Ausbauhaus – selbst anpacken

Ausbauhaus
© Fotolia / Michel Angelo

Ausbauhäuser sind für Bauherren eine gute Möglichkeit, um zu sparen. Doch auch wenn Sie viel selbst machen können, sollten einige Arbeiten dem Fachmann vorbehalten bleiben.

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Gesucht: Handwerkliches Geschick

Tapezieren und streichen – das sind Arbeiten, die wohl fast jeder schon gemacht hat. Fliesen verlegen wahrscheinlich eher seltener. Beim Einbau von Zimmertüren, Treppen oder Wärmedämmung fehlt es den meisten an Erfahrung. Aber: Nur wer sich mehr als Malerarbeiten zutraut, kann beim Hausbau nennenswert Kosten einsparen. Andererseits entdeckt man vielleicht erst auf diese Weise schlummernde handwerkliche Fähigkeiten. Eine gute Möglichkeit hierzu bieten Ausbauhäuser.

Ausbauhäuser mit Eigenleistungsanteil

Ausbauhäuser – auch Mitbauhäuser genannt – sind generell eine Form von Fertighäusern, dessen Innenausbau der Bauherr ganz oder teilweise selbst vornimmt. Das hat große Vorteile bei der Baufinanzierung, denn die selbst geleistete Arbeit wird dem Eigenkapital zugeschlagen. Vorschriften, welche Leistungen für Ausbauhäuser vom Hersteller erbracht werden müssen, gibt es nicht. Der Anbieter hat also einen Gestaltungsrahmen, was er unter dem Begriff der Ausbauhäuser versteht und vertraglich zusichert.

Grundsätzlich müssen Ausbauhäuser keine Einzelobjekte sein und auch der Baustil kann individuell ausfallen. Doppelhaus, Reihenhaus, Villa, Landhaus – alles ist möglich. Zu bedenken ist: Je größer und aufwändiger die Eigenleistung ist, desto länger dauert die Ausbauphase. Der Bauherr kann davon ausgehen, dass Ausbauhäuser folgende Leistungen umfassen: Auf die Kellerdecke wird ein komplettes Haus aufmontiert, das logischerweise aus allen Wänden, einem eingedeckten Dach, der fertigen Dachuntersicht und einem Schornstein besteht. Die Außenwände müssen wärmegedämmt sein, die Fassade muss fertig verputzt oder verklinkert sein. Ferner gehören zum üblichen Lieferbestandteil der Ausbauhäuser die montierten Fenster samt Rollladen oder Schlagläden, die Haustür mit Schließanlage und die Tür zur Terrasse. Üblicherweise sind die Leerrohre für die elektrischen Leitungen angelegt, die Rohre für Wasser-, Abwasser- und Gasanschlüsse bereits vormontiert. Die Bauherren der Ausbauhäuser erhalten also ein regendichtes und wärmegedämmtes Haus, dessen Innenausbau sie nun witterungsunabhängig Schritt für Schritt vornehmen können – sogar im Winter, sofern sie eine Heizungsanlage anschließen oder anschließen lassen.

Ausbauhäuser mit Balkon und Treppen

Hat sich der Bauherr für ein anderthalb- oder zweigeschossiges Haus entschieden, dann gehört üblicherweise zum Lieferumfang der Ausbauhäuser auch eine Treppe in das obere Geschoss sowie eine begehbare Geschossdecke. Ist ein Balkon vorgesehen, so muss dieser ein Geländer aufweisen und einen Wasserabfluss.

Alle Fertighausanbieter liefern Ausbauhäuser und umgekehrt. Unterschiedlich sind die Ausbaustufen, in denen die meisten Ausbauhäuser angeboten werden. Da gibt es Ausbaustufen, die eine Verlegung der Fußbodenheizung oder des Estrichs und den Einbau der kompletten Heizungsanlage beinhalten. Andere Ausbaustufen der Ausbauhäuser betreffen die sanitäre oder die Elektro-Installation oder die Wärmedämmung des Daches. Ein Sonderfall ist der nachträgliche Anbau eines Wintergartens. Auch das kann der Bauherr in Eigenleistung bewältigen, aber eine solche Variante sollte vorher schon konstruktiv eingeplant sein.

Ausbaupakete für Ausbauhäuser

Für den weiteren Bau der Ausbauhäuser bieten alle Hersteller so genannte Ausbaupakete an. Für den Bauherren haben diese Ausbaupakete große Vorteile. Er erhält und bezahlt nur das, was er für den jeweiligen Ausbauabschnitt wirklich braucht. Es liegt also nicht hinterher überflüssiges Material herum, weil sich der Bauherr verrechnet hat. Außerdem liefert ihm der Ausbauhersteller nur solche Komponenten, die bei der Weiterverarbeitung aufeinander abgestimmt sind. Zum Lieferumfang eines Ausbaupaketes gehören auch ein Handbuch oder eine Arbeitsanleitung, wie die Materialien zu verarbeiten sind, sowie ein Lieferschein, auf dem alle Bestandteile der Lieferung aufgeführt sind. Der Bauherr tut gut daran, ein solches Paket auf Vollzähligkeit zu überprüfen, ehe er pauschal den Lieferschein unterschreibt.

Montageservice und Service-Hotline

Seriöse Hersteller für Ausbauhäuser bieten meist eine Service-Hotline an, über die der Bauherr Rat einholen kann, wenn er nicht mehr weiter weiß. Allerdings sollte er sich, auch wenn er über sachkundige Helfer verfügt, nicht zu viel zutrauen und seine Fähigkeiten realistisch einschätzen. Das Löten oder Verpressen eines Kupferrohres verlangt solides fachhandwerkliches Können. Auch ein Estrich oder die Trittschalldämmung einer Geschossdecke müssen sorgfältig und fachgerecht ausgeführt werden. Wenn es an einem Ausbauhaus zu Schäden kommt, sind diese fast ausschließlich auf mangelhafte Eigenleistung zurückzuführen. Sollte der Bauherr feststellen, dass ihn bestimmte Ausbaustufen handwerklich (oder zeitlich) überfordern, sollte er auf den Montageservice zurückgreifen, den viele Hersteller anbieten.

Kaum jemand, der ein Haus bauen will, weiß schon im Vorfeld genau, wie sein Wunschhaus aussehen soll. Die wichtigste Regel für angehende Bauherren lautet daher: Informieren, beraten lassen und vergleichen. Verschaffen Sie sich ganz unkompliziert einen Überblick über alle Haustypen und die aktuellen Hausprogramme und lassen Sie sich eine individuelle Auswahl an Hausbau-Katalogen kostenlos und unverbindlich zuschicken. Im persönlichen Kontakt mit dem Hausanbieter Ihrer Wahl können Sie dann in Ruhe alle noch offenen Fragen klären.

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