Vollfinanzierung: Ohne eigenes Kapital ins Eigenheim
Immer mehr Deutsche realisieren ihren Traum vom Eigenheim durch eine Vollfinanzierung. Eine tolle Sache gerade, wenn man noch jung ist und noch keine Gelegenheit hatte, sich das nötige „Geldpolster“ anzusparen, aber Vorsicht: Das höhere Risiko der Banken bei der Vollfinanzierung schlägt sich in den Zinsen nieder.
Während es noch vor wenigen Jahren undenkbar war, eine Immobilienfinanzierung mit weniger als 20 Prozent Eigenkapital von der Bank zu bekommen, ist es heute möglich, sich den Traum von den eigenen vier Wänden durch eine Vollfinanzierung zu erfüllen. Die Vollfinanzierung ist eine volle Baufinanzierung und Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital.
Im Ausland entwickelt
Der Trend zur Vollfinanzierung schwappte aus dem Ausland herüber, wo Immobilien-Vollfinanzierungen mit bis zu 105 Prozent angeboten wurden. Dadurch kann nicht nur das Haus selbst, sondern beispielsweise auch die Einbauküche, neue Möbel oder die Verschönerung des Gartens mitfinanziert werden.
Vorteile der Vollfinanzierung
Das Angebot der Immobilien-Vollfinanzierung richtet sich vor allem an einkommensstarke Bauherren oder Käufer, die noch keine Gelegenheit hatten, sich ein finanzielles Polster anzusparen, aber trotzdem in eine eigene Wohnung oder ein Haus ziehen möchten. Gerade junge Menschen können so frühzeitig einen Beitrag für ihre Altersvorsorge leisten. Obwohl bei manchen Kreditnehmern die Eigenkapitalquote für eine Baufinanzierung vorhanden wäre, greifen sie oft trotzdem auf die Immobilien-Vollfinanzierung zurück. Das bietet den Vorteil, dass in schlechten Zeiten noch genügend Rücklagen für die Raten der Bank und unvorhergesehene Zahlungsverpflichtungen bleiben. Zudem können Käufer günstige Immobilienpreise nutzen, indem sie sofort kaufen können, statt erst viele Jahre sparen zu müssen. Dasselbe gilt für Phasen niedriger Bauzinsen.
Nachteil der Vollfinanzierung
Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital, desto günstiger der Zins. Ist eine Rücklage also nicht vorhanden, bedeutet das automatisch, dass die monatliche Belastung stärker zu Buche schlagen wird. Ein relativ hohes Einkommen ist daher nötig, um die monatlichen Zahlungen leisten zu können.
Das sollten Kreditnehmer beachten:
- Sicherheiten: Wer sich für eine Vollfinanzierung entscheidet, sollte statt des Eigenkapitals entsprechende Sicherheiten vorweisen können. Die höchste Priorität hat dabei ein ausreichend hohes Einkommen. Darüber hinaus sollte man ein möglichst wertbeständiges Objekt kaufen, damit die Banken im Falle eines Zahlungsengpasses ihre Ausgaben durch einen Verkauf decken können.
- Angebote prüfen: Da die Vollfinanzierung die teuerste Form des Immobilienkredits ist, sollten Sie verschiedene Angebote vergleichen, denn auch kleine Unterschiede im Zinssatz können sich auf Dauer bemerkbar machen.
- Sondertilgungen: Lange Kreditlaufzeiten sind bei der Vollfinanzierung die Regel, deshalb sollte unbedingt die Möglichkeit von Sondertilgungen vereinbart werden, denn das mindert die Zinslast merklich.
- Ausstiegsszenarien: Trotz sicherem Einkommen, sollte man immer das Recht auf einen möglichen Ausstieg aus dem Kreditvertrag vereinbaren und schriftlich festhalten.
- Rückzahlungsmodalitäten: Die Rückzahlungen für den Kredit sollten nicht über 40 Prozent des Nettoeinkommens liegen.
- Lange Vertragslaufzeit: Diese sollte auf mindestens 15 bis 20 Jahren bei gleich bleibenden Zinsen festgesetzt werden, das schafft zusätzlich Sicherheit.




