Die Schufa-Auskunft – was alles drin steht

Was steht eigentlich in der Schufa-Auskunft drin?
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Ein geplanter Hauskauf oder die Wohnungssuche – früher oder später stößt man fast zwangsläufig auf das Thema Schufa. Diese gibt Auskunft über die Bonität, also die Zahlungsfähigkeit, von Privatpersonen und Unternehmen und ist damit eine wichtige Instanz bei Geschäften aller Art.

Doch auch wer nicht plant, einen Kredit aufzunehmen oder seinem potenziellen Vermieter keine Schufa-Auskunft vorlegen muss, ist gut beraten, regelmäßig abzufragen, welche persönlichen Daten eigentlich bei der Schufa gespeichert sind.

Alles Wissenswerte rund um die Schufa – wie das Unternehmen arbeitet, welche Auskunftsarten möglich und für welche Zwecke sie dienlich sind – hat Immonet zusammengefasst.

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Was macht die Schufa?

Die Schufa, eigentlich Schutzgemeinschaft der allgemeinen Kreditsicherung, ist eine sogenannte privat-wirtschaftliche Auskunftei. Sie sammelt Daten von Personen und Unternehmen über ihre finanzielle Zahlungswilligkeit, prognostiziert deren Bonität und gibt diese Informationen an ihre Gesellschafter weiter. Zu diesem Zweck wurde sie auch von kreditgebenden Wirtschaftsunternehmen und Banken gegründet. Rund 8500 Vertragspartner hat die Schufa nach eigener Auskunft. Zu den Aktionären gehören in erste Linie Banken, aber auch andere kreditgebende Unternehmen wie Versandhändler oder Telekommunikationsanbieter und sonstige Dienstleister.

Was wird gespeichert?

Rund drei Viertel der Deutschen sind bei der Schufa erfasst. Von den Verbrauchern werden neben den persönlichen Daten, wie Name, Geburtstag und aktuelle und alte Adressen, auch Daten zum Geschäftsverhalten gespeichert. Darunter fallen zum Beispiel Eröffnungen von Bankkonten, Leasing- und Kreditverträge, Kundenkonten, fällige Forderungen, die mehrfach gemahnt sind und nicht bestritten wurden, und Daten zu Insolvenzverfahren. Bestimmte Schufa-Einträge müssen nach einer bestimmten Zeit wieder gelöscht werden, offene Forderungen zum Beispiel drei Jahre nach der Rückzahlung. Auch die Anfragen von Unternehmen werden festgehalten. Die Höhe des Einkommens oder des Kontostands werden hingegen nicht gespeichert.

Die Daten erhält die Schufa zum Einen aus öffentlich zugänglichen Quellen, wie zum Beispiel den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte, zum Anderen von ihren Vertragspartnern. Und sie gibt Daten auch nur an diese weiter.

„Die Kreditgeber wollen sich mit den Informationen über ihre Kunden vor möglichen Verlusten schützen“, erklärt Schufa-Sprecher Andreas Lehmann. „Der Vorteil für die Verbraucher liegt darin, dass Kredite schnell und unkompliziert vergeben werden können, da die Kunden ihre Bonität nicht individuell nachweisen müssen“, so Lehmann.

Schufa-Auskunft für den Vermieter

Viele Vermieter verlangen eine Schufa-Auskunft von Wohnungsbewerbern, um sicherzugehen, dass sie sich nur zahlungsfähige Mieter ins Haus holen. Um gute Chancen für die Wohnung zu wahren, legen Sie bereits ihrer Wohnungsbewerbung eine Schufa-Auskunft bei.

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Das Scoring-Verfahren

Das von der Schufa nach unbekannten Kriterien durchgeführte Scoring kritisieren Verbraucher-Schützer. Es ist ein Prognoseverfahren, das die prozentuale Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls beschreibt. Der Score liegt zwischen eins und 100, wobei ein hoher Wert positiv, ein niedriger negativ ist.

„Der Score soll rein statistisch prognostizieren, ob ein bestimmter Kreditvertrag sich ähnlich entwickeln wird wie die Kreditverträge von Vergleichspersonen in der Vergangenheit“, erklärt Lovis Wambach von der Verbraucherzentrale Bremen. „Als einzelner Kunde werden Sie nicht nach Ihren persönlichen Daten bewertet, sondern nach denen einer Vergleichsgruppe mit ähnlichen Daten.“ In die Score-Werte gehen zum Beispiel die Anzahl der Wohnungswechsel und der Bankkonten ein.

