Bis vor wenigen Jahren erhielten Kreditnehmer höchstens 80 Prozent der erforderlichen Bausumme von der Bank – ohne 20 bis 30 Prozent Eigenkapital plus Nebenkosten war an einen Kredit gar nicht zu denken.
Das hat sich in der Zwischenzeit geändert: In Ländern wie Großbritannien, USA oder den Niederlanden hätten die Kunden kaum Verständnis, wenn sie nach Eigenkapital für den Hauskauf gefragt würden. Denn dort ist die Vollfinanzierung von Immobilien nichts Ungewöhnliches. Deshalb sind es vor allem die deutschen Niederlassungen dieser Banken, die auch bei uns kein Problem mit einer Vollfinanzierung einer Immobilie haben. Besonders Großzügige bieten sogar bis zu 120 Prozent des angemessenen Kaufpreises. So werden die Einbauküche und Bauzeitzinsen gleich mitfinanziert.
Aber auch immer mehr deutsche Finanzierer steigen in das verlockende Geschäft ein. Zielgruppe sind vor allem junge Familien mit gutem Einkommen, die noch nichts ansparen konnten. Mit der Vollfinanzierung entscheiden sie sich schneller für den Bau oder Kauf eines Hauses. Nachteil sind allerdings die höheren Zinsen, die abbezahlt werden müssen. Grundsätzlich unterscheiden sich die Risiken einer Vollfinanzierung nicht vom Kredit mit Eigenkapital. Bauwillige sollten ihren Traum vom Eigenheim jedoch nicht überstürzen und gewissenhaft prüfen, ob sie einige Regeln erfüllen können.
Bevor Sie sich für eine hundertprozentige Fremdfinanzierung entscheiden, sollten Sie prüfen, ob Sie folgende Aspekte erfüllen können: