Zeitmietvertrag: Wohnen auf Zeit

Zeitmietvertrag: Wohnen auf Zeit

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Wird ein Mietvertrag mit einer festen Laufzeit geschlossen, spricht man von einem Zeitmietvertrag. Vermieter können diese Form des Mietvertrags zum Beispiel dann nutzen, wenn sie ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft eine Eigennutzung planen oder Baumaßnahmen in der Wohnung anstehen. Für Mieter kann ein befristeter Vertrag sinnvoll sein, wenn sie etwa beruflich vorübergehend in einer anderen Stadt beschäftigt sind oder kurzfristig ausziehen müssen.

Gemäß § 575 BGB lässt sich eine Wohnung auch für kurze Zeit mieten. Wenn das Mietverhältnis endet, hat der Mieter keinen Anspruch auf eine Fortsetzung des Vertrages. Eine ordentliche Kündigung während der vereinbarten Mietdauer ist weder seitens des Mieters noch seitens des Vermieters möglich.

Der sogenannte Zeitmietvertrag bedarf nach § 126 BGB der Schriftform. Mündlich abgeschlossene Verträge sind automatisch Mietverhältnisse auf unbestimmte Zeit. Bereits seit dem 1. September 2001 sind nur noch qualifizierte Zeitmietverträge nach neuem Recht zulässig (§ 575 Abs. 1 BGB). Zuvor wurden „einfache Zeitmietverträge“ geschlossen, das heißt befristete Mietverträge, die keine Begründung benötigten und nach Ablauf verlängert werden konnten. Die Fassung von 2001 schließt eine Verlängerung des Zeitmietvertrages nach Ablauf der Mietdauer aus. Gemäß § 575 Abs. 1 Nr. 1 - 3 BGB sind folgende Gründe für eine eindeutige Befristung des Mietvertrages zulässig:

  • Eigennutzung 
    Der Vermieter benötigt die Wohnung für sich, seine Familie oder Angehörige seines Haushaltes.
  • Baumaßnahmen 
    Der Vermieter muss die Räume abreißen oder gemäß § 554 BGB instandsetzen, sodass die Baumaßnahmen durch das Mietverhältnis erschwert würden.
  • Betriebsbedarf bei Werkmietwohnungen 
    Der Vermieter plant, die Wohnung nach Ablauf der Mietzeit an einen zur Dienstleistung Verpflichteten zu vermieten.

Allgemeine Formulierungen sind bei Zeitmietverträgen nicht ausreichend, die Befristungsgründe müssen konkret benannt werden. Vergisst der Vermieter beispielsweise, den zukünftigen Verwendungszweck anzugeben oder formuliert diesen zu allgemein, ist der Zeitmietvertrag aus rechtlicher Sicht ungültig.

Mieter können vier Monate vor Ablauf des Zeitmietvertrages Auskunft darüber verlangen, ob der Grund für die Befristung noch aktuell ist. Antwortet der Vermieter nicht innerhalb eines Monats, hat der Mieter Anspruch auf eine Verlängerung des Zeitmietvertrages um die Dauer der Verspätung. Außerdem darf sich die Begründung für die Befristung nicht ändern.

Gibt der Vermieter sein Vorhaben auf, die Räumlichkeiten selbst zu nutzen, kann der Mieter verlangen, dass der Zeitmietvertrag auf unbestimmte Zeit verlängert wird. Benötigt der Vermieter die Wohnung erst nach der vertraglich vereinbarten Beendigung des Mietvertrages, können Mieter die Verlängerung des Vertrages um den entsprechenden Zeitraum beanspruchen.

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