Tipps zum Kauf einer Neubauimmobilie

Tipps zum Kauf einer Neubauimmobilie
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Wenn Sie ein Haus oder eine Eigentumswohnung direkt vom Bauträger kaufen, sparen Sie sich in der Regel viel Arbeit. Denn in so einem Fall fungieren nicht Sie als Bauherr, sondern nur als Käufer und können damit die Betreuung des Baus sowie die Überwachung der Handwerksarbeiten einem Fachmann überlassen. Welche Punkte Sie beim Kauf von Bauträgerimmobilien beachten sollten, hat Immonet zusammengefasst.

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Besichtigung von Musterhäusern

Viele Bauträger bieten vor Vetragsabschluss und Baubeginn die Besichtigung von Musterhäusern an, so dass Sie sich schon vorab ein genaueres Bild von Ihrem zukünftigen Zuhause machen können. Aber Vorsicht! So verlockend manche Angebote auch klingen, nicht alle Bauträger sind seriöse Unternehmen. Daher sollten Sie bei der Besichtigung einige Punkte beachten.

Finanzierung einer Bauträgerimmobilie

Nach der sogenannten Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) müssen Sie als Käufer den Preis für eine Bauträgerimmobilie niemals im Voraus zahlen. Stattdessen zahlen Sie etappenweise für die Fertigstellung der einzelnen Bauabschnitte.

Allerdings verlangt ein Bauträger, bevor er den Kaufvertrag mit Ihnen abschließt, einen Nachweis darüber, ob Sie über ausreichend Eigenkapital verfügen und/oder einen Kredit von Ihrer Bank bewilligt bekommen haben, um die Kosten des gesamten Baus zu stemmen. Manche Bauträger bieten übrigens auch die Finanzierung im Paket mit an. Vergleichen Sie dieses Angebot unbedingt mit Kreditkonditionen Ihrer Bank oder anderer Geldinstitute, häufig kommen Sie dabei günstiger weg.   

Versteckte Kosten

Bauträger locken ihre Kunden gern mit Festpreisen. Planen Sie in jedem Fall zusätzliche Kosten für Extraleistungen am Bau sowie für Makler, Grunderwerbsteuer und Notar mit ein.

Übrigens: Wenn Sie am Kauf eines Hauses oder einer Wohnung in einer besonders begehrten Lage interessiert sind, können Sie die Immobilie gegen eine Gebühr beim Bauträger in der Regel reservieren lassen. Diese Reservierungsgebühr liegt meist zwischen 500 und 1.500 Euro, wird jedoch mit dem Kaufpreis verrechnet, wenn Sie sich für die Immobilie entscheiden.

Checken Sie vor dem Kauf die Seriösität des Bauträgers

Um sicher zu gehen, dass Sie sich für einen seriösen Bauträger entscheiden, sollten Sie sich vor Vertragsabschluss über das Unternehmen informieren. Lassen Sie sich Referenzen zeigen, besichtigen Sie Musterhäuser und besuchen Sie, wenn möglich, eine Baustelle, die dieser Bauträger betreut. Empfehlenswert ist, sich mit anderen Eigentümern, die bei dem Unternehmen eine Bauträgerimmobilie gekauft haben, über deren Erfahrungen auszutauschen.

Um zu vermeiden, dass der Bauträger inmitten der Bauarbeiten Insolvenz anmeldet, bestehen Sie auf eine Vertragserfüllungsbürgschaft der Bank. Im Falle einer Insolvenz muss dann die Bank haften. Andere Möglichkeit: Sie können vorab die Bonität des Bauträgers auch von Wirtschaftsauskünften kostenpflichtig (zwischen 200 bis 300 Euro) prüfen lassen.

Prüfen Sie den Kaufvertrag genau

Laut Bauherrenverband sind rund zwei Drittel aller Bauverträge lückenhaft und ungenau. Sobald Ihnen der Bauträger den Kaufvertrag vorlegt, prüfen Sie diesen und holen Sie sich Rat von einem Juristen. Denn allzu oft verbergen sich darin Risiken, die Laien nur schwer einschätzen können.

Grundsätzlich muss ein Vertrag alle Bauleistungen und Sonderleistungen transparent, genau und korrekt mit den dazugehörigen Kosten auflisten. Achten Sie auf Vollständigkeit und hinterfragen Sie Formulierungen wie „schlüsselfertig“ oder „bezugsfertig“. Im Preis für ein schlüsselfertiges Haus sind nämlich häufig noch nicht die Kosten für Garten, Zuwege, Garage und Terrasse enthalten. Und „bezugsfertig“ muss nicht bedeuten, dass tatsächlich alle Arbeiten im und am Haus abgeschlossen sind.

Sobald der Vertrag steht, folgt die notarielle Beglaubigung. Laut Beurkundungsgesetz muss der Vertrag dem Käufer spätestens zwei Wochen vor dem Notartermin vorliegen, damit der genug Zeit hat, alles zu prüfen. Lassen Sie vor allem in dieser Phase noch einmal einen unabhängigen Fachmann den Vertrag studieren.

Überprüfen Sie die Baufortschritte

Während der Bauarbeiten sollten Sie die Baustelle regelmäßig besuchen, vor allem dann, wenn ein Bauabschnitt, für den die nächste Zahlung ansteht, fertiggestellt ist. Überweisen Sie die nächste Abschlagszahlung nur dann, wenn die Arbeiten ordentlich ausgeführt worden sind. Denn wenn der gesamte Bau abgeschlossen ist, lassen sich Baumängel oft nicht mehr nachweisen oder korrigieren.

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