Flächennutzungsplan

Tipps zum Flächennutzungsplan
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Müssen Sie einen Flächennutzungsplan (FNP) bei der Planung Ihres Eigenheims beachten? Ist der FNP beim Grundstückskauf relevant? Und was ist, wenn das Grundstück Ihrer Wahl nicht als Wohnbaufläche vorgesehen ist? Immonet.de informiert.

Der Flächennutzungsplan hält fest, welche städtebauliche Flächennutzung in welchen Baugebieten einer Gemeinde geplant ist. Er dient damit der Steuerung der städtebaulichen Entwicklung und der Infrastruktur einer Gemeinde. Der FNP wird von Behörden herangezogen, wenn sie über Genehmigungen zu entscheiden haben. Da der FNP bindend ist, kann beispielsweise kein Gewerbegebiet an einem Standort festgesetzt werden, für den nur landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen ist.

Der Flächennutzungsplan ist in Ihrer Baubehörde zu erwerben oder einzusehen. Er wird alle fünf bis zehn Jahre von den Gemeinden aufgestellt und an die aktuelle Entwicklung angepasst. In einem FNP finden Sie beispielsweise Flächen, die zur Bebauung vorgesehen sind und die Art ihrer Nutzung. Dazu gehören

  • Wohnbauflächen (W)
  • gemischte Gebiete (M)
  • gewerbliche Bauflächen (G)
  • Sonderbauflächen (S)

Außerdem sind dargstellt: Flächen für Versorgungsanlagen und Gemeinbedarfseinrichtungen

  • (z.B. Kläranlage, Umspannwerk, Kirche, Sportplatz, Kultureinrichtungen)
  • überörtliche Verkehrsflächen (Autobahnen, Bundesstraßen,  Ausfallstraßen)
  • Grünflächen (z.B. Parks, Kleingärten, Sportplätze, Friedhöfe)
  • Wasserflächen (z.B. Seen, Häfen, Hochwasserschutzanlagen)
  • Landwirtschaftliche Flächen und Wald
  • Flächen für Nutzungsbeschränkungen (z.B. Abstandsflächen)
  • Flächen für Aufschüttungen, Abgrabungen und zur Gewinnung von Bodenschätzen
  • Flächen zum Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft

Da der Flächennutzungsplan Übersichtscharakter besitzt, wird in der Regel keine weitere Unterteilung vorgenommen. Es liegt immer ein Erläuterungsbericht bei, der die Gründe für die Darstellungen darlegt.

Für Sie als Bauherr oder Baufrau hat der FNP keine direkte Rechtskraft. Er entfaltet erst über den Bebauungsplan, eine Baugenehmigung oder über eine Planfeststellung Rechtswirkung für den Bürger. Wenn Sie also ihr Eigenheim planen, müssen Sie die laut Bebauungsplan zulässige Nutzung berücksichtigen. Gleiches gilt, wenn sie ein Grundstück kaufen möchten.