Fenster: Energieverbrauch, Schalldämmung und Einbruchschutz

Fenster: Energieverbrauch, Schall-
dämmung und Einbruchschutz

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Wer sich neue Fenster anschaffen möchte, steht vor einer riesigen Auswahl an Formen, Farben und Modellen. Doch neben dem optischen Aspekt geht es besonders um die Frage, welche Fenster wie stark den Energieverbrauch senken können. Zudem sollten neue Fenster möglichst schall- und wärmedämmend sein und zudem einen ernsthaften Schutz gegen Einbrecher bieten. Immonet fasst in diesem Artikel alles Wissenswerte rund ums Thema Fenster zusammen und beleuchtet auch die Themen Kellerfenster und Rollläden.

Fenster sind die größten Schwachstellen der Lärmdämmung. Je mehr Fenster eingebaut sind, desto lauter wird es. Besonders dann, wenn ihr Zuhause an einer viel befahrenen Straße, neben Bahnschienen oder in einer Flugschneise liegt. Immonet verrät, wie Sie dieses Problem in den Griff kriegen.

Neue Fenster senken den Energieverbrauch
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Alte Fenster verursachen hohe Wärmeverluste

Geschätzte 340 Millionen Fenster sind bundesweit ein Fall für den Austausch. Besonders Fenster aus der Zeit vor 1995 stellen eine echte Schwach­stelle dar. Sie verursachen hohe Heizwärmeverluste, lassen Feuchte ins Haus dringen, häufig entsteht unangenehme Zugluft und auch das Eindringen von Pollen kann nicht verhindert werden. Allergiker sollten beim Kauf daher unbedingt ein Pollenschutzgitter berücksichtigen. Insgesamt gilt: Alte Fenster haben ein enormes Modernisierungspotenzial.

Energetisch gemessen und beurteilt wird ein Fenster mit dem sogenannten U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient). Er bestimmt, wie hoch der Wärmeverlust eines Bauteils ist. Dabei gilt: Je kleiner der Wert, desto mehr Wärme bleibt im Haus. Bei bis in die 1970er-Jahre üblichen Einfachverglasungen liegt der Wert noch bei über 5 Watt pro Quadratmeter Kelvin und bei vor 1995 verwendeten Fenstern bei rund 3,0. Heute hat sich dieser Wert bei modernen Wärmedämmfenstern auf bis zu 0,8 W/m²K verbessert. Folglich sind neue Fenster eine echte Energiekostenbremse.

Mit einer Senkung des Uw-Werts um 0,1 W/m²K reduziert sich der Heizölverbrauch pro Quadratmeter Fensterfläche und Jahr um rund 1,2 Liter. Beträgt also bei einer durchschnittlichen Fensterfläche von rund 25 Quadratmetern der Uw-Wert der alten Verglasung 3,0 und verbessert sich durch einen Fenstertausch auf 1,1, können durchschnittlich 570 Liter Heizöl jährlich eingespart werden.

Moderne Fenster sind Hightech-Produkte

Fenster haben sich bezüglich den Komponenten Glas, ­Rahmen und Profil in den letzten Jahren in regelrechte Hightech-­Produkte verwandelt. Heute werden Fensterscheiben innen mit einer durchsichtigen Metallschicht bedampft. Sie lässt die kurzwelligen Lichtstrahlen von außen in den Wohnraum hinein und reflektiert die langwelligen Wärmestrahlen aus dem Wohnraum wieder zurück nach innen.

Unterstützt wird dieser Effekt durch eine Edelgasfüllung aus Argon, Krypton oder Xenon im luftdicht abgeschlossenen Scheiben­zwischenraum. Diese Gasfüllung stellt ein hervorragendes Dämmpolster dar. Um die Wärmebrückenwirkung im Randbereich der Verglasung zu reduzieren, sind Wärmeschutzfenster in der Regel mit einer „warmen Kante“ – etwa einem kleinen Kunststoff-Abstandshalter – ausgestattet. Soll auch der Schallschutz optimiert werden, werden Fenster mit unterschiedlichen Scheibenstärken eingesetzt.

