Fördermittel der KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau

Fördermittel der KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau
© KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar

Wer seine Immobilie clever plant und sich im Vorfeld gründlich informiert, kann die Investitionskosten mit Hilfe von Förderprogrammen senken. Wichtigster Förderer hierzulande ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, besser bekannt als KfW. Die nationale Förderbank unterstützt den Bau, Kauf oder die Sanierung von Wohneigentum. Immobilienbesitzer können zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse in Anspruch nehmen. Immonet gibt einen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme.

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Wer kann eine KfW-Förderung beantragen?

Die Förderung ist unabhängig von Alter und Familienstand. Dabei gilt: Erst muss die Förderung beantragt werden, dann kann man loslegen. Beantragt wird das Darlehen über die Hausbank.

Was fördert die KfW?

Mit ihren Programmen für Privatleute verfolgt die KfW vor allem zwei Ziele: die Schaffung von Wohneigentum sowie energieeffizientes Bauen. Zu diesen Themen gibt es die unterschiedlichsten Förderprogramme. Dabei zählt, dass es sich um selbstgenutztes Wohneigentum handelt.

Wer Genossenschaftsanteile für eine selbst genutzte Genossenschaftswohnung erwerben möchte, kann ebenfalls KfW-Mittel in Anspruch nehmen.

Berücksichtigt werden die Grundstücks-, Bau- sowie Baunebenkosten und die Kosten der Außenanlagen. Beim Erwerb bestehenden Wohneigentums werden die Kauf- und Kaufnebenkosten, aber auch etwaig anfallende Kosten für Umbauten und Sanierungen berücksichtigt.

Auf der Grundlage der verschärften Energieeinsparverordnung (EnEV) sind die energetischen Anforderungen für Wohnimmobilien gestiegen. Das schlägt sich auch in den Förderprogrammen der KfW nieder:

  • Das Programm zum KfW-Effizienzhaus 70 wird es in Zukunft nicht mehr geben.
  • Neu ist der Förderstandard KfW-Effizienzhaus 40 Plus.
  • Das Verfahren zum Nachweis für das KfW-Effizienzhaus 55 ist vereinfacht worden. 

Wohneigentumsprogramm (Förderprodukt 124): Baustein für die Finanzierung von Wohneigentum 

Das KfW-Wohneigentumsprogramm unter der Nummer 124 ist ein Kredit in Höhe von bis zu 50 000 Euro pro Vorhaben. Er kann für den Kauf oder den Bau von Wohneigentum in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist, dass dieses selbst bewohnt werden soll. Der effektive Jahreszins beträgt ab 0,75 Prozent bei einer Laufzeit von vier bis 25 Jahren, ein bis drei tilgungsfreien Jahren und fünf Jahren Zinsbindung.

Es sind wie bei den meisten Programmen der KfW auch andere Laufzeitoptionen möglich, der höchste Zinssatz liegt zum Beispiel bei 1,3 Prozent für eine einmalige, vollständige Ablösung der Summe nach zehn Jahren.   

Das Programm ist also der erste Baustein für die Finanzierung von Wohneigentum und kann außerdem mit anderen Förderprodukten kombiniert werden. Ferienimmobilien sind von der Förderung ausgeschlossen. Außerdem können Umschuldungen und Nachfinanzierungen sowie Wohnraumerweiterungen von diesem Programm nicht finanziert werden. Auch vermietete oder gewerblich genutzte Flächen sind von der Förderung ausgenommen.

Gefördert wird der Kauf eines Grundstücks, sofern dieses höchstens sechs Monate vor Antragstellung erworben wurde, Bau-, Material, Arbeits- und Nebenkosten und Aufwendungen für Außenanlagen. Beim Kauf einer Immobilie zudem Umbau-, Modernisierungs- und Nebenkosten, wie Maklergebühren und Grunderwerbsteuer.

