So organisieren Sie eine Wohnungsbesichtigung

Wohnungsbesichtigung
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Die Inserate sind geschaltet, nun heißt es abwarten. Wer eine Immobilie vermieten oder verkaufen möchte, sollte bei der Organisation der Wohnungsbesichtigung einige Dinge beachten. Immonet gibt Tipps, wie Sie sich als Vermieter oder Verkäufer perfekt auf eine Wohnungsbesichtigung vorbereiten.

Klären Sie die Termine rechtzeitig ab

Vermieter und Verkäufer sollten sich im Vorfeld Gedanken machen, welche Termine für die Wohnungsbesichtigung überhaupt in Frage kommen. Ist Ihre Immobilie derzeit noch bewohnt? Dann müssen Sie mit dem aktuellen Mieter sprechen, an welchen Terminen Sie Besichtigungen planen. Er muss über jede Besichtigung informiert werden. Andererseits darf er gemäß Mietrecht seine Zustimmung zur Besichtigung auch nicht grundsätzlich verweigern und muss Ihnen Ersatztermine anbieten, wenn er einen von Ihnen vorgeschlagenen Termin ablehnt. Klären Sie mit dem derzeitigen Mieter, was auf ihn zukommt. Bitten Sie ihn freundlich, die Wohnung aufzuräumen und weisen Sie darauf hin, dass er allzu private Dinge oder Wertsachen wegräumt und verschließt. So kann bei einer Besichtigung nichts gestohlen werden. Schließlich müssen Sie auch die Interessen der aktuellen Bewohner wahren und deren Intimsphäre schützen. So dürfen Interessenten von der Wohnung zum Beispiel keine Foto- und Videoaufnahmen machen.

Auch wenn das Objekt derzeit leer steht, ist es für die eigene Planung sinnvoll, von vornherein Termine festzulegen. Dann können Sie Interessenten auf Nachfrage präzise Daten nennen. Beachten Sie bei der Wahl der Uhrzeit auch, wann das Licht am günstigsten ist oder wann der Verkehrslärm gering ist.  

Meiden Sie Massenbesichtigungen

Gerade wenn die Nachfrage groß ist, sollten Sie tunlichst darauf achten, den Überblick zu bewahren. Das beginnt bei der Anzahl der Interessenten. Es empfiehlt sich, im Vorfeld eine erste Vorauswahl zu treffen und die Interessenten einzeln einzuladen. Rund 15 bis 20 Minuten sollten Sie sich für jeden Bewerber Zeit nehmen. Bei großer Nachfrage sollten Sie kleinere Gruppen von bis zu vier Interessenten durch die Wohnung führen. Auch hier gilt: Lassen Sie keine wertvollen Dinge herumliegen und schützen Sie sich vor Diebstahl.

Setzen Sie die Wohnung ins rechte Licht

Ihr Objekt sollte bei der Besichtigung natürlich einen guten Eindruck machen. Grundlegende Dinge sind Sauberkeit und Ordnung. Günstig ist es, wenn Baumaßnahmen in der Wohnung vor der Besichtigung abgeschlossen sind. Denn ein allzu großes Chaos könnte Interessenten abschrecken. Sollte die Wohnung Mängel aufweisen, macht es Sinn, bei der Besichtigung darüber zu informieren. So können Sie vor Ort noch Absprachen treffen, was dagegen unternommen werden soll oder ob die Miete aufgrund eines Mangels geringer ausfällt. Grundsätzlich sind Vermieter zur Beseitigung von Wohnungsmängeln verpflichtet. Einen groben Schaden zu kaschieren und den Mieter darüber im Unklaren zu lassen, ergeben wenig Sinn. Denn: Liegt ein schwerer Mangel vor und der Vermieter unternimmt nichts, hat der Mieter sogar das Recht, die Wohnung fristlos zu kündigen.

Denken Sie an die Formalien

Wenn Sie selbst von den Mietern Auskünfte wünschen, sollten Sie einen Fragebogen zur Selbstauskunft vorbereiten, den die Interessenten während oder nach der Besichtigung ausfüllen sollten. Wenn Sie ausführlichere Informationen wünschen, können Sie schon bei der Terminabsprache darauf hinweisen, dass Interessenten bestimmte Bewerbungsunterlagen zur Besichtigung mitbringen.

Diese Informationen sollten Sie abfragen:

  • Wie viele Personen wollen in die Wohnung einziehen?
  • Was ist der Grund für den geplanten Umzug?
  • Angaben zur Höhe und Art des Familieneinkommens (Gehalt oder Lohn, Sozialleistungen, Rente oder ähnlich), Bonitätsauskunft und entsprechende Nachweise dazu.
  • Bei Schülern, Auszubildenden und Studenten können Sie eine Mietbürgschaft der Eltern verlangen.
  • Gewünschter Einzugstermin und Mietdauer.
  • Handelt es sich um eine Sozialwohnung, sollten Sie sich den Wohnberechtigungsschein vorlegen lassen.
  • Fragen Sie nach etwaigen Mietschulden. Verheimlicht ein Mieter solche Auskünfte, können Sie den Mietvertrag noch vor dem Einzug auflösen. Verlangen Sie gegebenenfalls eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung.
  • Kontaktdaten: Adresse und Telefonnummer der Interessenten sind das A und O. Schließlich müssen Sie wissen, an wen Sie sich im Falle von Nachfragen wenden können.

Meiden Sie private Fragen nach Religionszugehörigkeit oder Vorlieben. Absolut tabu sind Fragen nach einer etwaigen Schwangerschaft oder Familienwunsch.

Behalten Sie den Überblick

Der Besichtigungstermin ist für Vermieter und Verkäufer ein wichtiges Mittel, um mehr über die Interessenten zu erfahren. Führen Sie ein ungezwungenes Gespräch, in dem Sie zusätzliche Informationen abklären. Wichtig: Machen Sie sich Notizen, damit Sie nicht den Überblick verlieren. Am besten ist es, wenn Sie sich Verstärkung zur Besichtigung holen. Vier Augen sehen mehr als zwei, vier Ohren hören mehr. So können Sie noch gezielter Eindrücke von den Interessenten sammeln.

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