Achten Sie auf gute Fensterrahmen

Zu einer hochwertigen Verglasung gehören immer auch wärmegedämmte Fensterrahmen. Sie spielen mit einem Flächenanteil von etwa 30 bis 40 Prozent des Fensters eine wichtige Rolle. Bei ­einem herkömmlichen Fensterrahmen sind die Wärmeverluste etwa doppelt so hoch wie bei einem gedämmten Rahmen. Die Profile sind im Gegensatz zu älteren Fenstern mittlerweile breiter, um trotz des höheren Gewichts der Mehrfachverglasung die Stabilität im Rahmen und Flügel zu gewährleisten. Im Fensterrahmenbau werden drei Materialien verwendet: Holz, Aluminium und Kunststoff.

Rahmen aus Holz besitzen gute Isolier- und Festigkeitswerte. Holz lässt sich vielseitig und leicht bearbeiten und ist ein energiesparender und nachwachsender Rohstoff.

Aluminium ist langlebig, witterungsbeständig, einfach zu recyceln, pflegeleicht und nahezu wartungsfrei. Auch nach vielen Jahren sind Aluminiumfenster einfach zu bedienen, da die Rahmen beständig und formstabil sind.

Kunststoffrahmen sind nahezu wartungsfrei und weisen gute Isolations- und Festigkeitswerte auf. Temperaturunterschiede, Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit beeinflussen den Werkstoff nur wenig. Der Pflegeaufwand ist gering und Kunststoffrahmen bieten zudem eine lange Haltbarkeit.

Neben diesen Grundarten gibt es noch die Kombination „außen Alu, innen Holz“. Solch ein Rahmen verbindet die gute Wärmedämmung von Holz mit der Witterungsbeständigkeit von Aluminium. Weitere Vorteile sind die hohe Lebensdauer und der geringe Energieaufwand bei der Herstellung.

Fenster mit Holzrahmen und Holz-Alu-Rahmen sind die optisch schönsten, aber auch teuersten Rahmen. Sie kosten ungefähr 50 Prozent mehr als Kunststofffenster und 15 Prozent mehr als reine Alurahmen. Die Profile massiver Holzrahmen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Mehrere Dichtungsebenen verhindern hier gleichermaßen den Wärmeverlust nach außen und das Eindringen von Feuchtigkeit oder Schall in den Wohnraum. Holz­wärmeschutzfenster in Kombina­tion mit einer Rahmenaußenseite aus Aluminium sorgen zusätzlich für mehr Witterungsbeständigkeit als bei einer reinen Holzoberfläche. Die Entwicklung komplett vorgefertigter Holz-Aluminium-Profile erlaubt Fensterbauern eine schnelle und kostengünstige Herstellung.

Fenster richtig einbauen: Lassen Sie die Profis ran

Unabhängig davon, für welche Art von Fenster-Sanierung Sie sich entscheiden, sollten Sie Profis ans Werk lassen. Denn nur so können Sie sicherstellen, dass Übergänge und Dämmungen fachmännisch bearbeitet werden. Ansonsten haben Sie möglicherweise viel Geld investiert und müssen auf die erhoffte Einsparung bei den Heizkosten verzichten. Denn auch das beste Wärmeschutzfenster bringt wenig bis nichts, wenn es falsch eingebaut ist.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen immer wieder: Die Ursachen für Mängel und im schlimmsten Fall auch Schäden liegen häufig in der fehlerhaften Ausführung des Einbaus. Nur luftdicht eingesetzte Fenster können den vom Hersteller angegebenen Wärmeschutz gewährleisten. Die erforderliche Abdichtung des Fensteranschlusses zur Wand verhindert, dass warme Raumluft in ­äußere, kältere Bereiche vordringt und dort kondensiert. Außen muss der Anschluss winddicht und schlagregensicher sein und gleichzeitig einen Feuchtigkeitsstau in der Anschlussfuge verhindern. ­ Zur Anwendung kommen hier speziell aufeinander abgestimmte Dichtungssysteme.

