verkleidung, Aufsparrendämmung bis etwa 200 Euro.

  • Kosten Beispielhaus: Aufsparrendämmung ca. 20.000 Euro inkl. Unterkonstruktion

Dacheindeckung

Betondachpfannen, Bitumenschindeln oder Stahlpfannen sind die ­preisgünstigsten Lösungen für eine Neueindeckung. Tonziegel sind teurer, wobei die Preisunterschiede je nach Ziegelform und Deckungsart ebenfalls erheblich differieren können. Regionaltypische Deckungen wie Schiefer- oder Reetdächer sind wesentlich kostenintensiver.

  • Lebensdauer: 30 bis 40 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 30/70

  • Kosten Beispielhaus: 4.000 bis 12.000 Euro

Dachausbau

Je nachdem wie der neue Raum genutzt werden soll und in welchem Zustand sich das Dachgeschoss vor dem Ausbau befindet, sind mindestens Dämmung und Ver­kleidung, Elektro- und Heizungsinstalla­tion sowie neue Fenster nötig. Dachflächen­fenster sind die kostengünstigste Lösung. Gauben sind teurer, schaffen aber mehr Raum mit Stehhöhe. Weitere Kosten entstehen, wenn ein Bad eingebaut werden soll.

  • Lebensdauer: 30 bis 40 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: hängt vom Anteil der einzelnen Gewerke ab

  • Preis/m2: bis zu 1.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche

  • Kosten Beispielhaus: 25.000 bis 50.000 Euro und mehr

Fassadendämmung

Die Außendämmung ist wohl die wirkungsvollste Wärmeschutzmaßnahme an der Fassade. Die gebräuchlichste und in der Regel kostengünstigste Form ist hier ein so genanntes Wärmedämmverbundsystem (WDVS), das unmittelbar auf die Wand geklebt und verputzt bzw. verkleidet wird. Teurer sind Vorhangfassaden mit Dämmung und einer Verkleidung aus Holz, Schiefer oder Metall.

  • Lebensdauer: ca. 40 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: etwa 20/80. Hinzu kommen zumeist noch weitere Kosten für Einrüstung, Anarbeiten von Leibungen, Ecken, Fensteranschlüssen, Dachvorsprüngen oder ­Sockelmauerwerk

  • Kosten Beispielhaus: 25.000 bis 40.000 Euro

Innendämmung der Außenwände

Die Kosten einer Innendämmung sind abhängig vom Material: Mineralwolle und Polyurethan sind günstig, Öko-Dämmstoffe wie Wolle und Flachs sind besonders umweltverträglich, aber teurer. Zur fachgerechten Dämmung gehören Dampfbremse und Verkleidung mit Profil­brettern oder Gipskartonplatten.

  • Lebensdauer: 30 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80

  • Preis/m2: 35 bis 60 Euro

  • Kosten Beispielhaus: 5.000 bis 8.000 Euro

Außenanstrich

Kalkfarbe oder Kunststoff-Dispersionsfarbe in Weiß ist am günstigsten, zu empfehlen sind die teureren und widerstandsfähigeren Silikat- oder Siloxanprodukte.

Wichtig: Vor dem Anstrich muss die Fassade überprüft werden. Eventuell lockerer Putz sollte ausgebessert werden, was jedoch zusätzliche Kosten verursacht.

  • Lebensdauer: 5 bis 10 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80

  • Preis/m2: ab ca. 20 Euro

  • Kosten Beispielhaus: 3.000 bis 4.000 Euro

Dämmung der Kellerdecke

Die Kosten für diese Maßnahme hängen im Wesentlichen davon ab, welches Material zum Wärmeschutz verwendet wird, wie dick die Dämmschicht sein soll und letztlich auch davon, wie der Keller ­aufgeteilt ist.

