Diese Bewerbungsunterlagen sollten sich Vermieter vorlegen lassen

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Wer sich vor Betrügern, Mietnomaden und säumigen Mietern schützen möchte, sollte sich vor Abschluss des Mietvertrages Klarheit über die finanziellen Verhältnisse und Zahlungsmoral seiner Mieter verschaffen.

Zu den relevanten Informationen für Vermieter zählt nicht nur die finanzielle Situation des Mieters. Auch seine Personalien oder etwaige Empfehlungen sind von Bedeutung. Immonet hat eine Checkliste für Vermieter zusammengestellt:

Personalausweis

Wer es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt oder als Mietnomade durch die Wohnungen tingelt, meldet sich oftmals nicht ordnungsgemäß bei den zuständigen Behörden. Vermieter sollten deshalb die Ausweispapiere genau in Augenschein nehmen und darauf achten, dass diese noch gültig sind. Sollten Sie bei Unstimmigkeiten stutzig werden, ist Vorsicht geboten.

Aktuelle Gehaltsnachweise

Wer über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, hat beim Thema Liquidität nichts zu verbergen. Anhand der aktuellen Gehaltsnachweise gewinnen Sie als Vermieter eine ungefähre Vorstellung davon, ob ein Interessent sich Ihre Wohnung überhaupt leisten kann. Dennoch ist Vorsicht geboten: Solche Dokumente sind nicht fälschungssicher. Auch sagt die Solvenz eines Mieters nicht automatisch etwas über dessen Zahlungsmoral aus.

Bonität-Selbstauskunft

Wer keine unerklärbaren Außenstände hat, besitzt auch in Sachen Bonität-Auskunft eine reine Weste und legt dieses Dokument freiwillig vor. Verpflichtet ist ein Mieter per Gesetz dazu zwar nicht. In der Praxis aber ist die Bonität-Auskunft Standard.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

In vielen Großstädten ist es inzwischen üblich, dass Vermieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung von potentiellen Mietern verlangen. Diese Bescheinigung kann der aktuelle Vermieter erstellen. Dabei gibt es aber einige Dinge zu beachten: So kann es sein, dass der aktuelle Vermieter die Bescheinigung verweigert, solange der Mieter noch nicht ausgezogen ist. Auch, wer bisher in einer Eigentumswohnung gelebt hat, kann ein solches Dokument nicht vorlegen. Dennoch kann es sich in beiden Fällen durchaus um vertrauenswürdige Mieter handeln.

Informationen zum bisherigen Vermieter

Üblich sind auch Empfehlungsschreiben oder Informationen zum aktuellen Vermieter. Wer Kontakt mit dem aktuellen Vermieter aufnimmt, ist vor Täuschungen allerdings nicht gefeit. Der aktuelle Vermieter ist Ihnen gegenüber nicht zur Wahrheit verpflichtet und kann auch einfach versuchen, einen unliebsamen Mieter wegzuloben. Aufschluss über das aktuelle Mietverhältnis gibt aber zum Beispiel auch die Frage nach Gründen für den Umzug. Danach sollten Sie sowohl den Mieter als auch seinen aktuellen Vermieter fragen.

Fragebogen zu persönlichen Informationen

Bei diesem Thema sollten Vermieter Vorsicht walten lassen. Denn sind die Fragen allzu privat, darf ein Mieter per Gesetz lügen. Gestattet sind Fragen nach der aktuellen Arbeitsstelle, finanziellen Einkünften, einer Probezeit bei der Arbeit oder einer etwaigen Kündigung. Außerdem dürfen Sie alle für das Mietverhältnis relevanten Informationen einholen und zum Beispiel nach dem Grund für den Umzug oder die Häufigkeit von Umzügen in den vergangenen Jahren fragen. Untersagt sind hingegen Fragen zu Parteizugehörigkeit, Religion, Familienplanung, Vorstrafen oder Rauch- und Trinkgewohnheiten. Solche Fragen sind im Fragebogen des Vermieters tabu. Wer sich als Vermieter aber dennoch gegen eine total verrauchte Wohnung schützen möchte, sollte entsprechende Klauseln zum Umgang mit der Wohnung im Mietvertrag festlegen.

Bürgschaft

Manche Vermieter lassen sich zur Absicherung Ihrer finanziellen Ansprüche eine Bürgschaft vom Mieter vorlegen. In der Regel ist es aber nicht zulässig, mehr als drei Monatsmieten in Form einer Kaution oder einer Bürgschaft abzusichern. Wer als Vermieter beides fordert, muss darauf achten, dass die finanzielle Obergrenze nicht überschritten wird. Anders sieht es hingegen mit freiwillig vorgelegten Bürgschaften Dritter aus. Sie darf ein Vermieter im Falle eines Zahlungsausfalls in unbegrenzter Höhe in Anspruch nehmen. Oftmals verzichten Vermieter ganz auf eine Kautionszahlung und verlangen statt dessen eine Bürgschaftserklärung einer Bank. Dabei verpflichtet sich das Geldinstitut, auf Forderung des Vermieters die vertraglich geregelte Kaution zu zahlen. Viele Banken haben dafür entsprechende Vordrucke. Voraussetzung: Der Mieter hat ein Sparkonto bei der betreffenden Bank.

So schützen Sie sich vor Klagen von abgelehnten Mietern

Seitdem 2006 das Gesetz zur Umsetzung europäischer Richtlinien zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung (AAG) – auch als Anti-Diskriminierungsgesetz bekannt – in Kraft getreten ist, haben abgelehnte Mieter grundsätzlich das Recht, gegen die Entscheidung des Vermieters zu klagen.

Das können abgelehnte Mieter, wenn sie überzeugt sind, aus Gründen der ethnischen Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität als Mieter abgelehnt worden zu sein. Mit Blick auf das AAG gelten für Vermieter folgende Regelungen: Wer ein Objekt im sogenannten „Näheverhältnis“, zum Beispiel eine Einliegerwohnung im eigenen Haus oder auf dem eigenen Grundstück, vermietet, ist an das AAG überhaupt nicht gebunden. Per Gesetz darf er frei entscheiden, welche Mieter er in seiner Nähe wohnen haben möchte.

Für sogenannte Kleinvermieter, die weniger als 50 Wohnungen besitzen, gilt das AAG nur eingeschränkt. Ihnen ist es lediglich untersagt, Mieter wegen ihrer ethnischen Herkunft abzulehnen. Bei Großvermietern, die mehr als 50 Wohneinheiten vermarkten, greift das AAG uneingeschränkt. Sie sollten tunlichst darauf achten, dass sie im persönlichen Fragebogen jegliche Auskünfte zu den relevanten Themen vermeiden.

Tipp: Weil Vermieter im Klagefall in der Beweispflicht stehen, sollten Sie den Fragebogen grundsätzlich schriftlich abarbeiten lassen. Dann können Sie im Zweifelsfall nachweisen, wonach Sie Ihre Miet-Interessenten tatsächlich gefragt haben.

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