Tipps für den Wohnungskauf

Wohnung kaufen
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Nach Jahren in der Mietwohnung denken Sie an einen Wohnungskauf? Die Vorteile liegen auf der Hand: Die monatlichen Mietbeträge gehen nicht an einen Unbekannten, sondern Sie zahlen für Ihre eigenen vier Wände. Der Wohnungskauf ist somit eine sichere Kapital- und Wertanlage und dient Ihnen als Altersvorsorge. Welche Aspekte Sie in Ihre Überlegungen miteinbeziehen sollten, erfahren Sie hier.

Finanzierungsrechner

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Finanzielle Aspekte beim Wohnungskauf

In den seltensten Fällen reicht das Geld auf dem Sparkonto aus, um eine Wohnung zu kaufen. Das bedeutet: Sie benötigen einen Kredit. Haben Sie Ersparnisse – sogenanntes „Eigenkapital“ –, dann verringert dieses die Kreditsumme. Bei einer Wohnung mit einem Preis von 100.000 Euro und 20.000 Euro vorhandenem Eigenkapital ist lediglich ein Kredit über 80.000 notwendig. Eigenkapital hat jedoch nicht nur den Vorteil, dass es Ihre Kreditsumme verkleinert, auch die Laufzeiten des Kredits sind kürzer als bei hohen Kreditsummen.

Doch auch die Kreditraten müssen bezahlt werden ... Bevor Sie sich also für den Wohnungskauf entscheiden, sollten Sie sich einen Überblick verschaffen, wie viel Geld Ihnen zur Verfügung steht. Listen Sie alle monatlichen Einnahmen und Ausgaben auf, und errechnen Sie anschließend, wie viel Geld übrig bleibt. Ihre aktuelle Monatsmiete rechnen Sie dazu, denn diese werden Sie als Wohnungseigentümer nicht mehr zahlen müssen. Das Ergebnis ist die Summe, die Sie für die Kreditraten nutzen können.

Da Sie Ihr Geld wahrscheinlich viele Jahre für die Raten Ihres Kredits benötigen, ist es sinnvoll, dass Sie sich beim Wohnungskauf Gedanken zu Ihrer finanziellen Sicherheit machen. Ist Ihr Job sicher – und wie sind Sie abgesichert, falls Sie Ihre Arbeit verlieren? Kreditraten müssen Sie auch während Arbeitslosigkeit zahlen –wenn Ihnen das nicht möglich ist, droht der Eigentumswohnung Notverkauf oder Zwangsversteigerung.

Ein Wohnungskauf lohnt sich, wenn

  • die Finanzierung möglichst geringe Risiken enthält
  • die berufliche Zukunft gesichert ist
  • die Wohnung bis zum Renteneintritt bezahlt ist
  • Kinder als Erben vorhanden sind

Ist die passende Wohnung gefunden, stehen Kreditverhandlungen an. Hierfür holen Sie Angebote verschiedener Banken und Kreditinstitute ein, um das für Sie beste Finanzierungsmodell zu finden. Basis hierfür sind Ihre Angaben zum geplanten Kauf sowie die ausführliche Darstellung Ihrer finanziellen Situation.

Gut zu wissen: Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, hat besonders günstige Bedingungen, wenn Sie Wohneigentum anschaffen möchten. Achten Sie also darauf, dass Ihr Finanzberater auch die Angebote der KfW berücksichtigt und Ihnen erläutert. Lassen Sie sich nicht zur Unterschrift drängen: Lesen Sie in Ruhe die verschiedenen Angebote und treffen Sie erst dann Ihre Entscheidung.

Steht bei Ihnen in Kürze das Renten- oder Pensionsalter an, sollten Sie besonders gut über den Wohnungskauf nachdenken. Denn auch wenn die monatliche Rente oder Pension voraussichtlich geringer als das Einkommen aus der Berufstätigkeit, sein wird, bleiben die Kreditraten gleich. Sie müssen also mit weniger Einnahmen weiter die gleiche Kreditrate bezahlen.

Wer sich im Alter von über 50 Jahren für einen Wohnungskauf entscheidet, sollte möglichst viel Eigenkapital besitzen. So sind kurze Laufzeiten und geringe Kreditraten oder beides gewährleistet. Ideal ist es, wenn Sie Ihren Wohnungskredit zum Renteneintritt bereits abbezahlt haben: Dann bleiben als größte Kostenfaktoren im Alter Energie, Telekommunikation und Hausgeld.

Hausgeld & Co.

Der größte finanzielle Posten neben den Kreditraten und den Energie- und Telekommunikationskosten ist das Hausgeld, das Sie nicht unterschätzen sollten. Dieses setzt sich zusammen aus den Kosten für

  • Hausmeister und Hausverwaltung
  • Gebäudeversicherungen
  • Müllentsorgung

und weiteren Posten.

Aus dem Hausgeld werden auch Instandhaltungsrücklagen für Hausreparaturen gebildet. Bedenken Sie: Ihr Anteil kann im Laufe der Jahre steigen. In Ihrer Eigentumswohnung tragen Sie Reparaturkosten selbst. Wenn die Instandhaltungsrücklagen für Reparaturen am Haus nicht ausreichen, können Sonderumlagen auf Sie zukommen.