  • Lebensdauer: keine Angabe

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80

  • Preis/m2: ab ca. 30 Euro

  • Kosten Beispielhaus: 2.500 bis 4.000 Euro

Neue Heizungsanlage

Der alte Heizkessel wird gegen ein effizientes Brennwertgerät ausgetauscht, eventuell verbunden mit einem Wechsel des Brennstoffs von Öl zu Gas. Wer auf regenerative Energien, zum Beispiel eine Holzpelletheizung oder eine Wärmepumpe, umsteigen will, muss zu Beginn mehr investieren, spart aber langfristig. Je nach Zustand des alten Systems müssen noch die Installation einer neuen Pumpe, die Dämmung der Rohrleitungen und der Austausch von Heizkörpern in die Kalkulation einfließen.

  • Lebensdauer: 15 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 50/50

  • Kosten Beispielhaus: 5.000 bis 14.000 Euro, neuer Brauchwasserspeicher ab ca. 2.000 Euro, neue Heizkörper ab ca. 1.800 Euro

Einbau einer Solarthermieanlage

Solarkollektoren in Kombination mit einem modernen Heizkessel senken Ausgaben für Gas, Öl oder einen anderen Energieträger. Die Kosten richten sich nach Art der Kollektoren, Größe der Kollektorfläche, Speichervolumen und Leistungsfähigkeit der Anlage. Essenzielle Frage: Soll die Anlage ausschließlich zur Warmwasserbereitung oder auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden?

  • Lebensdauer: 20 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: 40/60

  • Kollektorfläche: Flachkollektoren ab ca. 700, Röhrenkollektoren ca. 900 Euro

  • Kosten Beispielhaus: 4.000 bis 6.000 Euro zur Warmwasserbereitung, 8.500 bis 11.000 Euro mit Heizungsunterstützung

Elektroinstallation

Für Neuinstallationen müssen nicht ­unbedingt die Wände aufgestemmt werden. Fertiginstallationen können heutzutage alter­nativ in Fußleisten oder auch in Deckenprofilen verlegt werden. Deutlich aufwendiger ist die Installation eines Bus-Systems, das für eine intelligente Haussteuerung nötig ist.

  • Lebensdauer: etwa 30 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80

  • Preis/m2 Wohnfläche: durchschnittlich 100 bis 130 Euro inklusive Montage von Schaltern und Steckern

Neue Fenster

Die Kosten richten sich unter anderem nach der Zahl, Art und Größe der Fenster sowie der Verglasung. Die Preisunterschiede zwischen Holz- und Kunststoffrahmen sind eher gering. Falls die Rahmen noch in Ordnung sind, ist eventuell ein Austausch der Verglasung möglich.

  • Lebensdauer: 30 bis 40 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 30/70

  • Kosten Beispielhaus: 4.000 bis 12.000 Euro

Neue Türen

Bei den Innentüren hängen die Preise vom Material und der Verarbeitung ab, bei der Haustür zusätzlich von Wärmedämmung und Einbruchsicherheit.

  • Lebensdauer: etwa 30 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 40/60

  • Preis Innentür mit Zarge: ab ca. 200 Euro

  • Kosten Beispielhaus: Innentüren 2.000 bis 5.000 Euro, Außentür 1.500 bis 5.000 Euro

Neues Bad

Standard oder Luxus? Günstigste Variante: Modernisierung mit ­neuen Fliesen, Sanitärmöbeln, neuer Dusche beziehungsweise ­Badewanne und kleine­ren Umbauten. Teuerste Variante: Komplettsanierung mit hochwertigen Marken­produkten und individueller Gestaltung.

  • Lebensdauer: 15 bis 25 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 40/60

  • Kosten Beispielhaus: 9.000 bis 30.000 Euro

Bodenbeläge

Neben dem neuen Material spielen auch der Untergrund sowie der eventuell zu entfernende Altbelag eine wesentliche Rolle.

  • Lebensdauer: 15 bis 30 Jahre

  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: variiert je nach Material

  • Preis/m2: Verlegekosten ohne Material ab ca. 11 Euro, Fußleisten aus Holz ca. 5,50 Euro je Meter

  • Kosten Beispielhaus: nur individuell zu ermitteln, da in der Regel unterschiedliche Beläge in verschiedenen Räumen verlegt werden