Ein älterer Mann öffnet eine komplett leere Brieftasche

Gründe für eine
Zwangsversteigerung

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Wenn eine Immobilie zwangsversteigert wird, ist das für die ehemaligen Eigentümer eine äußerst bittere und schmerzvolle Angelegenheit, schließlich geht es um den Verlust der eigenen vier Wände. Der häufigste Grund für die Zwangsversteigerung ist die Zahlungsunfähigkeit.

Privatinsolvenz - Antrag eines Verbraucherinsolvenzverfahrens

Wer sich hoffnungslos verschuldet hat und beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Krankheit die hohen monatlichen Raten nicht mehr zahlen und sich auch mit seinen Gläubigern außergerichtlich nicht einigen kann, hat die Möglichkeit, das sogenannte Verbraucherinsolvenzverfahren beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen.

Verwertung der Insolvenzmasse / Zwangsversteigerung

Ziel des Insolvenzverfahrens ist die Schuldenbereinigung. Durch einen Treuhänder wird das vorhandene pfändbare Vermögen (Insolvenzmasse) des Schuldners verwertet und der Erlös nach Abzug der Verfahrenskosten an die Gläubiger ausgeschüttet. Ist der Schuldner im Besitz einer Immobilie kann diese durch ein Verbraucherinsolvenzverfahren in keinem Fall erhalten werden – entweder der Treuhänder verkauft die Immobilie oder der bestrangige Gläubiger (in der Regel die finanzierende Bank) beantragt in einem gesonderten Verfahren die Zwangsversteigerung der Immobilie.

 

Wichtig: Bevor das Zwangsversteigerungsverfahren nicht beendet ist, kann auch das Verbraucherinsolvenzverfahren nicht zum Abschluss gebracht werden. Je länger sich ein Zwangsversteigerungsverfahren also hinzieht, desto weiter nach hinten verschiebt sich die vom Schuldner ersehnte Wohlverhaltensperiode.

Die Wohlverhaltensperiode

Nach Ankündigung der Restschuldbefreiung durch das Insolvenzgericht erfolgt die Wohlverhaltensperiode. Diese dauert generell sechs Jahre, gerechnet ab dem Tag der Verfahrenseröffnung. Wenn der Schuldner nach dieser Zeit seine Schulden noch immer nicht komplett getilgt hat, werden ihm die restlichen Schulden erlassen – vorausgesetzt, dass der Schuldner sich in den sechs Jahren „wohl verhalten“ hat, denn gemäß § 290 InsO kann das Versagen der Restschuldbefreiung ausgesprochen werden.

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