Die Lage der Wohnung

Die Lage – sowohl innerhalb des Hauses als auch innerhalb der Stadt – ist ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für eine Wohnung.

Wenn Sie sich in der Wohnung befinden, achten Sie auf diese Dinge:

  • Im Dachgeschoss kann es je nach Jahreszeit zu heiß oder zu kalt sein.
  • Erdgeschosswohnungen sind oft dunkel. Schauen Sie, ob eine Terrasse oder ein Balkon zur Wohnung gehört. Diese bieten Ihnen Tageslicht und frische Luft.
  • In manchen Mehrfamilienhäusern befinden sich drei Wohnungen auf einer Etage. Wenn Sie sich die mittlere Wohnung anschauen, achten Sie auf Lärm aus den Nachbarwohnungen rechts, links, oben und unten.

Aus den Fenstern Ihrer potenziellen Wohnung blicken Sie auf eine weite unbebaute Landschaft? Dann möchten Sie bestimmt auch wissen, ob diese schöne Aussicht auch in Zukunft gewährleistet ist. Dafür gehen Sie zum Amt für Stadtentwicklung oder zum Bauamt. Hier erhalten Sie Auskünfte über Baumaßnahmen, die für die Nachbarschaft geplant sind. Die Bebauungspläne der Gemeinden sagen aus, ob in Zukunft Hochhäuser, Industriebetriebe oder andere Gebäude die Umgebung und damit auch Ihre Aussicht verändern werden.

Beurteilen Sie kritisch die Umgebung der Wohnung, die Sie ausgesucht haben:

  • Gibt es eine gute Infrastruktur zum Einkaufen, für Freizeitaktivitäten und gegebenenfalls Einrichtungen für Kinder oder Senioren?
  • Machen die Gebäude der Umgebung einen guten Eindruck und entspricht die Nachbarschaft auch auf der sozialen Ebene Ihren Vorstellungen?
  • Wie sind die Verkehrsverbindungen (auch am Wochenende) und die Parkplatzsituation?

Alter und Zustand des Hauses und der Wohnungsausstattung

Es macht einen großen Unterschied, ob Sie sich für eine Wohnung in einer Bestandsimmobilie oder in einem Neubau entscheiden. Da Neubauten bereits vor dem ersten Spatenstich verkauft werden, können Sie bei einer solchen Immobilie Ihre individuellen Wünsche verwirklichen: Beispielsweise passt der Architekt nach Ihren Vorstellungen die Größe und den Zuschnitt der Räume an oder Sie geben Anregungen zu Extras wie Fahrstuhl oder Wasch- und Trockenraum. In einer Bestandswohnung ist dies meist nicht möglich.

Denken Sie daran, dass eine Wohnung im Altbau hohe Kosten mit sich bringen kann. Lassen Sie sich deshalb Protokolle der Eigentümerversammlungen sowie die Wirtschaftspläne der letzten Jahre vorlegen. Diese zeigen, welche Sanierungsmaßnahmen geplant sind, die Sie als Eigentümer mitfinanzieren müssen. Darunter fallen zum Beispiel der nachträgliche Einbau einer Aufzugsanlage, eine Dacherneuerung oder energetische Sanierungsvorhaben. Stellen Sie auch sicher, dass vom Vorbesitzer keine Nebenkostenabrechnungen mehr offen sind. Bei Abschluss eines Kaufvertrages stehen Sie dafür gerade.

Falls Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie sich bei der Wohnungsbesichtigung von einem Handwerker begleiten. Er kann den Wert und Zustand der Einbauten und der Ausstattung beurteilen und so die Preisverhandlungen zu Ihren Gunsten beeinflussen. Bitten Sie ihn vorab,

Checkliste zum Wohnungskauf

Finanzierung

  • Klare Kostenaufstellung, Eigenkapital feststellen
  • Angebote verschiedener Kreditinstitute einholen und vergleichen
  • Konditionen der KfW berücksichtigen
  • Kreditraten und Hausgelder berücksichtigen.

Besichtigung außen

Tipp: Fotoapparat mitnehmen! Anhand der Bilder ist der Vergleich verschiedener Wohnlagen einfacher. Geprüft werden sollten

  • Grundstück
  • Garage, Stellplatz, Parkplatzsituation
  • Fassade
  • Dach
  • Balkon, Terrasse
  • Fenster
  • Hausflur, Treppenhaus
  • Türen
  • Briefkasten- und Klingelanlage
  • eventuell Aufzugsanlage

Besichtigung innen

Bei der Innenbesichtigung sind diese Dinge wichtig:

  • Schließen Wohnungstür, Balkon- oder Terrassentür und Fenster, gegebenenfalls auch Markisen oder Rollläden, sicher und ohne Zugluft?
  • Sind Wände, Decken und Böden frei von Feuchtigkeit und Schimmel?
  • Funktionieren die sanitären Anlagen einwandfrei?
  • Hat die Wohnung ausreichend Steckdosen und funktionieren diese?
  • Wie ist der Zustand der Einbauten?
  • Stimmt die angegebene Quadratmeterzahl?
  • Kommt Ihren Wohnwünschen die Raumaufteilung entgegen?
  • Ist Ihnen die Wohnung hell genug?

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