Erben erleichtert: Interessant ist das Produkt auch für Erben von Immobilien. Der Kredit kann auch dazu genutzt werden, Miterben auszuzahlen, Nebenkosten zu tragen oder Umbauten beziehungsweise Sanierungen vorzunehmen.

Ausgenommen sind auch hier Nachfinanzierungen, Umschuldungen, Ferienhäuser und vermietete oder gewerbliche Immobilien.

Energieeffizient Bauen (Förderprodukt 153): Förderung von Neubau und Ersterwerb

Energieeffizienz wird bei der KfW groß geschrieben und deshalb besonders gefördert. Unter dem Titel „Energieeffizient Bauen“ – Förderprodukt Nummer 153 – können Privatleute zu günstigen Bedingungen einen Kredit abschöpfen.

Gefördert werden Neubau oder der Ersterwerb

  • eines KfW-Effizienzhauses 55: 5 Prozent der Darlehenssumme, höchstens jedoch 5.000 Euro je Wohneinheit
  • eines KfW-Effizienzhauses 40: 10 Prozent der Darlehenssumme, höchstens jedoch 10.000 Euro je Wohneinheit
  • eines KfW-Effizienzhauses 40 Plus: 15 Prozent der Darlehenssumme, höchstens jedoch 15.000 Euro je Wohneinheit

Pro Wohneinheit lassen sich so 100.000 Euro günstig leihen. Dafür müssen sie nicht unbedingt neu bauen. Den Kredit beantragen kann auch, wer ein neu errichtetes Effizienzhaus als Erstkäufer erwirbt. Möglich ist die Förderung aber ebenfalls für Bauherren, die Gebäude, die bisher nicht zum Wohnen genutzt wurden und unbeheizt waren, umwidmen möchte, zum Beispiel eine Scheune.

Das Fördervolumen umfasst nicht nur den reinen Anschaffungspreis für das Gebäude, sondern auch Nebenkosten und Aufwendungen für Beratung und Planung.

Der effektive Jahreszins beträgt ab 0,75 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Es gilt eine tilgungsfreie Anlaufzeit von ein bis fünf Jahren.

Wer eine längere Laufzeit vereinbart, zahlt mehr: 1,05 Prozent bei 30 Jahren. Zudem gibt es einen Tilgungszuschuss. So können Häuslebauer den Kredit um bis zu 15.000 Euro und damit die Laufzeit reduzieren. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Standard des Gebäudes.

Der Kredit kann in voller Höhe oder in Teilbeträgen abgerufen werden, diese müssen jedoch innerhalb von drei Monaten vollständig dem Verwendungszweck zugeführt werden. Das Reglement der KfW ist durchaus streng. Häuslebauer sollten das bei der Planung beachten. So darf erst gebaut werden, wenn der Kredit beantragt wird. Das gilt für alle Maßnahmen und Förderprogramme.

Umschuldungen oder Nachfinanzierungen begonnener Projekte sind mit den KfW-Krediten ebenfalls nicht möglich. Und auch Ferienimmobilien sind von dem Förderprodukt 153 ausgenommen.

Energieeffizient Sanieren (Förderprodukt 151): Wohnraum energetisch sanieren oder sanierte Immobilien kaufen

Ganz ähnliche Konditionen gelten für das Förderprodukt 151, energieeffizient Sanieren. Der Kredit eignet sich für alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierte Immobilien kaufen möchten. Der Bauantrag für die Immobilie muss vor dem 1. Februar 2002 gestellt worden sein – und die Sanierung muss zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen. Dann können zu einem Zinssatz ab 0,75 Prozent bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit beim KfW-Effizienzhaus finanziert werden.

Die Förderung gilt auch für Immobilien, die zwar bisher beheizt aber nicht zum Wohnen genutzt wurden und nun umgebaut werden sollen.

