Die erste gemeinsame Wohnung: Zusammenziehen ohne Stress

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Jeden Tag gemeinsam aufwachen und dann Frühstück ans Bett. So sieht wohl die Idealvorstellung der meisten Paare vom Zusammenziehen aus. Aber wenn aus zwei Wohnungen eine wird, geht das meist nicht ohne Reibereien. Damit es bei Ihnen auch langfristig harmonisch bleibt, hat das Immobilienportal Immonet ein paar Tipps zusammengestellt. 

Wie soll die gemeinsame Wohnung aussehen?

Erster Schritt: Setzen Sie ihre rosarote Brille ab und reden Sie darüber, wie Ihr gemeinsames Nest aussehen soll. Sonst kann es passieren, dass Sie nach der Penthouse-Wohnung im angesagten Viertel Ausschau halten, während Ihr Partner schon längst das perfekte Einfamilienhaus auf dem Land gefunden hat.

Zweiter Schritt: Wie viel Platz brauchen Sie für sich? Für einige Paare ist es bereits eine Katastrophe eine Nacht voneinander getrennt zu verbringen, andere haben gerne ein bisschen Freiraum. Besprechen Sie vorher, wie groß die Wohnung sein soll, damit Sie sich anschließend nicht auf die Nerven gehen.

Tipp: Machen Sie eine Checkliste mit Dingen, die beiden wichtig sind: Balkon, Badewanne, Helligkeit, Verkehrsanbindung etc… Wenn die Ansprüche zu sehr auseinandergehen, sprechen Sie über Prioritäten. Können Sie zum Beispiel damit leben, etwas weiter außerhalb zu wohnen, wenn dafür die Wohnung größer ist? Können Sie auf einen Balkon verzichten, wenn Sie dafür ein Vollbad bekommen? Und so weiter.

Versicherungen und Verträge

Frischverliebte sprechen nicht gerne über unromantische Dinge wie Versicherungen und Verträge. Sinnvoll ist ein Abgleich aber allemal, denn im besten Fall sparen Sie bares Geld.

  • Die Hausratversicherung: Wer zusammenzieht, benötigt nur noch eine Hausratversicherung. Ein Recht darauf, den Vertrag vorzeitig zu kündigen, haben Sie allerdings nicht. Viele Versicherer sind aber kulant und akzeptieren eine frühzeitige Kündigung. Achtung: Die Versicherungssumme muss beim bestehenden Vertrag erhöht werden, damit diese dem Wert der gemeinsamen Wohnung entspricht.
  • Die Haftpflichtversicherung: Auch diese kann zusammengelegt werden. Aber Vorsicht: Bei unverheirateten Paaren kann dies zu bösen Überraschungen führen. Dann nämlich, wenn ein Partner am Eigentum des anderen oder an der Person selbst einen Schaden verursacht. Unverheiratete Paare müssen für diese Schäden nämlich selbst aufkommen und sind bei einer gemeinsamen Haftpflichtversicherung nicht abgesichert.
  • Der Mietvertrag: Den Vertrag sollten immer beide unterschreiben. So hat jeder die gleichen Rechte und Pflichten, wie etwa die Übernahme der Mietkosten. Kommt es zur Trennung, haben beide Anspruch auf die Wohnung, sodass der eine den anderen nicht einfach vor die Tür setzen kann. Außerdem fördert der gemeinsame Mietvertrag das Wir-Gefühl. Schließlich wohnt man in einer gemeinsamen Wohnung und nicht einer im Eigentum des anderen.

Gemeinsame Kosten aufteilen

Bevor Sie zusammenziehen, sollten Sie klären, wie viel Geld pro Monat für Miete, Lebensmittel und Nebenkosten zur Verfügung steht. Außerdem müssen Sie sich einigen, wer welche Kosten trägt. Diese Aufteilungsmöglichkeiten gibt es:

  • Die Fifty-Fifty Lösung: Jeder zahlt den gleichen Anteil der Gesamtkosten. Dazu kann man sich beispielsweise ein gemeinsames Konto einrichten, auf das beide einzahlen und von dem die monatlichen Lebenshaltungskosten abgehen. Hier empfiehlt es sich, großzügig  zu sein, das erspart Streit.
  • Zahlung nach Einkommen: Gerade für Paare, deren Einkommen sich stark unterscheiden, bietet sich die anteilige Zahlung an. Alle anfallenden Kosten werden je nach Einkommen prozentual geteilt. Auch hierfür kann ein Gemeinschaftskonto die praktischste Lösung sein. Sie überweisen dann einfach unterschiedliche Beträge.
  • Der Versorger: Besonders Paare mit Kindern teilen sich oft auf, sodass ein Elternteil mit den Kleinen zu Hause bleibt und der Partner arbeitet und die Familie ernährt. Hierbei muss aber beiden Partnern klar sein, dass Hausarbeit und Erziehung der Kinder auch als Vollzeitjob gelten. Vorwürfe und Abhängigkeitsgefühle sind hier fehl am Platz. Mehr zum Thema "Umzug mit Kindern"

Die Wohnung gemeinsam einrichten

Schwierig wird das Zusammenziehen vor allem dann, wenn beide einen völlig unterschiedlichen Geschmack haben. Klären Sie im Vorfeld, welche Möbel mit ins neue Zuhause dürfen. Hier finden Sie ein paar Tipps, wie Sie sich fair einigen können:

  • Jeder benennt drei Einrichtungsgegenstände aus der eigenen Wohnung, die unbedingt mit in die neue Wohnung sollen.
  • Jeder benennt drei Einrichtungsgegenstände des anderen, die definitiv nicht mit in die Wohnung kommen.
    Überlegen Sie, ob Sie auch in der neuen Wohnung eigene Zimmer einführen wollen. Möbelstücke, die vom anderen verschmäht wurden, können dann dort eine Heimat finden.
  • Gehen Sie neue Möbelstücke gemeinsam einkaufen und sprechen Sie am besten bereits im Vorfeld über Ihre Vorstellungen.
  • Um den Abschied von ausrangierten Möbelstücken etwas zu erleichtern, kann man sich auf eine Übergangslösung einigen. Omas Fliesentisch oder die rote Ledercouchgarnitur müssen ja nicht gleich auf den Sperrmüll. Wenn der Partner zu sehr daran hängt, verbannen Sie die Möbel erst einmal auf den Dachboden oder in den Keller.
  • Wichtig: Seien Sie bei all diesen Schritten kompromissbereit. Kein Sessel und kein Ölgemälde sind es wert, sich ernsthaft darüber in die Haare zu bekommen.

Entrümpeln, entrümpeln, entrümpeln

Bedenken Sie auch, dass ein Umzug die beste Gelegenheit zum Entrümpeln ist. Gerade doppelt vorhandene Möbelstücke sollte man nicht noch lange aufbewahren, sondern sich von den Altlasten befreien. Mit ein bisschen Glück kann dabei sogar noch Geld – zum Beispiel für einen Kurzurlaub – zusammenkommen. Denn gut erhaltene Möbel, die nicht mehr gebraucht werden, können zum Beispiel auf dem Flohmarkt oder im Internet verkauft werden.

Tipp: Zusammenziehen ist auch aus finanzieller Sicht lohnenswert.

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