Handwerker-Leistungen von der Steuer absetzen

Handwerker-Leistungen von der Steuer absetzen
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Der Gesetzgeber hat den sogenannten „Handwerker-Bonus“ für Reparatur- und Modernisierungsarbeiten in Haus oder Wohnung ausgedehnt. Galt der steuerlich gewährte 20-prozentige Abschlag bei den Lohnkosten früher nur für Leistungen zur Reparatur, Sanierung oder Modernisierung bestehenden Wohnraums, können seit 2014 weitere Lohnkosten geltend gemacht werden.

20 Prozent der Lohnkosten absetzbar

Ursprünglich wurde das Gesetz ins Leben gerufen, um die Schwarzarbeit einzudämmen. Unverändert ist die Höhe der Kosten, die geltend gemacht werden können. Seit 2006 erkennt der Fiskus 20 Prozent von maximal 6.000 Euro Lohnkosten als steuermindernd an. Unterm Strich ist für Hausbesitzer und Mieter also eine Steuerersparnis von bis zu 1.200 Euro drin.

Der Fiskus erkennt mittlerweile einen Abschlag auch auf die reinen Arbeitskosten an, wenn Wohnraum erweitert wird. Unter Umständen können sogar Baumaßnahmen, die länger zurückliegen, von dieser Regelung profitieren. Selbst Arbeiten außerhalb des eigentlichen Wohnraums finden unter bestimmten Voraussetzungen Berücksichtigung.

Zusätzliche Leistungen

Dank der Neuregelung von 2014 werden viele zusätzliche Leistungen nun vom Finanzamt berücksichtigt. Wer sich zum Beispiel einen Hobbyraum auf dem Dachboden einrichtet, einen Wintergarten baut, die Terrasse erweitert oder einen Balkon zulegt, kann die entsprechenden Rechnungen ab sofort der Steuererklärung beifügen. Schon vor der Neuregelung kam es in der Vergangenheit immer wieder zu juristischen Auseinandersetzungen, welche Leistungen tatsächlich berücksichtigt werden. So hat der Bundesfinanzhof schon 2011 entschieden, dass auch das Anlegen von Gärten steuerlich begünstigt werden kann. Das Bundesfinanzministerium hat nun ein sogenanntes Anwendungsschreiben herausgegeben. Darin ist detailliert aufgelistet, welche Leistungen steuermindernd wirken.

Regeln beachten

Mieter und Hausbesitzer, die vom Handwerker-Bonus profitieren möchten, sollten einige Dinge beachten. Das Finanzamt erkennt die Ausgaben nämlich nur an, wenn eine schriftliche Rechnung vorliegt und die Kosten per Überweisung gezahlt werden. Angerechnet werden nur die reinen Arbeitskosten. Zusätzlich erkennt der Fiskus Forderungen für die Anfahrt zur Baustelle sowie Ausgaben für das Mieten von Gerätschaften an.

An den Ausgaben für Materialien und dergleichen beteiligt sich der Fiskus wie bisher nicht. Bei der Anerkennung der Lohnkosten spielt es keine Rolle, ob der beauftragte Unternehmer als Einzelunternehmen tätig ist oder, ob eine Eintragung in die Handwerksrolle (die Handwerksrolle ist das Verzeichnis aller Inhaber eines Betriebes eines zulassungspflichtigen Handwerks) vorliegt. Wichtig ist nur, dass der Unternehmer zur Ausführung der Arbeiten befugt ist und ein Gewerbe angemeldet hat.

Rückwirkende Ersparnis

Wer seine Steuererklärung noch nicht eingereicht hat, kann profitieren. Denn legt er Rechnungen über Handwerksleistungen für Erweiterungen vor, werden diese ohne Umschweife anerkannt. Gleiches gilt für alle noch offenen Steuerbescheide. Wichtig: Die Art der Arbeit muss im Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums genannt sein.

Schönheitsreparaturen und Haushaltsgeräte

Den meisten Steuerzahlern dürfte bekannt sein, dass sie die Lohnkosten für Malerarbeiten, Schönheitsreparaturen sowie Reparaturen an Dach und Außenwänden, im Bereich elektrischer Leitungen oder Sanitäreinrichtungen, das Verlegen von Böden und dergleichen mehr geltend machen können. Doch auch die Reparatur von bestimmten Haushaltsgeräten kommt unter Umständen in Betracht. Das ist der Fall, wenn die Waschmaschine ihren Dienst einstellt oder der Computer versagt. Fallen entsprechende Arbeiten im zweiten Wohnsitz oder in einem Ferienhaus an, gilt die Regelung ebenso.

Neubau bleibt außen vor

Nach wie vor sind Ausgaben für Handwerkerleistungen in einem Neubau kein Grund zur Steuerminderung. Der Gesetzgeber hat Neubauten konsequent von der Regelung ausgeschlossen. Wer eine neue Küche in einem bestehenden Haus oder in einer vorhandenen Wohnung einbauen lässt, kann vom Handwerker-Bonus profitieren. Häuslebauer, die eine neue Küche bekommen, hingegen nicht.

Überblick für Steuerzahler

Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe hat einen Überblick von A wie Abflussrohrreinigung bis W wie Wasserentsorgung über absetzbare Maßnahmen zusammengestellt.

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