Der Kredit wird aber auch für einzelne Maßnahmen vergeben, zum Beispiel die Erneuerung von Fenstern, Wärmedämmung von Wänden, Dach oder die Erneuerung der Heizungsanlage. Es gelten bestimmte Mindeststandards. Die Höchstgrenze des Kredits liegt bei 100.000 Euro je Maßnahme.

Ebenfalls attraktiv: Es gibt einen Tilgungszuschuss, der je nach erreichtem Standard des Effizienzhauses bis zu 27.500 Euro betragen kann. Je höher der Standard, umso höher der Zuschuss. Dieser Tilgungszuschuss reduziert das Darlehen und verkürzt die Laufzeit. Kreditnehmer müssen also nicht den gesamten Betrag zurückzahlen.

Konnten Bauherren dieses Förderprodukt bisher mit dem Heizungspaket des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle kombinieren, ist das ab dem 22. Juli 2016 nicht mehr möglich.

Umstellung von Heizanlagen auf erneuerbare Energien (Förderprodukt 167)

Ergänzend zur Förderung der Sanierung, bietet die KfW einen Kredit an, der sich speziell an alle Immobilienbesitzer richtet, die ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen wollen. Bei einem effektiven Jahreszins von ab 1,1 Prozent und bis zu zehn Jahren Kreditlaufzeit können so bis zu 50.000 Euro finanziert werden.

Voraussetzung:
die bisherige Heizung muss vor 2009 eingebaut worden sein.

Zudem kann der Kredit auch für Einzelmaßnahmen, zum Beispiel Wärmepumpen oder Solarkollektoren, beantragt werden. Interessant ist das Förderprogramm auch für alle, die nicht selbst sanieren, sondern sanierten Wohnraum kaufen. Die Kosten der neuen Heizanlage können gefördert werden, sofern sie im Kaufvertrag einzeln ausgewiesen sind.

Investititonszuschuss für Sanierungen (Förderprodukt 430)

Für die Sanierung von Gebäuden, für die der Bauantrag vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde, zum KfW-Effizienzhaus oder energetische Einzelmaßnahmen vergibt die KfW Zuschüsse. Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses können so bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit erhalten.

Zudem werden auch Bauneben- und Wiederherstellungskosten und Planungsleistungen gefördert. Auch für Baudenkmäler und die Umwidmung von Nicht-Wohngebäuden zu Wohnraum werden Zuschüsse vergeben.

Sonnenenergie auf dem eigenen Dach (Förderprodukt 274)

Energieeffizienz drückt sich nicht nur in niedrigem Verbrauch und in einer guten Dämmung aus. Auch umweltschonende Energieerzeugung wird belohnt. Wer eine Photovoltaikanlage plant, kann auf die Unterstützung durch die KfW zählen.

Die Förderbank vergibt einen Kredit an alle, die Sonnenenergie zur eigenen Stromerzeugung nutzen wollen und einen Teil des Stroms in das öffentliche Netz einspeisen. Abrufbar sind bis zu 25 Millionen Euro – der Kredit wird auch an Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen vergeben. Der effektive Jahreszins richtet sich nach Laufzeit und Zinsfestschreibung, der günstigste Jahreszins liegt derzeit bei 1,0 Prozent.

Gefördert wird nicht nur der Kauf von neuen Photovoltaik-Anlagen, sondern auch die Kosten für Aufbau oder Erweiterung von gebrauchten Anlagen, wenn damit eine deutliche Leistungssteigerung erreicht wird. Die Kombination mit anderen Fördermitteln ist möglich.

Solarstrom-Speicher (Förderprodukt 275): Neuinstallation von stationären Batteriespeichersystemen

Ergänzend zum Förderprogramm Sonnenenergie wird auch die Speicherung des erzeugten Stroms mit einem Kredit gestützt. Für die Neuinstallation von stationären Batteriespeichersystemen in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen gibt es einen Kredit ab 1,0 Prozent mit einer Laufzeit von fünf Jahren, es sind aber auch andere Laufzeitoptionen möglich. Zudem kann ein Tilgungszuschuss von bis zu 30 Prozent abgerufen werden.

