Was ist ein Passivhaus nach PHPP?

Passivhaus
© Fotolia / Stefan Fister

Passivhäuser sind Gebäude, die ohne oder mit geringer aktiver Beheizung warm gehalten werden. Ursächlich sind zwei Grundprinzipien: Wärmeverlust vermeiden und Wärmegewinn optimieren. Der Wärmebedarf wird so zum größten Teil aus passiven Quellen gedeckt: aus Sonnenstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten. In einem Passivhaus ist ein konventionelles Heizsystem mit Heizkörpern in jedem Raum überflüssig. Auch eine Klimaanlage für den Sommer ist nicht notwendig. 

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Was ist der Passivhausstandard?

Passivhausstandard hat ein Gebäude, wenn der Heizwärmebedarf im Jahr nicht mehr als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter beträgt. Der Primärenergiebedarf darf 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter nicht übersteigen. Dann entspricht er dem vom Passivhaus Institut Darmstadt festgelegten PHPP-Standard. PHPP steht für das Konzept Passivhaus Projektierungspaket, das in Darmstadt erarbeitet wird und einen umfangreichen Kriterienkatalog enthält.

Passivhäuser sind nicht auf eine bestimmte Bauweise festgelegt, sondern der Begriff bezeichnet einen Qualitätsstandard. Passivhäuser können in Massiv- oder Holzbauweise geplant werden, oder als Mix aus beidem. Es gibt sogar Anbieter von Passiv-Fertighäusern.

Vorteile von Passivhäusern

  • Heizkostenersparnis bis zu 90 Prozent im Vergleich zu unsanierten Bestandsgebäuden, bis zu 75 Prozent gegenüber Häusern mit Niedrigenergiestandard.
  • zum großen Teil Unabhängigkeit von (stetig steigenden) Energiepreisen
  • enorme CO2-Ersparnis und damit Beteiligung am Umweltschutz: Der Ausstoß beträgt jährlich bis zu 4.000 kg weniger als bei herkömmlichen Gebäuden.
  • hoher Wohnkomfort durch verbesserten Schallschutz und weil es keine Zugluft gibt. Innenwände und Fußböden sind gleichmäßig warm. Vorraussetzung ist eine optimale Dämmung des Gebäudes.
  • keine Heizanlage, kein Brennstofflager und kein Schornstein nötig
  • gesundes Raumklima durch pollenfreie und staubarme Luft im Haus

Nachteile von Passivhäusern

  • höhere Investitionskosten als bei konventionellen Neubauten (siehe unten)
  • Anforderungen an den Bauplatz: Südorientierung
  • aufwendige Planung der einzelnen Komponenten, insbesondere der Regulierung der Warmluftströme
  • hohe Fehlerquote beim Einbau der komplexen Lüftungstechnik, dadurch eventuell Folgekosten für Wartung oder Austausch
  • gleichmäßige Temperatur in allen Räumen (wenn Sie es beispielsweise im Wohnzimmer wärmer mögen als im Schlafzimmer)
  • hoher Einsatz der Bewohner: eine bewusste Lebensweise und regelmäßige Kontrolle des Energieverbrauchs sind wichtig für den Erfolg des Prinzips
  • Stillstand der Lüftungsanlage bei Stromausfall
  • schnelles Aufheizen im Sommer oder wenn viele Menschen im Haus sind
  • Die extreme Dämmung führt – wenn sie nicht optimal ausgeführt wird – eventuell dazu, dass das Passivhaus wasserdampfdicht abgeschlossen ist; das kann Schimmelbildung begünstigen und auf Dauer die Bausubstanz gefährden.

Kosten: Passivhausbau und Energiekosten

Im Allgemeinen sind die Kosten für den Bau eines Passivhauses höher als bei einem konventionellen Neubau: erfahrungsgemäß zwischen fünf und 15 Prozent. Mehrkosten entstehen etwa für das Material für die besonders gute Dämmung, hochwertige Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung und die Anforderungen an die luftdichte Gebäudehülle. Dafür kann man sich im Passivhaus Heizkörper und Kaminabzüge sparen.

Gespart wird auch bei den Betriebskosten: Gegenüber einem anderen Neubau kann man mit 75 Prozent Heizkostenersparnis rechnen. Bis sich das rechnet, vergehen rund zehn Jahre. Befürworter von Passivhäusern verweisen auf den höheren Werterhalt von Passivhäusern.

Förderung beim Bau von Passivhäusern

Bundesweit bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für energieeffizientes Bauen zinsgünstige Darlehen mit Festzinssätzen und tilgungsfreien Anlaufjahren an. Für Passivhäuser kommen auch alle Förderungen in Frage, die für Niedrigenergiehäuser ausgeschrieben sind. Hinzu kommen unterschiedliche Fördermöglichkeiten in einzelnen Städten und Gemeinden, auch in kleineren. Unter www.energiefoerderung.info kann man sich passende Förderprogramme anzeigen lassen.

Weiterlesen:

Einen Überblick über die Förderprogramme der KfW erhalten Sie hier