Schwarzarbeit kann für Vermieter zum Problem werden

Schwarzarbeit
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Renovierungen können ganz schön ins Geld gehen. Da wollen auch Vermieter gern sparen. Doch wer jetzt an einen netten Handwerker aus dem Bekanntenkreis denkt, der heimlich am Wochenende tätig werden könnte, geht ein hohes Risiko ein: Schwarzarbeit ist verboten. Zudem lohnt sie sich für Vermieter überhaupt nicht. Immonet erklärt, wieso das so ist und welche Folgen Schwarzarbeit haben kann.

Rechtliche Definition von Schwarzarbeit

Was genau ist Schwarzarbeit eigentlich? Der Gesetzgeber hat den Begriff definiert und sagt im Kern: Ein Auftraggeber lässt Arbeiten durchführen, zahlt dafür aber keine Sozialabgaben. Oder ein Auftragnehmer versteuert seine Einkünfte nicht. Auch wenn ein Gewerbe nicht angemeldet wird, fällt das unter Schwarzarbeit.

Diese Konsequenzen drohen

„Schwarzarbeit ist verboten. Das ist Steuerhinterziehung und kein Kavaliersdelikt“, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. Wer in seinem Haus Schwarzarbeiter beschäftigt, dem drohen empfindliche Geldstrafen, hohe Steuernachzahlungen und im schlimmsten Fall sogar eine Haftstrafe.

Steuervorteile ade

Für Vermieter gibt es eigentlich keinen Grund, Reparaturen schwarz erledigen zu lassen. Neben den drohenden rechtlichen Folgen lässt sich ein Vermieter bei Schwarzarbeit auch Vorteile entgehen, denn: „Die Mieteinnahmen, die er Monat für Monat bekommt, muss er zwar versteuern, kann im Gegenzug aber auch viele Kosten in seiner Steuererklärung eintragen“, sagt Christina Georgiadis vom Verein Vereinigte Lohnsteuerhilfe.

Während die Steuersenkungen für Mieter und Immobilienbesitzer gedeckelt sind, sieht das bei Vermietern ganz anders aus. „Sie können ihre Ausgaben fast immer vollständig absetzen“, erklärt Reinhold-Postina. Alle Ausgaben können unter den sogenannten Werbungskosten geltend gemacht werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass sie mit Rechnung und Überweisungsbeleg nachgewiesen werden. Die Höhe der Einnahmen wird mit der Höhe der Ausgaben verrechnet, was das zu versteuernde Einkommen senkt. „Allein schon aus diesem Grund lohnt sich Schwarzarbeit für Vermieter gar nicht“, sagt Reinhold-Postina.

Mieter zahlen Schwarzarbeit nicht

Ein weiterer Nachteil: Geht die Ursache für eine Reparatur auf den Mieter zurück, müsste dieser im Normalfall auch die Kosten dafür tragen. Lässt der Vermieter die Reparaturen jedoch in Schwarzarbeit erledigen, dann kann er die Aufwendungen dem Mieter nicht in Rechnung stellen. Spätestens, wenn dieser eine Rechnung für seine Steuerunterlagen verlangt, dürfte das widerrechtliche Arrangement zwischen Vermieter und Handwerker auffliegen. Und welcher Vermieter möchte sich schon für seine Mieter erpressbar machen?

Gewährleistung ist fraglich

Ein weiteres starkes Argument gegen Schwarzarbeit am Haus ist die Gewährleistungspflicht. So muss jeder Handwerker für schlechte Arbeiten oder Fehler einstehen und für eine Ausbesserung oder Ersatz sorgen. Wer keinen ordentlichen Vertrag hat, kann folglich keine Beseitigung eines Mangels durchsetzen. So entschied der BGH (AZ VII ZR 6/13) im Fall einer sehr schlecht gepflasterten Auffahrt etwa, dass die Auftraggeberin keine Mangelbeseitigung verlangen kann. Der Grund: Sie hatte zuvor bewusst Schwarzarbeit in Auftrag gegeben. Die in bar gezahlten 1.800 Euro waren futsch und die Auffahrt weiter in marodem Zustand.

„Vorsichtig sollte man auch sein, wenn man größere Geräte einbauen lässt, etwa eine Heizung, und an den Arbeitskosten sparen möchte“, warnt Reinhold-Postina. So könne die Herstellerfirma ihre Gewährleistung verweigern, wenn der Einbau nicht nachweislich fachgerecht durchgeführt worden sei.

Sparmöglichkeiten ausschöpfen

Wer unbedingt sparen will, dem rät Reinhold-Postina mit dem Handwerker zu verhandeln. Abschläge seien legal. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Skonto-Zahlung zu vereinbaren. Skonto ist ein Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag unter der Voraussetzung, dass dieser innerhalb einer bestimmten Frist – zum Beispiel innerhalb von einer Woche – beglichen wird.

„Viele Handwerker haben große Probleme mit nicht oder verspätet zahlenden Kunden und sind froh, wenn das Geld pünktlich da ist. Dafür sind sie nicht selten bereit, 2 bis 3 Prozent Nachlass zu gewähren.“ Und wenn der Handwerker mit dem Vermieter tatsächlich befreundet ist? Dann gebe es immer noch die Möglichkeit, die Materialien zum Selbstkostenpreis weiterzugeben. „Die Arbeitsstunden sollten aber auf jeden Fall ordentlich in einer Rechnung verbucht werden", rät Reinhold-Postina eindringlich.

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