Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Finanzierung
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Ganz klar: Wer eine Immobilie erstehen möchte oder einen Neubau plant, sollte zunächst einen Kassensturz machen. Dafür muss ein Haushaltsplan her, der zeigt: Welche finanzielle Mittel sind vorhanden? Über welches monatliche Budget verfügen Sie, ohne dass Sie sich in Schwierigkeiten bringen – etwa wenn es zu einem Arbeitsausfall durch Krankheit oder zu einer größeren Reparatur kommt? Sehr hilfreich sind Finanzierungsrechner, mit denen Sie schnell und einfach den verfügbaren Betrag ermitteln können. Es geht aber auch Schritt für Schritt – Immonet erklärt Ihnen, wie:

1. Schritt - Aufstellung der festen und regelmäßigen Einnahmen

Listen Sie auf, über welche monatlichen Einnahmen Sie verfügen. Dazu gehören Löhne und Gehälter, Prämien, Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte, Renten, Unterhalte oder Honorare. Gehaltserhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollten Sie nur dann mit einrechnen, wenn die Zahlung über den Arbeits- oder einen Tarifvertrag gesichert ist. Risikobehaftete Posten wie Provisionen lassen Sie lieber außen vor.

Sie sind selbstständig und beziehen deshalb kein festes Gehalt? Dann rechnen Sie mit dem Gewinn, den Sie über mindestens drei, besser noch fünf Jahre erzielt haben. Addieren Sie die Entnahmen und ermitteln Sie daraus den durchschnittlichen Monatswert. Als Geschäftsführer einer GmbH bringen Sie Ihr Geschäftsführergehalt in die Einkunftsermittlung ein. Gewinnausschüttungen sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie über Jahre regelmäßig erfolgen.

Tipp:

  • Kalkulieren Sie bei den Einnahmen aus einer Immobilie, die Sie bereits besitzen, immer auch die laufenden Kosten und einen eventuellen temporären Leerstand mit ein.
  • Wenn Sie das Kindergeld ansetzen wollen, notieren Sie genau, wie lange sie dieses noch erhalten.

2. Schritt – Aufstellung der festen Ausgaben

In jedem Haushalt fallen Kosten an und das nicht zu knapp: Sie zahlen für Miete, Lebensmittel, Freizeitaktivitäten, Kleidung, Versicherungen und, und, und. Stellen Sie in einer ehrlichen Rechnung alle Beträge zusammen, die pro Jahr zu zahlen sind. Bei einer monatlichen Betrachtung fallen schnell Posten unter den Tisch, die jährlich nur einmal anstehen wie zum Beispiel die Mitgliedschaft im Sportverein. Für die Betriebskosten – Heizung, Elektrizität und Wasserversorgung –  sollten Sie 2,50 Euro pro Quadratmeter veranschlagen. Bei 100 Quadratmetern Wohnfläche bedeutet dies monatlich Nebenkosten von rund 250 Euro.

Tipp:

  • Berücksichtigen Sie auch etwaige Unterhalts- und Unterstützungszahlungen zum Beispiel für Kinder oder für den geschiedenen Partner.
  • Prüfen Sie genau, welche Versicherungskosten Sie haben und ob noch laufende Kredite zu bedienen sind.

3. Schritt – Ermittlung des tatsächlich zur Verfügung stehenden monatlichen Betrags

Wenn Sie mit dem Zusammentragen aller Zahlen fertig sind, sehen jetzt in Ihrer Haushaltsrechnung zwei Zahlen: eine schwarze, die Ihre regelmäßig eingehenden Einnahmen beziffert sowie eine rote, die darstellt, was monatlich von Ihnen bezahlt wird. Die Differenz ergibt den Betrag, der Ihnen für die Finanzierung eines Hauses oder eines Bauvorhabens zur Verfügung steht. Mit dieser Summe dürfen Sie rechnen. Achtung: Der Betrag wird von künftigen Kreditgebern wie Banken und Bausparkassen eingehend geprüft.

Tipp:

  • Kreditgeber setzen für die monatlichen Lebenshaltungskosten von Erwachsenen und Kindern meist Pauschalen an, die sich am Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes orientieren. Es lohnt sich also nicht, das verfügbare Einkommen durch einen besonders sparsamen Lebensstil schön zu rechnen.

4. Schritt – Einbeziehung von verfügbarem Eigenkapital

Sie haben schon länger für Ihr Traumhaus gespart und Geld auf der „hohen Kante“? Wunderbar! Dieses Eigenkapital ist ein wichtiger Baustein für den Hauskauf oder Hausbau. Experten und Verbraucherschützer empfehlen, dass 20 bis 30 Prozent der Kosten über gespartes Vermögen abgedeckt werden sollte.

Die Summe Ihres Eigenkapitals können Sie mit Ihrem monatlich frei verfügbaren Geldbetrag in einen Budgetrechner eintragen, der das Limit für den Kaufpreis einer Immobilie oder eines Neubaus festlegt. Dieses Limit wird allerdings auch von den aktuellen Finanzierungskonditionen und der Tilgungsrate bestimmt, mit der Sie den künftigen Kredit abzahlen.

Tipp:

5. Schritt – Berücksichtung zusätzlicher Kosten für den Hauskauf

Woran kein Hauskäufer und kein Bauherr vorbeikommt: Durch die Kreditaufnahme und den Kaufvertrag entstehen zusätzliche Kosten, zum Beispiel durch die Provision für den Makler, Notargebühren, Gebühren für die Eintragung ins Grundbuch sowie die Grunderwerbsteuer. Diese Nebenkosten müssen von der errechneten Summe der maximalen Finanzierbarkeit abgezogen werden.

Ein Rechenbeispiel:

Sie verfügen mit Ihrem Einkommen, Nebeneinkünften und Mieteinnahmen über Einnahmen von 3.825 Euro im Monat. Nach Abzug der Lebenshaltungskosten, der Wohnnebenkosen sowie weiterer Fixkosten stehen Ihnen monatlich 940 Euro für die Hausfinanzierung zur Verfügung.

940 x 12 Monate x 100   = 205.090 Euro (max. Kreditbetrag)

4,5 % Zinsen + 1 % Tilgung

Zusätzlich haben Sie ein Eigenkapital von 40.000 Euro angespart, das Sie in die Finanzierung einfließen lassen. Im Ergebnis haben Sie nun 245.090 Euro, von denen Sie noch 10 Prozent für die zusätzlich entstehenden Kosten abziehen müssen. Somit können Sie sich ein Haus von 220.581 Euro leisten.

Lassen Sie sich beim Rechnen helfen:

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