Fördermittel der KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau

Fördermittel der KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau
© KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar

Wer bauen oder sein Haus sanieren möchte und das Vorhaben finanzieren muss, kommt an der KfW nicht vorbei. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, ist sie heute einer der größten – und vor allem der günstigste – öffentliche Kreditgeber. Deshalb ist sie für Häuslebauer ein interessanter Partner und Geldgeber. Immonet hat die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Finanzierungsrechner

Die KfW ist eine nationale Förderbank und verfolgt einen staatlichen Auftrag: Bildung, Förderung von Mittelstand und kommunaler Infrastruktur, von Wohnen und Energiesparen sind ihre Aufgaben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Dafür stellt sie Gelder in Form von Zuschüssen und Krediten bereit. Im Rahmen der Förderinitiative „Wohnen, Umwelt, Wachstum“ sind das jährlich eine Milliarde Euro.

Aufgrund des besonderen staatlichen Auftrags gilt die KfW nicht als Kreditinstitut. Sie ist auch nicht wirklich mit einem solchen vergleichbar. Spürbar wird dies für Privatleute vor allem an den guten Kreditbedingungen und günstigen Zinsen. Diese liegen in der Regel immer deutlich unter dem Durchschnitt. Möglich sind Kredite mit einem Zinssatz von ein oder zwei Prozent.

Für Häuslebauer und Immobilienbesitzer bergen die Angebote des KfW daher große Chancen. So sollte bei jedem Vorhaben rund um Haus und Wohnung geprüft werden, ob ein oder mehrere KfW-Programme passen. Insgesamt stehen Privatpersonen zehn Förderprodukte der KfW zum Thema Immobilien zur Verfügung. Der große Vorteil: Sie können größtenteils miteinander kombiniert werden. So lassen sich bei Kauf- oder Sanierungsvorhaben mehrere tausend Euro sparen. Eine Übersicht der Förderprodukte:

Das Wohneigentumsprogramm – Förderprodukt 124

Das KfW-Wohneigentumsprogramm unter der Nummer 124 ist ein Kredit in Höhe von bis zu 50 000 Euro pro Vorhaben. Er kann für den Kauf oder den Bau von Wohneigentum in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist, dass dieses selbst bewohnt werden soll. Der effektive Jahreszins beträgt ab 1,2 Prozent bei einer Laufzeit von 4 bis 20 Jahren, ein bis fünf tilgungsfreien Jahren und fünf bis zehn Jahren Zinsbindung.

Es sind wie bei den meisten Programmen der KfW auch andere Laufzeitoptionen möglich, der höchste Zinssatz liegt zum Beispiel bei 1,85 Prozent für eine einmalige, vollständige Ablösung der Summe nach zehn Jahren.   
Das Programm ist also der erste Baustein für die Finanzierung von Wohneigentum und kann außerdem mit anderen Förderprodukten kombiniert werden. Ferienimmobilien sind von der Förderung ausgeschlossen.

Gefördert wird der Kauf eines Grundstücks, sofern dieses höchstens sechs Monate vor Antragstellung erworben wurde, Bau-, Material, Arbeits- und Nebenkosten und Aufwendungen für Außenanlagen. Beim Kauf einer Immobilie zudem Umbau-, Modernisierungs- und Nebenkosten, wie Maklergebühren und Grunderwerbsteuer.

Erben erleichtert

Interessant ist das Produkt auch für Erben von Immobilien. Der Kredit kann auch dazu genutzt werden, Miterben auszuzahlen, Nebenkosten zu tragen oder Umbauten beziehungsweise Sanierungen vorzunehmen.

Ausgenommen sind auch hier Nachfinanzierungen, Umschuldungen, Ferienhäuser und vermietete oder gewerbliche Immobilien.

Energieeffizient Bauen – Förderprodukt 153

Energieeffizienz wird von der KfW groß geschrieben und deshalb besonders gefördert. Unter dem Titel „Energieeffizient Bauen“ – Förderprodukt Nummer 153 – können Privatleute zu günstigen Bedingungen einen Kredit abschöpfen. Pro Wohneinheit lassen sich so 50.000 Euro günstig leihen. Dafür müssen sie nicht unbedingt neu bauen. Den Kredit beantragen kann auch wer ein neu errichtetes Effizienzhaus als Erstkäufer erwirbt. Möglich ist die Förderung aber ebenfalls für Bauherren, die Gebäude, die bisher nicht zum Wohnen genutzt wurden und unbeheizt waren, umwidmen möchte, zum Beispiel eine Scheune.

Zum Fördervolumen umfasst nicht nur den reinen Anschaffungspreis für das Gebäude, sondern auch Nebenkosten und Aufwendungen für Beratung und Planung.
Der effektive Jahreszins beträgt ab 0,75 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Es gilt eine tilgungsfreie Anlaufzeit von ein bis fünf Jahren. 

