Einwohnermeldeamt: Wie man sich an- oder ummeldet

Einwohnermeldeamt Wartezimmer
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Rund zehn Prozent der Bundesbürger wechseln innerhalb eines Jahres ihren Wohnsitz. Und wer umzieht, muss sich in Deutschland per Gesetz beim Einwohnermeldeamt um- bzw. anmelden. Welche Unterlagen Sie benötigen, welche Fristen gelten und welche Kosten gegebenenfalls auf Sie zukommen, hat Immonet zusammengestellt.

An- und Ummeldung beim Einwohnermeldeamt

Wer seinen Wohnort wechselt, muss sich innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Einzug in eine Wohnung beim Meldeamt persönlich oder durch einen bevollmächtigten Vertreter anmelden bzw. ummelden. Zuständig ist das Einwohnermeldeamt des neuen Wohnortes. Die benötigten Unterlagen gelten für die Anmeldung und Ummeldung gleichermaßen.

  • Anmeldung – Bei Zuzug von außerhalb in eine andere Gemeinde/Stadt
  • Ummeldung – Bei Umzug innerhalb einer Gemeinde/Stadt

Hinweis: Erst wenn Sie Ihre Anmeldung beim Einwohnermeldeamt erledigt haben, können Sie weitere Behörden wie Zulassungsstelle, Finanzamt etc. informieren.

Benötigte Unterlagen

Folgende Unterlagen benötigen Sie bei der persönlichen An-/Ummeldung:

  • Personalausweis
  • Reisepass, wenn Sie einen besitzen
  • Meldeformular
  • Wohnungsgeberbescheinigung
    (vom Vermieter ausgefüllt und unterzeichnet)

Die An-und Ummeldung beim Einwohnermeldeamt muss auch im Zeitalter des Internets meist noch persönlich vorgenommen werden. Dass persönliche Erscheinen auf dem Einwohnermeldeamt ist nötig, weil die neue Adresse sofort in Ihrem Personalausweis vermerkt wird. Diesen sollten Sie also auf jeden Fall dabei haben, wenn Sie den Behördengang schnell und unkompliziert erledigen möchten. Das ebenfalls nötige Meldeformular erhalten Sie direkt beim zuständigen Einwohnermeldeamt, die Wohnungsgeberbestätigung von Ihrem neuen Vermieter.

Wenn Sie sich nicht selbst anmelden können, beauftragen Sie eine bevollmächtigten Person mit der Anmeldung. In diesem Fall benötigt das Meldeamt weitere Unterlagen und eine Vollmacht von Ihnen.

Die Wohnungsgeberbestätigung

Seit dem 1. November 2015 benötigen Mieter zur Um- bzw. Anmeldung beim Amt eine sogenannte Wohnungsgeberbestätigung (auch Wohnungsgeberbescheinigung, Vermieterbescheinigung oder Vermietermeldebescheinigung).

Warum die Bestätigung benötigt wird, was drin steht und wie Sie die erhalten, finden Sie im Artikel zur Wohnungsgeberbestätigung.

Fristen beim Einwohnermeldeamt

Sie müssen sich innerhalb von ein bis maximal zwei Wochen nach dem Umzug um- bzw. anmelden.

Wie bei den meisten Behördenangelegenheiten gibt es auch beim Einwohnermeldeamt feste Fristen. So ist bei einem Umzug an einen anderen Ort meist eine Frist von einer Woche einzuhalten. Manche Gemeinden sind allerdings ein wenig kulanter und geben ihren neuen Bürgern zwei Wochen Zeit, um sich nach dem Einzug beim Einwohnermeldeamt zu melden. Wenn Sie sich innerhalb dieser Frist nicht bei Ihrem Einwohnermeldeamt gemeldet haben, kann es sein, dass Sie zur Zahlung eines Bußgeldes ermahnt werden.

Einwohnermeldeamt finden

Geben Sie Ort oder Postleitzahl ein um das zuständige Einwohnermeldeamt zu finden:

Aufgaben beim Ummelden
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Anmeldung durch einen Vertreter nur mit Vollmacht

Wenn Sie es nicht persönlich schaffen, sich innerhalb der Frist und zu den festen Öffnungszeiten bei Ihrem Einwohnermeldeamt zu melden, können Sie grundsätzlich auch einen Vertreter schicken. Dafür müssen Sie ihm allerdings Ihren Personalausweis mitgeben sowie eine schriftliche Vollmacht ausstellen, dass er in Ihrem Auftrag handelt. In einigen Bundesländern wie Hessen und Bayern muss diese sogar beglaubigt sein.

Benötigte Unterlagen

Die bevollmächtigten Person benötigt folgende Unterlagen:

  • Ihren Personalausweis
  • Ihren Reisepasse, wenn Sie einen besitzen
  • das von Ihnen vollständig ausgefüllte und unterzeichnete Meldeformular
  • Ihre schriftliche Vollmacht
  • Personalausweis der bevollmächtigten Person
  • Wohnungsgeberbescheinigung (vollständig ausgefüllt und unterzeichnet)

Kosten

Kosten entstehen für die An-/Ummeldung in der Regel nicht.

Bußgeld bei Fristüberschreitung

Melden Sie sich nicht bei Ihrem Einwohnermeldeamt, können Sie zu einem Bußgeld ermahnt werden. Für Höhe und Fälligkeit einer solchen Bußgeldstrafe gibt es allerdings keine festen Regeln. Überschreiten Sie die Frist zur Ummeldung, kann das Einwohnermeldeamt die Höhe der Strafe eigenständig verhängen. Die Bußgeldsätze liegen dabei zwischen 10 bis 30 Euro für eine Verspätung von wenigen Tagen und Wochen und reichen bis zu 500 Euro, wenn Sie die Ummeldung um mehrere Monate verzögern.

Abmeldung beim Einwohnermeldeamt

Eine Abmeldung beim Einwohnermeldeamt ist nur dann erforderlich, wenn Sie ins Ausland ziehen oder von einem Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz umziehen.