Die Wohnungsübergabe: Worauf Sie achten müssen und was ins Übergabeprotokoll gehört

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Übergabeprotokoll Wohnung© iStock/LuminaStock

Egal, ob Sie neu in eine Wohnung einziehen oder Ihre alte Wohnung verlassen – sichern Sie sich mit einem Wohnungsübergabeprotokoll rechtlich ab. So verhindern Sie, dass später Streitigkeiten über Mängel oder Kosten aufkommen. Worauf Sie achten sollten, welche Rechte Sie haben und welchen Pflichten Sie nachkommen müssen, hat Immonet für Sie zusammengefasst.

Die Wohnungsübergabe bei Einzug: Das gehört ins Übergabeprotokoll

Lassen Sie sich für die Wohnungsübergabe einen Termin geben, zu dem der Vormieter bereits komplett ausgezogen ist und alle geplanten Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden, Sie selbst aber noch nicht mit dem Einzug begonnen haben. Bei der Wohnungsübergabe dokumentieren Sie Mängel und Schäden detailliert im Übergabeprotokoll. Für alle nicht aufgeführten Beschädigungen können Sie sonst bei Ihrem Auszug haftbar gemacht werden. Das Übergabeprotokoll muss in doppelter Ausführung vorliegen, wobei am Ende des Termins beide Exemplare von allen Parteien unterschrieben werden und sowohl Mieter als auch Vermieter eines ausgehändigt bekommen.

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Achten Sie auf triftige Mängel!

Nehmen Sie sich Zeit bei der Wohnungsübergabe, auch wenn Makler oder Vermieter drängeln. Überprüfen Sie gewissenhaft alle Räume. Wenn Sie später Mängel melden, die nicht im Übergabeprotokoll festgehalten wurden, haben Sie keinen Beweis dafür, dass Sie den Schaden nicht selbst verursacht haben. Grundsätzlich muss die Wohnung sauber und geräumt übergeben werden. Schäden, die durch unsachgemäße Behandlung verursacht wurden, müssen beseitigt sein. Dazu gehören zum Beispiel gesprungene Fliesen, Löcher im Boden oder defekte Herdplatten.

Folgendes sollten Sie bei der Wohnungsübergabe bei Einzug in eine neue Wohnung beachten:

  • Denken Sie daran, Zählerstände der Wasseruhren, Heizkörper und Stromzähler festzuhalten.
  • Einbauten und etwaige Mängel sollten für jeden Raum einzeln protokolliert werden. Dokumentieren Sie Mängel gegebenenfalls mit Fotos.
  • Notieren Sie die Anzahl der übergebenen Schlüssel sowie der noch nachzureichenden (Haustür, Wohnungstür, Briefkasten, Keller, ggf. Fahrradkeller, Dachboden, Waschküche, Gartentor, etc.). Hat Ihr Vermieter Ihnen nur einen Wohnungsschlüssel übergeben, sind Sie bei Auszug auch nur zur Rückgabe eines Schlüssels verpflichtet.
  • Kontrollieren Sie Farbanstriche und Tapeten in der Wohnung.
  • Überprüfen Sie die Funktionen aller elektrischen Geräte und Leitungen, Wasserhähne, Dusche und Toilettenspülung sowie der Heizkörper.
  • Überzeugen Sie sich vom Zustand von Fenstern, Türen und Schlössern.
  • Achten Sie auf Schäden am Holzfußboden oder am Teppichboden.
  • Prüfen Sie den Zustand von Fliesen im Bad und in der Küche.
  • Achten Sie auf Schimmelbildung im Bad oder an den Wänden.
  • Lassen Sie sich Versprechen über noch anstehende Reparaturen oder Renovierungsarbeiten schriftlich geben.
  • Tipp: Es ist sinnvoll, einen Zeugen zur Wohnungsübergabe mitzunehmen.