Für den Fensteraustausch von einem einfach hin zu ­einem zweifach verglasten Wärmeschutzfenster sollten Kosten in Höhe von etwa 350 bis 400 Euro/m² Fensterfläche eingeplant werden. Dreifach verglaste Fenster liegen mit ca. 400 bis 460 Euro/m² in den Anschaffungskosten etwa zehn Prozent höher, erzielen aber auch größere Energieeinspareffekte.

Weniger Energieverbrauch, niedrigere Kosten, mehr Komfort, mehr Sicherheit – an guten Argumenten für die Anschaffung moderner Fenster mangelt es nicht. Auch ­bekommen Sanierungswillige für ihre neuen Fenster bei der KfW im Rahmen des Programms „Energieeffizient Sanieren“ attraktive Kreditkonditionen und Zuschüsse.

Hier bekommen Sie einen guten Überblick der KfW-Förderprogramme.

Fenster: Von Energieschleudern zu Energiesparern

Fenster haben sich dank der Kombination aus Wärmeschutzglas und gedämmten Rahmen von Energieschleudern zu Energiesparern entwickelt. Die besten Werte erzielen Fenster mit einem gut gedämmtem Rahmen sowie einer Dreifachverglasung.

Wie energieeffizient Fenster sind, wird wie bei der Dämmung mit dem Wärmedurchgangskoeffizienten, dem U-Wert, gemessen. Entscheidend ist der Wert, der den Wärmedurchgang des gesamten Bauteils angibt (Uw) – dazu gehören die Verglasung ebenso wie der Rahmen.

U-Werte im Vergleich

  • Die historische Einfachverglasung weist einen U-Wert von 6,0 W/m²K auf, die etwa in den 70er-Jahren eingeführte Isolierverglasung (Doppelglas) war mit einem Wert von 3,0 bereits um 50 Prozent effizienter.

  • Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert für neue Fenster in der aktuellen Fassung einen U-Wert von 1,3 W/m²K. Dieser Wert ist durch eine gute 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung zu erreichen. 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasungen bieten U-Werte von 0,7 und besser.

Sparpotenzial und Kosten

  • Ein 2-Scheiben-Wärmeschutzfenster aus Holz mit 1,5 m² Fensterfläche kostet etwa 450 Euro.

  • Über das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ werden bei einer Modernisierung Wärmeschutzfenster mit U-Werten ab 0,95 und Dachfenster ab einem U-Wert von 1,0 mit zinsgünstigen Darlehen gefördert.

  • Eine Senkung des U-Werts um 0,1 W/m²K bedeutet grob gerechnet eine jährliche Ersparnis von 10 kWh (oder umgerechnet 1,2 Liter Heizöl) pro Quadratmeter Fensterfläche.

Fenster sind die größten Schwachstellen der Lärmdämmung. Je mehr Fenster eingebaut sind, desto lauter wird es. Besonders dann, wenn ihr Zuhause an einer viel befahrenen Straße, neben Bahnschienen oder in einer Flugschneise liegt. Immonet verrät, wie Sie dieses Problem in den Griff kriegen.

Fenster-Schalldämmung: Mehr Ruhe im Haus
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Material entscheidend für Schallschutz

Neue Qualitätsfenster schützen generell besser gegen Lärm als alte. Um einen guten Schallschutz zu erreichen, sind zudem folgende Materialien entscheidend:

  • Verglasung (wichtig sind Dicke und Aufbau)
  • schalltechnische Qualität des Blend- und Flügelrahmens
  • Dichtung zwischen Blend- und Flügelrahmen
  • Dichtung zwischen Blendrahmen und Mauerwerk

Allgemein gilt: Je dicker die Scheibe, desto besser die Schalldämmung. Bei Doppelverglasungen sollte man auf verschieden dicke Scheiben achten, so wird der Lärm am besten abgeschwächt. Für höhere Schalldämmwerte setzt man häufig Mehrscheibenverglasungen ein. Hier ist die Größe des Luftzwischenraums zwischen den Scheiben ausschlaggebend für den Schallschutz.

