So bauen Sie einen Balkon an Ihre Wohnung

So bauen Sie einen
Balkon an Ihre Wohnung

© Katarzyna Bialasiewicz / iStock

Wer in einer Wohnung ohne Zugang zu einem Garten lebt und auch keinen Balkon hat, muss nicht dauerhaft auf einen Platz an der frischen Luft verzichten. Beinahe jede Wohnung kann nachträglich mit einem Balkon ausgestattet werden. Beim Anbau gibt es allerdings einige Besonderheiten zu beachten. Wir geben einen Überblick.

Balkon anbauen: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Der erste Schritt auf dem Weg zum nachträglichen Balkonanbau sollte zum Wohnungseigentümer führen. Ohne dessen Erlaubnis wird der Anbau nicht genehmigt. Der Hausbesitzer verfügt zudem in der Regel über die notwendigen Unterlagen wie beispielsweise die Berechnungen zur Statik. In einigen Fällen haben zusätzlich auch die Nachbarn ein Wörtchen mitzureden. Vielleicht hegt der ein oder andere Nachbar ähnliche Pläne? Das könnte das Bauvorhaben vereinfachen oder sogar erheblich günstiger machen.

Welche Fachleute benötigen Sie für einen Balkonanbau?

Die Planungsdetails sollten Sie in jedem Fall mit Fachleuten besprechen. Ein Architekt muss mit dem Entwurf sowie der Bauzeichnung und ein Statiker mit der – baurechtlich erforderlichen – Berechnung des Konstrukts beauftragt werden. Die Fachleute sind auch behilflich bei der Wahl der Balkonart. So gibt es im Gemäuer verankerte und freistehende Balkone. Die Wahl ist von Gebäudebeschaffenheit, Himmelsrichtung und Raumkonzept abhängig.

Ist das Mauerwerk belastbar genug, kann ein Balkon von außen mit winkelförmigen Halterungen am Gebäude befestigt werden. Je nach Bauweise werden sie durch diagonale Verstrebungen gestützt. Grundsätzlich gilt: Falls Stahlträger in einer Geschossdecke verankert werden müssen, sollten sie fachmännisch gedämmt werden. Sonst drohen Kältebrücken, die letztlich zu Feuchtigkeit und Schimmelbildung führen. Mit deutlich weniger Aufwand lassen sich sogenannte Vorsatzbalkone errichten. Kernstück dieser selbsttragenden Konstruktionen sind vier Stützpfeiler, die vor dem Gebäude errichtet werden und den Balkon tragen.

Die Gestaltung vom Boden und Geländer hängt in erster Linie vom individuellen Geschmack ab. Von Holz bis Fliesen, von Aluminium bis Kunststoff – letztlich entscheiden die Statik und persönliche Vorlieben über das Material. Holz ist in der Regel die günstigste Variante, Metall kann filigraner verarbeitet werden. Lange haltbar und relativ pflegeleicht ist verzinkter Stahl. Richtig teuer können massive Bodenbeläge wie Fliesen werden. Bei der Überdachung ist die Preisspanne ebenfalls groß. Einfach Konstruktionen haben nur eine ausfahrbare Markise und kein Dach, teurere Varianten bieten häufig mit eine gläserne Dachkonstruktion.

Balkonanbau: Welchen Genehmigungen wird benötigt?

Generell gilt: Kein Balkonanbau ohne Baugenehmigung. In der Regel stellt der Architekt die  Antragsunterlagen zusammen. Die zuständigen Behörden – also etwa die Kommune oder die Kreisverwaltung – prüfen den Antrag und erteilen die Genehmigung. Dabei spielen unter anderem der örtliche Bebauungsplan oder bauhistorische Faktoren eine Rolle.