Wer eine längere Laufzeit vereinbart, zahlt mehr: 1,26 Prozent bei 30 Jahren. Zudem gibt es einen Tilgungszuschuss. So können Häuslebauer den Kredit um bis zu 5000 Euro und damit die Laufzeit reduzieren. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Standard des Gebäudes. Für ein Effizienzhaus 40 kann man den vollen Rahmen ausschöpfen, mit einem Effizienzhaus 55 immerhin 2500 Euro je Wohneinheit.

Der Kredit kann in voller Höhe oder in Teilbeträgen abgerufen werden, diese müssen jedoch innerhalb von drei Monaten vollständig dem Verwendungszweck zugeführt werden. Das Reglement der KfW ist durchaus streng. Häuslebauer sollten das bei der Planung beachten. So darf erst gebaut werden, wenn der Kredit beantragt wird. Das gilt für alle Maßnahmen und Förderprogramme. Umschuldungen oder Nachfinanzierungen begonnener Projekte sind mit den KfW-Krediten ebenfalls nicht möglich. Und auch Ferienimmobilien sind von dem Förderprodukt 153 ausgenommen.

Energieeffizient Sanieren – Förderprodukt 151

Ganz ähnliche Konditionen gelten für das Förderprodukt 151, energieeffizient Sanieren. Der Kredit eignet sich für alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierte Immobilien kaufen möchten. Der Bauantrag für die Immobilie muss vor dem 1. Februar 2002 gestellt worden sein – und die Sanierung muss zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen. Dann können zu einem Zinssatz ab 0,75 Prozent bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit beim KfW-Effizienzhaus finanziert werden.

Die Förderung gilt auch für Immobilien, die zwar bisher beheizt aber nicht zum Wohnen genutzt wurden und nun umgebaut werden sollen.

Der Kredit wird aber auch für einzelne Maßnahmen vergeben, zum Beispiel die Erneuerung von Fenstern, Wärmedämmung von Wänden, Dach oder die Erneuerung der Heizungsanlage. Es gelten bestimmte Mindeststandards. Die Höchstgrenze des Kredits liegt bei 50.000 Euro je Maßnahme.

Ebenfalls attraktiv: Es gibt einen Tilgungszuschuss, der je nach erreichtem Standard des Effizienzhauses bis zu 27.500 Euro betragen kann. Je höher der Standard, umso höher der Zuschuss. Dieser Tilgungszuschuss reduziert das Darlehen und verkürzt die Laufzeit. Kreditnehmer müssen also nicht den gesamten Betrag zurückzahlen.

Zum 1. April 2016 sind weitreichende Änderungen dieses Förderproduktes vorgesehen. Zum Beispiel entfällt die KfW-Förderung für den Standard „KfW-Effizienzhaus 70“. Der Förderhöchstbetrag wird dann von 50.000 auf 100.000 Euro steigen. Für die 20- und 30-jährigen Kreditlaufzeiten wird eine 20-jährige Zinsbindungsvariante eingeführt.

Umstellung von Heizanlagen auf erneuerbare Energien – Förderprodukt 167

Ergänzend zur Förderung der Sanierung, bietet die KfW einen Kredit an, der sich speziell an alle Immobilienbesitzer richtet, die ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen wollen. Bei einem effektiven Jahreszins von ab 1,51 Prozent und bis zu zehn Jahren Kreditlaufzeit können so bis zu 50.000 Euro finanziert werden.
Voraussetzung: die bisherige Heizung muss vor 2009 eingebaut worden sein.

Zudem kann der Kredit auch für Einzelmaßnahmen, zum Beispiel Wärmepumpen oder Solarkollektoren, beantragt werden. Interessant ist das Förderprogramm auch für alle, die nicht selbst sanieren, sondern sanierten Wohnraum kaufen. Die Kosten der neuen Heizanlage können gefördert werden, sofern sie im Kaufvertrag einzeln ausgewiesen sind. 

Investititonszuschuss für Sanierungen – Förderprodukt 430

Für die Sanierung von Gebäuden, für die der Bauantrag vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde, zum KfW-Effizienzhaus oder energetische Einzelmaßnahmen vergibt die KfW Zuschüsse. Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses können so 18.750 Euro je Wohneinheit erhalten.

Zudem werden auch Bauneben- und Wiederherstellungskosten und Planungsleistungen gefördert. Auch für Baudenkmäler und die Umwidmung von Nicht-Wohngebäuden zu Wohnraum werden Zuschüsse vergeben.

Sonnenenergie auf dem eigenen Dach – Förderprodukt 274

Energieeffizienz drückt sich nicht nur in niedrigem Verbrauch und in einer guten Dämmung aus. Auch umweltschonende Energieerzeugung wird belohnt. Wer eine Photovoltaikanlage plant, kann auf die Unterstützung durch die KfW zählen.
Die Förderbank vergibt einen Kredit an alle, die Sonnenenergie zur eigenen Stromerzeugung nutzen wollen und einen Teil des Stroms in das öffentliche Netz einspeisen. Abrufbar sind bis zu 25 Millionen Euro – der Kredit wird auch an Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen vergeben. Der effektive Jahreszins richtet sich nach Laufzeit und Zinsfestschreibung, der günstigste Jahreszins liegt derzeit bei 1,21 Prozent.

