Das sollten Sie über den Wohnberechtigungsschein wissen

Wohnberechtigungsschein
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Wer wenig verdient oder auf Sozialleistungen angewiesen ist, hat es oft schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Dabei kann ein Wohnberechtigungsschein helfen.

Was ist ein Wohnberechtigungsschein?

Ein Wohnberechtigungsschein (WBS), auch als Paragraf-8-Schein oder Paragraf-5-Schein bekannt, bestätigt, dass man ein geringes Einkommen und damit das Recht hat, eine öffentlich geförderte Wohnung zu beziehen.

Wohnungen, bei deren Bau der Staat den Eigentümer unterstützt hat, werden zu festgelegten Quadratmeterpreisen vermietet, die unter dem Mietniveau der Stadt liegen. Man nennt diese Wohnungen auch Sozialwohnungen. Die Idee: Wohnungs- beziehungsweise Hauseigentümer und der Staat sorgen dafür, dass es günstigen Wohnraum gibt.

Solche Wohnungen sind Inhabern von Wohnberechtigungsscheinen vorbehalten, also Einzelpersonen und Familien, die nicht viel Geld zur Verfügung haben. Das bestätigt der WBS. Ausgestellt wird er von der Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Wer bekommt einen Wohnberechtigungsschein?

Ob jemand einen WBS bekommt, hängt vom Einkommen der Personen ab, die in die neue Wohnung einziehen sollen. Liegt das Gesamteinkommen unterhalb bestimmter Grenzen, bekommt man einen WBS.

Zum Gesamteinkommen zählen die Einkünfte aller Personen, die zum Haushalt gehören. Nur das Kindergeld wird nicht verrechnet. Arbeitnehmer können von den Einkünften 1.000 Euro abziehen, außerdem bis zu jeweils zehn Prozent (insgesamt bis zu 30 Prozent), wenn Steuern gezahlt werden, Pflichtbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung oder Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung. Daraus ergibt sich das anrechenbare Einkommen. Dieses muss unter der gültigen Einkommensgrenze liegen, um einen WBS zu erhalten.

Wie hoch die Einkommensgrenze zum Erhalt eines WBS ist, regeln die Bundesländer unterschiedlich. In den meisten Regionen liegt die Grenze bei einem Jahreseinkommen von rund 12.000 Euro für eine Person und erhöht sich mit jeder weiteren Person im Haushalt. In Schleswig-Holstein liegt sie bei 14.400 Euro für eine Person, in Berlin bei 16.800 Euro, in Nordrhein-Westfalen bei 19.350 Euro und in Stuttgart bei 21.600 Euro.

Wie lange ist ein Wohnberechtigungsschein gültig?

Ein Wohnungsberechtigungsschein ist ein Jahr lang gültig. Nach dem Einzug in eine öffentlich geförderte Wohnung gilt er, solange das Mietverhältnis dauert – auch wenn sich die Einkommenssituation verändert.

Wer einen WBS hat, bekommt dadurch nicht automatisch eine günstige Wohnung. Der Schein berechtigt nur dazu, eine zu mieten.

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