Generationenhaus – Das Konzept der Zukunft

Generationenhaus – Das Konzept der Zukunft
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In Deutschland ist das Generationenhaus, diese aus der Mode gekommene Wohnform, wieder auf dem Vormarsch – bietet sie doch eine Menge Vorteile für jede Generation. Was aber steckt hinter dem Begriff "Generationenhaus"?

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Das Generationen-Konzept

In einem Generationenhaus wohnen und leben Menschen verschiedener Altersklassen miteinander. Meist teilen sich Familienangehörige – Eltern, Kinder und Großeltern – ein Haus oder eine Wohnung miteinander, manchmal aber auch Freunde oder Bekannte. Häufig sind es Großfamilien, bei denen ein oder mehrere Kinder bereits selbst Nachwuchs bekommen haben.

Bei der Aufteilung der Räumlichkeiten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine der häufigsten Formen ist das Zusammenleben in separaten Wohneinheiten. Das sichert jeder „Kernfamilie“ einen persönlichen Rückzugsort sowie ein gewisses Maß an Privatsphäre. Manche Familien bevorzugen jedoch, stärker als Gemeinschaft zusammenzuleben und Begegnungsräume wie Wohnzimmer, Küche und Garten gemeinsam zu nutzen.

Vorteile des Zusammenlebens

Ein Generationenhaus bietet seinen Bewohnern Vorteile, die schwer zu toppen sind. Viel Zeit für die Familie zu haben sowie die gegenseitige Entlastung gehören zu den wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für eine solche Wohnform. Die Großeltern werden von ihren Kindern versorgt und im Gegenzug dazu können diese bei der Betreuung der Enkel mithelfen. Besonders Senioren genießen es, täglich von Familienmitgliedern umgeben zu sein und an deren Leben aktiv teilzunehmen. Aber auch die Kinder profitieren vom Zusammenleben mit ihren Großeltern.

Sind die Älteren noch fit genug, können sie im Haushalt anpacken, was eine zusätzliche Entlastung für die berufstätigen Eltern darstellt. Sind die Senioren umgekehrt nicht mehr in der Lage, sich selbständig zu versorgen, können die anfallenden Arbeiten durch jüngere Familienmitglieder übernommen werden. Nicht zu verachten ist dabei die Kostenersparnis. Durch die gegenseitige Unterstützung entfallen die Ausgaben für Pflegedienste, eine Haushalthilfe und die Kinderbetreuung.

Nachteile der räumlichen Nähe

Für Menschen, die die Ruhe und Zurückgezogenheit suchen, ist das Konzept Generationenhaus nicht geeignet. Denn Lärm und Trubel stehen in einem Haus, in dem Kinder leben, auf der Tagesordnung. Ebenso kommt es in einem Haushalt mit mehreren Generationen häufiger zu Konflikten. Aufgrund der Altersunterschiede bestehen meist unterschiedliche Ansichten zu den Themen Kindererziehung, Aufgabenteilung und Alltagsgestaltung, was schnell zu Streit führen kann. Um „dicke Luft“ zu vermeiden, sollten im Voraus detaillierte Absprachen zu allen Bereichen des Zusammenlebens getroffen werden.

Das muss beim Bau beachtet werden

Ein ausgewogenes Verhältnis aus Rückzugsmöglichkeiten und Gemeinschaftsräumen ist das A und O in einem Generationenhaus. Das neue Domizil sollte sowohl für jeden Einzelnen ein eigenes Zimmer, als auch gemeinsame Räume für das Zusammensein bieten. Dafür ist es wichtig, die Wünsche und Bedürfnisse aller Bewohner im Vorfeld zu erörtern und bei der Bauplanung entsprechend zu berücksichtigen. Jeder sollte sich im neuen Zuhause wohlfühlen und die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung haben.

Ziehen ältere, körperlich eingeschränkte Menschen mit ins Heim, müssen zusätzlich bestimmte Dinge beachtet werden. Um das Zusammenleben nicht einzuschränken, sind große, seniorengerechte Räume und eventuell ein Treppenlift sehr hilfreich.
 

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