TIPP:

Um das passende Fenster für ihre Wohnumgebung zu finden, lassen Sie sich am besten von einem Fachmann beraten. Falls Sie gegen Pollen allergisch sind, sollten Sie zusätzlich ein Gitter einbauen lassen.

Alte Fenster schalldicht machen

Wer Ruhe benötigt, kann auch bei alten Fenstern den Schallschutz verbessern. Besonders bei unter Denkmalschutz stehenden Häusern ist der Einbau von neuen Fenstern zudem häufig nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Zur Verbesserung der Schalldämmung muss der Raum zwischen Fenster und Mauerwerk besser abgedichtet und die Dichtung der Fensterflügel im Falzbereich erneuert werden. Darüber hinaus können Sie die dünne Einfachverglasung durch eine dickere oder Isolierverglasung ersetzen. Haben die Fensterfalze keine Dichtungen, kann Silikonkautschuk zwischen Blend- und Flügelrahmen eingebracht werden.

Zudem besteht die Möglichkeit, ein Vorsatzfenster zu montieren. Bei ausreichender Wanddicke lassen sich im Abstand von mehr als 10 Zentimetern Vorsatzfenster außerhalb oder innerhalb des vorhandenen Fensters einbauen. Das Innenfenster hat den Vorteil, dass die Struktur der Fassade erhalten bleibt, das Außenfenster bietet einen besseren Wetterschutz. Gegenüber dem Einbau eines neuen Schallschutzfensters ist diese Lösung billiger und führt zu einem guten Schallschutz. Allerdings lässt sich durch einen nachträglich angebrachten Schallschutz nie der gleiche Effekt erreichen, den neue schalldichte Fenster erzielen.

Heutzutage werden Kellerräume häufig auch für Wohn- und Hobbyzwecke genutzt. Dementsprechend sind die Anforderungen deutlich gestiegen. Da zudem extreme Wetterlagen in Deutschland längst keine Ausnahme mehr sind, müssen Kellerfenster absolut wasserdicht sein. Immonet verrät, worauf Sie sonst noch achten müssen.

Kellerfenster einbauen: Geringer Wärmeverlust und Wasserdichtigkeit sind wichtig
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Rahmenmaterial entscheidend für Haltbarkeit

Wichtig für eine gute Funktion und Haltbarkeit ist das Material der Rahmen. Aluminiumrahmen sind sehr beständig, fast wartungsfrei und praktisch in allen Farbtönen erhältlich. Für eine gute Wärmedämmung sind thermisch getrennte Profile notwendig. Zudem können Aluminiumrahmen recycelt werden und sind daher aus ökologischer Sicht zu empfehlen.

Pflegeleichter Kunststoff

Kunststoffrahmen bestehen meist aus PVC und erfordern wenig Pflege. Das Material ist gegen Umwelteinflüsse resistent und in vielen Designs erhältlich. Die besten Profilsysteme haben dicke Dämmkerne sowie Dreifach-Isolierglasscheiben und schützen daher gut gegen Wärmeverlust.

Holz mit hoher Lebensdauer

Holzrahmen sind stabil und dämmen von Natur aus gut. Für eine hohe Lebensdauer und zum Schutz vor Nässe und UV-Strahlen sollte die Oberfläche – je nach Holzart – etwa alle zwei Jahre lasiert oder alle fünf Jahre lackiert werden. Zu empfehlen ist zudem eine Thermo-Wetterschiene, die das Festfrieren der Dichtung im Winter verhindert und Schutz vor Feuchtigkeit bietet. Wer an die Umwelt denkt, sollte sich beim Kauf erkundigen, ob das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Materialmix mit Vorteilen

Außerdem werden Rahmen mit Mischkonstruktionen angeboten. Außen ein PVC-Rahmen oder eine Aluminiumschale, innen Holz – eine solche Kombination verbindet die Vorteile beider Materialien: Hohe Dämmung, Stabilität und Wohnlichkeit sowie Wetterfestigkeit und niedriger Pflegeaufwand. Verbundrahmen mit Kiefernholz und Dreifach-Wärmeschutzglas sind auch für Passivhäuser geeignet.