Der Kredit wird auch für die Nachrüstung von Speichern von Photovoltaik-Anlagen, die 2013 oder später in Betrieb gingen, vergeben. Voraussetzung ist, dass die Photovoltaik-Anlage mindestens fünf Jahre betrieben wird und ihre Leistung höchstens 30 kWp beträgt.

Zuschuss für Baubegleitung (Förderprodukt 431): Kosten für Sachverständige

Bauen, Sanieren, und alles möglichst energieeffizient - Laien können das allein kaum bewerkstelligen. Sachverständige sind ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt. Auch hier kann man bei der KFW finanzielle Unterstützung in Form eines Zuschusses einholen.

Pro Vorhaben übernimmt die Förderbank 50 Prozent der Kosten für einen Sachverständigen – bis maximal 4.000 Euro. Voraussetzung ist, dass Wohnraum energetisch saniert wird. Vergeben wird die Förderung nur in Kombination mit den KFW-Programmen 151/152 oder 430 und 153 oder bestimmten Landesförderprogrammen.

Gefördert wird die Planung und professionelle Baubegleitung durch qualifizierte und unabhängige Sachverständige. Darunter fallen unter anderem Detailplanung, Leistungsausschreibungen, Kontrolle der Bauausführung und die Abnahme und Bewertung der Sanierung.

Altersgerecht Umbauen (Förderprodukt 159)

Die KFW fördert nicht nur energetische Aspekte, sondern reagiert auch auf die demografische Entwicklung. Wer also beim Bau für das Alter vorsorgen möchte oder muss, kann ebenfalls Leistungen der Förderbank in Anspruch nehmen. Der altersgerechte Umbau und alle dazu gehörenden Leistungen werden mit einem günstigen Kredit ab 0,75 Prozent unterstützt. Je Wohneinheit gibt es bis zu 50.000 Euro.

Die Förderung ist unabhängig vom Alter der Antragsteller, setzt aber Modernisierungen voraus, die Barrieren reduzieren. Möglich ist auch der Kauf bereits umgebauten Wohnraums, wenn der Antragsteller der Ersterwerber ist.

Die förderfähigen Maßnahmen umfassen eine große Spanne von Einzelmaßnahmen in der Immobilie bis zur Weggestaltung im Umfeld des Gebäudes. Beispiele sind die Nachrüstung von Aufzugsanlagen, Einrichtung von Treppenliften und Rampen, Wetterschutz wie Überdachungen, Maßnahmen zum Schutz vor Wohnungseinbruch, Badumbau, Verbreiterung von Türdurchgängen, Schwellenabbau oder die Einrichtung von Notfallsystemen.

Es können mehrere Einzelmaßnahmen gemeinsam gefördert werden. Außerdem ist die Kombination mit anderen Förderprodukten möglich.

Genossenschaftliches Wohnen (Förderprodukt 134): Erwerb von Genossenschaftsanteilen

Wohneigentum, das sind nicht nur das Einfamilienhaus oder die eigene Wohnung. Wer in einer genossenschaftlichen Wohnung lebt und Miete zahlt, erwirbt zuvor ebenfalls genossenschaftliche Anteile. Die KfW hat auch diese Zielgruppe nicht vergessen und ein spezielles Förderprogramm – Nummer 134 – aufgelegt.

Gefördert wird der Erwerb von Genossenschaftsanteilen für eine selbst genutzte Wohnung mit bis zu 50.000 Euro pro Vorhaben. Der effektive Jahreszins liegt je nach Dauer der Zinsbindung bei ab 0,75 Prozent (fünf Jahre) oder 1,20 Prozent (zehn Jahre). Zudem ist eine kostenfreie, außerplanmäßige Tilgung möglich. Für Umschuldungen darf das Programm aber nicht genutzt werden.

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