Verdeckte Mängel korrekt beanstanden

Einige Mängel muss der Vermieter auch dann beheben, wenn sie bei der Übergabe nicht beanstandet wurden. Da nicht jeder Mangel während der Wohnungsübergabe ersichtlich ist, können sogenannte versteckte Mängel auch noch nachträglich angezeigt werden. Während des Sommers lässt sich beispielsweise nicht einfach kontrollieren, ob die Heizung richtig funktioniert. Schimmel an den Wänden ist auch nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Findet der Mieter einen verdeckten Mangel, muss dieser dem Vermieter unverzüglich schriftlich gemeldet werden. Dem Vermieter muss dabei ausreichend Zeit gegeben werden, den Schaden beheben zu lassen – beeinträchtigt dieser den Wohnwert, kann der Mieter die Miete mindern. Selbst wenn Sie mit dem Mangel leben können, sollten Sie die Beseitigung festgestellter Schäden umgehend und schriftlich fordern. Tun Sie dies nicht, können Sie beim Auszug dafür haftbar gemacht werden.

Die Wohnungsübergabe bei Auszug – Welche Schäden müssen Sie beseitigen?

Legen Sie auch hier für die Wohnungsübergabe einen Termin fest, zu dem Sie selbst vollständig aus der Wohnung ausgezogen sind, Ihr Nachmieter aber noch nicht mit dem Einzug begonnen hat. Am Ende dieses Termins übergeben Sie dem Vermieter die Schlüssel. Auch hier sollten Sie unbedingt auf die Anfertigung eines Wohnungsübergabeprotokolls bestehen, um sich vor späteren Forderungen Ihres Vermieters zu schützen. Wie genau Sie die Wohnung zu hinterlassen haben, regelt der Mietvertrag. Formulierungen wie „bezugsfertig“ oder „im selben Zustand wie übernommen“ haben in der Regel keine Gültigkeit. Nur wenn Sie im Mietvertrag die Übernahme von „Schönheitsreparaturen“ stehen haben, müssen Sie bei Auszug aktiv werden. Auch starre Fristen sind nicht rechtens. So kann Ihr Vermieter Sie nicht zwingen, bei Auszug alle Wände zu streichen, wenn Sie dies bereits ein Jahr zuvor getan haben.

    • Achtung! Um Ihre Renovierungsarbeit nachweisen zu können, sollten Sie unbedingt etwaige Rechnungen von beschäftigten Fachleuten sowie Quittungen von gekauften Utensilien (z.B. Farbe) aufbewahren.

Schönheitsreparaturen – alles was Sie wissen müssen:

Hier können Sie nachlesen, zu welchen Schönheitsreparaturen Sie bei Auszug verpflichtet sind und in welchen Fällen der Vermieter Ihre Kaution einbehalten darf.

Folgendes sollten Sie bei der Wohnungsübergabe bei Auszug aus einer Wohnung beachten:

  • Überprüfen Sie noch einmal das Übergabeprotokoll vom Einzug, um das Bestehen etwaiger Mängel oder das Fehlen von Schlüsseln nachweisen zu können.
  • Gehen Sie vor der Übergabe noch einmal allein durch die Wohnung und überprüfen Sie alles: Ist alles sauber? Haben Sie noch etwas stehen gelassen? Sind Wasserhähne, Gasleitungen und Heizkörper abgedreht?
  • Halten Sie auch hier die Zählerstände im Wohnungsübergabeprotokoll fest.
  • Lassen Sie sich für jeden Raum quittieren, dass keine Mängel vorliegen.
  • Händigen Sie zur Wohnung gehörende Schlüssel nur persönlich an den Vermieter aus und lassen Sie sich auch diese Übergabe unterzeichnen.
  • Halten Sie fest, wann die Wohnung das letzte Mal renoviert wurde. Liegt diese Renovierung im rechtlichen Rahmen, kann Ihr Vermieter Sie nicht für später durchgeführte Renovierungsarbeiten zur Kasse bitten.
  • Tipp: Es ist sinnvoll, einen Zeugen zur Wohnungsübergabe mitzunehmen.

Umzugskosten im Auge behalten

Am besten verschaffen Sie sich schon vor dem Umzug einen Überblick darüber, welche Kosten auf Sie zukommen werden und wo Sie den ein oder anderen Euro einsparen können.

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