Sanierungskredit: Unterstützung vom Staat

Sanierungskredit: Unterstützung vom Staat
© Fotolia / Robert Kneschke

Laut Energiekonzept der Bundesregierung sollen alle Häuser in Deutschland bis zum Jahr 2050 energieneutral sein. Das zwingt Hausbesitzer zur Modernisierung. Um die kostspieligen Arbeiten finanzieren zu können, empfiehlt sich ein Sanierungskredit.

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Vor dem Kredit: Schätzung durch Experten

Bevor man einen Sanierungskredit aufnimmt, empfiehlt sich eine genaue Schätzung der zu erwartenden Kosten durch einen Bauexperten. Dadurch ist auch gewährleistet, dass man einen Sanierungskredit in der „richtigen“ Höhe aufnimmt. Kleinere handwerkliche Arbeiten lassen sich beispielsweise mit Hilfe eines normalen Ratenkredites abdecken, während eine Generalüberholung oft einen größeren Kredit erfordert, der über eine Hypothek abgesichert werden kann.

Da Sanierungen meist mit Modernisierungen einhergehen, sollten Hausbesitzer versuchen, den Sanierungskredit durch staatliche Fördermittel ergänzen zu lassen, zum Beispiel durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese bezuschusst unter anderem Solaranlagen, Wärmepumpen und kombinierte Anlagen zur Strom- und Wärmegewinnung. Die Bundesregierung unterstützt diese Zuschüsse der KfW durch die Abnahme des überschüssigen Stroms zu einem langfristig garantierten Preis.

Neue Förderbedingungen

Seit September 2010 gewährt die KfW-Förderbank keine zinsgünstigen Darlehen mehr für Teilsanierungen. Nur wer sein Eigenheim umfassend saniert und einen KfW-Effizienzhaus-Standard erreicht, bekommt einen Zuschuss oder Kredit von der staatlichen Förderbank.

Der Tilgungszuschuss richtet sich nach dem erreichten Effizienz-Standard. Wer will, kann sich für die Tilgung bis zu 30 Jahre Zeit lassen, aber auch eine außerplanmäßige Tilgung ist kostenfrei möglich.

Die Höhe eines Zuschusses ist ebenfalls abhängig von dem jeweiligen KfW-Effizienzhaus-Standard. Der Betrag landet direkt auf dem Konto des Antragsstellers und zieht keine Kredittilgung oder finanzielle Verpflichtung nach sich.

Außerdem gibt es aus dem Topf für energieeffizientes Sanieren noch eine Sonderförderung: Diese können Besitzer von selbst genutzten und vermieteten Wohngebäuden beziehen, die während der Sanierungsphase einen externen Sachverständigen hinzuziehen. Damit der Zuschuss bewilligt wird, muss der Sachverständige folgende Leistungen erbringen:

  • Detailplanungen, sofern anlagentechnische Komponenten (z.B. Lüftungs- oder Heizungsanlagen) eingebaut bzw. erneuert werden
  • Unterstützung bei der Angebotsauswertung
  • Mindestens eine Baustellenbegehung vor Ausführung der Putzarbeiten bzw. vor Verschließen eventueller Bekleidungen
  • Kontrolle und Begleitung bei der Übergabe der Haustechnik, ggf. mit ergänzender technischer Einweisung in die Haustechnik sowie ggf. Prüfung des Nachweises des hydraulischen Abgleichs

Damit jedes Haus in 40 Jahren fast ohne Kohlendioxidemissionen beheizt werden wird, sollen Besitzer spätestens 2020 beginnen, ihre Häuser gründlich zu dämmen. Außerdem sollen sie Öl- und Gasheizungen durch Erdwärmepumpen oder Pelletheizungen ersetzen und Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung auf die Dächer montieren – so verlangt es das Energiekonzept der Bundesregierung.

Eigentümer, die die darin festgelegten Werte vorzeitig erreichen, werden durch staatliche Förderung belohnt. Zu diesem Zweck sollen etwa das CO2-Gebäudesanierungsprogramm und das Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien aufgestockt werden. Auch das kommunale Förderprogramm "Energetische Städtebausanierung", das die Bundesregierung bei der KfW auflegen will, hat zum Ziel, weitere steuerliche Anreize für die Gebäudesanierung zu schaffen.

Hier gibt es die KfW-Kredite

Sanierungskredite der staatlichen Förderbank KfW ohne Mindestbetrag für die Kreditsumme auch für Neukunden werden nur von zehn regionalen Sparkassen, Sparda- und Genossenschaftsbanken vergeben.

Da die KfW ihre Darlehen aber nicht selbst vergibt, muss sich der Antragsteller an eine Bank oder Sparkasse wenden. Daher führt der erste Weg immer zur Hausbank. Sollte diese den KfW-Zuschuss erst ab einer hohen Mindestkreditsumme gewähren, hilft oft nur der Gang zur Konkurrenz. Vielen Banken ist eher daran gelegen, ein eigenes – meist teureres – Baufinanzierungsangebot anstelle der günstigen staatlichen Hilfe zu vermitteln.

Weitere Fördermittel

Neben der KfW-Förderung kann man weitere Zuschüsse beantragen, etwa beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und bei den Ländern und Kommunen. Der BINE-Informationsdienst (Bürger-Information Neue Energietechniken) des Leibnitz-Institutes für Informationsinfrastruktur in Karlsruhe stellt eine Förderdatenbank bereit.

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