Dauerbelüftung für Heizungsräume

Für Heizungsräume werden spezielle Fenster mit einfacher Verglasung und schwer entflammbaren Profilen angeboten. Sie ermöglichen eine Dauerbelüftung des Heizraums über ein Lochgitter – auch bei geschlossenem Fenster. Aufgrund der lokal unterschiedlichen Bauvorschriften sollte vorab mit der zuständigen Baubehörde geklärt werden, ob PVC-Heizraumfenster zugelassen sind.

Einbrecher verschaffen sich häufig durch das Fenster Zutritt zum Haus oder zur Wohnung. Beim Kauf neuer Fenster sollten Sie also sprichwörtlich auf Nummer sicher gehen. Auch bereits eingebaute Exemplare können nachgerüstet werden. Immonet hat die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.

Einbruchsichere Fenster
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Standardfenster bieten wenig Schutz

Standardfenster bieten häufig keinen ausreichenden Schutz, daher sollte man besser gleich zu Konstruktionen mit Sicherungen greifen. Wie sicher diese sind, richtet sich nach den Widerstandsklassen. Dabei gilt: Je höher die Klasse, desto sicherer. Fertigungen mit der Widerstandsklasse 1 machen Einbrechern einige Mühe, gerade im Erdgeschoss sollte man aber besser zur Widerstandklasse 2 greifen. Fenster, die über einen guten Einbruchschutz verfügen, sind mit der DIN V ENV 1627 gekennzeichnet.

Was Fenster sicher macht, sind sogenannte Pilzzapfen. Das sind kleine Metallbolzen, die einen pilzförmigen Kopf haben und am Fensterflügel sitzen. Sie verhindern oder erschweren das Aufbrechen. Herkömmliche Fensterverriegelung verfügt nur über Metallzapfen ohne Pilzkopf.   

Auch ein stabiler Rahmen erschwert ungewolltes Eindringen in die Wohnung oder das Haus. Am sichersten ist eine umlaufende Stahlkonstruktion im Rahmen. Auch die Flügel sollten aus Stahl gefertigt sein.

Glas als Sicherheitsfaktor

Sicheres Fensterglas ist in die Kategorien A und B unterteilt. In einem Prüfverfahren wird festgestellt, wie lange das Glas Axthieben standhält. In der Gruppe A gibt es zudem drei Unterkategorien. Dabei gilt: Je höher die Klasse, desto bruchsicherer. Durchbruchhemmende Verglasungen gehören zur Kategorie B. Nur wer über wertvolle Gegenstände verfügt oder in einer unsicheren Gegend wohnt, für den macht der Einbau der Kategorie B Sinn.

Alte Fenster aufrüsten

Wer seine Fenster nachträglich aufrüsten will, kann eine Scharnierseitensicherung installieren lassen. Diese hat den Vorteil, dass beim Verriegeln kein Schlüssel benötigt wird. Das Fenster können Sie mithilfe eines Metallstiftes sichern. Auch ein Stangenschloss sorgt für mehr Sicherheit, denn es erschwert das Aufhebeln. Die Griffverriegelung wiederum verhindert das Betätigen des Griffs, nachdem die Scheibe eingeschlagen wurde.

Wichtig: Egal, welche Sicherung Sie anbringen, wenn das Fenster gekippt ist, wirkt keine von ihnen. Wer auch in Abwesenheit die Fenster geöffnet lassen möchte, sollte folglich über Fenstergitter nachdenken.

Rollläden können ein Haus sehr sicher machen – wenn sie aus dem „richtigen“ Material sind. Immonet verrät Ihnen, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Rollläden achten sollen und was robuste Außenjalousien leisten können.