Wichtige individuelle Informationen wie fester Job und Einkommen werden hingegen nicht berücksichtigt. „Ein 60-Jähriger, der in einer schlechten Wohngegend lebt, hat dann automatisch schlechte Karten, wenn es darum geht, einen Kredit zu bekommen. Auch wenn er vielleicht über ein hohes Einkommen und mehrere Eigentumswohnungen als Sicherheiten verfügt“, nennt Wambach ein Beispiel.

Und gerade die Scoring-Werte wiegen laut Wambach in der Beurteilung von Kunden am schwerwiegendsten. „Sie sind  fast das einzige, worauf die Vertragspartner schauen“, so der Verbraucherschützer.

Für jede Branche, zum Beispiel Kreditwirtschaft, Versandhandel und Telekommunikation ermittelt die Schufa einen eigenen Score. Sind schon negative Einträge bei der Schufa vorhanden, wird der Wert gar nicht erst berechnet. Doch ohne Score gibt es meist keinen Vertragsabschluss. Daher ist es auch nicht unbedingt ratsam, der Weitergabe des Scores zu widersprechen, was theoretisch möglich ist. „Ist der Scoringwert  96 oder höher, müssen sich Verbraucher aber in der Regel keine Sorgen machen“, erklärt Wambach.

Kontrolle ist unerlässlich

Wichtig ist jedoch, regelmäßig die persönlichen bei der Schufa gespeicherten Daten – und damit auch die Score-Werte  – abzufragen, rät der Verbraucher-Schützer. Spätestens, wenn größere Anschaffungen und damit verbunden Kredite anstünden. Denn wer unbedarft einen Kreditantrag stelle, der wegen der Schufa-Auskunft abgelehnt würde, erhalte damit sofort wieder den nächsten negativen Eintrag – auch dann, wenn die Auskunft auf falschen oder veralteten Daten fuße.

Wie viele der gespeicherten Datensätze nicht korrekt sind, ist nicht gesichert. Die Schätzungen gehen teils deutlich auseinander.

Doch auch die Schufa rät Verbrauchern, regelmäßig ihre Einträge zu kontrollieren. „Schließlich kennt niemand seine Daten besser als man selbst“, so Lehmann.

Wie ruft man seine Daten bei der Schufa ab?

Die Schufa bietet verschiedene Möglichkeiten, die gespeicherten Daten einzusehen.

Es gibt die Bonitätsauskunft, die zwei Dokumente umfasst: zum einen die ausführliche Version für die persönliche Einsicht. Zum anderen eine reduzierte Auskunft zur Weitergabe an Dritte. Das Dokument weist nur die für Geschäftspartner relevanten Informationen aus. Es eignet sich zum Beispiel für die Vorlage beim potenziellen Vermieter.

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Wer seine Daten dauerhaft im Blick haben möchte und über jede Anfrage und Änderung informiert sein will, kann sich auf der Website der Schufa registrieren und erhält für einen zusätzlichen Jahresbetrag jederzeit online Einsicht in seine Daten.

Die günstigste Möglichkeit, Einblick zu erhalten: Man beantragt die sogenannte Datenübersicht nach § 34 BDSG. In dieser ist auch festgehalten, woher die Daten stammen und an wen sie bisher weitergeleitet wurden. „Schwärzen Sie aber alle Angaben, die der potentielle Vermieter nicht wissen muss, wie etwa Konto- oder Kreditkartennummer“, rät Wambach eindringlich. Je kritischer die gespeicherten Daten, umso weniger sollte man preisgeben.

Falsche Daten – was nun?

Sind tatsächlich falsche oder veraltete Informationen bei der Auskunftei gespeichert, sollten Verbraucher sich zunächst direkt an den Verbraucherservice der Schufa wenden. „Unserer Erfahrung nach sind die Mitarbeiter dort kompetent und versuchen schnell zu helfen“, sagt  der Verbraucherschützer. Führt dieser Schritt noch nicht zur Klärung, steht zudem ein Ombudsmann bei der Schufa bereit, der unabhängig zwischen Schufa und Verbraucher zu vermitteln versucht. 

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