Gefördert wird nicht nur der Kauf von neuen Photovoltaik-Anlagen, sondern auch die Kosten für Aufbau oder Erweiterung von gebrauchten Anlagen, wenn damit eine deutliche Leistungssteigerung erreicht wird. Die Kombination mit anderen Fördermitteln ist möglich.

Solarstrom-Speicher – Förderprodukt 275

Ergänzend zum Förderprogramm Sonnenenergie wird auch die Speicherung  des erzeugten Stroms mit einem Kredit gestützt. Für die Neuinstallation von stationären Batteriespeichersystemen in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen gibt es einen Kredit ab 1,21 Prozent mit einer Laufzeit von fünf Jahren, es sind aber auch andere Laufzeitoptionen möglich. Zudem kann ein Tilgungszuschuss von bis zu 30 Prozent abgerufen werden.

Der Kredit wird auch für die Nachrüstung von Speichern von Photovoltaik-Anlagen, die 2013 oder später in Betrieb gingen, vergeben. Voraussetzung ist, dass die Photovoltaik-Anlage mindestens fünf Jahre betrieben wird und ihre Leistung höchsten 30 kWp beträgt.

Zuschuss für Baubegleitung (energieeffizientes Sanieren) – Förderprodukt 431

Bauen, sanieren, und alles möglichst energieeffizient. Laien können das allein kaum bewerkstelligen. Sachverständige sind ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt. Auch hier kann man bei der KFW finanzielle Unterstützung in Form eines Zuschusses einholen.

Pro Vorhaben übernimmt die Förderbank 50 Prozent der Kosten für einen Sachverständigen bis maximal 4.000 Euro. Voraussetzung ist, dass Wohnraum energetisch saniert wird. Vergeben wird die Förderung nur in Kombination mit den KFW-Programmen 151/152 oder 430 oder bestimmten Landesförderprogrammen.

Gefördert wird die Planung und professionelle Baubegleitung durch qualifizierte und unabhängige Sachverständige. Darunter fallen unter anderem Detailplanung, Leistungsausschreibungen, Kontrolle der Bauausführung und die Abnahme und Bewertung der Sanierung.

Altersgerecht Umbauen – Förderprodukt 159

Die KFW fördert nicht nur energetische Aspekte, sondern reagiert auch auf die demografische Entwicklung. Wer also beim Bau für das Alter vorsorgen möchte oder muss, kann ebenfalls Leistungen der Förderbank in Anspruch nehmen. Der altersgerechte Umbau und alle dazu gehörenden Leistungen werden mit einem günstigen Kredit ab 0,75 Prozent unterstützt. Je Wohneinheit gibt es bis zu 50.000 Euro.

Die Förderung ist unabhängig vom Alter der Antragsteller, setzt aber Modernisierungen voraus, die Barrieren reduzieren. Möglich ist auch der Kauf bereits umgebauten Wohnraums, wenn der Antragsteller der Ersterwerber ist.

Die förderfähigen Maßnahmen umfassen eine große Spanne von Einzelmaßnahmen in der Immobilie bis zur Weggestaltung im Umfeld des Gebäudes. Beispiele sind die Nachrüstung von Aufzugsanlagen, Einrichtung von Treppenliften und Rampen, Wetterschutz wie Überdachungen, Maßnahmen zum Schutz vor Wohnungseinbruch, Badumbau, Verbreiterung von Türdurchgängen, Schwellenabbau oder die Einrichtung von Notfallsystemen.

Es können mehrere Einzelmaßnahmen gemeinsam gefördert werden. Außerdem ist die Kombination mit anderen Förderprodukten möglich.

Genossenschaftliches Wohnen: Förderprodukt 134

Wohneigentum, das sind nicht nur das Einfamilienhaus oder die eigene Wohnung. Wer in einer genossenschaftlichen Wohnung lebt und Miete zahlt, erwirbt zuvor ebenfalls genossenschaftliche Anteile. Die KFW hat auch diese Zielgruppe nicht vergessen und ein spezielles Förderprogramm – Nummer 134 – aufgelegt.
Gefördert wird der Erwerb von Genossenschaftsanteilen für eine selbst genutzte Wohnung mit bis zu 50.000 Euro pro Vorhaben. Der effektive Jahreszins liegt je nach Dauer der Zinsbindung bei ab 1,21 Prozent (fünf Jahre) oder 1,7 Prozent (zehn Jahre). Zudem ist eine kostenfreie, außerplanmäßige Tilgung möglich. Für Umschuldungen darf das Programm aber nicht genutzt werden.

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