Rollläden: Sonnen- und Blickschutz
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Sichtschutz per Knopfdruck

Neugierige Blick der Nachbarn lassen sich durch moderne Rollläden per Knopfdruck abfangen – ein Klick und die Rollläden werden heruntergelassen. Die robuste Jalousie an der Außenfassade dient aber nicht nur dem Sichtschutz, sondern auch der Wärmedämmung und dem Schutz vor Einbrechern, Lärm und Wetter.

Bestandteile und Montage

Rollläden bestehen aus einem Rollladenkasten, in dem sich eine Welle befindet. Um diese wickelt sich der aus einzelnen Lamellen zusammen gesetzte Rollladenpanzer – je nach Drehrichtung – auf oder ab. Angetrieben wird die Welle durch einen Motor, einen Gurtzug oder ein Stahlseil mit Kurbel. Mit ihrer Hilfe lässt sich der Rollladenpanzer an den seitlich vom Fenster angebrachten Führungsschienen hoch und runter manövrieren.

Die Rollladenkästen werden an der Außenwand über den Fenstern oder Türen angebracht, die verschlossen werden sollen. Sie können im Mauerwerk integriert, am oberen Fensterrahmen oder am Mauerwerk über dem Fensterrahmen montiert werden. Dabei sollte man beachten, dass mit dem Abstand zum Fenster auch der Grad des Schallschutzes zunimmt.

Rollläden können Raumklima verändern

Heruntergelassen können Rollläden zu einem guten Raumklima im Innern des Hauses beitragen und dabei helfen, Energie zu sparen. Sie halten Wind, Feuchtigkeit und kalte Luft ab, während der Raum zwischen Rollladen und Fenster die Temperatur reguliert. Sind die Fenster schlecht isoliert, staut sich hier in kalten Monaten nach außen dringende Wärme. In sonnigen Monaten puffert der Zwischenraum eindringende Hitze ab. Allerdings sollte man darauf achten, bei starker Sonneneinstrahlung einige Lamellen im oberen Bereich des Rolladens schräg zu stellen. Nur so kann die erwärmte Luft durch die Schlitze abfließen und sammelt sich nicht.

Sollen die Rollläden auch als Schutz gegen Einbruch dienen, müssen sie mit einer Bremse ausgerüstet sein. Diese blockiert den Rollladenpanzer und verhindert, dass er hochgeschoben werden kann.

Vor- und Nachteile verschiedener Materialien

Rollläden werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Diese unterscheiden sich nicht nur in ihrer Preisklasse und Stabilität, sondern auch in ihren Einsatzmöglichkeiten.

Holz: Umweltfreundlich und pflegeintensiv

Rollläden aus Holz bringen ein hohes Eigengewicht mit und eignen sich dadurch nicht nur als Sichtschutz und zur Dämmung, sondern auch als Schutz gegen Einbrecher. Allerdings ist das umweltfreundliche Naturmaterial sehr pflegeintensiv. Zum Schutz gegen die Witterungseinflüsse muss es regelmäßig imprägniert werden.

Stahl: Bester Schutz gegen Einbrecher

Stahl-Rollläden sind der beste Schutz gegen Einbrecher. Sie sind sehr stabil sowie schall- und wärmeisolierend – allerdings auch kostenintensiv.

Kunststoff: Günstig, pflegeleicht und wärmedämmend

Kunststoff ist besonders leicht, preisgünstig und pflegeleicht. Zudem bietet Kunststoff eine gute Wärmedämmung. Allerdings sind die Lamellen einiger Modelle biegsam und damit nicht robust genug, um Einbrecher abzuwehren. Bestehen die Kunststoff-Lamellen aus mehreren Kammern, erhöht das ihre Stabilität.

Aluminium: Witterungsbeständig und stabil

Aluminium ist ebenso witterungsbeständig, aber stabiler und damit teurer als Kunststoff. Aufgrund ihrer Stabilität bieten Rollläden aus Aluminium eine gute Abwehr gegen Einbruchsversuche. Sind die Lamellen von innen ausgeschäumt, sind Aluminium-Rollläden auch als schall- und wärmedämmend.

