Wohn-Riester: Mit Eigenheimrente ins neue Zuhause

Wohn-Riester: Mit Eigenheimrente ins neue Zuhause
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Das eigene Haus gilt in Deutschland als eine sichere Altersvorsorge, schließlich ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, im Rentenalter keine Miete zahlen zu müssen. Der Wohn-Riester kann bei der Finanzierung der eigenen vier Wände eine enorme Entlastung bedeuten, ist aber auch mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Was Wohn-Riester genau ist, wer die staatliche Förderung beantragen kann, was die Vor- und Nachteile sind und wie viel Geld sich damit sparen lässt, hat Immonet zusammengefasst.

Was ist Wohn-Riester?

Mit dem Wohn-Riester (auch Eigenheimrente genannt) unterstützt Sie der Staat beim Kauf der eigenen vier Wände bzw. bei der Tilgung Ihres Darlehens, das sie zur Finanzierung Ihres Hauses oder Ihrer Eigentumswohnung aufnehmen. Seit der Einführung von Wohn-Riester 2008 nutzen über eine Million Deutsche diese Förderung. Zwar fällt diese staatliche Unterstützung geringer aus als die im Jahr 2005 / 2006 abgeschaffte Eigenheimzulage, mehrere tausend Euro lassen sich mit diesem Förderprogramm dennoch sparen. Das Riester-Darlehen unterscheidet sich nicht von klassischen Baukrediten, außer, dass die Riester-Zulagen und eventuelle Steuerersparnisse in das Darlehen mit einfließen. So sind Sie am Ende schneller schuldenfrei.

Wenn Sie bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, können Sie das darin angesparte Kapital entweder zu 75 oder zu 100 Prozent verwenden, um selbstgenutztes Wohneigentum zu finanzieren. Zurückzahlen brauchen sie die daraus entnommene Summe nicht.

Wie bekommt man Wohn-Riester, was sind die Voraussetzungen?  

Versicherungen, Banken, Wohnungsgenossenschaften und Bausparkassen bieten Wohn-Riesterverträge an. Förderberechtigt sind Sie, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Haus oder die Wohnung müssen Sie selbst bewohnen und nach 2007 gekauft haben.
  • Wohn-Riester gilt nur für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sowie für den Erwerb von Wohngenossenschaftsanteilen.
  • Förderberechtigte Personen sind Arbeitnehmer, die gesetzlich rentenversichert sind sowie Beamte, Richter und Berufs-/Zeitsoldaten.
  • Drei Kredit-Arten werden gefördert: Hypothekenkredit, Bausparvertrag oder ein Kombi-Darlehen.

Wie setzt sich die Höhe des Fördergeldes zusammen?

Eine genaue Summe zu nennen, die das Fördergeld ausmacht, ist nicht möglich, da sich die Förderung aus Riester-Zulagen und Steuervorteilen zusammensetzt. Außerdem kommt es darauf an, ob und wie viele Kinder Sie haben, wann diese geboren sind, ob Sie verheiratet sind und wie hoch Ihr Jahreseinkommen ist. Die  Grundzulage beträgt pro Person 154 Euro im Jahr. Für jedes Kind, das vor 2008 geboren ist, gibt es weitere 185 Euro und für jedes, das 2008 oder später geboren ist, 300 Euro Zulage. In der Einkommensteuererklärung lassen sich außerdem bis zu 2.100 Euro als Sonderausgabe absetzen.

Rechenbeispiel

Wenn ein verheiratetes Ehepaar im Jahr 60.000 Euro Brutto verdient und zwei Kinder hat, die 2008 oder später geboren sind, liegt ihre Förderquote bei knapp 38 Prozent. Dass sich Wohn-Riester vor allem für Paare mit Kindern lohnt, zeigt der Vergleich: Denn ein kinderloses Ehepaar mit dem gleichen Verdienst wird nur mit knapp 13 Prozent gefördert.

Achtung: Im Rentenalter fallen für Wohn-Riester Steuern an

Die geförderten Spar- und Tilgungssumme müssen Sie ab dem Rentenalter besteuern. Hat sich beispielsweise im Laufe der Jahre eine Wohnfördersumme von 30.000 Euro angesammelt, müssen Sie hierfür, sobald Sie in Rente gehen, bis zu Ihrem 85. Lebensjahr Steuern zahlen. Über einen Zeitraum von 20 Jahren, müssten Sie in diesem Fall pro Jahr 1.500 Euro versteuern. Abschrecken lassen, sollte man sich davon aber nicht, denn auf den Monat heruntergerechnet, ist das immer noch ein Vielfaches günstiger als monatliche Miete zu zahlen.

Übrigens: Wenn Sie es sich leisten können, die Steuern auf einen Schlag zu begleichen, müssen Sie nur 70 Prozent der Wohnfördersumme besteuern.

Vorteile auf einen Blick:

  • Mit Wohn-Riester können Sie viel Geld sparen – abhängig von Einkommen und Familienstand bis zu 50.000 Euro.
  • Mietfreies Wohnen und damit eine größere finanzielle Sicherheit im Alter.
  • Besonders kinderreiche Familien können von Wohn-Riester profitieren.

Nachteile auf einen Blick:

  • Hoher bürokratischer Aufwand, der sich, wenn Ihre Förderquote sehr gering ausfällt, nicht unbedingt lohnt.
  • Im Rentenalter müssen Sie die geförderten Spar- und Tilgungssummen nachträglich besteuern. Die Steuersummen fallen dabei aber um ein Vielfaches geringer aus als Sie an Miete zahlen würden.

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