Rollläden vor den Fenstern helfen beim Energiesparen. Entscheidend dabei ist, dass auch die Rollladenkästen ausreichend gedämmt sind. Das ist bei alten Fenstern nicht immer der Fall. Bis in die 1980er-Jahre wurden ungedämmte Kästen verbaut. Durch solche dringt Zugluft in die Wohnung, was indirekt die Heizkosten erhöht. Wer als Mieter seine Fenster nicht selbst austauschen kann, sollte den Rollladenkasten unbedingt mit einer Dämmung nachrüsten.

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Test: Woher kommt die Zugluft?

Ein einfacher Test reicht aus, um sicher zu sein, woher die Zugluft im Haus oder in der Wohnung stammt: Halten Sie eine brennende Kerze nahe an den Kasten und die Gurtführung. Wenn die Flamme flackert, ist der Kasten nicht dicht.

Vor den Bauarbeiten: Vermieter fragen

Fast alle Rollladenkästen lassen sich nachträglich dämmen. Grundsätzlich kann diese Arbeit von jedem Heimwerker selbst ausgeführt werden. Wichtig für Mieter ist allerdings, den Vermieter vorher um Erlaubnis zu bitten. Denn die Dämmung gilt als Eingriff in die Bausubstanz. Ohne Erlaubnis kann der Vermieter später gegebenenfalls den Mieter für Feuchtigkeitsschäden oder Schimmelbefall haftbar machen. Der Vermieter kann daher darauf bestehen, dass ein Handwerker die Dämmung vornimmt.

Kosten für die Dämmung des Rollladenkastens

Mit gedämmtem Rollladenkasten wird es nicht nur gemütlicher, sondern die Investition macht sich durch eingesparte Heizkosten auch schnell bezahlt. Die Kosten für die Dämmung sind überschaubar. Ein Handwerker wird dafür um die 45 Euro pro Quadratmeter berechnen. Heimwerker sollten mit etwa 15 Euro pro Meter rechnen und können daher kräftig sparen.

Schritt für Schritt: Rollladenkästen selbst dämmen

Wer Rollladenkästen in Eigenregie dämmen will, geht wie folgt vor:

1. Stärke des Dämmmaterials bestimmen

Zuerst den Rollladenkasten öffnen. Das geht meist über einen Zugang an der Unterseite oder zum Raum hin. Beim Ausmessen muss der Rollladenpanzer aufgerollt sein, damit er später problemlos zu bedienen ist. Nun lässt sich – am besten mit Hilfe eines Stücks Karton – die maximale Stärke der Dämmung bestimmen. Es gilt: Je dicker die Dämmung, desto höher der Energiespareffekt.

2. Fugen und Ritzen abdichten

Vor dem Anbringen des Dämmmaterials spritzen Sie Fugen und Ritzen, die sich im Lauf der Zeit gebildet haben können, mit Silikon aus. Entfernen Sie eventuell vorhandene Tapetenreste. An ihnen könnte sich sonst unbemerkt Schimmel bilden und verbreiten.

3. Rollladenkasten auskleiden

Für die Dämmung eignen sich Styrodur-Platten. Sie bestehen aus Hartschaum und lassen sich gut exakt zuschneiden. Vergessen Sie nicht die Seitenwände. Es sollten möglichst keine Fugen entstehen. Die Platten werden mit Spezialkleber an die Innenwände des Kastens geklebt. Im Fachhandel sind auch biegsame Dämmplatten erhältlich. Sie sollen Heimwerkern das Dämmen erleichtern.

4. Gurtschlitz abdichten

Die Zugluft, die in den Rollladenkasten gelangt, sollte so weit wie möglich reduziert werden. Ein Zugang für Zugluft ist der Schlitz des Gurtes. Um auch diesen abzudichten gibt es spezielle kleine Bürsten.